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Komme mit Menschen nicht mehr klar

G

Gast

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Hallo zusammen,

wie mein Titel es schon sagt: Ich komme mit Menschen nicht mehr klar. Bin mittlerweile soooo oft auf die Schnauze geflogen, dass ich auch gar nicht mehr in der Lage bin zu vertrauen. Es ist immer wieder das gleiche: Jede "Freundschaft" läuft absolut einseitig. Entweder ich besuche die Leute oder fahre in die Stadt, wo die Leute wohnen, oder aber nichts passiert. Ich glaube ich kann es an einer Hand abzählen, dass Leute mich mal besucht haben. Und ich bin 40!!! Ich mag nicht mehr irgendwem hinterherlaufen, ich mag nicht mehr darum betteln, dass ich auch mal besucht werde. Nee, dann besser allein bleiben. Und dennoch tut es halt weh. Ich hab mir halt auch ne Freundin gewünscht, wo man füreinander da ist. In guten wie in schlechten Zeiten. Quatschen, Blödsinn machen, heulen....eben Freundschaft. Irgendwie scheint das bei mir nicht drin zu sein. Das macht schon traurig irgendwie. Ich habe halt GAR KEINE Freunde, und finde auch keine. Wobei ich teilweise Kontakte auch meide. Beispielsweise zu Nachbarn: Da möchte ich keinen engeren Kontakt. Guten Tag und hallo, und mehr will ich da nicht. Das wäre mir wieder zu nah und zu viel.

Weiß gar nicht, warum ich das hier schreibe. Hilft ja im Endeffekt auch nicht. Mußte es wohl einfach mal los werden.......
 
Hallo zusammen,

wie mein Titel es schon sagt: Ich komme mit Menschen nicht mehr klar. Bin mittlerweile soooo oft auf die Schnauze geflogen, dass ich auch gar nicht mehr in der Lage bin zu vertrauen. Es ist immer wieder das gleiche: Jede "Freundschaft" läuft absolut einseitig. Entweder ich besuche die Leute oder fahre in die Stadt, wo die Leute wohnen, oder aber nichts passiert. Ich glaube ich kann es an einer Hand abzählen, dass Leute mich mal besucht haben. Und ich bin 40!!! Ich mag nicht mehr irgendwem hinterherlaufen, ich mag nicht mehr darum betteln, dass ich auch mal besucht werde. Nee, dann besser allein bleiben. Und dennoch tut es halt weh. Ich hab mir halt auch ne Freundin gewünscht, wo man füreinander da ist. In guten wie in schlechten Zeiten. Quatschen, Blödsinn machen, heulen....eben Freundschaft. Irgendwie scheint das bei mir nicht drin zu sein. Das macht schon traurig irgendwie. Ich habe halt GAR KEINE Freunde, und finde auch keine. Wobei ich teilweise Kontakte auch meide. Beispielsweise zu Nachbarn: Da möchte ich keinen engeren Kontakt. Guten Tag und hallo, und mehr will ich da nicht. Das wäre mir wieder zu nah und zu viel.

Weiß gar nicht, warum ich das hier schreibe. Hilft ja im Endeffekt auch nicht. Mußte es wohl einfach mal los werden.......

Freundschaften zu knüpfen ist in in jungen Jahren leichter. Das fällt mir selber auf, ich bin jetzt auch 40.

Mich wundert, warum du mit den Nachbarn keinen Kontakt willst. Man soll ja nicht befreundet sein, nur weil sie Nachbarn sind. Aber mal so kurz reden, einfach zum abklopfen? Vielleicht sind manche ja nett? Dann ergibt sich eine Freundschaft fast automatisch.
 
Weil ich den Nachbarn nichts preisgeben möchte. Daheim ist meine Privatsphäre. Klar sprech ich mal paar Sätze mit denen, wenn ich die beispielsweise mal im Wald mit den Hunden treffe. Aber am Gartenzaun stehen und labern...boah nee, sowas hasse ich.

Ich bin halt recht zwiegespalten. Einerseits fehlt mir halt wirklich DIE beste Freundin. Aber andererseits bin ich ja auch gerne allein und verkriech mich daheim, und hab einfach meine Ruhe. Und VIELE Leute um mich rum-so Gruppen oder wie auch Partys- mag ich so gar nicht. Fühle ich mich total unwohl.
 
