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Lieblingsgedichte (keine Eigenkreationen)

Alles so wunderbare Gedichte! 🙂

Und der Zauberlehrling hat mir auch sehr gefallen, aber der ist wirklich lang.😉
lg
Walt Disney hat in seiner Reihe Silly Sinphonie den Zauberlehrling ganz bezaubernd mit Micky Maus umgesetzt.
(Bin Zeichentrickfilm-Fan😱)


Der Pflug / J. W. v. Goethe
Nur die ersten Verse

Wie heißt das Ding, das wenige Schätzen,
Doch zierts des größten Kaisers Hand,
Es ist gemacht um zu verletzen,
Am nächsten ists dem Schwert verwandt.

Kein Blut vergießts und macht doch tausend Wunden,
Niemand beraubts und macht doch reich,
Es hat den Erdkreis überwunden,
Es macht das Leben sanft und gleich.

Die größten Reiche hats gegründet,
Die ältesten Städte hats erbaut,
Doch niemals hat es Krieg entzündet,
Doch Heil dem Volk, das ihm vertraut.

Dies Ding aus Eisen, das nur wenig schätzen,
Das Chinas Kaiser selbst in seiner Hand
Zu Ehren bringt am ersten Tag des Jahres...
 
Zuletzt bearbeitet:
Augen in der Großstadt / Kurt Tucholsky

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
Vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.
 
Dieses "Gedicht" hat mich in meinen schlimmsten Zeiten immer getragen.


"Spuren im Sand" M. Fishback

...Ich erschrak, als ich entdeckte, daß an
vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die
schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur
im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er; "Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht
in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
 
@ hexx: 'Spuren im Sand' habe ich nur als längere Geschichte gekannt. Es ist schön, daß ich jetzt das Original kenne 🙂.

[FONT=Times New Roman, Times, serif]Sterne und Träume[/FONT]

[FONT=Times New Roman, Times, serif] Weißt Du noch,
wie ich Dir die Sterne vom Himmel
holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber
Du meintest,
sie hingen viel zu hoch ...!
Gestern
streckte ich mich zufällig
dem Himmel entgegen,
und ein Stern fiel
in meine Hand hinein.
Er war noch warm
und zeigte mir,
daß Träume vielleicht nicht sofort
in Erfüllung gehen;
aber irgendwann ...?!

- Markus Bomhard -
[/FONT]
 
Im Nebel / Hermann Hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
 
[FONT=Times New Roman, Times, serif]Bewaffneter Friede - Wilhelm Busch
[/FONT]


[FONT=Times New Roman, Times, serif] Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.

Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!

Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.
[/FONT]
 
Seltsam genug - Eugen Roth

Ein Mensch erlebt den krassen Fall,
Es menschelt deutlich, überall -
Und trotzdem merkt man, weit und breit
Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.
 
WEHMUT

ICH KANN WOHL MANCHMAL SINGEN,
ALS OB ICH FRÖHLICH SEI,
DOCH HEIMLICH TRÄNEN DRINGEN,
DA WIRD DAS HERZ MIR FREI.
SO LASSEN NACHTIGALLEN,
SPIELT DRAUßEN FRÜHLINGSLUFT,
DER SEHNSUCHT LIED ERSCHALLEN
AUS IHRES KÄFIGS GRUFT.
DA LAUSCHEN ALLE HERZEN,
UND ALLES IST ERFREUT,
DOCH KEINER FÜHLT DIE SCHMERZEN,
IM LIED DAS TIEFE LEID.

(J. v. EICHENDORFF)
 
Selbstüberwindung

Wer schlägt den Löwen ?
Wer schlägt den Riesen ?
Wer überwindet jenen und diesen ?
Das tut jener, der sich selbst bezwingt
und seine Sinne in Gewahrsam bringt,
wie ein Sturmschiff in des Hafens Hut.
Geborgte Zucht, die man vor Gästen heuchelt,
nur eine kurze Zeit dem Auge schmeichelt,
ihr Glanz verbleicht wie Abendsonnenglut.

Walther von der Vogelweide
 
Ziehende Landschaft / Hilde Domin

Man muß weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.
Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es an das Grab
unserer Mutter.
 

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