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Krypto und die Welt

Die Aufhebung des Gold Standards ist meiner Meinung nach übrigens absolut richtig und das größte Wirtschaftsförderprogramm aller Zeiten.

Die Fesselung einer Währung an Gold bedeutet, dass Staaten keine Möglichkeit haben in Krisenfällen Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Die größte Wirtschaftskrise der modernen Zeit (1929) wäre nicht geschehen ohne Goldbindung. Und ohne diese Wirtschaftskrise hätte es möglicherweise nie einen zweiten Weltkrieg gegeben.

Die Initiativen zur Ausweitung der Geldmenge und/oder zu antizyklischer Fiskalpolitik (Reflation) in Großbritannien (1930), den Vereinigten Staaten (1932), Belgien (1934) und Frankreich (1934–35) scheiterten daran, dass die Maßnahmen eine defizitäre Leistungsbilanz verursachten und damit den Goldstandard gefährdeten

Kritiker sagen immer, dass ohne Goldbindung Staaten sich massiv verschulden können und Geld so viel Wert verliert. Das sind aber absurderweise auch Vorteile. Weil Geld Wert verliert, investieren Menschen. Und verschuldete Staaten bedeutet Geld für die Wirtschaft.

Staatsverschuldungen werden imho sowieso überbewertet. Tansania ist mit 38% seines BIP verschuldet, Japan mit horrenden 238%, dennoch würde ich dem japanischen Staat 10 mal lieber mein Geld leihen. Die Frage ist nicht wie hoch ein Staat verschuldet ist, sondern was er daraus macht.

Ich habe mich mit solchen Sachen noch nicht weiter beschäftigt aber was wäre denn wenn dieser Staat Pleite gehen würde faktisch zahlungsunfähig wäre ( ja ich weis das halten viele für unmöglich, habe ich auch mal getan😉😀) und ich hätte sagen wir mal auf meinem Sparbuch eine Summe-x wenn der Staat keine Reserven hat, die er locker machen kann wie will er dann seine Einlagengarantie erfüllen?

Oder hat das eine mit dem anderen gar nix zu tun? 😕

Ich weis klingt blöd aber wie gesagt ich habe mich so tiefgründig damit noch nicht befasst, ist auch kompliziert, also ein Börsianer werde ich nie.😱

Und wenn Staatsschulden überbewertet werden, ja was macht denn unser Finanzminister immer so ein Geschrei um seine schwarze Null.😕😕

Öhm wenn ich mir das selber so durchlese dann stelle ich fest, mache ich mich gerade selber zum "Heinz" aber egal kennt mich ja GsD. keiner. 😀
 
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Ich habe mich mit solchen Sachen noch nicht weiter beschäftigt aber was wäre denn wenn dieser Staat Pleite gehen würde faktisch zahlungsunfähig wäre ( ja ich weis das halten viele für unmöglich, habe ich auch mal getan😉😀) und ich hätte sagen wir mal auf meinem Sparbuch eine Summe-x wenn der Staat keine Reserven hat, die er locker machen kann wie will er dann seine Einlagengarantie erfüllen?

Oder hat das eine mit dem anderen gar nix zu tun? 😕

Ich weis klingt blöd aber wie gesagt ich habe mich so tiefgründig damit noch nicht befasst, ist auch kompliziert, also ein Börsianer werde ich nie.😱

Und wenn Staatsschulden überbewertet werden, ja was macht denn unser Finanzminister immer so ein Geschrei um seine schwarze Null.😕😕

Vielleicht nochmal anhand der Wirtschaftskreise der 30er jahren erklärt:

Zur Jahreswende 1928/1929 ging die amerikanische Notenbank ging zur Dämpfung der überhitzten Konjunktur zu einer Hochzinspolitik über. (Die EZB macht derzeit genau das umgekehrte um die Konjunktur anzukurbeln)
Die Menschen investierten nicht mehr, sondern legten ihr Geld auf der Bank an. Gold wurde verkauft, weil Geld hohe Zinsen brachte.

Frankreich etwa kaufte indes massiv Gold auf, um die Geldmenge des Franc entsprechend dem Bedarf der wachsenden französischen Wirtschaft zu erhöhen.

Der so verursachte Goldabfluss von den Vereinigten Staaten nach Frankreich bedrohte in vielen Ländern die zur Aufrechterhaltung der Goldkonvertibilität notwendigen Mindestreserven.