Mir geht es sehr ähnlich wie Dir. Unterschied ist, dass ich mir ungefähr 2-4 feste Freundschaften habe bilden und erhalten können. Aber wenn's mir richtig dreckig geht, reicht das fast nicht, da alle auch selber ihren Kram haben und nur bedingt belastbar sind (wir sind auch alle um die 40). Meine Freunde haben wiederum selber viel mehr Freunde als ich. Ich lege auch keinen Wert darauf, Nachbarn, Kollegen usw. tiefer kennen zu lernen. Ich glaube man würde es spüren, wenn sich "mehr" ergeben könnte aber das wird - gerade in unserem reifen Alter - eher selten bis nie der Fall sein. Als "Notfallplan" im Alter soll es bei mir ein Hund richten. Und da gibt es ja auch diese wunderbaren, hollywoodreifen Geschichten von Hundehaltern, die sich beim Gassigehen kennen lernen. Ich komme auch nicht besonders gut mit Menschen klar, mit Gruppen von Menschen schon gar nicht und das macht das Leben beschissen anstrengend. Kann Dir leider keinen Rat geben aber Du bist zumindest mit diesem Problem nicht alleine.
 
Hi,

und auch ich mittlerweile 50 J. mache ähnliche Erfahrungen. Kenne aber auch die andere Seite, wo man einen freundschaftlichen Kontakt zu Nachbarn hatte und viele Bekannte drum herum. Ich habe mich bewußt zurückgezogen als ich vor 6 Jahren umgezogen bin, weil ich mich durch den großen Bekanntenkreis kräftemäßig ausgesaugt fühle. Auch konnte ich das ganze gelabber nicht mehr ab, weil es überwiegend immer um andere Menschen und deren Probleme ging.

Mir geht es durch meinen Rückzug von der "Masse" deutlich besser und ich würde es anders herum auch nicht mehr wollen. Bei uns in der Nachbarschaft sitzen einige Nachbarn nicht in ihrem Garten hinten sondern haben es sich auch vor ihrer Haustür gemütlich gemacht, damit sie ja alles mitbekommen.

Ich habe auch einen Hund und dadurch hat man immer Menschen die man trifft um sich zu unterhalten. Auch auf der Arbeitsstelle findet Kommunikation statt ohne das es enger ins Privatleben eingreift. Mir reicht das vollkommen.

Ich habe auch noch Kontakt zu Menschen, mit denen ich mal im Kindergarten war. Da unsere Lebensweisen aber weit auseinander gehen, halte ich mich hier auch zurück mit engerem Kontakt.

Nur weil man nicht mit dem großen Haufen zusammenhängt muss man nicht einsam sein. Und glaube nicht, das die Menschen, die ständig am Gartenzaun rumhängen oder ständig rumglucken unbedingt zufriedener sind als Du 😉
 
Guten Morgen aus Mittelfranken,

auch ich möchte Dir sagen, daß Du mit dem Problem nicht allein bist. Auch mir geht es so, bin auch fast 40. Ich bin normal offen, gutaussehend, schlank und gebildet, also verfüge über schulische Abschlüsse und erlernte Berufe....meine Figur ist total sportlich, bin Dachdeckerin.
Leider finde ich auch KEINE Freunde. Die Frauen in meinem Alter sind verheiratet und haben Kinder. Bei den männlichen Arbeitskollegen sieht es nicht anders aus. Es gelingt einfach nicht, als Alleinstehender 40-jähriger Mensch, Freunde zu finden, zumindest sieht es sehr hoffnungslos aus.
Ich selbst weiß auch keinen Rat. Besonders unangenehm ist es, wenn man allein ist und somit nicht zu Festen etc gehen kann, da man allein, also ohne Begleitung, dorthin müßte. Dies ist besonders unangenehm.
Auch das andere Thema, welches viele Leute hier schon ansprachen, das Hinterherrennen nach Kontakten kenne ich nur zu gut. Alles ist und war einseitig. Immer war ich es, die anrief. Immer war ich es, die besuchte, immer war ich es, die Leute zu Treffen etc. aufforderte. Alles ging nur von mir aus. Ich selbst bekam keine Anrufe, keine Besuche...mittlerweile stellte ich dieses "Hinterherrennen" ein. Es macht keinen Sinn, bringt kein Ergebnis und die Leute fühlen sich belästigt, da sie in Paarbindung leben. Wenn man keinen Sexualpartner hat, steht man halt, grad im Erwachsenenalter, vollkommen allein da.
Das ist leider die Realität. Aber ich freue mich, daß es hier soviele Leute gibt, die über die gleichen bzw. ähnlichen Erfahrungen schreiben.
Mir bleibt auch nur die Arbeit, der Arbeitsalltag Baustelle. Nach der Arbeit, also am Feierabend, sitze ich allein in meiner Wohnung. Die Wochenenden und Feiertage sind die Hölle, da ich da auch allein dahocke. Aber was soll man machen, ich kann mich und will mich nicht mit einem mir uninteressanten Mann einlassen sexuell, nur um einen "Kontakt" zu haben.
Attraktive Männer sind hier wo ich lebe rar gesät, und wenn, sind sie verheiratet.
Dadurch bin ich jeden Tag allein und ein Ausweg zeichnet sich nicht ab. Ich lese viel und gehe viel spazieren, immer allein, logisch.
Aber eines habe ich aus der ganzen Sache gelernt: Ich habe alle sinnlosen Telephonnummern auf meinem Handy gelöscht, habe mich bei Facebook auch rausgelöscht und rufe niemanden mehr an, renne also niemandem mehr hinterher. Es ist wie es ist, man kann es nicht ändern.
 
