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Komme nicht mehr klar mit dem Leben

G

Gast

Gast
Hallo ihr,

ich schreibe einfach mal hier. Ich weiß nicht weiter. Muss mich einfach mal auskotzen.

Ich habe einfach wahnsinniges Pech. Einfach nur Pech. Es ist so schlimm. Und es passiert immer genau das, was das allerschlimmste wäre und NICHT (!) passieren soll und dürfte.
Alles fing vor ein paar Jahren an, dass es irgendwie wie verhext war und immer schlimmer wurde. Meine Großeltern sind gestorben, ich hatte Liebeskummer des Todes und es ist irgendwie alles wirklich immer so eingetroffen, wie ich dachte, dass das echt das Allerschlimmste wäre. Genau das ist immer passiert. Wirklich! Ich dachte dann irgendwann, dass das vielleicht selbsterfüllende Prophezeiungen sind. Dann habe ich mit meiner Mutter darüber gesprochen, dass ich irgendwie totale Angst habe, dass ich irgendwie verflucht sein könnte oder sonst irgendwas. Sie hat mich dann beruhigt und mir war wieder klar, dass das nicht sein kann und dass schon alles in Ordnung ist. Ich habe dann nicht mehr an sowas gedacht und mich wieder dem Positiven zugewendet. Aber es ist weiterhin dauernd schlimmer Mist passiert. Es ist irgendwie so, als ob mich irgendetwas (Gott?) vernichten will. Nein, ich habe keine Psychose oder so und stelle mir das so vor, sondern ich beschreibe einfach nur, was passiert.

