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Hallo wolf-souled,

ich finde Dich auch symphatisch. Nur ich bin jetzt erstmal weg (für eine unbestimmte Zeit).


Grüße von mir...

Fidelity
 
hallo fidelity🙂
danke!
meld dich, wenn du wieder da bist.
gerne hier.
und machs gut derweil.

@kaela
ich hatte ein problem mit dir?^^😕
wieauchimmer...natürlich würd ich gerne deine ideen hierzu hören(lesen).
ich bitte darum.
wie gesagt...ich bekomme normalerweise kein feedback...weder positiv noch negativ...
trau mich aber auch nicht danach zu fragen, denn die leute die ich fragen könnte, mit denen muß ich auch zukünftig zusammenleben (nachbarn, alte schulfreunde, (angeheiratete) verwandte...)
also...wenn dir was einfällt dazu...bitte...
 

Hallo wolf-souled,

ich möchte dir mit allem, was ich schreib, einfach Hinweise geben oder Möglichkeiten in den Raum stellen. Ich behaupte nicht, dass irgendwas so ist, wie ich denke! Ich kenn dich ja fast gar nicht. Es sind nur meine Eindrücke. Und natürlich will ich dich mit nichts verletzen, ich versuche nur, die Dinge so sachlich zu sehen, wie ich kann.

Ich denke ich auch, dass du vermutlich ein introvertierter Mensch bist. Aber auch da gibt’s Entwicklungsmöglichkeiten. Vielleicht hast du von den Bestsellern „Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest“ und den Folgebänden gehört. Die Autorin Eva-Maria Zurhorst bezeichnet sich eindeutig als introvertiert. Aber ihre Ängste, vor anderen zu sprechen, haben dramatisch abgenommen, als sie angefangen hat, eine intensive Therapie mit sich selbst zu machen. Sie ist eigentlich ein risikofreudiger Mensch, hat in Ägypten und Südafrika gelebt und dort als Reporterin gearbeitet, aber vor vielen Menschen konnte sie nicht sprechen. Schreiben ging natürlich. Einmal sollte sie eigentlich ein Radiointerview geben, aber sie hatte solche Angst zu sprechen, dass das Interview mittendrin abgebrochen werden musste. Erst als sie von etwas vollkommen fasziniert war, von ihren Entdeckungen über innere Heilung und Bindungsfähigkeit usw., erst mit diesem Enthusiasmus und all dem Wissen in sich, das sie unbedingt weitergeben wollte, konnte sie ihre Ängste überwinden. Das erste Mal hat sie einem kleinen Kreis von Frauen in einem Friseurladen davon erzählt, abends nach Dienstschluss, und sie war aufgeregt, es war eine echte Hürde für sie. Inzwischen spricht sie vor tausenden von Menschen und bietet Kurse an!
Ich meine damit nicht, dass du genauso was anstreben sollst, sondern, dass es bei Introvertierten anscheinend sehr darauf ankommt, über WAS sie sprechen können. Bei der Zurhorst ist es so, dass sie erst dann sprechen kann, wenn etwas aus ihrem Herzen kommt und wenn das Thema in ihr brennt. Sie interessiert sich auch für Politik, gesellschaftliche Themen u. a., aber wenn ich das richtig verstanden hab, kann sie darüber bis heute nicht in der Öffentlichkeit sprechen, dann kommen wieder ihre Ängste hoch. Und sie ist bis heute kein Partylöwe. Sie unterhält sich intensiv mit ein, zwei Leuten, wenn es passt, und sie geht oft früher heim als andere, weil sie mehr Alleinsein braucht, und weil das Zusammensein mit anderen sie auch erschöpft.
Anscheinend ist es so, dass Introvertierte ihre Energie mehr aus sich selbst schöpfen, während Extrovertierte immer nach „Input“ von anderen hungern – außer, sie wollen ihre „storys“ erzählen. Das ist jetzt etwas extrem ausgedrückt, aber so ungefähr hab ichs mal gelesen.
Vielleicht ist es bei dir ähnlich? D. h. du wirst dich nie völlig umkrempeln können, denk ich, sondern vielleicht lernen, dir so viel Kontakt zu holen, wie du brauchst, und auch die Art von Kommunikation, die dir gut tut.

