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KPMG oder Ministerium

rabbit

Neues Mitglied
Hallo liebe Community, ich benötige eure Hilfe, Wechseln oder bleiben.
Kurz zu meiner Person:
31j. und seit einem Jahr Manager/Prokurist - ERP Consulting bei KPMG seit 5j mit M.Sc. BWLSituation: Ich will langfristig gesehen im Bereich Steuern arbeiten. Hierzu habe ich jetzt zwei Angebote.
  • Zum einen kann ich bei KPMG TAX meinen Steuerberater machen und hier einen Job von 8-18h haben ohne oder mit sehr wenig Reisetätigkeit. Mein aktuelle Grundgehalt liegt bei 75k. mit einer jährlichen Steigerung von mindestens 3%.
  • Zum anderen habe ich ein Angebot vom Finanzministerium, zunächst im Personalreferat. max. Besoldung A14/3 nach der Probezeit.
Nun meine Frage:
  • Ist es zu empfehlen aus der Privatwirtschaft zu wechseln?
  • Wiegt der der enorme Mehrverdienst die Vorteile einer Verbeamtung auf?
  • Wie steht es mit der Entwicklungsmöglichkeit und Karrierechance in den Ministerien, gar auf bis zum Staatssekretär etc.?
Ende nächster Woche habe ich die entscheidenden Gespräche mit beiden Seiten.Vielen Dank schon im Voraus für eure Antworten.
 
Da kann dir keiner wirklich helfen, das ist eine reine Ansichtssache.

Ist dir Sicherheit wichtiger als Freiheit?
Dann geh in den ÖD.
Entwicklungsmöglichkeiten hast du im ÖD auch - und die Freiheit eben diesem wieder den Rücken zuzukehren. Hier gibt es allerdings sehr viele Mühlen die langsam mahlen, das muss dir bewusst sein. Im Gegensatz zur Privatwirtschaft wirst du viel mit wenig flexiblen Menschen zu tun haben, wie sagt man so schön "Da kann nicht jeder mit um" .

Meine Erfahrung aus dem ÖD ist, dass ich gemerkt habe, dass das reine Sicherheitsdenken und die Ausrichtung darauf nichts für mich sind.
 
Verdienst du denn im ÖD so viel weniger? Es ist immerhin bei verbeamtung eine deutlich schmeicherlhaftere Brutto/Netto rechnung als im Angestelltenverhältnis.
Klar KV noch extra.

Für die Verbeamtung spricht noch die Pension vs der immer weiter sinkenden %-Rente. Wobei natürlich niemand sagen kann wie das in 30-40 Jahren ist.
 
KPMG ist doch ne super Firma. Ich würde da bleiben. Ist genauso sicher wie ein Job beim Staat. Zudem kannst Du weltweit arbeiten, wenn Dein Englisch spitze ist.
 
Gehaltsunterschied(netto) liegt bei ca 350.000 - 500.000€ ohne Tantieme gerechnet. Die Freiheit ist mir schon wichtig. Ticken die Uhren wirklich um so viel langsamer im öD?
 
31j. und seit einem Jahr Manager/Prokurist - ERP Consulting bei KPMG seit 5j mit M.Sc. BWLSituation: Ich will langfristig gesehen im Bereich Steuern arbeiten. Hierzu habe ich jetzt zwei Angebote.
  • Zum einen kann ich bei KPMG TAX meinen Steuerberater machen und hier einen Job von 8-18h haben ohne oder mit sehr wenig Reisetätigkeit.
Nun meine Frage:
  • Ist es zu empfehlen aus der Privatwirtschaft zu wechseln?
Bei den "grossen 4" erwartet man nicht nur die Steuerberaterpruefung, sondern auch den WP. Das ist die Voraussetzung, um dort wirklich Karriere zu machen. Beide Pruefungen sind enorm schwer, die Durchfallrate jenseits von Gut und Boese, dafuer aber bei Pruefungserfolg der Verdienst wirklich sehr gut. Ich weiss von Bekannten, die bei deiner Konkurrenz arbeiten, dass Leute, die die Pruefungen nicht schaffen, die Firma verlassen, weil dann die Einsatzmoeglichkeiten und die Verantwortungsuebernahme samt Mitarbeiterfuehrung sehr begrenzt sind.