Diese Staaten waren gezwungen, die US-amerikanische Hochzinspolitik noch zu überbieten, wodurch die Kreditvergabe der Banken drastisch zurückging, die Konjunktur weltweit ausgebremst und eine tiefe Depression ausgelöst wurde.

Gleichzeitig mussten öffentliche Ausgaben drastisch gekürzt werden um Geld für die Zinsen zu haben. Sozialsystem brachen zusammen, Menschen hungerten.

Es besteht heute ein wissenschaftlicher Konsens, dass aus der initialen Rezession von 1929 keine Weltwirtschaftskrise geworden wäre, wenn die Zentralbanken die Kontraktion der Geldmenge verhindert und die Bankenkrisen durch Zurverfügungstellung von Liquidität gelindert hätten.

Eine solche Krise haben wir seit 1929 nicht mehr erlebt!

Die größte Frage unsere Zeit ist, wie Staaten ihre Verschuldung überwinden, aber die EZB lebt die Lösung vor: Im Zweifel mit einer Null-Zins-Politik, die Staaten entschuldet.

Zwar verliert so der Sparer Geldwert (das kann man zurecht kritisch sehen), aber Staaten und Wirtschaft bleibt funktionsfähig, mit allem was dazu gehrt: Arbeitsplätze, Sozialsysteme usw.
 
Ja, weiß nicht so recht, andere sehen darin wahrscheinlich ein Problem, aber aus meiner Sicht könnten wir alle einen "Happy-Friday-Deal" machen, und von heute auf morgen uns jeglichem Metall und Papier, im Sinne von Zahlungsmittel, entledigen, und zukünftig nur noch mit Bitcoin, ZenCash oder auch Stellar Lumens unsere Tauschgeschäfte betreiben.

Im Grunde ist es doch vollkommen Latte, ob wir das mit Streichhölzern, Muscheln, Goldnuggets, USD, EUR, YEN, GBP, BTC, ZEN oder XLM machen.

Bin ja gar nicht gegen Sebstverwirklichung oder so, aber in vielen Fällen hat Vereinheitlichung und Digitalisierung einfach Vorteile, im Gegensatz zu dem bspw., was es in den letzten 50 Jahren mangels Alternative gab.

Um Gottes Willen, will keinesfalls einen Trend prognostizieren, oder gar unsere Zukunft, aber ich glaube dennoch, dass unsere Zukunft in Richtung "Bitcoin und Co." gehen wird, vielleicht sogar muss, weil es für uns alle am Ende des Tages effizienter ist. Und mit "alle" meine ich natürlich die gesamte Welt.

Mit dem über gebliebenen Metall könnten wir Friedensglocken gießen, so wie andere das mit Patronenhülsen machen. Mit dem über geblieben Papier könnten wir ein paar weniger Bäume fällen und dem Klima zuträglich sein. Usw.
 
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Ja, weiß nicht so recht, andere sehen darin wahrscheinlich ein Problem, aber aus meiner Sicht könnten wir alle einen "Happy-Friday-Deal" machen, und von heute auf morgen uns jeglichem Metall und Papier, im Sinne von Zahlungsmittel, entledigen, und zukünftig nur noch mit Bitcoin, ZenCash oder auch Stellar Lumens unsere Tauschgeschäfte betreiben.

Im Grunde ist es doch vollkommen Latte, ob wir das mit Streichhölzern, Muscheln, Goldnuggets, USD, EUR, YEN, GBP, BTC, ZEN oder XLM machen.

Auf Metall und Papier kann jede Währung verzichten, dafür braucht es keine Kryptos. Bereits heute läuft 95% des Zahlungsverkehrs digital. Man könnte 100% der Zahlvorgänge mit Smartphone erledigen, wird in Asien teilweise schon gemacht.

Krypto oder alte Währung entscheidet sich eher daran, ob man eine freie oder steuerbare Währung will.

Ich kann mir Krypto Währungen auch langfristig nicht als Weltwährungen vorstellen. Wenn der Bestand an Kryptos stabil bleibt (weil eben keine Notenbank wie bei einer alten Währung drucken kann), hätte dies bei wachsender Weltbevölkerung z.B. zur Folge, dass alles teurer wird. Diese Deflation killt jede Wirtschaft.

