Also ehrlich mal. Wenn ich krank bin, bin ich krank. Dann gehe ich nicht zur Arbeit, sondern zum Arzt. Und wenn mein Arbeitgeber meint, dem wäre nicht so, soll er mir gefälligst eine Einladung zum Amtsarzt schicken. Wenn ich für mich weiß, dass es nicht geht, was soll ich mich dann dahinschleppen, eventuell noch Kollegen anstecken oder mich den ganzen Tag quälen und Schlechtleistungen erbringen? Die Effektivität des Auskurierens ist dahingehend wesentlich sinnvoller.
Diese Einstellung setzt schon voraus, dass man einen Anflug von Erkältung nicht schon als Status Krank ansieht. Aber mit Fieber zur Arbeit gehen ... kommt mir nicht in die Tüte. Was ist eigentlich los, dass man seine eigene Gesundheit für einen Job aufs Spiel setzt? Als Arbeitnehmer ist man ersetzbar, als Mensch nicht. Und es wird auf keinem Grabstein stehen "Er war ein fleißiger, aufopferungsvoller Mitarbeiter und wir sind ihm dahingehend zu größtem Dank verpflichtet."
Ein ehemaliger Kollege (auf Führungsebene) hat sich auch nicht auskuriert, weil er dachte, er wäre unersetzbar. Aus dem bisschen Husten wurde dann eine Lungenentzündung und er lag ewig im Krankenhaus. Das hätte alles nicht sein müssen und hat den Karren bei weitem nicht aus dem Dreck gezogen, sondern für alle Beteiligten noch weiter in die Sch**** geritten ...