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Krebs, "seine" Angehörige und alltäglicher Kummer

  • Starter*in Starter*in Daniela75
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    krebs
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Für weitere Antworten geschlossen.
Daniela75 meinte:
Oft habe ich schon drüber nachgedacht, all meine Gedanken und Gefühle niederzuschreiben. Aber ich möchte, dass er sie liest. Und ich habe Angst, dass er nicht dazu kommt, weil ich vielleicht das "richtige Timing" verpasse.

Daniela, mach es! Schreib es auf. Für dich und für deinen Vater.

Und das richtige Timing ist natürlich schwer einzuschätzen. Aber wenn du es erstmal geschrieben hast, fühlst du vielleicht den richtigen Zeitpunkt. Und wenn du meinst, er sei gekommen, brauchst du nur noch in die Schublade greifen und sagen "hier Papa, ich möchte, dass du das liest und weißt, wie ich denke".

Vielleicht hilft es dir und hoffentlich auf ihm.

Viktoria
 
Hallo Ihr Lieben,

ist denn da draußen niemand, den dieses Thema interessiert und vielleicht auch was dazu zu sagen hat?

Würde mich riesig freuen, wenn ich mehrere Meinungen und auch Eure Geschichte lesen könnte. Dafür hab ich meinen Thread eröffnet.

Es täte gut zu wissen, dass ich nicht allein bin ...

Nur Mut, schreibt mir ruhig!

Daniela
 
Liebe Daniela,

es oftmals schwer in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden. Deshalb traut man sich gar nicht so richtig, was zu schreiben. Trost, Hoffnung geben, ist in diesem Moment nicht einfach.

Ich komme aus einer Familie, wo Krebs irgendwie dazugehört. Meine Cousine starb mit 39, mein Cousin mit 42, mein Opa und meine Oma hatten Krebs, mein Onkel Lungenkrebs, meine Mutter Brustkrebs, der geheilt wurde, meine Schwester ist gerade eine Brust entfernt worden, keiner weiß, wie es weitergeht und zuguterletzt ich selber, hatte Unterleibskrebs und wurde zum Glück geheilt.

Es ist immer die Frage, schafft derjenige das oder nicht. Wie lange wird das noch gut gehen und und und. Einzig, was in unserer Familie immer wichtig war, wir waren und sind alle füreinander da. Auch wenn es manchmal sehr schwierig ist, gerade in solchen Momenten halten wir zusammen.

Leider fallen mir keine anderen Worte ein, aber ich nehme dich mal ganz lieb in den Arm, um dir wenigstens ein bisschen Kraft rüberzuschicken.
 
Micky II meinte:
es oftmals schwer in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden. Deshalb traut man sich gar nicht so richtig, was zu schreiben. Trost, Hoffnung geben, ist in diesem Moment nicht einfach.

Hallo Micky,

es freut mich riesig, dass Du hier schreibst. Die richtigen Worte ... bezweifle, dass es diese überhaupt gibt. Oft zieht man sich von solchen Situationen zurück, weil man den Anderen nicht verletzen möchte. Auch ich sehe es so. Habe meine damalige Freundin über 7 Jahre nicht auf den Krebstod ihrer Mutter angesprochen. Neulich hatte ich den Mut dazu, weil es mich selber betraf und ich hatte das Gefühl, dass ich sie besser verstehen kann. Sie hat sich sehr gefreut und sagte, dass sie es sich damals gewünscht hat, von den Menschen gefragt zu werden.

Micky II meinte:
Ich komme aus einer Familie, wo Krebs irgendwie dazugehört. Meine Cousine starb mit 39, mein Cousin mit 42, mein Opa und meine Oma hatten Krebs, mein Onkel Lungenkrebs, meine Mutter Brustkrebs, der geheilt wurde, meine Schwester ist gerade eine Brust entfernt worden, keiner weiß, wie es weitergeht und zuguterletzt ich selber, hatte Unterleibskrebs und wurde zum Glück geheilt.

Oh je, Micky, wie schrecklich. Das muss die Hölle gewesen sein. Wie gehst Du damit um? Wie hast Du diese Zeiten ertragen?