Das Misstrauen gegenüber Staaten schürt den Ruf nach einer "freien Währung". Die Geschichte lehrt, dass dann die Macht auf die Reichen umverteilt wird. Wer dann viele Kryptos hat, wird immer reicher. Bereits heute sind Kryptos oft zu 95% in der Hand der Reichen.

Ganz zu schweigen davon, dass Staaten es gar nicht erlauben werden. China blockiert bereits den Zugang zu Krypto Märkten. Wer ist denn so naiv und glaubt, dass Staaten und Banken sich das Monopol auf Währungen nehmen lassen?

Vor allem: Wie sicher wäre so eine Krypto Währung wirklich? Nach heutigem Stand wären viele Krypto Währungen unknackbar, aber stell dir in 10 Jahren einen Quantencomputer vor, der etwa Bitcoins entschlüsseln kann. Jede Technologie ist irgendwann altmodisch.

Ich denke schon, dass die Blockchain Technologie Verwendung findet, aber selbst da bin ich eher kritisch. Stand heute hat diese Technologie nichts auf der Welt gebracht außer extremer Klimabelastung.
 
Alles sehr gute Punkte, die du da bringst, Andreas.

Sehe dennoch das große Problem nicht. Mal angenommen, dass wir alle nur noch Bitcoin benutzen, das Preisgefüge passt sich ja automatisch an. Über Zeit sowie Ort. Damit Handel möglich ist, muss man ja nicht zwingend die Geldmenge erhöhen. Eine Bitcoin lässt sich ja nach oben hin beliebig skalieren und nach unten hin auf, ich glaube, 100 Millionen Satoshi runterbrechen.

Dass Staaten gegen eine globale Währung sind, das mag schon sein, aber vielleicht ist das ein Fehler. Und aufhalten kann man Bitcoin oder eine alternative Kryptowährung ohnehin nicht, wenn Menschen das so wollen.

Was die Sicherheit betrifft, ist die angewendete Kryptographie wohl so ziemlich das Sicherste, was es überhaupt gibt. Und sollte es auch nur irgendwann nahe dazu kommen, dass die Kryptographie einer Blockchain geknackt werden könnte, wird einfach die Komplexität der Kryptographie um ein Vielfaches erhöht. Sollte nicht so schwierig sein.
 
Übrigens, wenn es um langfristige Investitionen geht, würde ich nicht unbedingt weiter als in die Top 10 der Kryptowährungen schauen. Ein besonderes Augenmerk würde ich auf Stellar/XLM und deren Kooperation mit IBM legen, welche meines Wissens recht enge Beziehungen mit 19 oder so Zentralbanken haben.
 
Alles sehr gute Punkte, die du da bringst, Andreas.

Sehe dennoch das große Problem nicht. Mal angenommen, dass wir alle nur noch Bitcoin benutzen, das Preisgefüge passt sich ja automatisch an. Über Zeit sowie Ort. Damit Handel möglich ist, muss man ja nicht zwingend die Geldmenge erhöhen. Eine Bitcoin lässt sich ja nach oben hin beliebig skalieren und nach unten hin auf, ich glaube, 100 Millionen Satoshi runterbrechen.

Du kennst dich da besser aus als ich, aber wenn ich das richtig verstehe, ist die Gesamtmenge bei Kryptos beschränkt. Du kannst aus einer Bitcoin 100 Millionen Satoshi machen, aber es bleibt die EINE unterteilte Bitcoin. Du kannst keine Bitcoin nachdrucken.

Das bedeutet, dass die Krypto Währung logischerweise im Wert steigen MUSS wenn mehr Menschen da sind. Ein Liter Milch kostet heute 50 Satoshi, morgen 70. Unter den Vorraussetzungen würden Menschen Kryptos horten anstatt sie auszugeben oder anzulegen und damit ist die Wirtschaft tot.

Eine Währung muss meiner Meinung nach abhängig von der Menge der Menschen in einem System beeinflussbar sein um eine Inflation oder Deflation zu verhindern.

Dass Staaten gegen eine globale Währung sind, das mag schon sein, aber vielleicht ist das ein Fehler. Und aufhalten kann man Bitcoin oder eine alternative Kryptowährung ohnehin nicht, wenn Menschen das so wollen.

Wie gesagt, China hat es bereits verboten. Was machst du denn wenn ein Staat den Besitz und die Zahlung mit Bitcoins unter Strafe stellt?