Mir geht es sehr ähnlich wie Dir. Unterschied ist, dass ich mir ungefähr 2-4 feste Freundschaften habe bilden und erhalten können. Aber wenn's mir richtig dreckig geht, reicht das fast nicht, da alle auch selber ihren Kram haben und nur bedingt belastbar sind (wir sind auch alle um die 40). Meine Freunde haben wiederum selber viel mehr Freunde als ich. Ich lege auch keinen Wert darauf, Nachbarn, Kollegen usw. tiefer kennen zu lernen. Ich glaube man würde es spüren, wenn sich "mehr" ergeben könnte aber das wird - gerade in unserem reifen Alter - eher selten bis nie der Fall sein. Als "Notfallplan" im Alter soll es bei mir ein Hund richten. Und da gibt es ja auch diese wunderbaren, hollywoodreifen Geschichten von Hundehaltern, die sich beim Gassigehen kennen lernen. Ich komme auch nicht besonders gut mit Menschen klar, mit Gruppen von Menschen schon gar nicht und das macht das Leben beschissen anstrengend. Kann Dir leider keinen Rat geben aber Du bist zumindest mit diesem Problem nicht alleine.
Witzig, der Beitrag könnte fast von mir sein (ist es aber nicht). 😉 🙂

Nein, auf tiefere Kontakte zu Nachbarn oder gar Kollegen lege ich auch keinen Wert, gerade bei Kollegen ist der Konkurrenzdruck viel zu groß. Ich bin 49 und habe auch eher "atypische" Kontakte: Seit einem guten Jahr meinen jetzigen Freund (Fernbeziehung, daher sehen wir uns nur alle paar Wochen), außerdem einen netten EMail-Freund (übrigens durch das Forum kennen gelernt), zwei Freundinnen noch aus der Schulzeit, die ich aber nur ein- bis zweimal im Jahr sehe, obwohl sie so weit auch nicht weg wohnen, darüber hinaus zwei sympathische Damen Anfang/Mitte 70, mit denen ich gut bekannt bin (zu einer habe ich ein sehr gutes Vertrauensverhältnis, wir telefonieren auch oft), und mit meinen Vermietern verstehe ich mich auch gut, ab und zu unternehmen wir etwas gemeinsam.

Das ist es eigentlich schon im Wesentlichen.