Micky II meinte:
Leider fallen mir keine anderen Worte ein, aber ich nehme dich mal ganz lieb in den Arm, um dir wenigstens ein bisschen Kraft rüberzuschicken.

Danke Dir von Herzen. Aber es ist zurzeit nicht so schlimm. Die Zeiten, wo es richtig weh tut, halten sich momentan in Grenzen. Besonders leide ich dann, wenn es ihm schlecht geht. Ich stehe hilflos daneben und schaue nur zu. Und wenn die Phasen kommen, in denen es ihm gut geht, staune ich und bewundere ihn für seinen Kampfgeist, den Mut und die Kraft, dieser schlimmen Krankheit zu strotzen.

Gestern haben wir erfahren, dass wir im Verwandtenkreis einen erneuten Fall von Krebs haben. Leukämie. Er ist 2 Jahre jünger als mein Vater. Wenn eine Knochenmarkstransplantation möglich ist, dann hat er 85% Überlebenschance. Falls diese und die vorhergegangene Chemo nicht anschlagen - 3 Jahre.

Micky, mich freut es riesig, dass Du geschrieben hast und ich würde mich über weitere Posts von Dir freuen.

Daniela
 
Liebe Daniela...

Ich bin auch eine Angehörige die jemanden an Krebs verloren hat.

Meine Mutter starb knapp vor einem Jahr an den Folgen von Brustkrebs.
Der Brustkrebs wurde entfernt aber er hatte leider Metastasen gestreut,die erst Monate später im Gehirn gefunden wurden.Sie hatte keine Chance mehr.

Mein Vater ist letzte Woche gestorben ,zwar nicht an Krebs,denke es war der Verlust seiner Frau,er hat es nicht verkraftet.Er hatte gesundheitlich und auch körperlich abgebaut, seit ihrem Tod.

Es ist richtig, man kann die richtigen Worte nicht finden.Ich war so tief unten
damals und ich hab es bis jetzt noch nicht verarbeitet.
Hier im Forum habe ich ein wenig Trost gefunden,all die lieben Leute und auch deren Anteilnahme,wie jetzt auch wieder!

Leider und auch Gottsei dank, war meine Schwester und ich von an da hellhörig und haben alles über den Krebs nachgelesen.

Gottsei dank,damit meine ich....meine Schwester war mißtrauisch da sie Zysten in der Brust hatte und fühlte da stimmt etwas nicht, einfach ihrem Gefühl nachging und eine Mammographie machte ( drotz der Aussage der Ärzte ,die das als harmlos und man müsse da nicht nachsehn ,sie abwimmelten).Zu Recht tat sie das.Sie hatte Migroverkalkungen in der Brust,
die dann entfernt wurden.Sie sind eine Vorstufe von Brustkrebs.Diese entwicklen sich dann zum Krebs,kann Jahre später sein.
Dann meine Cousine im letzten Jahr,Brustkrebs mit 35.Im Moment hat sie die Chemo und auch die Bestrahlungen hinter sich.Deren Vater (Bruder meiner Mutter) starb vor 5 Jahen an Krebs.
Mir selber wurde geraten ich soll eine Gen Untersuchung machen lassen.
Aber ich weiß nicht, ob ich das tun soll und wie ich das verkrafte wenn das Ergebnis nicht so toll ist.

Viele haben eine Bertührungsangst mit diesem Thema und auch mit den Betroffenen,ich für mich selber rede sehr viel mit meiner Schwester und anderen über dieses Thema ,ich brauche das für mich und auch um mit dem Tod meiner Mutter klar zu kommen.

Daniela ich finde es gut das du offen hier über dieses Thema und auch über deinen Kummer schreibst.Mach weiter so,es hilft dir auch zu verstehen und auch das ganze zu verkraften/verarbeiten.

Ich verstehe deinen Hass auf diese Krankheit,mir geht es genauso.

LG Marina
 
Zuletzt bearbeitet:
Daniela75 meinte:
Oh je, Micky, wie schrecklich. Das muss die Hölle gewesen sein. Wie gehst Du damit um? Wie hast Du diese Zeiten ertragen?

