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Komische Situation

breathin

Neues Mitglied
Hallo!

Ich schreibe mal hier über ein Thema, was mich zum grübeln bringt.

Vor ein paar Monaten habe ich neue Leute kennengelernt und schon ein paar Bekannte gewonnen. Aufgrund meiner Vergangenheit bezeichne ich niemanden schnell als Freund. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich einen Bekannten schlechter behandeln werde als jemanden den ich als Freund bezeichne.

Mit einer kam ich echt gut klar, haben uns oft gesehen und auch miteinander geredet. Aufgrund einer sehr belastenden Situation habe ich mich auch bei ihr ausgeheult. Eigentlich mache ich so was nicht. Mir ist es unangenehm über meine Probleme mit Bekannten zu reden, da ich sie erstens nicht belasten möchte, sie zweitens nicht so gut kenne und das drittens meist nach hinten los geht. Das war aber eine Ausnahmesituation und ich habe auch dringend jemanden zum Reden gebraucht. Diese Ausnahmesituation hat sich jetzt zum Glück gebessert und ich fühle mich innerlich tausendmal besser als vor dieser ganzen Geschichte.
Nun ja ich habe mich bei ihr ausgeheult, kam auch eher unerwartet an, und habe sie dann später darüber informiert, dass alles - zu meiner Überraschung - besser läuft. Klar hatte ich dabei schon ein mulmiges Gefühl. Zuerst heule ich mich aus, und dann löst sich die Miesere langsam von sich selbst auf. Schon da habe ich es bereut ihr das alles erzählt zu haben, weil ich im Gefühl hatte sie glaubt mir nicht. Dies hat sich auch bestätigt.
Mir ist aufgefallen, dass sie nicht so enthusiastisch wie früher auf meine Gesprächsversuche eingegangen ist. Ihre Antworten waren kurz. Ich als introvertierte Person habe mich dann zurückgezogen. Zwar habe ich versucht mal hier mal da was zu Beginnen, aber sobald ich merkte "Jetzt kommst du nicht weiter" habe Ichs sein gelassen.
Nach ner Zeit wurde mir dieses Spiel auch zu bunt und habe sie gefragt ob alles in Ordnung wäre. Sie meinte zunächst nur ja warum woraufhin ich entgegnete, dass sie nicht mehr so stark mit mir kommunizierte. Zu meiner Verwunderung meinte sie, dass sie mich das genau so fragen könnte.
Um es kurz zu fassen erklärte sie mir, dass nach dem was ich ihr gesagt habe, sie das Gefühl hatte, dass mich noch etwas bedrückt, ich mich zurückgezogen habe und sie sich doch etwas überrumpelt gefühlt hat nachdem was ich ihr erzählt habe.
Ich entgegnete ihr dann, dass ich mich zurückgezogen habe, als ich ihren Rückzug bemerkt habe, da ich nicht wusste warum weshalb oder wie ich ihr gegenüber treten soll. Das ich mich in bestimmten Situationen, z.B. in Gruppen mit unbekannten Personen, auch eher zurückziehe aufgrund meiner Sorgen etwas unpassendes zu sagen oder von den Leuten stillschweigend angesehen zu werden (Ein Phänomen was bei mir bis jetzt immer auftrat). Das ich momentan Stress wegen der Arbeit habe. Dazu bin ich ein Mensch der mal eher ruhiger ist, der auch noch mit dem resting-bitch-face geplagt ist (Ich sehe vielleicht enttäuscht oder desinteressiert aus, aber ich fühle mich normal!). Und ja, auch dass ich mich vor ihr geschämt habe. Ich habe ihr etwas erzählt, was ich sonst eher für mich behalte. In diesem Moment habe ich jemanden gebraucht, dem ich einfach mal mein Herz ausschütten kann. Und wie gesagt, als ich ihr entgegnete es geht langsam wieder den Berg hoch, da hatte ich schon dieses mulmige Gefühl, dass sie damit nicht zufrieden sein wird.
Allgemein habe ich erkannt, dass sie eine sehr neugierige Person ist, für mich etwas zu neugierig. Vielleicht stehe ich mit dieser Sichtweise hier total allein da, aber ich muss nicht allen sagen was ich denke, fühle, mache oder mich für irgendetwas rechtfertigen. Wenn ich jemanden etwas anvertraue, dann tu ich das weil ich es möchte. Ich möchte nicht genötigt werden etwas zu erzählen was ich nicht möchte und mich dafür noch schlecht fühlen muss bzw. durch ein bestimmtes Verhalten gestraft zu werden.
Daraufhin entgegnete sie mir, dass ich Hilfe brauche und für eine Freundschaft man sich komplett öffnen soll. Sie meint, dass sie das nur gut meint - ich glaube auch nicht, dass sie böse Absichten hegt - aber irgendwie fühle ich mich deswegen schuldig. Ich habe nun das Gefühl, dass ich mich ihr öffnen muss, damit alles wieder ins Lot kommt. Zwar meint sie, es gäbe nichts schlimmes zwischen uns. Dieses Gefühl ist dennoch da.
Ich glaube das Problem ist, dass sie erwartet das ich ihr alles von mir erzähle, ich auf der anderen Seite dies aber nicht möchte. Nicht weil mir das unangenehm ist, aber einfach weil ich nicht so schnell vertrauen möchte und es eben Sachen gibt, die ich manchmal lieber für mich behalte.
Vor allem habe ich das Gefühl, dass das alles etwas einseitig ist. Einseitig im Sinne von ich erzähle ihr Sachen die Privat sind, aber von ihr kam fast rein gar nichts. Sie spricht eher in Rätseln, meint sie hat dasselbe erlebt aber erzählt mir auch nichts davon. Dann frage ich mich, warum sie von mir verlangt mich zu öffnen wenn sie sich auch nicht öffnet.