Auf einmal war das Verhältnis in der ganzen Familie angespannt. Einen wirklichen Grund gab es dafür nicht. Zumindest augenscheinlich. Ich weiß nur, dass meine Mutter auf einmal wahnsinnig überfordert war mit allem. Ich auch. Irgendwie kam es dazu, dass meine Mutter (der ich IMMER vertrauen konnte, die immer für mich da war) mich rausgeschmissen hat. Und ich muss wirklich "irgendwie" schreiben, weil es dafür keinen wirklichen Grund gab. Ja, ihre und meine Überforderung. Aber das war schon 'ne heftige Nummer. Ich habe dann zwei Wochen bei Freunden gewohnt und danach ein Jahr (!) bei meinem Onkel, weil sich meine Mutter irgendwie nicht mehr einkriegen konnte (ich war noch Schülerin). Während ich bei meinem Onkel gewohnt habe, hat mein anderer Onkel eine Krebsdiagnose bekommen. Und der Onkel, bei dem ich gewohnt habe, ist zu einem fiesen, verrückten Monster geworden. Er hat mir das Leben bei ihm zur Hölle gemacht. Er hat mich niedergemacht, beleidigt, ein Mal hat er mir sogar ins Gesicht geschlagen (!!!!) Irgendwie habe ich aber doch mein Abitur hinbekommen. Sogar mit 'ner ganz passablen Note. In der Nacht vor meinem Englischabitur ist mein krebskranker Onkel gestorben. Der Onkel, bei dem ich gewohnt habe, wurde daraufhin nur noch gestörter. Er hat mich psychisch fertig gemacht. Es war grauenvoll. Aber ich hatte keine Möglichkeit, irgendwo anders unterzukommen. Meine Mutter hat sich erst nach meinem Abitur wieder besonnen und ich durfte wieder nach Hause. Wow. Sehr großzügig. Ich wollte aber auch unbedingt wieder nach Hause. Vielleicht versteht ihr das nicht. Aber ich wollte unbedingt wieder nach Hause. Ich wollte das mit meiner Mutter klären. Ich hatte keine Ahnung was los war. Ich hatte seitdem totale Verlustängste. Meine Mutter konnte sie mir auch nicht nehmen. Sie meinte nur, dass sie selbst nicht wüsste, warum sie das getan hat und was mit ihr los war. Sie hätte nur nicht anders gekonnt. Und dass sie sich depressiv fühlen würde. Aber sehr stolz ist, dass ich trotz allem mein Abi gemacht habe und mich nicht unterkriegen lassen habe. Aber das mit meinem Onkel war immer noch nicht geklärt. Er war verrückt! Das ganze Jahr über habe ich Hass von meiner Mutter und meinem Onkel abbekommen. Ohne Grund. In der schwierigen Phase sind mir auch noch zusätzlich alle meiner engen Freunde in den Rücken gefallen. Haben mich hängen lassen. Wie die Geier haben alle die Situation ausgenutzt, um mir so richtig eine reinzuwürgen.
Dann, wieder zu Hause, begann die Uni und ich fand wieder Freunde. Es ging wieder bergauf. Lediglich diese Verlustängste ließen trotzdem nicht nach. Ich hatte dauernd Angst, dass man mich plötzlich nicht mehr mag. Mich allein lässt. Mich hasst. Einfach so. Das ist Gott sei Dank dann nicht passiert. Aber meine Mutter hat ebenfalls die Diagnose Krebs bekommen. Lungentumor inoperabel, hieß es. Vorher keine Symptome gehabt. Nur die Depression. Unsere Welt ist zusammengebrochen. Nur noch Angst. Angst. Angst. Meine Mutter konnte nicht mehr schlafen. Sie hat 'ne starke Chemo bekommen. Ihr ging es elendig. Mir auch. Ich hatte wahnsinnige Angst um meine Mama. Dann hieß es, dass die Chemo angeschlägt. Zusätzlich sollte sie dann am Tumor bestrahlt werden. Stationär. Der Tumor war schon zu dreiviertel geschrumpft. Es sah gut aus. Lediglich war das Gewebe durch die Bestrahlung angeschwollen und durch die Abstoßungsreaktionen hat sie Blut gespuckt und nicht gut Luft bekommen und deshalb vorübergehend, so hieß es, Sauerstoff bekommen. Auf einmal kam morgens der Anruf, dass meine Mutter im Sterben liegen würde. Ich konnte es nicht glauben. Am Abend davor hatte ich noch lang mit ihr telefoniert. Die ganze Situation ist 'ne andere Geschichte und das würde jetzt nur noch viel mehr Text werden, als es eh schon ist. Auf jeden Fall ist sie einen Tag darauf tatsächlich gestorben.
Und hier beginnt das wirkliche Problem. Ich komme nicht mehr klar. Meine Mutter ist gestorben. Verdammte Scheiße. Meine arme Mama. Und ich habe keinen Rückhalt mehr. Meine Großeltern, zu denen ich immer ein sehr gutes Verhältnis hatte, sind gestorben. Mein einer Onkel, zu dem ich immer hätte gehen können, ist gestorben. Meine Mutter, der wichtigste Mensch in meinem Leben, ist gestorben. Die beiden Onkels, die noch übriggeblieben sind, kann man vergessen. Dem einen nehme ich das gar nicht so übel, er hat selbst Probleme. Aber der Onkel, bei dem ich gewohnt hatte, er ist einfach nur gestört. Er enttäuscht mich immer wieder, verletzt mich. Jetzt hat er mir eröffnet, dass er keinen Kontakt zu mir haben möchte, weil ich ihn runterziehe. Ah. Ok. Ich darf mich nicht mehr bei ihm melden. Ah. Ok. Ihm ist egal, ob ich lebe oder tot bin. Und das nur, weil ich in dem halben Jahr, seit meine Mutter gestorben ist, insgesamt 4 Mal angerufen habe. Ich habe ihn noch nicht mal vollgeheult. Gar nicht. Obwohl das ja eigentlich mehr als verständlich gewesen wäre. Ich habe nur so erzählt. Was ich so tue, wie es auf der Arbeit läuft, dass ich meinen Führerschein bestanden habe. In der Hoffnung, ich bekomme irgendwie das Gefühl von Rückhalt von ihm. Aber nein. Er hat mir eröffnet, dass er mich hassen würde. Weil ich einfach irgendetwas an mir hätte, dass er hassen muss. Ah. Ok. So ist das also. Es macht keinen Sinn. Er weiß genau, dass er mich damit total trifft und dass es mir ja logischerweise schon schlecht geht. Er macht es absichtlich. Er ist total gestört. Aber ihn einfach zu ignorieren.... damit ist es nicht getan. Ich weiß nicht weiter.
Meine Mutter ist gestorben, ich habe keinen Rückhalt, ich fühle mich allein gelassen. Ich bräuchte Rückhalt. Unterstützung.

