Arktur
Sehr aktives Mitglied
Aus heutiger Sicht (aber es sind heute ja auch andere Zeiten) würde ich es verurteilen, wenn jemand es nicht schafft, sich zu outen und stattdessen den Partner und sich in's Unglück stürzt.
Aus heutiger Sicht mag das vielleicht zutreffen, aber noch vor 10 - 15 Jahren war es deutlich schwieriger als heute, zu einer gleichgeschlechtlichen Neigung zu stehen. Und es hängt auch davon ab, wo man aufgewachsen ist (auf dem Land oder in einer Großstadt, in welchem familiären Umfeld, usw). Sowas prägt ganz entscheidend die eigene Einstellung zu Homosexualität. Da kann der gesellschaftliche Konsens noch so liberal sein, aber in einigen Gebieten und in einigen Familien halten sich dennoch Tendenzen, die jemandem ein Outing sehr schwer machen können.
Dazu kommt oft noch, dass sich viele junge Männer lange Zeit selbst nicht mit ihren schwulen Neigungen identifizieren können und wollen. Viele wollen zunächst keinesfalls schwul sein und denken sich "das geht wieder vorbei, wenn ich es nur hartnäckig ignoriere". Dann heiratet man und ist jahrelang erleichtert, dass man eben doch ein "normales" Leben leben kann. Bis einen dann, irgendwann, doch die verdrängte Neigung wieder einholt....