Hallo Daniela,

das ist schwer zu beantworten. Aber es ist gegangen. Ich habe erst mal den Schreck verdaut, dann war ich für diejenigen da, habe sie getröstet und motiviert, wenn es ihnen schlecht ging und bin ganz normal mit ihnen umgegangen, wenn sie wieder Kraft geschöpft hatten. Bei mir selbst, war es etwas anders, aber ich hatte damals einen Sohn von knapp 1,5 Jahren und beim zweiten Mal war er knapp 3. Da blieb mir gar keine Zeit mich zu verkriechen. Durch ihn habe ich Kraft geschöpft. Und du siehst, es hatte Erfolg. Es ist jetzt schon 23 Jahre her. Vor einiger Zeit haben sie auch bei mir Zysten in der Brust gefunden. Das, was ich tun kann, ist regelmäßig zur Untersuchung gehen. Wird jedes halbe Jahr gemacht, aufgrund unserer Familiengeschichte. Ich habe keine Angst und mache mich auch nicht verrückt. Das wäre genau das Verkehrte. Sicher gehe ich zu jeder Untersuchung mit einem mulmigen Gefühl, aber sollte sich da was ändern, sind die Wege ja bekannt, die ich gehen muss und gehen werde. Würde auch nie diese Gen-Untersuchung machen lassen, wie Marina schrieb, das könnte nach hinten losgehen, weil man dann nur darauf wartet, dass einem auch sowas passieren könnte.

Für deinen Vater kann man nur hoffen, dass er Kraft hat sich zu wehren. Manchmal genügt es, wenn man denjenigen einfach in den Arm nimmt ohne großen Worte. Auch, wie du schriebst, keine Vorwürfe, wenn er sich ein bisschen seine Angewohnheiten (Rauchen) z.B. nicht abgewöhnen kann. Mein Onkel hat auch nicht aufgehört, aber betonte immer, es ginge ihm schlecht genug und habe deshalb keine Lust auf sein Laster zu verzichten. Er war ein eigenständig denkender Mensch und für sich selbst verantwortlich. Das sollte man immer bedenken.

Sicher tut es einem in der Seele weh, wenn geliebte Menschen aufgrund dieser Krankheit gehen müssen. Aber man kann ihnen mit Jammer und Weh überhaupt nicht helfen. Man kann nur die Zeit nutzen, die einem evtl. bleibt, egal wie lange oder wie kurz. Meine Schwester und ich reden ab und an darüber, aber nicht andauernd. Es gibt soviele schöne Dinge auf der Welt, über die es sich lohnt zu reden. Wir fixieren uns nicht auf ihre Krankheit, das wäre wesentlich schlimmer, als lockerer mit allem umzugehen. Denn wenn der Krebs sich weiter entwickelt, können wir sowieso nichts daran ändern. Das ist dann halt Schicksal. Wichtig dabei ist dann nur, dass man zueinander steht, den Betroffenen unterstützt und ihm das Leben so erträglich macht, wie es möglich ist.

Für mich war es ganz wichtig lange Abschied zu nehmen, egal in welcher Form, das erleichtert die Trauer. Hört sich jetzt zwar hart an, aber damit muss man sich bei Krebs einfach mit allen Möglichkeiten auseinandersetzen.

Deshalb wünsche ich dir, deinem Vater und deiner ganzen Familie ganz viel Kraft.
 
Liebe Marina,

das mit Deinem Papa tut mir schrecklich leid. Lass Dich mal von mir drücken.


Hallo Marina, Hallo Micky,

bin gerade sehr gerührt von Euren Worten und freue mich riesig, Eure Erfahrungen mit Euch "teilen" zu können / dürfen.

Selbstverständlich möchte ich Euch antworten, aber ich nehme mir dafür richtig Zeit. Sitz momentan auf der Arbeit.

Daniela
 
Hallo Marina,

sorry, aber irgendwie war ich wohl blind. Mir tut es auch sehr leid wegen deines Vaters. Fühle dich von mir gedrückt.
 
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