Ich weiß einfach nicht weiter. Auch wenn es verrückt klingt, so gerne würde ich mich von lieben Menschen adoptieren lassen. Die mir wieder Rückhalt geben. Ich bräuchte Eltern. Ich bin zwar schon volljährig aber noch lange nicht erwachsen. Und da ist niemand mehr, der da ist. Den es interessiert, dass ich klarkomme. Ich werde ab nächstem Jahr wieder studieren. Wie soll ich das schaffen ohne alles? Ich bin ganz alleine.

Es ist alles so unfassbar schlimm geworden. Ich bin eigentlich ein ehrgeiziger, selbstbewusster und motivierter Mensch. Immer gewesen. Aber ich schaffe es so einfach nicht. Es ist so schlimm. So gestört. So traurig. So verletzend. So unfassbar.

Ich vermisse meine Mutter soooooooo sehr. Auch, wenn das mit dem Rausschmiss wirklich schlimm war und ich (und sie auch) es nicht verstehen konnte, bevor das passiert ist war sie IMMER für mich da. IMMER. Meine engste Vertraute. Meine beste Freundin. Ich hatte eine glückliche Kindheit. Es gab nie solche komischen Probleme und Aktionen. Es war alles stabil und gut. Und jetzt ist alles total verrückt. Total gestört. Meine Mutter ist gestorben. Ich kann es nicht glauben.
 
Eine ziemlich heftige Geschichte. o_o
Und leider weiß ich beim besten Willen nicht wie man Dir da helfen könnte. Adoption fällt ja weg, wie Du selbst gesagt hast, weil Du schon erwachsen bist. Das einzige was Du machen könntest wäre, jemanden im für Dich passenden Alter suchen, der für Dich der Halt im Leben ist, den Du gerade brauchst. Nur .... wo suchen? :/
 
Ich habe einfach wahnsinniges Pech. Einfach nur Pech. Es ist so schlimm. Und es passiert immer genau das, was das allerschlimmste wäre und NICHT (!) passieren soll und dürfte.
Ich hatte eine glückliche Kindheit. Es gab nie solche komischen Probleme und Aktionen. Es war alles stabil und gut. Und jetzt ist alles total verrückt. Total gestört. Meine Mutter ist gestorben. Ich kann es nicht glauben.

Das aller schlimmste kommt immer zum Schluss , dein Tod.
Ist aber für dich nicht sehr schlimm, sondern für wen?
Das aller schlimmste solange man lebt aber ist die Freiheit, sich ändern zu dürfen, davor fürchten sich die meisten.
Selbst zu entscheiden, die Verantwortung für sich zu übernehmen, für seine Fehler grade zustehen, Erwachsen zu sein.
Es sind die andern:
Wir fragen uns in letzter Zeit öfters, woran das liegt, daß manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und daß sie nichts tun und nichts ändern können.
Außer weglaufen , sich bedauern, aber genauso weitermachen wie bisher.
Vielleicht liegt es daran, dass es zu schmerzhaft wäre, sich einzugestehen, dass wir selbst für unsere Situation (Mit)Verantwortung tragen, weil viele das mit Schuld gleichsetzen?
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass ein schönes und erfülltes Dasein allein eine Sache des Glücks und des Zufalls ist.
Wir kennen inzwischen auch einfach zu viele Menschen, deren Situation sich dramatisch verbessert hat, nachdem sie Verantwortung für sich selbst und ihr Leben übernommen haben.
Es ist belanglos und irrelevant, wer “Schuld” an meiner Situation ist.
Der Staat schenkt einem nicht plötzlich Geld, nur weil man ihm die Schuld zuweist.
Ich kann meine traumatische Kindheit auch nicht ungeschehen machen, indem ich meinen Eltern die Schuld für meine Situation gebe.
Und der Wirtschaft und der Politik ist es restlos gleichgültig, ob du diesen Systemen, andern Menschen die Schuld für deine Situation gibst oder nicht.
Es nützt nichts. Es hat keinen Sinn. Man ändert damit nichts zum Positiven.
Schuldzuweisungen dienen eigentlich nur einer Sache: Der eigenen Selbstberuhigung.
Die anderen sind Schuld, also muss ich ja nichts tun und ich kann so bleiben, wie ich bin....
 
