Liebe Forumgemeinde,
ich bin weiblich und 32 Jahre alt.
Mich belastet in den letzten Jahren immer mehr die Frage welches Problem andere mit mir haben.
Ich habe wenig Selbstbewusstsein und dadurch sicher auch wenig Ausstrahlung, doch ist das ein Grund, daß man teilweise so hasserfüllt auf mich reagiert?
werden wir später vielleicht hier erkennen können.
Meine Eltern versorgten mich aber sie liebten mich nicht.
Ich glaube gerade meine Mutter gab mir die Schuld an meiner Existenz weil ich ein Unfall war.
Dann will Deine Mutter ihre eigene Verantwortung ( zu verhüten, oder keine Verhütung zu betreiben) auf Dich münzen - das ist unmöglich, und kann von Dir nicht angenommen werden; selbst wenn Du ihren Satz glauben wolltest.
Aber auch mein Vater stand nie zu mir. Einmal fragte er meine Mutter was sie da nur ausgebrütet hat.
Schon als ich ein kleines Mädchen mochten mich auch andere Kinder nicht.
Deine Eltern haben Dich beide abgelehnt. Das hast Du dann vermutlich als Maßstab für Deine Aussenweltbeurteilung genommen.
Ich war eher schüchtern, aber manchmal wurde mir auch zum Vorwurf gemacht, daß ich zu albern wäre.
Du hast ein Ventil gesucht, für die Dinge, welche Du unterdrückt hast.
Man liebte es mich zu provozieren bis ich wütend wurde. Das dauerte, weil ich ein sehr gutmütiges Kind war. Doch wenn ich mich ärgerte, konnte ich mich nicht angemessen wehren. Ich schrie dann los und beschimpfte meine Mitschüler als "blöde Kuh" oder "A....loch".
Deine aufgestaute Wut, durch das lang angelerntes Bravsein, konnte keinen Raum finden - wenn Du lange provoziert wurdest, fandest Du ein Ventil, Deine Wut zuzulassen.
Ich wurde allerdings böse wenn man mir Essen aufzwingen wollte.
Was Dir vorgelebt wurde, an Ablehnung durch die Eltern, hast Du als Wahrheit angenommen, und auf die Aussenwelt gemünzt. Wo Du dich abgegrenzt hast, ist Aufnahme von Dingen. Die Nahrungsaufnahme. Von Dir beschrieben in Bezug auf Nahrung. Evtl. auch auf geistige Nahrung bezogen.
Zu Hause musste ich alles essen bis ich einmal fast in die Leber mit Kartoffelpüree gekotzt hätte.
Bei Fremden rührte ich nichts an wenn es nicht genauso aussah oder schmeckte wie ich es gewohnt war.
Du hast Dich Fremden gegenüber verschlossen; was nachvollziehbar ist, da Du dich durch Deine Eltern abgelehnt gefühlt hast, und anscheinend diese Angst vor Ablehnung auch im Kontakt bei Fremden gehabt hattest.
Einmal war ich bei einer Familie zu Besuch und es wurde ein Orangenwassereis verteilt das innen drin eine weiße Creme hatte. Ich aber kannte dieses Wassereis nur ohne Creme und bekam fast einen Wutanfall.
Sahnetorte fand ich ekelhaft und bestand auf Trockenkuchen wenn ich irgendwo zu Gast war. Gab es den nicht, aß ich auch nichts.
Du hast Dich bewusst von Essen abgegrenzt. Wenn etwas anders ist, als Du es kennst, lehnst Du es ab.
So wie Du von Deinen Eltern schnell gelernt bekommen hast, wie Du dich verhalten musst, damit Du toleriert wirst; evtl. etwas Aufmerksamkeit bekommst - und dieses Verhalten etwas ganz bestimmtes zu wollen; dieses Verhalten hast Du in Bezug auf das Essen vermutlich übernommen.
Wenn man mich manchmal auch nicht unbedingt provozierte und vera....te, dann wurde ich ausgegrenzt. Es kam einige Male vor, daß ich mich mit einem Mädel ein bisschen angefreundet hatte. Doch dann kam jedes Mal ein drittes dazu und machte die sich anbahnende Freunschaft gleich kaputt. Ich war wieder außen vor.
In der Teeniezeit fand ich keinen Anschluss an Gleichaltrige.
ja. Das Thema Abgrenzung, was Du seit Deiner Kindheit gelernt hast, scheint sich neben dem Essen auch bei den Freundschaften übertragen zu lassen.
Ich war sehr unreif und andererseits fand man mich zu brav und langweilig.
