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Krankhaftes Verhalten nach Trennung

Ava0208

Mitglied
Hallo,

ich komm am besten gleich zur Sache.
Mein Freund hat mich vor einem halben Jahr von heute auf morgen verlassen, seine Sachen gepackt und ist ausgezogen. Wir waren sechs Jahre zusammen.

Ich kam vom ersten Tag an überhaupt nicht mehr klar, hatte erst einen Monat davor meinen Job verloren. Ich bin seitdem in ein sooo tiefes Loch gefallen. Ich verhalte mich, als wäre mein Partner verstorben.
Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Umso länger ich ihn nicht sehe, desto schlechter geht es mir.
Das Problem ist, dass die Beziehung nicht mal schön war. Er hat mich auch mal betrogen und mich oft angelogen, Spielchen gespielt, mich nieder gemacht. Das war erst die letzten zwei Jahre so, weil wir es nochmal versuchen wollten.

Andrerseits hat er im Nachhinein noch so viele Sachen für mich bezahlt, meldet sich hin und wieder immer mal, um zu wissen wie es mir geht, was ich so mache etc. Aber mehr kommt dann auch nicht. Aber wieso dann überhaupt?
Ich bin natürlich seit der Trennung sehr kalt zu ihm, aus Wut und Verletzlichkeit. Aber innerlich Sterbe ich und möchte einfach nur bei ihm sein. Vermutlich würde ich ihn auch sofort zurück nehmen, wofür ich mich abgrundtief hasse!!!

Das letzte Mal gesehen habe ich ihn vor vier Monaten. Seitdem liege ich im Bett! Ich verlasse meine Wohnung nicht, esse kaum, übergebe mich fast täglich, bin kontinuierlich am weinen. Ich sehe ihn immer noch überall in der Wohnung. Erst gestern bin ich auf dem Weg zur Toilette zusammen gebrochen, hab mich dabei sogar verletzt.

Mir ist alles gleichgültig geworden, hab mich finanziell total ruiniert und ich bin gesundheitlich total am Ende und dabei nicht mal krankenversichert. Ich mach mir nur Vorwürfe, verfalle in Trauer, so als wäre er wirklich tot. So fühlt es sich an, es ist ein unbeschreiblicher Schmerz. Freunde haben sich von mir abgewandt wegen meiner Dauer Stimmung. Familie habe ich nicht.

Er weiß übrigens wie es mir geht, sagt das es ihm leid tut, wendet sich dann aber wieder von mir ab.

Wie komm ich da alleine bloß raus? Es muss doch weitergehen... was stimmt denn mit mir nicht
 
Vielleicht fällt es dir schwer wieder alleine zu leben. Man gewöhnt sich an das zusammenleben, das zusammensein. Vielleicht fällt es dir schwer mit dir alleine zusein.

Wie lange habt ihr denn zusammengewohnt/gelebt?
 
Ava0208 meinte:
Wie komm ich da alleine bloß raus? Es muss doch weitergehen... was stimmt denn mit mir nicht

Du schreibst, dass die Beziehung im Grunde eigentlich nicht schön war - und dennoch versinkst du in tiefer Trauer und bist praktisch seit Monaten lebensunfähig. Ich vermute, dass diese Gefühle nicht durch die verlorene Beziehung verursacht werden, sondern durch Probleme mit dir selbst.

Du könntest z.B. unter Verlustängsten leiden. Da du ja keine Familie hast und du trotz der schlechten Behandlung durch deinen Partner bei ihm geblieben bist, fände ich diese Erklärung plausibel. Durch Ängste verschiedenster Art entstehen nicht selten Abhängigkeiten vom Partner, dessen Verlust meist gleichzeitig den Zusammenbruch der eigenen (schützenden) Welt bedeutet.
 
Verlustängste..JA ! Schon immer, und dennoch habe ich nie was dagegen getan. Das habe ich jetzt davon. Wie soll ich das bloß alles wieder aufholen. Oh man
 
Hallo Ava. Darf ich fragen, woher kommen denn diese Verlustängste? Ist da früher mal was passiert?

Auch schreibst du, du seiest mit 14 von zuhause ausgezogen. Wo ist deine Familie jetzt?
 
Es ist nie zu spät etwas dagegen zu tun. Mach eine Therapie (bin nicht sicher was hier besser geeignet ist, tiefenpsychologische Psychotherapie oder Verhaltenstherapie). Was ich persönlich für sehr nützlich halte sind Selbsthilfegruppen - gerade weil du dich aktuell wahrscheinlich sehr einsam fühlst. Es gibt welche speziell für Angsterkrankungen. Ich kenne auch Gruppen zum Thema Co-Abhängigkeit, da würdest du vielleicht auch reinpassen.
 
Hallo Ava. Darf ich fragen, woher kommen denn diese Verlustängste? Ist da früher mal was passiert?

Auch schreibst du, du seiest mit 14 von zuhause ausgezogen. Wo ist deine Familie jetzt?

Hallo,
das ist etwas kompliziert. Meine Mutter hat neu geheiratet, da war ich 3. Sie hat mit ihrem Mann zwei weitere Kinder bekommen. Ich als uneheliches Kind war dann der Fußabtreter, weshalb ich dann mit 14 von zu Hause raus bin. Danach war ich sowieso der Teufel, sie wollte mit mir nichts mehr zu tun haben. Ich durfte auch meine Brüder nicht mehr sehen (die mir ALLES bedeuten). Das hat sich auch bis heute nicht geändert (bin 24). Daher vermutlich die Verlustängste.
Meinen Vater kenne ich erst seit 7 Jahren, aber auch der zeigt kein interesse an mir (auch neu verheiratet).
 
Es ist nie zu spät etwas dagegen zu tun. Mach eine Therapie (bin nicht sicher was hier besser geeignet ist, tiefenpsychologische Psychotherapie oder Verhaltenstherapie). Was ich persönlich für sehr nützlich halte sind Selbsthilfegruppen - gerade weil du dich aktuell wahrscheinlich sehr einsam fühlst. Es gibt welche speziell für Angsterkrankungen. Ich kenne auch Gruppen zum Thema Co-Abhängigkeit, da würdest du vielleicht auch reinpassen.

Vielen Dank für deine Ermutigung. Ich Trau mich gar nicht raus, ich habe Angst vor Menschen, vor Ablehnung, Unfreundlichkeiten. Ich weiß überhaupt nicht wo ich da anfangen sollte 🙁 Außerdem bin ich nicht krankenversichert. Darum habe ich mich aber diese Woche bereits gekümmert, was aber noch ein paar Wochen dauern kann, bis ich letztendlich wieder versichert bin.
 
Wie alt sind denn deine Brüder jetzt? Wenn sie dir so wichtig und sie erwachsen sind, vielleicht lässt sich ja dann wieder Kontakt aufbauen.
 

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