Gast meinte:
Das aller schlimmste kommt immer zum Schluss , dein Tod.
Ist aber für dich nicht sehr schlimm, sondern für wen?
(...)
Wir fragen uns in letzter Zeit öfters, woran das liegt, daß manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und daß sie nichts tun und nichts ändern können.
Außer weglaufen , sich bedauern, aber genauso weitermachen wie bisher.
Vielleicht liegt es daran, dass es zu schmerzhaft wäre, sich einzugestehen, dass wir selbst für unsere Situation (Mit)Verantwortung tragen, weil viele das mit Schuld gleichsetzen?

Hallo??? ... 😕 Was bist Du denn für einer?? ...
Er/Sie soll also Verantwortung für seine/ihre "Mitschuld" tragen? ... Was denn bitte für eine Mitschuld?? Dass sie zufällig ihrem Onkel ständig im Weg stand, wenn der seine Anfälle bekam und sie mit seinen Methoden innerlich kaputt machte oder gar schlug?
Soll er/sie Verantwortung für den Tod der Mutter übernehmen?? Ist die Mutter vielleicht gestorben weil das Kind sich gedacht hat: "Nö, ich bin egoistisch, ich lasse mich jetzt von meiner Mutter rauswerfen und dann kann sie sehen wo sie bleibt". ...

Entschuldige die Frage, aber ... HAST DU SIE NOCH ALLE??
Solche wie Du haben hier echt nichts zu suchen. Halt lieber die Finger weg von der Tastatur, statt so einen Blödsinn noch einmal zu schreiben. Der hilft nämlich niemandem, im Gegenteil. Du machst hier genau die gleichen Fehler wie alle Behörden und Ämter dieses Landes: Du gibst dem Opfer die Schuld und diejenigen, die das Opfer erst kaputt gemacht haben schützt Du, indem Du behauptest, dass das Opfer selbst Schuld ist, wenn es sich zum Opfer hat machen lassen!
 
Hallo!

Ich bin die TE, ich habe mich irgendwie nicht getraut, hier noch mal nachzuschauen, weil ich fiese Antworten dazu einfach nicht auch noch ausgehalten hätte.

Auf den Beitrag von Gast werde ich erst gar nicht eingehen, weil er einfach nichts mit mir, meinem Leben und meine Situation zutun hat.

Vielen Dank, Niewalt, für dein Verständnis und dass du mich verteidigt hast! Das freut mich. 🙂 Es ist auch überhaupt nicht so, als würde ich mein Leben "nicht in die Hand nehmen" oder sonst irgendwas. Ich tue das. Ich weiß nur einfach, dass ich diese Unterstützung bräuchte. Halt, Zugehörigkeit. Irgendwas! Wie ich schon schrieb, ich bin eigentlich ein ehrgeiziger, motivierter und zielstrebiger Mensch. Ich komme nur mit der Situation absolut nicht klar.


Leider hat sich die Situation auch nicht gebessert. Ich habe seitdem nicht noch einmal versucht, meinen Onkel zu erreichen. Mit ihm kann man nicht reden, das ist zwecklos. Es ist ja nicht mal etwas passiert, dass das, ganz normal menschlich-logisch betrachtet, nachvollziehbar hätte auslösen können. Was gibt es da zu reden. Er möchte mir einfach wieder eine reinwürgen.

Was ich nicht geschrieben hatte: Ich hatte nach dem Tod meiner Mama den Kontakt zu meinem Vater wieder gesucht, ihm einen Brief geschrieben. Daraufhin hat er mich sofort angerufen und sich total gefreut, dass er wieder von mir hört. Die erste Zeit war er mir eigentlich auch eine Stütze, muss ich sagen. Leider ging das Ganze dann irgendwann über in ein meine Mutter schlecht machen bei jeder Gelegenheit, dazu hat er dann noch Lügen erzählt und wollte mich dauernd überzeugen, wie viel besser als meine Mutter er doch sei. Was immer wieder zu Streit geführt hat, weil ich mich einerseits selbst noch an die Situationen erinnere, die er da versucht hat, auf einmal ganz anders dastehen zu lassen und weil mir das in meinem Trauerprozess um meine Mutter wirklich überhaupt nicht hilft, wenn er versucht, sie schlecht zu machen. Das bringt mich in innere Not und es bringt auch niemanden überhaupt auch nur ansatzweise weiter... außer ihn, natürlich. Meine Mutter hat vor ihm auch nie schlecht über meinen Vater gesprochen, weil sie wusste, dass ein Kind immer beide Elternteile liebt und das nur zu Verzweiflung und Verletzung führt. Auch hatte sie es nie nötig, meinen Vater schlecht zu machen. Da hatte sie einfach Stil. Wenn jemand (oder ich) ein schlechtes Bild von meinem Vater hatte, dann hat er das selbst von sich gezeichnet. Er ganz allein. Er und sein seltsames Verhalten.