Dann könnte ich mir auch folgendes vorstellen: Also … bei mir selbst ist eine soziale Phobie diagnostiziert worden, weil ich aber nicht sicher bin, ob es vielleicht doch eine „unsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung“ ist, hab ich mir ein Fachbuch ausgeliehen, in dem die Persönlichkeitsstörungen dargestellt werden und auch mögliche Therapieansätze. Ein Mensch mit Unsicher-Vermeidender Persönlichkeitsstörung möchte am liebsten keinen Schritt auf andere zugehen, weil er unglaublich viel Angst vor dem Urteil oder der Demütigung durch andere hat. Am liebsten würde er sich nur dann öffnen, wenn andere auf ihn zukommen, d. h. eigentlich nur, wenn schon klar ist, dass der andere ihn mag. Die Gründe dafür liegen natürlich in der Kindheit; am Anfang waren die Beziehungen zu den Eltern od. Bezugspersonen wohl gut, aber dann schlägt der „Familienmythos“ zu: „Wir sind eine Familie, die besser ist als die anderen. Wir bringen bessere Leistungen als die Mehrheit!“ Das Kind wird nicht geliebt, sondern dient nur als Mittel, um das schwache Selbstbewusstsein der Eltern zu stützen. Wichtiger als das psychische Wohlergehen des Kindes ist seine Leistung und wie man vor den Nachbarn, „Freunden“, Verwandten … dasteht. Das Kind wurde dauernd kritisiert. Wenn die Leistungen sehr gut waren, war das „selbstverständlich“ und das Kind wurde nicht gelobt , wenn die Leistungen „nur“ gut oder mittelmäßig waren, wurde es endlos kritisiert und gedemütigt. Das kann sich auch aufs Äußere beziehen, u. a.. Das, was diese Leute von ihren Eltern mitbekommen haben, ist eigentlich: „Du bist voller Fehler, da draußen wird dich niemand mögen, bleib also am besten schön bei uns, wir ertragen dich immerhin.“
Passt das irgendwie auf dich? – Das ganze Muster ist natürlich noch komplizierter, ich geb jetzt nur die Hauptsache wieder.
Was ich an dem Buch wichtig finde, ist der Therapieansatz, der damals, ca. 1996, noch neu war: Jede Persönlichkeitsstörung ist eine Reaktion auf ein bestimmtes Kommunikationsmuster (inklusive Handlungen) in der Ursprungsfamilie. Man hat also so was wie eine Negativform vor sich. (Die Positivform war die Krankheit der Eltern.) Wenn sich jemand entschließt, eine Therapie zu machen, dann wird der Patient erstmal genau die Muster wiederholen, die er als Kind gelernt hat (Übertragung), und der Therapeut kann anhand seiner eigenen Gefühle (Gegenübertragung) dann ungefähr spüren, was die Eltern gedacht haben, und so kann er den Punkt, an dem es hakt, leichter finden und eingreifen.
Ich hoffe, ich hab dich jetzt nicht damit überfahren!

