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Kollegin verdient mehr als ich trotz geringerer Qualifikation

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Gast

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Hallo zusammen,

ich (w, 29) bin seit Sommer diesen Jahres in einer Werbeagentur als Empfangssekretärin angestellt und fühle mich absolut nicht wohl.

Ich bekomme netto für 40 Wochenstunden 1.200 Euro (das sind ca. 1.800 brutto). Habe den Job aber angenommen, weil es ohnehin sehr schwer ist, als Bürokauffrau eine Stelle zu finden.

Nachdem ich drei Monate in dem Unternehmen gearbeitet und oftmals wirklich aufgrund zahlloser Zusatzaufgaben Blut und Wasser geschwitzt habe, wurde eine zweite Empfangskraft zu meiner Entlastung eingestellt.

Diese ist 20 Jahre älter als ich und kommt aus einer komplett anderen Branche, sprich, sie hat nie im Büro gearbeitet, sondern als Verkäuferin in einem Klamottenladen, während ich bereits Erfahrung im Büro sowie eine Weiterbildung in Reisekostenabrechnung sowie eine Prüfung zur Fremdsprachensekretärin abgelegt habe.

Nach dem ersten Monat erzählte sie mir Freudestrahlend, wie gut sie hier verdienen würde und wie froh sie wäre, diesen Job gefunden zu haben.

Da ich davon ausging, dass sie ungefähr gleich viel oder aufgrund anderer Qualifikationen eher weniger verdient als ich, entgegnete ich, dass ich das Gehalt eher als schlecht empfinde.

Sie meinte dann "wieso denn? Ich arbeite nur 30 Stunden und hab meine 2000 brutto, also da kann ich nicht meckern!"

Mich traf fast der Schlag und ich dachte im ersten Moment an einen schlechten Witz. Sie zeigte mir dann aber ihre Gehaltsabrechnung und es Stimmte tatsächlich.

Trotz zehn Stunden weniger Arbeit in der Woche verdient sie ernsthaft mehr als ich?! Ich bin sowas von sauer und enttäuscht von meinem Chef.

Ich habe mir monatelang für diese Firma förmlich den Hintern aufgerissen und zum Dank setzt man mir eine neue Kollegin vor die Nase, die nicht mal eine entsprechende Ausbildung hat und zudem noch weniger Wochenstunden hat als ich, aber gleich mal mehr verdient?!

Ich fühle mich wirklich komplett veräppelt und frage mich, ob ich meinen Chef darauf ansprechen soll. Was würdet ihr in meiner Situation tun?
 
Gehaltserhöhungen bekommt man nicht, weil xy mehr verdient, lasse das im Gespräch weg!
Ansonsten würde ich deinen Chef nach einer Gehaltserhöhung fragen. Stelle klar, was du bereits für die Firma leistest und noch leisten wirst und zeige auf, wie sich deine Qualifikationen durch die FoBis verbessert haben und welchen Nutzen das der Firma bringt. Viel Erfolg!


~mb
 
Das kann am Alter liegen.
Mit steigendem Alter bekommt man in manchen Berufen mehr Gehalt. (Allerdings meistens erst nach mehrjähriger Einstellung)

Ebenso kommt es drauf an, was für eine Art Vertrag geschlossen wurde.
Ich würde mal beide Arbeitsverträge mit Erlaubnis vergleichen.

Man kann diesbezüglich auch die IHK um Rat fragen, denn wenn die entsprechende Kollegin als etwas eingestellt wurde, was sie gar nicht gelernt hat, würde sich die Firma strafbar machen.

Da du noch jung bist und die Jobchancen als Bürokauffrau eher schlecht sind würde ich dazu anraten sich weiterzuspezialisieren.
Mit einem Berufsschulabschluss hat man die Möglichkeit bestimmte Studiengänge des jeweiligen Bereich zu absolvieren.
Dadurch können sowohl die Berufschancen als auch die Gehaltsmöglichkeiten steigen.
Und man hat auch noch ein paar Jahre Ferien.

Alles Gute.
 