Naja, auf jeden Fall war es so, dass wir uns dadurch, dass er nicht damit aufhören konnte, stääääändig nach Gelegenheiten zu suchen, meine Mutter schlecht zu machen, häufig in die Haare bekommen haben. Auch wohnt er locker 600km entfernt von hier. Er hat mir versprochen, dass er mich bald besuchen wird und mindestens 'ne Woche bleibt, um mich etwas aufzubauen. Und dass er auf jeden Fall für mich da sein wird. Dass er mich zwar nicht finanziell (er hat nie Unterhalt für mich gezahlt, meine Mutter musste uns alleine ernähren) unterstützen könnte, aber dass er emotional auf jeden Fall für mich da sein kann und will. Was ja super klingt, denn genau das bräuchte ich ja.
Er kam dann auch wirklich zu mir, er kam abends an. Wir haben uns erstmal umarmt, ...und geweint, ich habe etwas für uns gekocht, wir haben uns hingesetzt und geredet. Am Anfang war es auch sehr angenehm. Aber irgendwann fing er wieder damit an, meine Mutter schlecht zu reden. Einfach so. Er fing einfach so aus heiterem Himmel wieder damit an, irgendwelche Märchen zu erzählen. Ich habe dann gesagt, dass er mich damit langsam wirklich verzweifelt macht und dass er das bitte auf jeden Fall lassen soll, weil ich nicht möchte, dass er meine Mutter schlecht macht und dass das alles auch überhaupt nichts mehr zur Sache täte. Daraufhin meinte er, er würde spüren, dass meine Mutter ihn bei mir schlecht gemacht hätte und dass ich deshalb schonmal prinzipiell gegen ihn wäre. Was überhaupt nicht stimmt. Ich habe dann auch gesagt, dass dem wirklich nicht so ist und dass er das bitte endlich lassen soll. Dann meinte er, dass meine Tonlage ihn gerade total an seine Exfrau (also meine Mutter) erinnern würde und dass er ja jetzt gar nicht mehr darauf klar käme. Dann hat er angefangen total loszuschimpfen und dass er schon vor seinen Augen sehen würde, dass wir uns gleich genauso streiten, wie die beiden sich gestritten hätten. Und dann meinte ich, dass wir uns gleich wohl wirklich streiten werden, weil er einfach nicht damit aufhören kann. Dann war seine Antwort darauf, dass er wohl wieder heimfahren wird, weil das eskalieren würde. Ich habe ihn dann gebeten, das nicht zu tun, weil es sich für mich wieder wie ein im Stich gelassen werden anfühlen würde und dass ich sowieso schon Verlustängste habe wegen allem, was in den letzten Jahren passiert ist. Er meinte dann, dass er nicht wieder fahren würde, was mich erstmal beruhigt hat. Wir sind dann schlafen gegangen und - was soll ich sagen - am nächsten Morgen war er schon nicht mehr hier. Er ist einfach, ohne was zu sagen, wieder gefahren. Wieder hatte ich dieses schlimme Gefühl in mir.

Ich habe daraufhin versucht, ihn anzurufen. Er ist nicht ans Telefon. Erst Tage später. Er meinte dann, dass er irgendwann mal wieder vorbeikommen würde, aber dass er das im Moment einfach nicht könne. Und er würde sich wieder bei mir melden. Dann habe ich monatelang nichts von ihm gehört???! Irgendwann hat er mich dann mal wieder angerufen, da war ich aber gerade mit einer Freundin unterwegs, ich meinte dann, dass ich ihn abends zurückrufen könne. Er meinte dann, dass ich das auf jeden Fall tun soll und dass er mich ganz doll lieb hat und vermisst. Dann habe ich zur vereinbarten Zeit zurückgerufen und er ist nicht ans Telefon. Wieder monatelang nicht. Monatelang habe ich nichts von ihm gehört. Was soll das?!