Ich finde, man muss auch unbedingt in Betracht ziehen, mit wem wohl welche Beziehung möglich ist. Was ich meine, ist folgendes: Ich selbst betrachte mich als krank, denn mir ist so viel an Nähe nicht möglich, ich hab so große Schwierigkeiten mit Freundschaften (von Beziehungen red ich gar nicht erst), dass ich das einfach nicht als gesund ansehen kann. Du scheinst mir ähnlich einsam und psychisch krank zu sein. Ich hab immer mal wieder Freundschaften gehabt, mal ein paar Jahre, mal 10 Jahre, in einem Fall auch ca. 25 Jahre, aber alles ist kaputt gegangen. Weil ich eigentlich nur Leute richtig gern haben kann, die psychisch gesünder sind als ich. Die mehr Sonne und Selbstsicherheit ausstrahlen. Aber da echte Freundschaften nur dann funktionieren, wenn beide ungefähr gleich viel geben und nehmen, MUSS so was Ungleiches wie bei mir früher oder später kaputt gehen. D. h. der Schwächere fliegt irgendwann gegen die Wand. Und meist dann, wenn er glaubt, dass es diesmal eine richtig gute Freundschaft ist. Ist ja auch zu verstehen, ich will ja auch keine Freundschaft, bei dem es dem anderen andauernd schlechter geht als mir u. ich nur am Stützen bin.
Also, wenn du echte Freundschaften suchst, dann würde ich mir an deiner Stelle irgendwo außerhalb deines winzigen Wohnorts Leute suchen, die ähnliche Interessen wie du haben (Verein, Kurs etc.) und zusätzlich auch psychisch angeschlagen sind; das ist natürlich Glückssache. Ich hab verstanden, dass du bei dir im Dorf eigentlich niemanden weißt, der dir am Herzen liegt. Oder ist das anders?
Vielleicht wüsstest jetzt schon jemandem in deinem Ort, der seelisch ähnlich schwer zu schleppen hat. Allerdings hätte ich in so einem „Kuhdorf“ Angst, dass meine Gesprächspartnerin den Mund nicht halten kann – aber das muss man natürlich von Fall zu Fall entscheiden. Oder du könntest evtl. den umgekehrten Weg gehen – erst eine Psychogruppe suchen und dann hoffentlich dort jemanden treffen, der ähnliche Interessen hat. Immerhin kann man in einer Therapie- oder Selbsthilfegruppe über die Themen sprechen, die einem wirklich unter den Nägeln brennen.

Wenn es dir nur um Smalltalk und Alltagsthemen geht, dann kannst du das natürlich auch direkt in deiner Umgebung üben.

Ich hab den Eindruck, dass du eigentlich auch kein richtiges Hobby hast. Hab ich das richtig verstanden? Wenn man das noch nicht gefunden hat, dann ist alles natürlich doppelt und dreifach schwer … dann weiß man oft nicht, was man sagen soll.

Und dann könnte ich mir vorstellen, dass du deine starken Emotionen nicht so oft rauslässt, wie es nötig wäre. Wenn man sich richtig ausgetobt hat, dann fühlt man sich hinterher so befreit … das weißt du ja selber. Du hast mir mal davon geschrieben. Aber das Wo ist ja oft die große Frage. Außerdem – hast du Muskelverspannungen? Es scheint so zu sein, dass in Verspannungen auch unverdaute Emotionen stecken. Und wenn man sich körperlich und seelisch frei(er) fühlt, dann sprudeln Freude, Unternehmungslust, Selbstbewusstsein und Kommunikationsbedürfnis von selbst. Die Hemmungen sind dann zumindest kleiner.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei dir sehr viele Emotionen feststecken. Es ist sehr schwer, mit so wenig Kontakten und so viel Angst zu leben … ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber ich an deiner Stelle wäre oft am Weinen, und ich hätte eine Mordswut auf mein Schicksal oder Gott oder egal auf wen …

Liebe Grüße,
Kaela
 
Ich hab gestern noch was vergessen. Ich denke, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass es mit manchen Leuten sowieso keine Freundschaft, sondern nur eine Bekanntschaft gibt, dann fällt schon mal ein gewisser Teil des inneren Drucks und der Angst weg. Jedenfalls geht es mir so. Der andere "muss" mich gar nicht so toll finden, stattdessen versuche ich, mir einfach ein paar nette Minuten mit dem anderen zu machen. Wenn ich entspannter bin, finden mich die Leute sympathischer, jedenfalls tendenziell.
Und wenn ich weiß, dass der Mensch vor mir auch an einer psychischen Krankheit leidet, hab ich sofort ein deutlich besseres Selbstwertgefühl. Da treffen sich zwei Einbeinige ... 🙂

Ja... und wegen deiner Ambivalenz vielen Leuten gegenüber, ich denke, dass das was mit Projektionen zu tun hat. Hast du dich damit mal beschäftigt?
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo kaela 🙂
dankeschön, das du dich so ausführlich mit meinem problem beschäftigt und darauf geantwortet hast.

ja, introvertiert. das bin ich mit sicherheit. mein leben spielt sich hauptsächlich innerlich, in meinem inneren ab. man könnte auch sagen ich träume mir mein leben zusammen...

