Man sieht also, dass dieses Problem in mehreren Generationen besteht.
Es zu sehen, mag nett sein, aber es nützt nichts. Es darf verändert werden. Man kann und darf sich nicht darauf ausruhen, dass es ja "schon immer" so war. Ich kenne Dein Problem aus eigener Erfahrung, meine Mutter war da auch so drauf (und noch viele andere Dinge). Ich habe es nie weiter gegeben.
Natürlich kann es sein, dass man mal eine Pause braucht, um sich selbst einzukriegen, aber es darf nicht in Schweigen über längere Zeit andauern. Meiner Tochter habe ich das immer wieder erklärt. Ich selbst kenne ja die Schäden, die durch so was entstehen.
Ich selbst würde an Weihnachten nicht so viel festmachen. Genau Weihnachten war es auch bei mir so, dass ich den Kontakt abbrach für ein halbes Jahr, da passierte eben etwas, das das Fass zum Überlaufen brachte. Ein halbes Jahr später war es wieder aufnahmefähiger. Aber wir haben beide die Zeit zum Nachdenken genutzt und heute eben eine neue Basis. Ich freue mich sehr darüber, dass meine Mutter so weit gekommen ist, das bin ich nämlich auch so gar nicht von ihr gewöhnt. Heute sagen wir, wir sehen uns so oft wie es eben geht und so liebevoll wie möglich. Es gibt von ihr keine Erwartungen mehr (Wünsche sind etwas anderes), ich hatte nie welche.
Mit meiner Tochter habe ich ein fantastisches Verhältnis, es passt ganz genau zu uns beiden. Alles inklusive Macken und Fehlern. Sie darf kommen, wann sie möchte und wir wissen beide, wann es für uns genug ist. Wir fahren beide alleine zusammen in den Urlaub, es ist immer toll, aber nicht so oft, sie hat ja auch ihren Freund. Aber egal, darum geht es hier ja nicht.
Wenn Ihr beide wollt, könnt Ihr neu starten. Aber Ihr müsst Euch bewusst machen, an welchen Verletzungen Ihr nagt. Ihr müsst sie nicht mal miteinander besprechen. Aber Ihr solltet wirklich wissen und auch danach handeln - man kann den Anderen nicht verändern. Also nehmt Euch so, wie Ihr eben (geworden) seid, nehmt Euch an und genießt die Zeit, die Ihr habt.
Deine Tochter ist erwachsen. Lass sie los, lass sie ihr Leben leben, wie sie es eben möchte, es muss Dir nicht gefallen. Und DU sorge wirklich selbst gut dafür, dass es Dir (und Deinem Mann) gut geht, das ist das Beste, was für Eure Tochter sein kann. Es ist nicht leicht, aber es spielt auch keine Rolle, wie lange es dauert. Der Weg ist das Ziel. Geht los und Ihr werdet Euch treffen. Vorzugsweise mit Liebe im Herzen und nicht mit Erwartungen. Wie schon gesagt, lass Deine Tür offen und tritt ihre nicht ein.
Übrigens, Du sagst, Du bist süchtig nach Harmonie. Die sehe ich aber so gar nicht. Ich sehe einen Kampf um das, was Ihr Liebe nennt und alles, was Ihr mit dran hängt. Liebe ist aber ein Geschenk, die bekommt man nicht mit emotionaler Erpressung, man kann sie nicht erkaufen, nicht erkämpfen. Sie wird NUR geschenkt und hat keinen Anspruch auf Gegenleistung.
Lieben Gruß, kiablue