Und so ist auch mein Vater als Stütze wieder weggefallen. Und ich verstehe es einfach nicht. Was ich noch dazu sagen muss/kann: Mein Vater hat nicht neu geheiratet oder so, ich bin weiterhin sein einziges Kind, er hat weder Frau noch sonst was. Er ist eigentlich ganz alleine.

Mich nervt das wirklich extrem, dass er immer wieder versucht, alles ganz anders dastehen zu lassen! Ja, meine Mutter hat mich rausgeschmissen, wie ich in meinem Eingangsbeitrag erwähnt habe. Und das ging überhaupt nicht klar und war extrem schlimm für mich. Das war nach meinem 18. Lebensjahr, sie wusste ja selbst nicht, weshalb sie das getan hat. Das war total crazy alles. Aber davor war nie irgendwas komisch bei uns!! Ich hatte eine wirklich sehr schöne, sichere Kindheit bei meiner Mama. Sie hat mir alles ermöglicht, mir hat es an nichts gefehlt. Ich möchte einfach nicht, dass er versucht, das "wegzureden". Was soll das. Wenn er sich nur schlecht über den Rauswurf äußern würde, wäre das etwas anderes. Da wäre ich nicht mal dagegen. Aber er erzählt irgendwelche Schauermärchen und es neeeeervt. DAMIT zerstört er die Möglichkeit, dass wir uns wieder annähern. Meine Mama hat da gar nichts zerstört. Sie hatte mich sogar immer wieder ermutigt, mal wieder den Kontakt zu meinem Vater zu suchen, ich wollte nur nicht. Nach der Trennung meiner Eltern war ich anfangs jedes Wochenende bei meinem Vater, bis er mich irgendwann einfach nicht mehr abholen kam. Das gibt er sogar zu. Er meinte er ist umgezogen, um Abstand zu gewinnen. Aha. Ok. Aber sein Kind hat er eben zurückgelassen. Und nun lässt er mich wieder im Stich.
Er gibt meiner Mutter auch die Schuld daran, dass er nach der Scheidung nichts mehr auf die Reihe bekommen hat und zeitweise Alkoholprobleme hatte. Was bitte kann meine Mutter dafür????? Gar nichts. Meine Mutter hat mich alleine großgezogen und kam eigentlich ziemlich gut klar ohne ihn. Die restliche Familie hatte immer ein gutes Verhältnis. Man hat viel zusammen unternommen. Auch hatte meine Mutter einen stabilen Freundeskreis. Alles ganz normal einfach. Bis auf den Rausschmiss eben.

Umso verstörender ist für mich ja, was nun alles passiert ist.

Es wäre für mich eine echte Erleichterung, wenn mein Vater sich einfach normal verhalten könnte. Und verlässlicher für mich da wäre. Dass es zum Beispiel nicht so ist, dass er einfach so, ohne Grund, monatelang nicht erreichbar ist. Er muss ja eigentlich gar nichts für mich tun. Es ist ja nicht so, als käme ich so im Alltag überhaupt nicht klar und er müsste da irgendwie alles für mich organisieren. Gar nicht. Ich will ja klarkommen und mein Leben leben. Tue ich auch. Ich will nur wissen, dass er da ist, wenn ich in Not bin. Dass es jemanden interessiert, dass ich klarkomme. Dass da jemand stolz auf mich ist. Eltern haben eben. 🙁
 
Hallo Gast, 🙂

Dass Du Angst vor negativen Reaktinoen hast, kann ich gut nachvollziehen. Mir ginge es da nicht anders. Nur ... was Du da jetzt ergänzend erzählt hast, klingt ziemlich heftig. o_o Dein Vater erinnert mich gerade lebhaft an meine Mutter, die auch so gut wie kein gutes Haar an ihm lässt. Sie hasst ihn abgrundtief, und ebenso scheint Dein Vater drauf zu sein. Nun ja, es tut mir sehr leid für Dich, dass Du nicht nur den einzigen Halt im Leben verloren hast, sondern Dir auch noch versagt bleibt, Deinen anderen Elternteil für Deine Schutz- und Unterstützungs-Bedürftigkeit zu gewinnen. 🙁
Ich gehe mal davon aus, dass sich Dein Vater nicht ändern wird, egal wie sehr Du es versuchst. Er hasst seine Ex-Frau abgrundtief und versucht diese negative Last, die auf ihm liegt, nun bei Dir abzuladen. Da das aber nicht so geklappt hat wie er es sich erhoffte, hat er sich (so vermute ich) hintergangen und von Dir im Stich gelassen gefühlt.

