Hmm... Würde sagen, dass die Ambivalenz oftmals der Beginn der Transformation ist, oder man verbleibt eben in der Ambivalenz, respektive Nicht-Ambivalenz.
Etwas konkreter meine ich, dass allgemein und auch in Sachen Liebe bzw. Liebesverhalten Vieles im weitesten Sinne von Zeit, Ort, gesellschaftlichen Konventionen und Denkweise abhängt. Dem unterliege ich selbstverständlich auch. Womöglich mehr als viele oder zumindest mancher andere.
Würde das Ganze jetzt nicht als Kurswechsel bezeichnen, eher als Erweiterung um einen Aspekt, der nicht ganz unwichtig ist, aber gerne mal ausgeblendet wird. Damit meine ich insbesondere den Charakter und/oder die Mentalität einer Person, einer Gruppe, eines Landes oder eines Kulturkreises.
Mir ist das insofern vermutlich etwas auffälliger/bewusster, als dass ich als Migrant zweiter Generation, der hier in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, immer noch substantiellen Bezug und damit verbundene Einstellungen zu meiner sehr großen Verwandtschaft in Taiwan aufweise. Wenn man so will, dann bin ich schon mein ganzes Leben lang auf Identitätsfindung. Dabei habe ich mir verschiedene Charaktere und Mentalitäten, welche mir kunterbunt und en Masse über den Weg kamen, relativ genau betrachtet. Und das wiederum hat nicht nur Implikationen in Bezug auf Wertsysteme und Lebenskonzepte, sondern eben auch auf Liebesvorstellungen und -verhaltensweisen einzelner Personen.
Mir liegt irgendeine "Rassenideologie" fern. Sehe ich mich doch eher als Planetarier, als irgendwas anderes, obwohl man mich via Schublade auch einfach als "halber Deutscher, halber Taiwanese" bezeichnen könnte. Mir geht es einfach nur darum, dass es charakterliche und Mentalitätsunterschiede gibt, die man auch gerade in Sachen Liebeseinstellung und Liebesverhalten nicht unterschätzen sollte.
Dazu später vielleicht/vermutlich/wahrscheinlich mehr.
Gleichfalls.