das buch "liebe dich selbst..." hab ich sogar. hat mir aber nicht viel gebracht. vielleicht sollte ich es nochmal lesen bei gelegenheit...
mit der autorin hab ich mich nicht beschäftigt, weiß nichts über sie...
aber wenn du schreibst sie hat im ausland gelebt unterscheidet sie sich schon mal grundlegend von mir.
das ist etwas worüber ich in letzter zeit auch viel nachdenke. im ausland leben. ich könnte und wollte das nicht. warum nicht? keine ahnung...weil ich mir da noch mehr "ausgeliefert" wäre? ich brauche jedenfalls meinen sicheren rückzugsort. mein zuhause. wo ich mich auskenne...

faszination und enthusiasmus. auch so eine sache...
du fragst irgendwo ob ich keine hobbies habe. ich habe meine tiere (katzen und ein hund), lese gerne und viel, gehe zum chi-gong (hat mich von der ersten stunde an begeistert) und zum (reha-)sport.
ich mag diese dinge. muß mich zwar auch oft dazu aufraffen (ausser zum lesen), aber wenn ich mich mal überwunden habe merke ich dass es mir gut tut und ich viell. sogar spaß dabei habe...
aber wirkliche begeisterung? nein.
habe auch schon darüber nachgedacht, das chi-gong zu vertiefen, oder noch thai-chi oder akkupressur zu machen...
also so richtig mit weiterbildungen etc...diese sachen interessieren mich schon...aber der enthusiasmus fehlt dann doch. ich bin kein enthusiastischer mensch...keiner der sagt "das ist es-und sonst nix"...
vielleicht ist es aber auch wirklich nur faulheit. und alles andere sind ausreden^^...
wie beim schreiben. ich schreibe gern. und ich denke sogar recht gut. aber ich tus nicht...
wenn ich mir ein leben ausmale wie ich es gern hätte sehe ich mich dabei immer am computer sitzen und schreiben...und draussen toben zahlreiche tiere durch den garten...
das ist mein traum vom leben.
ein anderer würde vermutlich schreiben, schreiben, schreiben...manuskripte einreichen...niederlagen kassieren und es doch wieder versuchen...wieder und wieder und wieder...
ich sage mir "wird ja doch nix"...und lass es gleich bleiben...

was du über die "unsicher vermeidende persönlichkeitsstörung" schreibst rrifft auch auf mich zu, ja.
ich würde gern nur mit leuten reden die auf mich zukommen und von denen ich weiß, dass sie mir gegenüber positiv eingestellt sind.
was du weiter schreibst, über die ursachen im elternhaus, da finde ich mich nicht wirklich wieder...
manches mal war es vielleicht so. es hieß oft "was sagen denn die nachbarn dazu.." aber noten z.b. spielten keine große rolle...
andererseits war es auch oft so dass ich zu hören bekam "ach, mach doch das und das...wie gern hätte ICH das früher gemacht...". als ich z.b. gitarre lernen wollte wurde ich überredet, es mit geige zu versuchen, da meine mutter gern geige gespielt hätte...
auch wurden mir oft andere kinder als vorbild unter die nase gerieben.

auch mit dem geben und nehmen in einer freundschaft habe ich mich schon beschäftigt.
und es ist tatsächlich so dass ich der meinung bin, dass ich nicht viel zu geben habe. zumindest im moment. ich müßte also am anfang einer freundschaft nur nehmen...das wird nicht funktionieren. das macht keiner mit...
ich würde auch eher sagen, dass ich im moment eher einen mentor bräuchte. jmd, der mich ans händchen nimmt und mir zeigt, wie leben etc. funktioniert...
aber wer will das schon machen...
es gäbe da schon zwei menschen die ich mir dafür vorstellen könnte...aber wie soll ich das anstellen? herauszufinden ob sie bereit dazu wären? ohne den oberflächlichen hauch von normalität für immer zu zerstören?

ja...irgendeine selbsthilfe gruppe o.ä. wäre auch toll...
aber da muß ich mich auch erst überwinden konakt herzustellen - auf die eine oder andere art...anrufen oder einfach hingehen... (hab heut schonmal gegoogelt nach möglichkeiten in meiner nähe)
das ist ja das problem...dass alles ein kampf ist...und wahnsinnig energie verschlingt...dieses überwinden...

