Also wenn ich meine bisherigen Erfahrungen mit der Liebe betrachte, würde ich sagen, dass es sehr wohl eine Bestimmung gibt. Aber es ist nicht einfach, diese zu sehen und ich glaube, dass die meisten Menschen nicht die Geduld haben auf den richtigen Partner zu warten. Und ich denke, dass es auch erfordert, sich von üblichen Konventionen und Erwartungen an die Geschlecher loszumachen.
Ich habe meinen jetzigen Partner vor sechs Jahren kennen gelernt, aber wir sind erst vor zwei Jahren zusammen gekommen. Damals habe ich mich schon in ihn verguckt, wusste aber nicht, ob er auf mich steht. Ihm ging es genau so und das nur, weil wir rein optisch den gängigen Maßstäben nach nicht zusammen passen. Ich bin 1,76 m groß, mein Freund ca. 15 cm kleiner als ich.
Da er mir aber so lange nicht aus dem Kopf ging und ich ihm genau so, sind wir heute ein Paar. Es ist die schönste Beziehung, die ich je hatte und ich glaube, dass wir für einander bestimmt sind.
Ich denke weiterhin, dass ich mich die vier Jahre, bevor wir zusammen gekommen sind, von unnötigen Kerlen ablenken lies, die nicht wirklich lieben können, sondern Menschen konsumieren. Unsere Gesellschaft macht doch aus allem ein Geschäft, selbst aus der Liebe. Schaut euch die Partnerbörsen an und die Pornoindustrie. Menschen, die dahinter stehen, wollen doch nicht wirklich Menschen zusammenbrigen, sondern Geld verdienen. Sie irritieren Menschen und verkaufen ein falschen Bild vom Menschen. Sie produzieren falsche Bilder von der Liebe.
Und was ist mit den ganzen Hollywood- Schnulzen. Wird uns da nicht auch ein falsches Bild von der Liebe aufgezwungen? Vor 3o Jahren gab es noch ein anderes Bild von der Liebe als heute:
sie treffen sich, verlieben sich, es gibt Probleme, die in der ganzen Handlung beseizigt werden, irgendwann haben sie sich und damit endet der Film. Wie es weitergeht, im Alltag, wird nicht beleuchtet, weil der Film an der Stelle zu Ende ist.
Welches Bild wird in den heutigen Liebesfilmen vermittelt? Ich schau mir keine Filme mehr an, aber das letzte, was ich mitbekam, ist ungefähr so:
Man trifft sich, hat miteinander Sex, sie unterwirft sich ihm sexuell (Shades of Grey z.B.) und beide haben angeblich den höchsten Genuss davon. Aha, das ist also Liebe? Das ist doch ein Hohn. Mir fällt eigentlich spontan kein gegenwärtiger Film ein, bei dem es nicht um Sex ginge. Die Vorstellung von Liebe wird heute aus meiner Sicht auf Sex reduziert und hat nichts mit der Realität zu tun. Die Produzenten passen eben das Bild von der Liebe an unsere duch Sittenverfall gekennzeichnete Gesellschaft an, sonst würden sie ihre Filme nicht mehr verkauft bekommen.
Also mein Tipp wäre, sich von allen möglichen existierenden Liebesvorstellungen aus den Medien zu befreien, selbst Erfahrungen zu machen und dabei schön seine Gefühle/ sein Innerstes zu beobachten, um zu erkennen, was man wirklich mag und braucht. Nur so erkennt man, ob man selbst liebt und auch geliebt wird. Wenn man selbst das Gefühl der Liebe kennt, kann man seinen Liebenden eingentlich nicht mehr verfehlen. Ich zum Beispiel behandel meinen Verlobten so, wie ich von ihm behaldelt werden möchte und er behandelt mich auch so, wie er selbst von mir behandelt werden möchte. Das ist in meinen Augen Liebe.