Und jetzt denke ich immer noch, dass alles so komisch zwischen uns ist. Ich traue mich auch nicht ihr normal gegenüberzutreten, weil ich das Gefühl habe ich muss ihr etwas sagen damit sie zufrieden ist - sie hat auch gesagt sie rennt niemanden mehr hinterher. Also nichtmal so ein lockeres "Hey ich mag dein Make-up heute total!" oder "Was machst du heute so schönes, magst du dich treffen?". Ich habe sie gefragt, ob wir uns nicht mal treffen wollen um einfach mal entspannt was zu unternehmen. Darauf ist sie überhaupt nicht eingegangen. Ich sehe einfach, dass sie der Meinung ist, dass alles was ich tu eine Fassade ist und man mir deshalb nicht trauen kann bzw. solange nicht bis ich Hilfe annehme. Und das stellt mich dann noch zusätzlich unter Druck.

Was haltet ihr von dieser Situation? Was würdet ihr machen?
 
Hallo breathin,

ich denke, man trifft im Leben immer wieder mal
Menschen, mit denen sich situativ eine große Nähe
aufbaut, die sich dann aber im Alltag nicht hält oder
halten lässt – selbst wenn man sich anstrengt.

Menschen sind auf vielfältige Weise verschieden
und es ist schon ein Wunder, dass wir uns irgend-
wie verständigen können und oft auch verstehen.

Aber das klappt halt nicht mit jedem, deshalb ist
meine Empfehlung, sich eher auf diejenigen Bezie-
hungen zu konzentrieren, die fast von selbst gut
laufen und diese zu pflegen, anstatt sich mit Mühe
auf Menschen einzustellen, mit denen man sich
quält.

Harmonie ist in der Regel gleich von Anfang an
da und wenn dann noch die Themen und Interessen
ähnlich sind und man sich gegenseitig "befruchtet",
dann kann daraus eine tiefere Freundschaft werden.

In deinem bzw. eurem Fall denke ich, du bist ein-
fach auf eine gute Zuhörerin gestoßen, aber die
Interessenslage ist weder dauerhaft noch basiert
sie auf Gegenseitigkeit.

Also dankbar sein und keine verkrampften Versuche,
hier mehr daraus zu machen als es ist. Eher mal zu
einer Runde einladen, wo mehrere Leute da sind
und locker im Kontakt bleiben. Dann kann sich auch
wieder etwas ergeben, muss aber nicht.

Alles Gute!
Werner
 
Hallo Werner!

vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich glaube auch, dass wir im Endeffekt zwei verschiedene paar Schuhe sind die zwar miteinander mal reden können, aber doch andere Ansichten haben.

Gebessert hat sich die Situation nicht wirklich. Ich sehe, dass sie sich nun auf eine andere Personen fixiert.
Das sind Situationen, in denen du merkst dass eine Person mit anderen redefreudig und fröhlich ist und dich nur dann mal mit dem A**** ansieht wenn alle weg sind. Natürlich enttäuscht mich das in gewisser Maßen, da ich mir das alles anders vorgestellt habe.
Um es vielleicht mal zu beschreiben, ein anderes Mädchen - nennen wir sie Person B - ist nun permanent in ihrer Nähe.
Eine Situation die mich verletzt hat war als wir zusammen wohin fahren wollten. Nun zwar saß sie die ganze Zeit neben mir, hat sich aber mit Person B unterhalten. Weil ich dort auch nicht allein versauern wollte - wie in den vorherigen Malen -, habe ich in der Zwischenzeit mit einer anderen Freundin ein bisschen gesprochen.
Als es los gehen sollte, habe ich mich erstmal verabschiedet und habe dann gesehen wie sie und B - auf die ich danach gewartet habe - sofort losgerannt sind, mich nicht angesehen und auch nicht einmal was zu mir gesagt haben.
Ich bin dann hinterher, aber sie waren zu weit weg und sind dann in den Massen untergegangen. Da habe ich mich schon verarscht gefühlt.

Deshalb verstehe ich das Prinzip von "Ich werde niemanden mehr nachrennen" nicht.
Sie ist mir nie nachgerannt und nun fühle ich mich wie diejenige die ihr nachrennt um noch etwas zu erreichen.
Vor allem zeigt mir das - so wie Werner bereits angesprochen hat - das die Interesse nicht mehr auf Gegenseitigkeit beruht. Meine Freundin bezeichnet sie als alles-oder-nichts Person. Im Sinne von entweder du gibst ihr alles was sie erwartet oder du tust es nicht und kannst etwas ernsteres knicken.
Es verletzt dennoch die kalte Schulter zu bekommen.

Und Werner, deine Vorschlag mit der kleinen Runde klingt nach einer guten Idee, ist nur leider in dieser Situation nicht brauchbar. Ich merke jetzt schon, wenn andere Personen dabei sind kommunizieren wir überhaupt nicht und ich komme selbst da überhaupt nicht an sie ran.
 

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