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primavera7
Gast
Eben. Und warum heiraten die Menschen denn und gründen eine Familie? Doch nicht aus altruistischen Motiven, sondern deshalb, weil sie sich davon möglichst viel Lebensglück für sich selbst, gesellschaftliche Anerkennung, berufliche Vorteile, Unterstützung und Pflege im Alter etc. versprechen. Viele Familien schotten sich mit ihresgleichen ab, sind gar nicht offen für Singles, sondern setzen sich nur für ihre eigenen Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und, wenn's hochkommt, noch für ihre (Schwieger)Eltern und enge Freunde ein, die ebenfalls Familie haben müssen, um akzeptiert zu werden. Wer nicht zu diesem engen Kreis gehört, der ist nicht willkommen, der wird ausgegrenzt und kann sehen, wo er bleibt, auch wenn's ihm noch so dreckig geht und er vorher noch so freundlich, hilfsbereit und anteilnehmend den anderen gegenüber war. Wenn das kein Egoismus ist, dann weiß ich's auch nicht.Außerdem kümmern sich viele Familienmenschen
nahezu ausschließlich um sich selbst und benehmen sich demonstrativ (zumindest nach außen), als sei die Familie wichtigster Teil ihres Selbst.
Genau diese Dinge stören mich auch massiv. Familienmenschen prahlen ja auch gern damit, wie viele Patenkinder sie haben. Vor allem gegenüber alleinstehenden, kinderlosen Frauen. Ich habe mich auch mal sehr über eine gute Bekannte geärgert, die eine Mutter von vier Kindern als Patentante für ihre zweite Tochter aussuchte, weil diese Frau so gut mit Kindern umgehen könne und "als Mutter" ja so viel Erfahrung auf diesem Gebiet habe. Auf die Idee, dass ich mich gerade als Kinderlose vielleicht besonders gefreut hätte, wenn man mir die Patenschaft angetragen hätte, und ja auch mehr Zeit für das Patenkind gehabt hätte als eine vierfache Mutter, kam sie nicht. Die Sache liegt schon lange zurück, ich habe es dennoch bis heute nicht vergessen.anstatt zu sehen, dass gerade von Singles sehr viel für das Allgemeinwohl getan werden kann, getan wird und sicher gern noch mehr getan würde, wären sie nicht vielfach so stigmatisiert. Was mich z.B. manchmal wundert, ist, dass einem Alleinstehenden oft keine Ahnung in "Familiendingen" zugestanden wird.
Inzwischen habe ich es aufgegeben, gegen diese und ähnliche Borniertheiten noch anzukämpfen. Ich halte mich von diesen sich permanent selbst zelebrierenden Familientypen und Supermuttis einfach fern.
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