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Klinefelter Syndrom - Wie soll ich es meiner Familie erklären?

Zu deiner Freundin solltest du ehrlich sein und ihr könnt gemeinsam nach einer Lösung suchen oder euch generell über eure Familienplanung einigen.
Alle anderen geht diese Problematik nichts an.
 
Wenn deine Eltern so christlich drauf sind, dann sag ihnen einfach, es liegt in Gottes Hand ob ihr mit Kindern gesegnet werdet oder nicht.
Deiner Partnerin solltest du allerdings wirklich zeitnah sagen was los ist.
 
Den Eltern würde ich gar nichts sagen. Ihnen ist die Familienehre wichtig, ihnen ist das Bild nach aussen wichtig, dann müssen sie davon nichts wissen. Das schont sie und vor allem das Verhältnis zwischen euch. (Meine Meinung. Euer Verhältnis kann ja auch ganz anders sein als ich denke.)


Eine Zeugung auf künstlichem Wege ist doch gegeben oder? Und du schriebst, die Spermien sind agiler als "normal", also ist ja vielleicht sogar ein "Wunder" möglich 😉 Heutzutage ist eine Zeugung auf künstlichem Wege wirklich keine Seltenheit mehr, und für einen Fall wie du ihn schilderst ein Segen. Kinder sind ein Segen. Und du mußt es NIEMANDEM erzählen außer deiner Freundin.
Ich würde es beim nächsten Gespräch mit der Freundin auch sagen, auf jeden Fall. Aber eher mit der Frage, du hoffst daß sie kein Problem mit künstlicher Befruchtung habe, denn es wohl unwahrscheinlich eine natürliche Befruchtung durchzuführen. (Vorraussetzung ist natürlich, daß du Kinder möchtest)
Und warte nicht zulange, vielleicht würde sie ja auch gerne auf die Pille verzichten.
 
Gläubige Eltern müssen akzeptieren, daß es offenbar Gottes Wille war, daß Du als ihr Sohn wahrscheinlich nie eigene Kinder haben wirst. Wenn du es ihnen sagst, dann verschweige ihnen nicht die ärztliche Diagnose, leg sie ihnen schwarz auf weiß auf den Tisch, damit sie selber sehen was Sache ist.
Aber laß Dir nur nicht einreden, Du hättest irgendeine Schuld daran! Erbkrankheiten kommen von den Eltern, nicht von den Kindern selber.
Entweder sie akzeptieren "Gottes Willen" dann, oder verbiegen sich doch soweit, ggf. künstliche Befruchtung zu akzeptieren, wenn Du und Deine Freundin es unbedingt wollen.
Allerdings solltest Du Deinen Willen und den Deiner Freundin immer vorn anstellen, denn es seid ja ihr beide, die sich um das Kind kümmern werden und müssen, nicht Deine Eltern.
Egal wie - laß Dir keine Vorwürfe machen für irgendetwas, an dem Du gar keine Schuld trägst. Wenn Deine Eltern nicht mit den Fakten klarkommen, ist das ihre Sache, nicht die Deine. Sollen sie lieber an ihrem Gott zweifeln als an Dir.

(P.S. - diese Hormonspritzen - ging das ursprünglich von Dir aus, hat Dein Arzt Dir das nach einer Untersuchung empfohlen, oder kam das eher von den Eltern, vielleicht weil Du ihnen nicht "männlich" genug wurdest, weil sie Angst hatten, Du könntest schwul oder sonstwas sein? --- nur eine Frage interessehalber, keine Unterstellung! --- )
 
Moin moin,

mein letzter Eintrag ist ja mittlerweile schon eine Weile her und ich wollte jene, die mir antworteten nun nur informieren, dass ich es seit einem halben Jahr nun sicher weiß, dass ich das Klinefelter Syndrom habe (47XXY). Dies wurde auch klinisch erwiesen.
Meiner, mittlerweile, Ex-Freundin habe ich es als Erstes gesagt, da mich das Ergebnis lange Zeit belastet hat. Meine Ex-Freundin hat das tief getroffen, dass sie von mir auf natürlichem Wege niemals ein Kind bekommen wird und dass die Chancen einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung durch meinen Samen gleich Null sind. Zwar könnte ich noch eine "TESE" (Testikuläre Spermienextraktion) machen lassen, doch die Ärzte haben mir keine großen Hoffnungen gemacht, dass sich selbst dadurch die Chancen, eines Tages Vater zu werden, kaum bessern würde.
Da ich von Natur aus einen niedrigen Testosteronwert habe, bekomme ich alle 2 Monate Testosteron substituiert. Das ist die einzige Therapie, die ich über mich ergehen lassen kann und vermutlich bis an mein Lebensende.🙄

Die (langjährige) Beziehung zu meiner Ex, ist kurze Zeit nach meinem "Outing" zerbrochen. Es hat sie echt getroffen... Wir haben uns danach nur noch gestritten... Sie ist jetzt wieder in einer Beziehung und endlich schwanger.:wein:

Ich war danach ziemlich lange "down" und hab zudem kurze Zeit darauf meinen Job verloren. War schwer depressiv, konnte mich tagelang nicht aus dem Bett kämpfen und hab nur noch getrunken, gekifft, usw.... und hab lange Zeit mein Geheimnis gut gehütet, in der Angst meine Familie (Brüder, Eltern) würden ähnlich reagieren....