Meine Verwandtschaft kann ich komplett vergessen:
Meine Eltern sind tot, die meisten älteren Verwandten auch, mit meiner psychisch kranken Schwester, die nie gearbeitet hat, stecke ich in einer ganz unerquicklichen Erbauseinandersetzung. Es gibt noch ein paar Cousinen, teils gleichaltrig, teils älter, die sich wegen der Problematik mit meiner Schwester auch von mir distanziert haben, um nicht in die Sache hineingezogen zu werden. Sie leben in völlig anderen Lebensverhältnissen als ich: Eher ländlich-dörflich geprägt, früh geheiratet, jede ein Kind, einige haben jetzt die ersten Enkel, eigenes Haus mit Garten, wenig berufsorientiert, bestenfalls teilzeitbeschäftigt, überwiegend schon in Rente. Mit mir, die ich überwiegend als Single gelebt habe, nie verheiratet war, (leider!) keine Kinder, abgeschlossenes Hochschulstudium, immer in Vollzeit berufstätig, können die gar nichts anfangen, ich mit ihnen eigentlich auch nicht. Es passt einfach nicht; sie haben für meinen Lebensstil noch weniger Verständnis, weniger Interesse und vor allem weniger Wertschätzung übrig als ich für ihren. Ich habe ganz andere Grundeinstellungen, der Beruf z.B. hatte bei mir immer schon einen viel höheren Stellenwert, und ich mache mir auch mehr Gedanken über Gott und die Welt. In deren Augen bin ich gescheitert, alles, was ich mache, ist nur eine kümmerliche Ersatzbefriedigung für das fehlende Familienleben. So was muss ich mir doch nicht freiwillig immer wieder auf direkte oder subtile Art und Weise vermitteln lassen.

Seit kurzem habe ich zu einer etwa gleichaltrigen Frau, mit der ich weitläufig verwandt bin, über das Internet wieder Kontakt (nach über 30 Jahren!), aber wie sich der weiterentwickeln wird, weiß ich ja auch noch nicht. Sie hat nämlich auch Familie, die Kinder sind aber glücklicherweise (fast) erwachsen; da sie aber (im Gegensatz zu den oben genannten Cousinen) aus einer größeren Stadt stammt und eine ähnliche Schul- und Hochschulbildung genossen hat wie ich, gibt es vielleicht trotzdem mehr Gemeinsamkeiten als zu den anderen Verwandten. Man wird sehen. Übrigens züchtet sie hobbymäßig Golden Retriever... :herz:

Tja, ich sehe mich im Alter auch mit einem Hund; aufgrund meiner Vollzeitbeschäftigung, auf die ich finanziell angewiesen bin, kann ich leider jetzt keinen halten. Dann würde ich dem Tier ja nicht gerecht, und ich möchte den Hund auf jeden Fall artgerecht halten und beschäftigen, in eine Welpenspielgruppe mit ihm und auch Trainings absolvieren. Hoffentlich ist mir wenigstens das noch eines Tages vergönnt! Früher zu Hause hatten wir auch einen Hund, daher bin ich kein völliger Neuling, was Hundehaltung betrifft.

Wenn man mit über 40 Jahren relativ wenige Kontakte hat, liegt es, glaube ich, nicht daran, dass man ein totaler Unsympath wäre. 😉 Ich habe mich eigentlich immer sehr um meine Mitmenschen bemüht, eher zu sehr, mit der Tendenz, mich ausnutzen lassen. Um ein Außenseiter zu werden, reicht es in unserer Gesellschaft bereits, wenn man ein wenig zurückhaltender, introvertierter ist als die meisten, vor allem aber, wenn man dann auch noch - aus welchen Gründen auch immer - überwiegend als Single gelebt hat. Leute, die in Familien leben, haben dafür kein wirkliches Verständnis und setzen ganz andere Prioritäten. Das wirkt sich auch auf die Gesprächsthemen aus, man hat kaum Gemeinsamkeiten. Auch vermitteln sie Alleinstehenden oft das Gefühl, ein defizitäres Leben zu führen, statt anzuerkennen, dass es nicht nur eine Art zu leben gibt und auch ein Leben als Single interessant - in manchen Fällen sogar erfüllt 😱 😕 - sein und seine Vorteile haben kann. Oder es kommen Seitenhiebe nach dem Motto: "Du brauchst dich ja nur um dich selbst zu kümmern" 🙄, auch wenn es im Einzelfall gar nicht stimmt. Das schafft dann Distanz, es gibt eben viel mehr Familien als Alleinstehende. Man wird als Dauersingle auch längst nicht so oft eingeladen oder zumindest nicht zu denselben Anlässen wie mit Partner oder Familie.

Ich fühle mich jedenfalls mit den meisten typischen "Familienmenschen" mittlerweile nicht mehr wohl, fühle mich von ihnen nicht wirklich wertgeschätzt und meide sie daher. Will mich auch nicht als 5. Rad am Wagen fühlen. Da finde ich die Idee mit dem Hund schon wesentlich besser. 😀 Bestenfalls kann man noch nach anderen Menschen Ausschau halten, die in ähnlichen Lebensverhältnissen leben wie man selber.