Jetzt musst du dir noch die Frage beantworten, was die weiterfuehrenden Voraussetzungen fuer den Beamtenjob sein werden. Reicht das, was du bisher erreicht hast oder wird auch dort erwartet, dass du den Berater und evt. weitere Abschluesse erwartet werden.

Die Privatwirtschaft ist zwar oft sehr arbeitsintensiv, dafuer aber (bei der Konkurrenz) in den weniger hektischen Monaten im Sommer bis fruehem Herbst sehr grosszuegig und freizeitreich, Homeoffice fuer "einfache" Bueroarbeit eingeschlossen.

Der Job ist genauso sicher wie der Beamtenjob, es geht bei der Beantwortung deiner Frage abgesehen von den zukunftsnahem Erwartungen seitens der Arbeitgeber nur um Pensionsansprueche oder nicht. Die Steuerberater und WPs zahlen auch nicht in den ueblichen Rententopf ein, sondern haben ihr eigenes Versorgungswerk.
 
Die Altersversorgung von Beamten ist bislang wesentlich besser als die in der Privatwirtschaft. Seriöse Prognosen für Gesetzesänderungen, die bis zum Erreichen deiner Altersgrenze wirksam werden, kann aber niemand geben.

Staatssekretär ist ein politisches Amt. Wechselt die Regierung, bist du als Staatssekretär sofort weg vom Fenster (wirst aber vielleicht woanders lukrativ untergebracht).

"Karriere" macht man im Ministerium nur, wenn man gut "vernetzt" und parteipolitisch gebunden ist (möglichst an die regierungstragende Partei). Außerdem muss man sich nach außen gut darstellen können. Liegt dir das nicht und trittst du Vorgesetzten gegenüber eher zurückhaltend, bescheiden und etwas unsicher auf, hast du nicht den üblichen Angeber-Lebenslauf mit eigener Familie, Eigenheim mit trendiger, teurer Einrichtung, Angeberhobbys (möglichst solche, für die man sportlich und mutig sein muss, wie z.B. Bergsteigen), Angeber-Freundeskreis und Angeber-Fernreisen, dann wirst du als Mauerblümchen betrachtet, kleingehalten und darfst selbst bei hoher Intelligenz auf anspruchsvollem Niveau Fleißkärtchen- und sonstige mühsame, zeitaufwändige, aber wenig prestigeträchtige Drecksarbeiten für die ach so sicher auftretenden Großschnauzen machen, die zum Teil schlechtere Abitur- und Examensnoten hatten als du, im Leben aber mehr Glück gehabt haben (aus wohlhabenderen Verhältnissen kommen, schon im angesehenen, bildungsbürgerlichen Elternhaus mehr gefördert wurden und daher viel mehr Selbstsicherheit entwickeln konnten, weniger Schicksalsschläge erlitten haben, ein altersentsprechendes Privatleben mit Heirat und Kindern haben etc.). Du schuftest, ohne dass man es dir dankt, bis du nicht mehr kannst. Dann gehst du im höheren Dienst als Referent mit A 16-Besoldung in den Ruhestand, wenn du Pech hast, sogar vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit. Aber immerhin verdienst du bis dahin so viel wie ein Gymnasialdirektor und pro Monat nur 30 € weniger als ein Vorsitzender Richter am Land- oder Verwaltungsgericht. Also immer noch besser, als wenn du keine akademische Laufbahn eingeschlagen hättest und im gehobenen Dienst als Sachbearbeiter oder in einer kleinen Klitsche als Industriekaufmann tätig wärst.

Gleitzeit ohne Kernarbeitszeiten, Homeoffice etc. gibt's im öffentlichen Dienst übrigens auch, zumindest in einigen Behörden - so verstaubt, wie viele meinen, ist der ö.D. schon lange nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Altersversorgung von Beamten ist bislang wesentlich besser als die in der Privatwirtschaft. Seriöse Prognosen für Gesetzesänderungen, die bis zum Erreichen deiner Altersgrenze wirksam werden, kann aber niemand geben.

Also bei seinem Einkommen kann sich der Forist schon eine bessere Altersvorsorge leisten als die, die darauf beruht, dass der Staat in 30 Jahren nicht pleite ist und keine Pension mehr auszahlt.
 

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