Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Komplizierte Situation

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
G

Gast

Gast
Hallo,

ich befinde mich derzeit in einem persönlichen Dilemma und weiß so gar nicht, wie ich dieses lösen könnte. Alles begann vor 5 Jahren nach meinem Zivildienst, als ich das erste mal von zu Hause auszog, um ein Studium zu beginnen. Jedoch war ich mit meiner Studienwahl nicht zufrieden und so verbrachte ich die nächsten Jahre damit, von Stadt zu Stadt zu ziehen, um dort verschiedenes zu studieren, jedoch erfolglos, da ich nie richtig zufrieden mit meiner Wahl war. Letztendlich zog ich letztes Jahr wieder zu Hause ein. Ich befasste mich in der darauffolgenden Zeit mit mir selbst und was ich in Zukunft tun wolle und entschied mich für ein weiteres (Wirtschafts)Studium auf einer Fachhochschule in meiner Heimatstadt. Ich wurde angenommen und war anfangs sehr erfreut darüber, von einer FH akzeptiert worden zu sein und war eigentlich recht guter Dinge. Ich begann mein Studium im Oktober, jedoch fehlte bei mir irgendwie von Anfang an die Motivation und wieder bemerkte ich, dass ich überhaupt nicht zufrieden war. Mit der Zeit wurde ich immer unglücklicher und mit wurde klar, dass ich eigentlich gar nicht mehr studieren will. Dass genau das Studieren der Faktor in meinem Leben ist, der mich auch wegen meiner schlechten Erfahrungen in meiner Vergangenheit, unglücklich stimmt. Mir schwirren täglich etliche Gedanken im Kopf rum und ich schlafe deswegen auch nicht besonders gut, was mich zusätzlich belastet. Zudem fehlt mir wie erwähnt jegliche Motivation, was das ständige Lernen mehr zu einer Belastung für mich macht. Ich würde am liebsten arbeiten gehen und mein eigenes Geld verdienen. Das Problem ist, dass ich "nur" einen Gymnasiumsabschluss habe, der hier in Österreich so gut wie nur eine Berechtigung zum Studieren bietet, aber keine Berufsmöglichkeiten wie etwa ein Abschluss einer Höheren Technischen Schule. Dies wäre für mich eigentlich kein großes Problem, da ich derzeit einfach nur einmal endlich in das Arbeitsleben einsteigen möchte. Mein größtes Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich das meinen Eltern beibringen kann, da sie der Ansicht sind, ich bräuchte mit meiner Art Schulabschluss unbedingt eine höhere akademische Ausbildung. Ich weiß nicht, wie ich meinen Eltern klarmachen soll, dass mich das Studieren unglücklich macht und ich nicht mehr weiter machen möchte. Ich danke im Voraus für eure Ratschläge.
 
Suche Dir professionelle Hilfe

Lieber Gast,

Du weisst eigentlich ganz genau was Du willst, und ich denke da gibt es auch Wege...🙂

Dein Problem ( ein grosses allerdings ! ) sind die Eltern. Dass Du ihnen nicht getraust zu
sagen, was DU möchtest und willst ( so glasklar wie uns hier !!!) kann nur heissen, dass
Du annimmst, sie würden Dich nicht verstehen können oder wollen. Dass sie offenbar nicht
die Fähigkeit besessen haben, ihrem Sohn das Gefühl zu geben, er und seine Bedürfnisse
und Wünsche sind ok, scheint mir offensichtlich. Möglicherweise haben sie Dich auch schon
früher im Leben nie so richtig gesehen und gehört..sondern waren ( wie ja leider viele Eltern)
daran interessiert, dass Du gewisse Defizite oder Familientraditionen von Ihnen weiterführst
(sie haben an Dich das zu erfüllen DELEGIERT, was sie selbst nicht erfüllen konnten. Vielleicht
eben ein Studium abschliessen…) oder sie sind selbst Studierte und können nicht akzeptieren,
dass Du nicht in dieselben Fussstapfen treten willst. Was das Problem genau bei Deinen Eltern
ist, kann ich nicht sagen ( dazu weiss ich viel zu wenig), aber was ich herausspüre ist , dass
etwas in Dir noch zu sehr Deinen Eltern gefallen will, bzw. es IHNEN ( statt Dir) recht machen.

In so Fällen rate ich oft eine Psychotherapie. Dann hast Du erst einmal einen Aussenstehenden
"Advokat" für Dich 🙂, der Dir dann helfen kann ( Dich stärken) dass Du ein weniger braver
Sohn wirst, dafür aber einer, der sich selbst besser verwirklichen und sein kann🙂. Natürlich
ist dazu nicht zwingend eine Psychotherapie notwenig ( viele Wege führen nach Rom…), aber
ich würde Dir mal diese Möglichkeit vorschlagen. Allerdings, das sage ich immer gleich dazu
(wenn ich diesen Weg - der eben mir selbst half und hilft zu mir zu finden - empfehle, achte
auf die Chemie. Zehrwahrscheinlich ( es lohnt sich !!) wirst Du nicht gleich mit dem erst besten
zufrieden sein. Suche jemanden , bei dem Du schon in den ersten Stunden das Gefühl hast,
"doch, dem könnte ich vertrauen…"..und wenn Du merkst Du hast Dich getäuscht nach 20 Stunden,
dann lieber wechseln und weitersuchen. Aber es kommt auch vor, dass man beim ersten Mal
Glück hat. Ich wünsche Dir alles Gute, was immer Du tust…Desdemonaschall
 
Hallo Gast,

Beim Lesen deines Beitrags dachte ich als erstes, dass du wohl nicht unbedingt ein Problem mit deiner Studienwahl hast, sondern vielleicht ein Motivationsproblem ganz generell.
Wenn du seit fünf Jahren dein Glück mit verschiedenen Studiengängen probierst und nichts passt, kann das kaum an den Studiengängen an sich liegen. Du wirst vermutlich jedes Mal überlegt haben und etwas studiert haben, dass dich eigentlich interessiert und nicht etwas begonnen haben, dass dich ohnehin völlig kalt gelassen hat.
Wenn so viele, eigentlich interessante Studienrichtungen allesamt falsch waren, muss da mehr dahinter sein.