Vor allem aber darf man nicht den Fehler machen, von sich zu glauben, man sei weniger liebenswert als andere, nur weil man allein lebt und nur wenige intensive Kontakte hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Witzig, der Beitrag könnte fast von mir sein (ist es aber nicht). 😉 🙂

Nein, auf tiefere Kontakte zu Nachbarn oder gar Kollegen lege ich auch keinen Wert, gerade bei Kollegen ist der Konkurrenzdruck viel zu groß. Ich bin 49 und habe auch eher "atypische" Kontakte: Seit einem guten Jahr meinen jetzigen Freund (Fernbeziehung, daher sehen wir uns nur alle paar Wochen), außerdem einen netten EMail-Freund (übrigens durch das Forum kennen gelernt), zwei Freundinnen noch aus der Schulzeit, die ich aber nur ein- bis zweimal im Jahr sehe, obwohl sie so weit auch nicht weg wohnen, darüber hinaus zwei sympathische Damen Anfang/Mitte 70, mit denen ich gut bekannt bin (zu einer habe ich ein sehr gutes Vertrauensverhältnis, wir telefonieren auch oft), und mit meinen Vermietern verstehe ich mich auch gut, ab und zu unternehmen wir etwas gemeinsam.

Das ist es eigentlich schon im Wesentlichen.

Meine Verwandtschaft kann ich komplett vergessen:
Meine Eltern sind tot, die meisten älteren Verwandten auch, mit meiner psychisch kranken Schwester, die nie gearbeitet hat, stecke ich in einer ganz unerquicklichen Erbauseinandersetzung. Es gibt noch ein paar Cousinen, teils gleichaltrig, teils älter, die sich wegen der Problematik mit meiner Schwester auch von mir distanziert haben, um nicht in die Sache hineingezogen zu werden. Sie leben in völlig anderen Lebensverhältnissen als ich: Eher ländlich-dörflich geprägt, früh geheiratet, jede ein Kind, einige haben jetzt die ersten Enkel, eigenes Haus mit Garten, wenig berufsorientiert, bestenfalls teilzeitbeschäftigt, überwiegend schon in Rente. Mit mir, die ich überwiegend als Single gelebt habe, nie verheiratet war, (leider!) keine Kinder, abgeschlossenes Hochschulstudium, immer in Vollzeit berufstätig, können die gar nichts anfangen, ich mit ihnen eigentlich auch nicht. Es passt einfach nicht; sie haben für meinen Lebensstil noch weniger Verständnis, weniger Interesse und vor allem weniger Wertschätzung übrig als ich für ihren. Ich habe ganz andere Grundeinstellungen, der Beruf z.B. hatte bei mir immer schon einen viel höheren Stellenwert, und ich mache mir auch mehr Gedanken über Gott und die Welt. In deren Augen bin ich gescheitert, alles, was ich mache, ist nur eine kümmerliche Ersatzbefriedigung für das fehlende Familienleben. So was muss ich mir doch nicht freiwillig immer wieder auf direkte oder subtile Art und Weise vermitteln lassen.

Seit kurzem habe ich zu einer etwa gleichaltrigen Frau, mit der ich weitläufig verwandt bin, über das Internet wieder Kontakt (nach über 30 Jahren!), aber wie sich der weiterentwickeln wird, weiß ich ja auch noch nicht. Sie hat nämlich auch Familie, die Kinder sind aber glücklicherweise (fast) erwachsen; da sie aber (im Gegensatz zu den oben genannten Cousinen) aus einer größeren Stadt stammt und eine ähnliche Schul- und Hochschulbildung genossen hat wie ich, gibt es vielleicht trotzdem mehr Gemeinsamkeiten als zu den anderen Verwandten. Man wird sehen. Übrigens züchtet sie hobbymäßig Golden Retriever... :herz:

Tja, ich sehe mich im Alter auch mit einem Hund; aufgrund meiner Vollzeitbeschäftigung, auf die ich finanziell angewiesen bin, kann ich leider jetzt keinen halten. Dann würde ich dem Tier ja nicht gerecht, und ich möchte den Hund auf jeden Fall artgerecht halten und beschäftigen, in eine Welpenspielgruppe mit ihm und auch Trainings absolvieren. Hoffentlich ist mir wenigstens das noch eines Tages vergönnt! Früher zu Hause hatten wir auch einen Hund, daher bin ich kein völliger Neuling, was Hundehaltung betrifft.