meine emotionen..ja, hmmm...
nein, natürlich lasse ich meine emotionen nicht in dem masse raus, als gut für mich wäre...
immer haltung bewahren...
nur nicht heulen..nur nicht zu überschwänglich sein...
ich heule viel...wenn ich allein bin...
manchmal geht´s mir danach besser - manchmal auch schlechter...
muskelverspannungen? kannte ich bis letztes jahr überhaupt nicht. dann kam der bandscheibenvorfall...da war alles bretthart...natürlich auf grund des bsv...aber es ist ja wohl so, dass auch ein solcher durchaus auch psychische ursachen haben kann...

nochmal zu den themen für ein gespräch...
ds hab ich auch schon seit langem erkannt...dass ich immer so fixiert auf das emotionale...das zwischenmenschliche bin...dass ich einfach nicht sachlich/sachbezogen mit jmd. reden kann...
ein großer grober fehler, ich weiß...

eine mordswut habe ich dennoch nicht. nicht auf mich, nicht auf gott, nicht auf sonstirgendjemand. ich bin einfach traurig. und deprimiert.

liebe grüße
wolf-souled
 
Hallo wolf-souled,

danke für deinen Roman!

Was haben deine Eltern eigentlich von dir erwartet, d. h. was haben sie durch verbalen Ausdruck von dir erwartet, welche Tätigkeiten, Beruf, Lebensführung, Erfolge, etc. ... und was für nonverbale Äußerungen kamen von ihnen? Vielleicht oft hochgezogene Augenbrauen, verkniffener Mund, Schweigen etc.? Wie waren die Kinder, die sie dir als Beispiel vorgehalten haben? Hast du auf den Gesichtern deiner Eltern vielleicht öfters eine Art stiller Enttäuschung gesehen, wenn es um dich ging?
Aus dem, was du schreibst, geht schon die Tendenz hervor, dass deine Eltern eigentlich gern ein Kind mit anderen Eigenschaften haben wollten - bzw. vielleicht haben sie sogar versucht, selber "durch dich" zu leben, also evtl. hattest du den Auftrag, all das (oder viel davon) zu leben, wozu sie nicht die Möglichkeit gehabt haben?

Schöne Grüße,
Kaela
 
😱hab ich zuviel geschrieben? von wegen roman...😀

also ich glaube ja schon, dass man durch erlebnisse in der kindheit irgendwie geprägt wird/ist...
durch den umgang der eltern mit einem etc...
vielleicht nur unter-/unbewußt

aber eigentlich bin ich ja der meinung mit ü40 sollte man nicht mehr so auf das was früher mal im elternhaus war fixiert sein. vor allem, da meine eltern ja beide nicht mehr leben und ich keine geschwister habe...
also könnte ich das doch eigentlich alles abhaken und hinter mir lassen...

hmm...das mit den projektionen im zusammenhang mit der ambivalenz hab ich nicht verstanden.
wie hast du das gemeint?
 
Manche Wunden werden bleiben wolf-souled. Vieles wird immer ein Teil von dir bleiben.
Spricht man dann immer davon etwas hinter sich zu lassen ist das oft nicht ganz die Wahrheit. Denn gravierende Ereignisse bleiben im Gedächtnis und prägen dich, das kannst du nicht ändern.

Die Art der Prägung kann sich aber mit der Zeit ändern. So kannst du aus Erlebnissen die dir früher Schmerz und Kummer gebracht haben auch Kraft und Energie schöpfen und natürlich auch lernen zukünftige Ereignisse mit mehr Mut und Zuversicht zu betrachten.
 