Ich bin froh, hast du das scheinbar erkannt und versuchst nicht einfach wieder ein neues Studium! 🙂

Ich kann mir mehreres vorstellen, aber du wirst als einziger die richtige Antwort kennen.
Möglich wäre, dass du dich selbst irgendwie nicht kennst oder unbewusst anlügst - also deine Studienrichtungen nicht nach deinen wahren Interessen, sondern aufgrund anderer Umstände gewählt hast (Job, Druck der Eltern, falsches Selbstbild). Dann müsstest du herausfinden, wer du eigentlich bist, was du tagein tagaus tun willst, was dich wirklich begeistern kann... "Arbeiten gehen" ist ja auch völlig unklar und in dem Sinne höchstens eine Zwischenlösung für ein Jahr, dann wirst du wieder keine Lust mehr haben diese zufällige Tätigkeit zu tun. Ob Arbeiten oder Studium, du musst herausfinden, was dich interessiert, das ist der erste Schritt - und dann kannst du bestimmen, ob ein Studium oder eine Ausbildung bzw. direkte Arbeit der richtige Weg ist.

Möglicherweise ist es tatsächlich, wie mein erstes Gefühl sagte, ein generelles Motivationsproblem und alle Studien hast du deshalb abgebrochen. Dann wird es dir bei der Arbeit wohl genau gleich ergehen. Du findest mit Glück eine Stelle, aber du hast damit dein Problem nicht beseitigt und wirst auch dort unglücklich eher früher als später wieder einen Richtungswechsel vornehmen. Frag mich nicht, wie man das beheben kann, da kann ich dir nur meine Lebensweisheiten geben, aber keinen professionellen Rat. Alles hat Schattenseiten, überall hat man mal Lust abzubrechen - aber gewöhnlich legt sich das, wenn man etwas lange genug macht. Wenn du immer Autos reparierst, hast du in deinen Ausbildungsjahren sicher Rückschläge, aber nach drei, vier Jahren hast dus im Griff und damit machts automatisch viel mehr Spass. Ich denke, man braucht ein gutes Stück Interesse von Beginn an, um seine Tätigkeit auch in schweren Zeiten durchzuziehen, aber vor allem auch Geduld. Man wird nicht als Schneider oder Politiker geboren, man wird es trotz Talent erst, indem man es lange genug tut. In diesem Sinne wirst du überall durchbeissen müssen, ganz egal ob Uni, FH oder Job - aber dafür ist auch fast sicher, dass du je länger du das machst, je mehr Freude daran bekommen wirst, weil du immer besser wirst.
Aber nimm das bitte nicht zu ernst, ich denke da gibt es zahlreichere bessere Lösungsansätze für Menschen, denen einfach die Motivation zum Durchhalten in schweren Zeit hilft.

Wenn du weisst, was du tun willst, und das ist das wichtigste, dann kannst du weiterschauen. Wenn du (wie ich) gerne mit Pflanzen (oder am PC, oder mit Menschen, mit Autos, mit Büchern...) arbeitest, dann ist das ein guter Anhaltspunkt.
Dann kommt die Frage, ob Studium oder Job. Dann ist der Fall vielleicht klar (Gärtner wirst du nicht durch Studium), vielleicht gibt es mehrere Wege (Bürogummi gibts mit Studium und ohne), dann such dir den richtigen Weg - in deinem Fall wohl eine Arbeit.

Halte einfach die richtige Reihenfolge ein, zuerst Interesse, dann Entscheid ob Studium oder Job - sonst hört dein Hin- und Her niemals auf. Sei dir auch bewusst, dass es immer Schattenseiten gibt, aber auch, dass diese immer kleiner und kleiner werden, wie du besser und besser wirst.
Wenn du nach diesen Entscheiden arbeiten gehen willst, dann ist das in Ordnung. Zu 90% wirst du aber zuerst eine Ausbildung machen müssen, vom abgebrochenen Studium in einen wirklich zu dir passenden Job ist sehr unwahrscheinlich. Und lass dich nicht von den Eltern beirren - wenn du ohnehin ein Studium nach dem anderen abbrichst, dann zieh die Notbremse besser zu früh als zu spät. Mit 30 ohne Ausbildung und Abschluss sieht die Sache noch einmal wesentlich unglücklicher aus als jetzt. Es kostet Mut, sich den Eltern zu stellen und seinen Weg gegen ihre Meinung zu gehen (das kenne ich bestens) - aber glaub mir, du bereust es unglaublich, wenn du nur aus Angst vor dem Gespräch mit deinen Eltern nicht das tust, was ohnehin unausweichlich ist.

Werde dir klar, was du willst, sprich mit deinen Eltern, such die passende Lösung / Ausbildungsstelle und zieh es diesmal auch in dunklen Zeiten durch - und in fünf Jahren bis du ein ausgelernter, glücklicherer Mensch, der das tut, was er will! Nimm dir die Zeit dafür, die du brauchst, dus must nicht heute noch entscheiden. 🙂
Alles Gute!😉
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben