_Tsunami_
Urgestein
Da dich das Thema ja immer noch zu interessieren scheint, auch wenn du schon zahlreiche Antworten bekommen hast, werde ich mal schreiben, was ich unter Liebe verstehe. Da versteht ja jeder was anderes darunter.
Es ist unglaublich schwer zu beschreiben.
Liebe heißt für mich nicht nur all das Schöne. Das beim Partner zu Ruhe kommen, Zärtlichkeiten auszutauschen, einander zuzuhören und vertrauen, später auch mal eine gemeinsame Zukunft zu planen. Das muss ich momentan bei meinem Partner schmerzlich spüren. Er hat Beziehungsängste, Angst davor verletzt zu werden. Bei seinem "Ich will mit ihr zusammen sein" und "Ich will nicht verletzt werden" fühlt man sich wie ein Ping Pong Ball. Mal die eine Seite, mal die andere, komplett verschiedene Signale, evtl. falsche Hoffnungen. Da kann Liebe dann auch auf einmal nicht mehr ganz so schön sein. Unglaublich schmerzhaft. Aber sowas, Schmerz, hervorgerufen durch was auch immer, überwiegt m.M. nach in der Liebe nicht. Wenn ich jetzt an meinen Partner denke, kommt zwar einerseits diese Angst ihn zu verlieren, aber andererseits und noch viel stärker dieses wohlige warme und dennoch unbeschreibliche Gefühl, das mir sagt: "Gib ihn nicht auf. Wenn er die Angst überwinden will, sei für ihn da. Versuche es! Es wird sich lohnen." Dieses Gefühl gibt einem so viel Kraft. Sicher kann auch diese Kraft einmal erschöpft sein, aber wenn die Liebe nicht mehr genug Kraft gibt um die Liebe weiter aufrecht zu erhalten, dann hat es wohl auch keinen Sinn mehr. Denn Liebe sollte immer noch größtenteils daraus bestehen im Partner ein "menschliches Zuhause" gefunden zu haben, das immer da ist, auch wenn man kilometerweise getrennt ist.
Das klingt alles total schnulzig, bin selbst von mir gerade überrascht. Bei mir hört die Romantik ja eigentlich schon bei einer einzigen Kerze auf.
Wie gesagt, es ist unbeschreiblich. Man fühlt sich erst komplett, wenn man weiß, man hat den Partner an seiner Seite, egal was kommt.
Ich selbst bin eher ein Alleingänger, aber denke mir auch immer, dass es nicht schaden kann, auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Zumindest habe ich keinen Bock auf eine dieser extrem belastenden Beziehungen.
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Für mich ist es wichtig, dass man so halbwegs harmonisch miteinander leben kann. Ansonsten kann man sich das aus meiner Sicht auch sparen.
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