Was die Sicherheit betrifft, ist die angewendete Kryptographie wohl so ziemlich das Sicherste, was es überhaupt gibt. Und sollte es auch nur irgendwann nahe dazu kommen, dass die Kryptographie einer Blockchain geknackt werden könnte, wird einfach die Komplexität der Kryptographie um ein Vielfaches erhöht. Sollte nicht so schwierig sein.

Auch das kannst du sicher besser beurteilen als ich. Ich lese nur relativ oft von Krypto-Diebstählen
https://www.heise.de/newsticker/mel...onen-US-Dollar-erleichtert-haben-3919926.html
Einbruch bei Bithump: Auf der südkoreanischen Handelsplattform erbeuteten Datendiebe Ethereum und Bitcoin im Wert von über 80 Millionen US-Dollar. Insgesamt wurden persönliche Informationen von 30.000 Nutzern kopiert.

Diebstähle zeugen sehr deutlich wie sich die Stärke der Kryptos (keine staatliche Kontrolle) auch zur Schwäche wandeln kann. Werden den USA morgen X Billionen Dollar geklaut, druckt man halt nach. Es bleibt ein wirtschaftlicher Schaden, aber der Staat bleibt zahlungsfähig indem er eben nachdruckt. Würden Bitcoins geklaut, wären die weg als hätte man dem Staat sein Gold geklaut.

Ich denke, es geht um die Grundsatzfrage, was eine Währung sein soll.

1. Soll sie eine feste Größe sein, die aufgrund von Knappheit an Wert gewinnt. Eine Währung, die kein Staat kontrolliert und die wie Gold aufgrund einer natürlichen Begrenztheit Wert besitzt.

2. Oder soll sie eine "Papierwährung" sein, die von Staaten gesteuert wird und vervielfältigbar ist. Eine Währung, die auch die Wirtschaftskraft eines Landes ausdrückt und gegenüber anderen Währungen schwankt.

Warum ich nicht an Kryptos glaube ist der gleiche Grund warum ich nicht an den Goldstandard glaube: Eine harte Währung wie Gold bedeutet die absolute Katastrophe im Krisenfall, weil sie Staaten jede Möglichkeit nimmt Wirtschaft zu steuern und antizyklische Fiskalpolitik zu betreiben.
 
Du kennst dich da besser aus als ich, aber wenn ich das richtig verstehe, ist die Gesamtmenge bei Kryptos beschränkt. Du kannst aus einer Bitcoin 100 Millionen Satoshi machen, aber es bleibt die EINE unterteilte Bitcoin. Du kannst keine Bitcoin nachdrucken.

Das bedeutet, dass die Krypto Währung logischerweise im Wert steigen MUSS wenn mehr Menschen da sind. Ein Liter Milch kostet heute 50 Satoshi, morgen 70. Unter den Vorraussetzungen würden Menschen Kryptos horten anstatt sie auszugeben oder anzulegen und damit ist die Wirtschaft tot.

Eine Währung muss meiner Meinung nach abhängig von der Menge der Menschen in einem System beeinflussbar sein um eine Inflation oder Deflation zu verhindern.

Ob ich da irgendwas besser weiß, wage ich doch stark zu bezweifeln. Wenn ich so darüber nachdenke, gebe ich dir sogar vollkommen recht darin, dass man eine Fiatwährung nicht ohne Weiteres durch eine Kryptowährung ersetzen kann, und gerade nicht durch Bitcoin.

Vieles in dem Bereich ist wohl auch einfach "ideologisch" motiviert und nicht auf reale und langfristige Umsetzbarkeit ausgelegt. Zumindest noch nicht.

Es gibt aber wohl schon die eine oder andere Bestrebung mancher weniger Länder, ihre Landeswährung auf Krypto umzustellen. Keine Ahnung, wie genau die das machen wollen, und ob das funktionieren kann. Dass manche Länder sich aber überhaupt damit befassen, ist ja schon ganz interessant.

Eine Möglichkeit wäre eventuell, eine Kryptowährung mit Inflation zu programmieren. Gibt es teilweise wohl schon.

~~~

Zusätzlich bzw. ergänzend könnte man auch mit "Token Burns" und "Airdrops" arbeiten, wie man in der Kryptowelt sagt. Lol.

Warte ja nur darauf, dass mir jemand ein paar Euros "airdropped". 😀
 
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