Lieber Gast,


ich würde genau das tun, was Du am Ende Deines Schreibens selbst vorschlägst: möglichst rasch den Chef um eine Erklärung bitten !! Denn da Du Dich mit Deinem Job sowieso nicht wie im 7. Himmel fühlst ( ev. dann mal an einen Wechsel denken..?), wird das Arbeitsklima natürlich unter solchen Ungerechtigkeiten stark beeinträchtigt. Deshalb finde ich das einzig Richtige Abhilfe zu verschaffen, den Chef um ein Gespräch zu bitten. Am besten fände ich es, wenn Du ihn um ein Gespräch bittest. Falls er wissen will, um was es ginge, würde ich ihm klipp und klar und ehrlich sagen, dass Du den grossen Lohnunterschied zwischen Dir und der neuen Dame nicht nachvollziehen könntest, und dankbar wärst um eine Erklärung seinerseits. Viel Mut dazu, Du wirst Dich danach erleichtert fühlen, weil Du diese Kränkung nicht runterschlucktest, und ev. gibt es auch eine fairere Lösung, die dann für Dich stimmt. Viel Mut und liebe Grüsse , Judith
 
Naja, da kann ich schon verstehen, dass Du genervt bist, aber sieh es mal so: Vielleicht hatte Deine Kollegin einfach mehr Geschick beim verhandeln- manche können das einfach besser und vielleicht hat sie einfach klar gesagt was sie will und ist nicht drunter gegangen. Im Prinzip ist das gut für Dich, denn dann weißt Du, dass durchaus mehr zu holen ist und Du nicht schon am Ende der Fahnenstange angekommen bist.
Also würde ich bei nächster Gelegenheit um eine Gehaltserhöhung bitten. Aber ohne zu sagen, dass Du das von der Kollegin weißt: Chefs mögen das überhaupt nicht, wenn über sowas geredet wird. Also einfach mal neu verhandeln. Je nachdem wie wichtig Dir der Job ist, würde ich auch ordentlich Druck machen und mich nicht vertrösten lassen. Vielleicht findest Du im Netz Tabellen, wo Du ablesen kannst, was für eine vergleichbare Stelle ungefähr gezahlt wird und damit gehst Du dann zum Chef und leiherst ihm die Kohle aus dem Kreuz. Trau Dich, zu Deinem "Wert" zu stehen und den durchzusetzen!
 
Bloß nicht mit den Gehaltsunterschieden zum Chef gehen.

Überzeuge den Chef lieber davon, was er für Mehrnutzen an dir hat und was du zusätzlich kannst. Vielleicht hast du die Chance, dir Spezialaufgaben gegenüber deiner Kollegin heranzuziehen, um dich etwas unentbehrlicher zu machen?

Ansonsten finde ich es etwas früh, jetzt nach einer Erhöhung zu fragen, du bist gerade ein halbes Jahr dort und deine Kollegin neu. Ich würde noch etwas warten, damit du mehr in die Waagschale werfen kannst und dein Chef nicht Eins und Eins zusammenzählt.
 
Man kann diesbezüglich auch die IHK um Rat fragen, denn wenn die entsprechende Kollegin als etwas eingestellt wurde, was sie gar nicht gelernt hat, würde sich die Firma strafbar machen.

Könntest du diese Aussage bitte etwas genauer ausführen? Logisch, ich kann wohl kaum einen Kellner als Kranfahrer einstellen, aber im kaufm. Bereich habe ich es selbst oft genug erlebt, dass die Berufsbezeichnungen im Vertrag sehr unterschiedlich sind: Bürofachkraft, Sekretärin, Kaum. Angestellte, Bürokraft, ...

Die früheren Berufsbezeichnungen sind teilweise ausgestorben.

Wie meinst du das genau mit dem "strafbar machen"?
 
Man kann diesbezüglich auch die IHK um Rat fragen, denn wenn die entsprechende Kollegin als etwas eingestellt wurde, was sie gar nicht gelernt hat, würde sich die Firma strafbar machen.

Das halte ich auch für falsch: Es wird ja im Gegenteil unglaublich oft jemand eingestellt, für etwas worin er nicht ausgebildet ist: Wenn er es kann, dann ist das für den Betrieb OK (manchmal auch wenn er es nicht kann und gut aussieht, aber das ist eine andere Geschichte😉)
Strafbar ist das nicht.
Es sei denn, es handelt sich um Berufe mit Gefährdungspotential, oder wo es um Zulassungen geht: Natürlich bekommt man keine Zulassung als Arzt, wenn man es nicht gelernt hat, oder eben ein Kraftfahrer, ein Elektriker, oder sowas...
Aber gerade im Handel, bei Bürojobs und in der Gastronomie ist das doch mehr als üblich
 
Ich werfe mal die Begriffe Tarifvertrag, Altersstufe, etc. in den Raum. Vielleicht ist das dann für jeden verständlich.
 

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