Vor einem Monat, schließlich habe ich es meiner Familie erzählt und interessanterweise fiel deren Reaktion gelassener als erwartet hat. Zudem habe ich ihnen sämtliche ärztlichen Atteste, die ich über das Syndrom angesammelt habe, ihnen gezeigt. Sie haben mir keine Vorwürfe gemacht und den Umstand akzeptiert. Meine Eltern haben sich zudem bei Ärzten über diesen genetischen Defekt informiert und das wichtigste war, dass ich mit ihnen normal darüber reden konnte.

Jetzt geht es mir wieder gut.🙂
Und ich habe es mittlerweile auch akzeptiert, dass ich wahrscheinlich nie Vater werden kann. Lediglich die Fotos von Freunden und Bekannten mit ihren Kindern auf Social Media Plattformen machen mir noch manchmal zu schaffen.
 
Natürlich kannst du Vater werden und zwar durch künstliche Befruchtung biologisch wäre es nicht dein Kind aber emotional auf jedenfall. Und am sonsten würde sich eine Adoption anbieten nur würde sowas Jahre dauern. Nur solltest du das es der nächsten Frau mit der du eine Beziehung anfangen willst es rechtzeitig sagen.
 
... oder Du suchst Dir gleich eine Frau, die schon was eigenes mitbringt. Adoption nicht ausgeschlossen, wenn alle Parteien willig sind.
 
Natürlich kannst du Vater werden und zwar durch künstliche Befruchtung biologisch wäre es nicht dein Kind aber emotional auf jedenfall. Und am sonsten würde sich eine Adoption anbieten nur würde sowas Jahre dauern. Nur solltest du das es der nächsten Frau mit der du eine Beziehung anfangen willst es rechtzeitig sagen.

Naja, mir wäre der biologische Aspekt wichtiger gewesen, deswegen gings mir danach über Monate hinweg so richtig sch***e und die Nachfragerei von Freunden und entfernten Verwandten wegen Nachwuchs, trugen da entschieden bei. Ich war bei 5 verschiedenen renomierten Ärzten in ganz Mitteleuropa und alle haben mir bescheinigt, dass sich trotz einer "Tese" die Chancen für eine erfolgreihe Zeugung (mti meinem Ejakulat) zwischen 1,92 und 3,05 % bewegen. Aber ich bin natürlich auch offen für eine Adoption, bzw. künstliche Befruchtung sofern meine zukünftige Beziehung nichts dagegen hat. Aber man füllt sich als Mann irgendwie "unnütz" bzw. "unvollständig", dass man gerade dazu nicht in der Lage ist, wozu man eigentlich existiert.😕 Ich werde natürlich meiner zukünftigen Freundin von meinem Problem erzählen. Als ich mit meiner Ex zusammen gekommen bin, konnte ich es nicht wissen, da wir anfangs immer verhütet haben, aber es nach ca. 6 Jahren mit einem Kind versuchen wollten und kläglich gescheitert sind. Wir haben uns dann von den jeweiligen FachärztInnen ausgiebig untersuchen lassen, um heraus zu finden woran es lag.

Ich wusste zwar bereits zuvor, dass ich anders als die Anderen in meinem Umfeld war (Introvertiertheit, Asperger Syndrom, Gynäkomastie) aber das Klinefelter Syndrom wäre mir nie in den Sinn gekommen und auch keinem der Fachärzte, bei denen ich früher schon war. Ich war schon in meiner Pubertät (vor 15 Jahren) bei verschiedenen Urologen und niemand hat all die Vorzeichen erkannt und mit dem Klinefelter-Syndrom in Verbindung gebracht. Ich vermute mal, dass dieser genetische Defekt damals noch etwas "unerforscht" war. Der ein oder andere Urologe meinte damals nur, dass Gynäkomastie, nichts unnormales bei Jugendlichen sei und dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Jetzt bin ich knapp 30 und habe noch immer damit zu kämpfen, trotz Hormonbehandlung, Bodybuilding usw...
Natürlich ärgere ich mich im Nachhinein, dass man es damals nicht besser wusste. Vermutlich hätte ich mich besser entwickelt, hätte man die Ursache damals früher erkannt und sofort mit einer Hormonbehandlung gehandelt. Aber ich bin erwachsen genug nicht Nachtragend zu sein. Ich gebe niemanden die Schuld. Es ist wie es ist.
 
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