Das Problem ist ja in der Regel, wir Kinder nehmen viele Wesenszüge unserer Eltern an, ganz gleich ob wir sie dicht bei uns hatten uns und das von Kleinaufan "abgucken" konnten, oder nicht. Es steckt in unseren Genen. Das merke ich auch bei mir. Ich hatte nie wirklich was von meinem Vater, er war nie da für mich, ich habe ihn fast nie gesehen. Und doch hielt mir meine Mutter oft vor, dass ich, je älter ich werde, ihm immer ähnlicher werde.
Folglich kann ich mir vorstellen, dass Dein Vater das gleiche Problem hat wie Du. Nur kann ich mir halt nicht erklären, warum er Dich so lange zappeln lässt, nicht ans Telefon geht und Dich Monatelang ignoriert. ... Das verstehe ich nicht! 😕

Mein Rat an Dich wäre: Such Dir eine andere Person, die Dir Halt und alles andere geben kann was Du brauchst. Ein Lebensgefährte zum Beispiel. Er ist für Dich da, unterstützt Dich und gibt Dir das Gefühl gebraucht zu werden. 🙂
 
Moment, jetzt sagst du mir, dass ich das "geerbt" habe, dass meine Mama stirbt und ich dann logischerweise trotzdem Halt in meinem Leben brauche? Das ist doch nichts "genetisches", dass man Unterstützung und Halt braucht. Bzw. schon, aber so geht es ja allen von uns. Das liegt dem Menschen an sich in den Genen. Oder meinst du nur, dass ich wohl Wesenszüge von meiner Mutter habe? Das ist sehr gut möglich. Aber da hat mich das "ob man mit diesem Elternteil aufgewachsen ist oder nicht" verwirrt.

Mir ist auch total egal, ob mein Vater meine Mutter hasst. Meine Mutter hat sich von ihm getrennt und damit kam er nicht klar. Dafür kann meine Mutter aber auch nichts. Meinst du jetzt, dass mein Vater mich deshalb "hasst", weil er meine Mutter "hasst", oder wie? Also ganz ehrlich... das ist aber ziemlich unreflektiert. Außerdem sagt er ja eigentlich, dass er mich sehr liebt. Nur passt das eben nicht mit seinem Verhalten zusammen. Nach 20 Jahren sollte er das so langsam mal hinbekommen, dass meine Mutter ihn verlassen hat und die beiden einfach nicht zusammengepasst haben. Da braucht er offensichtlich therapeutische Hilfe.


Vielleicht hatte ich dich bei dem "vererbten" Teil hier auch falsch verstanden.^^ Trotzdem danke für deine Antwort. 🙂


Ich bräuchte halt aber wirklich, dass da jemand für mich da ist. Mit der Unterstützung in einer Beziehung würde ich das gerade nur bedingt vergleichen. Das ist für mich was anderes. Und Eltern sind ja eigentlich immer für einen da. Zumindest war es meine Mutter für mich (außer da, als sie mich rausgeschmissen hatte, ja). Wenn mir aber nun wer anders besser gefällt als mein Partner, was dann? Das ist ja irgendwie alles so temporär. Eltern sind immer die Eltern. Ich will mich ja jetzt auch noch gar nicht auf einen einzigen Menschen festlegen müssen, nur, damit ich mich nicht so "wenig unterstützt" fühle. Das kann es ja irgendwie auch nicht sein. :/ Ich bin noch jung. Ich will doch nur irgendeine Person haben, die auf mich so "aufpasst", wie es Eltern tun. Es geht mir nur um dieses Gefühl.

🙁
 
Komisch. Wieso habe ich keine Benachrichtigung bekommen? o_Ô Na ja, egal.

O.k., was den Teil mit der Vererbung angeht, hast Du mich wohl wirklich falsch verstanden. Ich wollte halt nur versuchen, irgendwie einen Ansatz für sein Verhalten zu finden, und weil ihr zwei euch halt ähnelt, Du und Dein Vater - zumindest habe ich das so aufgefasst, kann mich aber auch irren -, hatte ich den Verdacht, dass er halt auch nur Halt und so gesucht hat, aber als ihn Deine Mutter verließ, hat er diesen Halt verloren. Na ja, egal.

