Ich habe außerdem den Eindruck, dass ihre Aussagen völlig haltlos sind und sie nur ihren emotionalen Ballast bei mir abläd und mich für ihren Ballast verantwortlich macht.
Damit hast du höchstwahrscheinlich recht. Du bist der Mülleimer für ihren Frust. Du bist es deshalb, weil die Leute, die sie um sich hat, ihr schon lange nicht mehr zuhören. Die haben ihre Ohren schon längst verschlossen. Versuche ihr das zu geben was sie braucht: Ein offenes Ohr, jemanden zum Dampf ablassen.
Du machst den Fehler ihr aktiv zuzuhören. Vermutlich hast du den Hörer am Ohr, konzentrierst dich nur auf sie, versuchst zu verstehen und zu klären und du nimmst es persönlich. Das alles darfst du nicht, das saugt dir sämtliche Energiereserven aus und am Ende bleibt nichts als Frust.
Versuche mal deine Strategie zu ändern und höre passiv zu. Lege den Hörer auf den Tisch, stelle sie auf Lautsprecher und mach was mit deinen Händen, zB stricken oder bügeln. So machst du aktiv etwas ganz anderes und "plauderst" nebenbei mit deiner Mutter.
Gib ihr was sie braucht. Stell dich als emotionalen Mülleimer zur Verfügung. Widerspreche ihr nicht. Frage nicht nach Beispielen, denn die gibt es nicht. Lass sie reden und unterbreche sie nicht. Konzentriere dich auf die Bügelwäsche und sage "Mh-hm", "Du Arme", " Verstehe", "Das ist aber gemein vom Stefan", "Du hast recht". Wenn sie dich anklagt sage "Das war nicht meine Absicht, tut mir leid", "Kann ich etwas tun damit es dir besser geht", "Wie kann ich es das nächste Mal besser machen". Gib ihr einfach recht und gib diesen sinnlosen Diskussionen kein Futter.
Nach einer Stunde hat sie sich ausgekotzt, du hast sauber gebügelte Wäsche, hast die Hälfte ihres Gejammers gar nicht mitbekommen und kannst wieder für eine Woche aufatmen. Win-Win.