Du hast eine perfekte Anpassung gelernt, unter den Bedingungen großer Ablehung durch Deine Eltern. Dafür ist Dein Bravsein und langweiligsein perfekt gewesen.
Außerdem teilten die Mitschülerinnen meine Interessen nicht (südamerikanische Kulturen und Naturheilkunde).
Ich konnte nichts mit seltsamen Spielen wie "Jungen fangen die Mädchen" anfangen oder Fragen wie "Willst du mit mir gehen?"
Als ich älter wurde ging ich auch nicht auf Parties oder in die Disco. Gefummel fand ich befremdlich und laute Musik löste großen Stress in mir aus.
Ich wurde oft tyrannisiert.
Alles, was von den gewohnten Dingen abgewichen ist, welche Du von zu Hause aus kanntest, fandest Du befremdlich.
Niemand hat Dir vermutlich ein offenes Ohr für den Umgang mit diesen Situation gezeigt.
Daher suchte ich mehr den Kontakt zu wesentlich jüngeren, bei denen ich mich nicht verstellen musste und mich so geben konnte wie ich war.
Du hast Dir die passenden Leute gesucht, welche gut für Deine Seele sind.
Ich flüchtete mich auch ins Lesen. Manchmal erfand ich auch Fantasiefreunde mit denen ich mich unterhielt.
Ein gutes Verhältnis hatte ich immer zu meiner Oma. Ich hatte das Gefühl von ihr geliebt zu werden, aber je älter ich wurde desto unfreier wurde ich auch ihr gegenüber. Ich erinnere mich, daß wenn ich ihr Erlebnisse oder den Verlauf eines Urlaubs erzählte, ich das ganze wie auswendig gelernt, abspulte.
Wenn Sie Dir zugehört hatte, hast Du vielleicht Angst vor Ablehnung gehabt. Deswegen hast Du vielleicht schnell gesprochen, etwas abgespult; um innerlich das sichere Gefühl zu bekommen, die Aufmerksamkeit wirklich zu bekommen, wenn Du etwas von Dir erzählt hast.
Da du erst später die Unfreiheit bemerkt hast, ist dies ein Zeichen dafür, dass Du bemerkt hast, wie unfrei Du dich in vielen Dingen; auch bei Deiner Oma letztlich gefühlt hast.
Heute im Erwachsenenalter ist es immer noch so wie früher.
Ich komme bei anderen nie an und stosse sehr häufig auf Ablehnung.
Das kann mit Deiner Sichtweise auf die Welt zu tun zu haben.
Oft habe ich den Eindruck, daß wenn man sich mit mir abgibt, ist es nur aus Langeweile oder aus Mitleid. Oft sind es dann ältere Frauen, die sich ein bisschen um mich kümmern.
Einmal brach eine ältere Frau zu mir den Kontakt ab mit den Worten daß es ihr für mich leid täte.
Also fand sie es für sich nicht weiter tragisch, konnte wohl gut auf mich verzichten.
Kann an der Frau und ihren Lebensthemen und Ansichten gelegen haben, oder auch an Deiner Art- Beziehung ist ein gemeinsames Produkt.
Männer mögen mich auch nicht.
Wenn sich einer mal auf mich eingelassen hat, dann nur für kurze Zeit und meistens hatte ich dann nur die Rolle als "Notstopfen". Eben weil sich für sie gerade nichts besseres gefunden hatte.
Ich erlebe überwiegend zweierlei Reaktionen auf meine Person.
Entweder macht man sich über mich lustig oder man begegnet mir regelrecht mit Verachtung und Hass.
Die bösen Sprüche, die ich schon kassiert habe könnte ich gar nicht alle niederschreiben. Es täte auch zu weh sich alles wieder in Erinnerung zu rufen.
Könnt ihr mir sagen warum ich so behandelt werde?
Gruß
Karafia
Die Erziehungsgrundlage jedes Menschen ist unterschiedlich. Da jeder bei anderen Eltern und in anderen Umständen aufgewachsen ist.
Durch die Erziehung wird jedem Kind ein Rahmen gegeben, wonach es die Welt später betrachten kann. Offensichtlich hast du viel Ablehnung erfahren, dass als Wahrheit geglaubt; und probiert die Welt überall so zu begreifen.
Weswegen es böse Sprüche oder Lustigmacherei gegeben hat... hat mit den anderen Leuten zu tun; das sagt etwas über die Fähigkeit der Leute aus, sich auf Dein Verhalten einlassen zu können; Dich kennenzulernen und zu hinterfragen... wenn es nur böse Sprüche gab, fehlte den anderen Menschen wohl Einfühlungsvermögen.