Hab jetzt keine Zeit, bloß soviel: Nein, du hast überhaupt nicht zu viel geschrieben!! Ich hab mich über die Ausführlichkeit gefreut.
Bis demnächst,
Kaela
 
Hi,

ich mach ja ab u. zu eine Atem/Körpertherapie, u. bei anderen hab ich ein paar Mal miterlebt, dass sie sich währenddessen an uralte Verletzungen erinnern und die Gefühle zugelassen haben. Deswegen bin ich mir sicher, dass man sich an all diese alten Szenen erinnern und die Gefühle voll zulassen muss, denn bis dahin steckt die ganze emotionale Ladung noch in den Körperzellen! Es gibt etwas, das sich Körpergedächtnis nennt, u. dann gibts noch spezielle Regionen im Gehirn, in denen Geschehnisse gespeichert werden. Und mit unverarbeiteten Erlebnissen verbunden ist oft auch das gedankliche Fazit (bewusst oder unbewusst), das man als Kind aus diesen schlimmen Szenen gezogen hat: "Sich wehren führt zur Katastrophe" oder "Ich darf nicht anders sein als die anderen" etc. etc. Es müssen auch nicht immer große Katastrophen gewesen sein; wenn man 20 Jahre Nörgelei erlebt hat oder dass die Eltern unfähig zu echter Liebe waren, ist schlimm genug.
Das Abschließen mit den Kindheitsverletzungen hat meiner Ansicht nach gar nichts mit dem Alter zu tun. Therapien machen ja auch 70jährige.

Zu Projektionen und Ambivalenz:
Ambivalenz könnte zum einen mit ehemals ambivalenten Eltern zu tun gehabt haben. In unseren Beziehungen inszenieren wir ja meistens genau das wieder, was wir als Kinder erfahren haben. Wenn unsere Eltern uns „ein bisschen geliebt“ und zum anderen Teil abgelehnt haben, dann ist das keine Liebe, und wir werden selber nicht zu Liebe fähig. Ich kenn mich da nicht soo gut aus, aber ich denke mal, dass man in dem Fall zu hohe Erwartungen an andere hat. Als eine der Folgen aus so einer Kindheit.



Zusammenhang von Ambivalenz mit Projektionen könnte der sein: Zum Teil mag man Leute aus dem aktuellen Leben, aber da in der Ursprungsfamilie etwas abgespalten und verurteilt wurde, das wir übernehmen mussten, lehnen wir auch heute Verhaltensweisen ab, die eigentlich völlig normal sind. Z. B. ist für eine hyperordentlichen Familie ein Zimmer, das für einen halben Tag unaufgeräumt ist, das komplette Drama. Wenn der Partner oder Freunde/Bekannte "normal" ordentlich oder etwas unordentlicher sind, flippen wir heute aus, weil wir von den Eltern früher sanktioniert wurden, wenn mehr als fünf Bauklötzchen auf dem Teppich herumlagen. Wir projizieren in dem Moment unseren Schatten auf unser Gegenüber. Also wir projizieren das, was wir nicht ausleben "dürfen", aber in unserem Inneren (unbewusst!) als Sehnsucht existiert, nämlich einen entspannten Umgang mit Ordnung und Unordnung, als "Katastrophe" auf unser Gegenüber. Das "Wie kann man nur!" heißt im noch Unbewussten "eigentlich würde ich auch mal alle Fünfe gerade sein lassen, aber laut Mama ist hie und da mal Unordnung der geradeste Weg ins totale Chaos". Und so gehts natürlich mit allem; es gibt ja von allen Eigenschaften und Verhaltensweisen zwei Extreme, Grauzonen und die Mitte, und für Leute, die hinsichtlich eines Verhaltens in einem Extrem aufgewachsen sind, wird die Mitte nicht als Mitte wahrgenommen, sondern als verurteilenswertes Extrem. Und von daher werden viele potenzielle FreundInnen von vornherein aussortiert.
Es gibt auch die andere Version von Projektion, dass mir jemand meine eigenen kranken Verhaltensweisen widerspiegelt, ich aber gar nicht wahrnehmen will, dass ich sie selber hab. Also ich gebe dauernd weiter, was mir andere im Vertrauen erzählen, lästere aber permanent selber über all diese Tratschtanten in der Umgebung.


Je mehr ausgewogene Verhaltensweisen in meiner Ursprungsfamilie verteufelt worden sind, desto weniger „gute“ Menschen bleiben meiner Perspektive nach an potenziellen Freunden übrig.

Kannst du damit was anfangen?
 
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