Gut, wenn eine Partenrschaft für Dich was anderes ist als Eltern, kann ich da auch nicht wirklich helfen, tut mir leid. 🙁 Du kannst Deine Mutter ja nicht zurückholen, und Dein Vater will scheinbar nicht wirklich was von Dir und hatte sich vermutlich nur aus Pflichtbewusstsein gemeldet, was aber schief ging, weil er die Vergangenheit nicht ruhen lassen kann. Und Du hast in ihm etwas gesehen, was er Dir nicht bieten kann. Alles ziemlich kompliziert. .__.

Ich bin selbst jemand, der Geborgenheit, etwas Liebe und Fürsorge braucht, halt jemanden der mir das Gefühl gibt mich zu brauchen und der halt einfach da ist. Eben auch all das, was Du suchst. 🙁
 
Nee, verstehe nicht, was das jetzt mit Vererbung zutun haben soll, dass ich nun bei meinem Vater Halt suche, wenn meine Mutter gestorben ist. Wieso sollte ich dann total ähnlich sein wie mein Vater. Macht keinen Sinn. Wie gesagt, Halt brauchen wir ja wohl alle.

Und nein, mein Vater hat sich nicht aus Pflichtbewusstsein gemeldet. Ich habe mich bei ihm gemeldet, worüber er sich riesig gefreut hat. Er versucht eben immer, mich auf "seine Seite" zu ziehen, was überaus bescheuert ist und immer wieder zu Streit führt. Eigentlich glaube ich eher, dass mein Vater wieder Alkoholprobleme hat oder so. Sein Verhalten ist auf jeden Fall nicht nachvollziehbar für normale Menschen.

Zum Beispiel wollte er mal unbedingt, dass ich für eine Woche zu ihm fahre, genau in dieser Woche war ich aber schon ganz lang geplant bei einer Freundin, die auch studienbedingt weiter weg wohnt. Ich konnte das auf keinen Fall absagen, weil wir da auch eine Veranstaltung hatten, die wir mitorganisiert haben. Da ist er vollkommen durchgedreht, weil ich ihm abgesagt habe und er war suuuuuper enttäuscht und sauer. Und wenn er telefonieren will, dann ruft er mich locker alle 2 Minuten an, spricht mir hundert Mal auf den Anrufbeantworter, Festnetz, Handy, überall. Irgendwie übertreibt er immer. Finde ich einfach insgesamt total seltsam.

Irgendwie scheinst du mir hier nun auch etwas seltsame Antworten zu geben. Schade.
 
Vielleicht hatte deine Mutter damals unterbewusst schon gemerkt dass sie schlimm krank ist und versuchte dich mit dem Hinauswurf irgendwie schon mal darauf vorzubereiten, dass du bald ohne sie aus kommen musst.

Es gibt sicher auch ältere Menschen die einsam sind. Vielleicht könnte man da ein Arrangement treffen, wo du z.B. einkaufst und bisschen im Haushalt hilfst und du im Gegenzug mentale, viell. sogar finanzielle Unterstützung zurück bekommst?

Oder du ziehst in eine WG? Es wäre sicher auch möglich eine zu finden, deren Bewohner ebenfalls ähnliche Schwierigkeiten aufweisen?

Ich kenne mich leider zu wenig aus, aber es kann durchaus Einrichtungen geben die Hilfeleistungen für junge Erwachsene geben könnten, auch in Form von Weiterleitung zu elternähnliche Unterstützungen (viell nicht finanziell aber mit Nestwärme).
Vielleicht mal anonym beim Jugendamt oder Diakonie anrufen?

Aber ich könnte es verstehen dass du das nicht möchtest. Klar fühlt es sich schöner an wenn sich jemand von sich aus für dich verantwortlich fühlen würde.
Ich kenne dich nicht, aber manchmal wird man von anderen als viel zu stark eingeschätzt, statt hilfsbedürftig (was an sich ja nicht schlecht ist) und wird daher "übersehen".

Ich kenne jemand der schon 29 ist, der die Eltern einer seiner Kumpels fast wie seine eigenen empfindet und da Unterstützung findet. Aber so etwas passiert leider mehr aus dem Zufall heraus.

Jedenfalls darfst du dich von mir gedanklich ganz fest und liebevoll gedrückt fühlen.
 

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