Wenn man mit über 40 Jahren relativ wenige Kontakte hat, liegt es, glaube ich, nicht daran, dass man ein totaler Unsympath wäre. 😉 Ich habe mich eigentlich immer sehr um meine Mitmenschen bemüht, eher zu sehr, mit der Tendenz, mich ausnutzen lassen. Um ein Außenseiter zu werden, reicht es in unserer Gesellschaft bereits, wenn man ein wenig zurückhaltender, introvertierter ist als die meisten, vor allem aber, wenn man dann auch noch - aus welchen Gründen auch immer - überwiegend als Single gelebt hat. Leute, die in Familien leben, haben dafür kein wirkliches Verständnis und setzen ganz andere Prioritäten. Das wirkt sich auch auf die Gesprächsthemen aus, man hat kaum Gemeinsamkeiten. Auch vermitteln sie Alleinstehenden oft das Gefühl, ein defizitäres Leben zu führen, statt anzuerkennen, dass es nicht nur eine Art zu leben gibt und auch ein Leben als Single interessant - in manchen Fällen sogar erfüllt 😱 😕 - sein und seine Vorteile haben kann. Oder es kommen Seitenhiebe nach dem Motto: "Du brauchst dich ja nur um dich selbst zu kümmern" 🙄, auch wenn es im Einzelfall gar nicht stimmt. Das schafft dann Distanz, es gibt eben viel mehr Familien als Alleinstehende. Man wird als Dauersingle auch längst nicht so oft eingeladen oder zumindest nicht zu denselben Anlässen wie mit Partner oder Familie.

Ich fühle mich jedenfalls mit den meisten typischen "Familienmenschen" mittlerweile nicht mehr wohl, fühle mich von ihnen nicht wirklich wertgeschätzt und meide sie daher. Will mich auch nicht als 5. Rad am Wagen fühlen. Da finde ich die Idee mit dem Hund schon wesentlich besser. 😀 Bestenfalls kann man noch nach anderen Menschen Ausschau halten, die in ähnlichen Lebensverhältnissen leben wie man selber.

Vor allem aber darf man nicht den Fehler machen, von sich zu glauben, man sei weniger liebenswert als andere, nur weil man allein lebt und nur wenige intensive Kontakte hat.

"Auch der Holzweg führt immer in den Wald" (Ernst Jünger)
 
Habe den Beitrag von Primavera gelesen und er spricht mir aus der Seele. Bei mir verhält es sich mit der Verwandtschaft genauso. Bei der Suche nach Freunden habe ich auch alle die Erfahrungen gemacht die beschrieben wurden, das ewige einseitige "Hinterherrennen". Ich habe dies eingestellt. 😉

Würde mich freuen, hier bewußt denkende Menschen kennenzulernen, vielleicht auch aus meiner Region? Ich lebe in Mittelfranken. Gegen Treffen ist nichts einzuwenden. Wer sich melden mag, soll es tun.

Grüße
Esther
 
"Du brauchst dich ja nur um dich selbst zu kümmern" 🙄

Na, das hört sich aber schon eher neidvoll als kritisierend an ... Außerdem kümmern sich viele Familienmenschen
nahezu ausschließlich um sich selbst und benehmen sich demonstrativ (zumindest nach außen), als sei die Familie wichtigster Teil ihres Selbst. Wenn es denn wahr wäre, hätten sie in einem gesellschaftlichen Kontext gesehen ja auch recht - was ich nur absolut nicht ausstehen kann, ist jegliche mentale "Inzucht", das Be-und Aburteilen anderer Lebensstile - womöglich gar noch am Nachbarzaun, uuuuahhhh 😕 -, anstatt zu sehen, dass gerade von Singles sehr viel für das Allgemeinwohl getan werden kann, getan wird und sicher gern noch mehr getan würde, wären sie nicht vielfach so stigmatisiert. Was mich z.B. manchmal wundert, ist, dass einem Alleinstehenden oft keine Ahnung in "Familiendingen" zugestanden wird. Ich bin hingegen von einer Familie regelrecht "adoptiert" worden 🙂 und wünschte, so etwas wäre kein wunderschöner Einzelfall, sondern etwas ganz Alltägliches.

Freundliche Grüße von

Lefti
 

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