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Kleine Lebenskrise

G

Gast

Gast
Hallo miteinander!
Ich komme mir zwar ein bisschen wie irgend eine pubertäre Nervensäge vor, die im Internet anderen Leuten ihre Probleme aufhalsen muss, aber ich habe mich trotzdem dazu entschlossen es mal zu versuchen.
Ich bin 19 Jahre alt und habe in diesem Jahr mein Abi gemacht. Seit August mache ich meinen Zivildienst. An sich kann ich mich mit bestandenem Abi usw eigentlich kaum beschweren wenn da nicht noch ein paar andere Kleinigkeiten wären.
Einige meiner besten Freunde wohnen nicht mehr hier in der Stadt, da sie zum studieren woanders hingezogen sind. Eine dieser Personen ist meine beste Freundin, für die ich immer etwas mehr als nur Freundschaft empfunden habe und mit der auch das eine oder andere mal etwas gelaufen ist, nur zu einer Beziehung ist es (leider) nie gekommen.
Das Problem, das ich damit habe ist, dass sie jetzt woanders quasi ein neues Leben begonnen hat, während ich noch immer in meinem alten Umfeld sitze, bloß dass sie nicht mehr da ist, wodurch sie lauter neue Leute kennen lernt, was mir dadurch dass ich nicht mehr zur Schule gehe aber auch noch nicht studiere (also quasi so dazwischen hänge) kaum möglich ist. Dazu kommt auch noch, dass ich auch nicht in Diskos oder auf Partys usw gehe sondern eher mit ein paar Freunden in der Kneipe sitze und somit auch auf diesem Wege keine neuen Leute kennenlerne.
Außerdem hat sie sich seit sie weg ist verändert, sie erzählt mir dass sie plötzlich mit ihren ganzen neuen Leuten feiern geht und viel trinkt usw, was das genaue Gegenteil von dem ist, wie ich sie kenne.
Als wäre es nicht schon schwer genug mich damit abzufinden, dass ich die wichtigste Person in meinem Leben statt jeden Tag nur noch alle Paar Monate sehe, hat sie mir nun vor kurzem gestanden, dass sie einen Freund hat. Das hat bei mir nun die totale Krise ausgelöst, so dass ich überhaupt nicht mehr zurecht komme, da wir sonst immer sehr aufeinander fixiert waren und sie mir nun regelrecht weggerissen wird.
Nun bin ich noch viel antriebsloser als ich es ohnehin schon seit ihrem Weggang war und weiß nicht mehr weiter.
Ich versuche mich so gut es geht abzulenken, gehe mit Freunden weg aber die Gedanken sind wirklich ununterbrochen bei ihr (und ihrem Freund). Ich schlafe schlecht, habe keinen Hunger und bin total unruhig.
An sich denke ich mir, das geht vorüber aber es lässt mich einfach keine Sekunde in Ruhe.
Dazu kommt noch, dass ich selbst immernoch keine Ahnung habe, was ich denn nun nach dem Zivildienst machen will und mich eigentlich mal darum kümmern sollte. Allerdings kann ich mich kein bisschen darauf konzentrieren, da ich permanent daran denke wie glücklich sie mit ihrem neuen Leben ist während ich immernoch hier festsitze.
Außerdem hatte ich noch nie eine feste Beziehung und fühle mich nun erst recht einsam, denke dass ich auch weiter alleine bleibe da ich keine neuen Leute kennenlerne. Außerdem sehe ich extrem jung für mein Alter aus, sodass mich die meisten Mädchen die ich kennenlerne zwar extrem nett finden, mehr aber auch nicht, da wohl kein Mädchen in meinem Alter einen Freund haben will, der wie 16 aussieht.
All diese Dinge nagen wirklich sehr an mir, obwohl es natürlich im Vergleich zu anderen Leuten regelrecht lächerliche Probleme sind.
Ich erwarte keine Lösung für mein Problem, ich wollte es nur irgendjemandem mal komplett erzählen, da ich mit meinen Freunden zwar über einige dieser Probleme, aber nicht über alle reden kann.
Auf jeden Fall vielen Dank fürs "zuhören" ;-)
 

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karma

Aktives Mitglied
Du hast sehr viele Ängste und ich kenne den Grund nicht dafür. Es ist normal das die Welt sich tagtäglich ändert und das jeder Tag ein anderer ist. Man trifft Entscheidungen und ständige Veränderungen bestimmen unser Leben. Das hast du gemerkt. Freunde sind weggezogen. Dein Umfeld ist nicht mehr dasselbe. Deine beste Freundin ist nicht mehr da. Und Freunde von dir haben andere Freunde gefunden. Alles ist nicht mehr so wie es war.

Du hast aber Angst vor diesen ganzen tagtäglichen Veränderungen und du bleibst stehen. Alles um dich verändert sich und das macht dich unsicher. Dies ist aber für dein Alter ungewöhnlich und dazu rate ich dir eine kostenlose Psychotherapeutin ( Caritas, Evangelische Kirche) heranzuziehen und herauszufinden was dich hemmt. Denn eins muß du damit Leben. Und warte nicht so lange, denn deine Angst wird sich sonst verstärken.

Lies das

Die Angst vor der Veränderung

Karma
 
G

Gast

Gast
Aber ist es nicht etwas relativ normales, wenn man nicht damit zurechtkommt, dass die beste Freundin mit der man Ewigkeiten aufeinander fixiert war auf einmal jemand anderen hat und man selbst plötzlich dadurch weniger wichtig wird?
Und ich weiß selbst dass sich mein Leben sehr verändern wird wenn ich erstmal irgendwo studiere etc, nur hatte ich zum ersten mal einen wirklich langfristig sehr stabilen Freundeskreis, in dem wir uns alle sehr wohl gefühlt haben, der jetzt so langsam zerfällt. Es ist doch normal das man mit so einer Veränderung, die nicht Schritt für Schritt sondern mit einem mal kam, nicht zurecht kommt (?)
 

karma

Aktives Mitglied
Jeder Mensch ist anders. Glaubst du das ich ein Mensch bin der vielleicht genau die gleichen Probleme hat. Jahrelang habe ich meine Kinder umsorgt, behütet und sie durch ein Leben begleitet und sie stark gemacht für die Zukunft. Und plötzlich nach 22 Jahren sind plötzlich keiner mehr da.

Der eine wohnt im Westerwald. Der andere im Ruhrgebiet. Wieder einer in Köln. Und diese Söhne sehr ich mal jedes halbe Jahr. Viele die in meinem Alter sind fallen in ein tiefes Loch, weil sie plötzlich glauben das sie nicht mehr gebraucht werden. Aber ich hatte auch eine Lebenkrise und was suchte ich mir um mir zu helfen. Hobbys, Gleichgesinnte und ander Menschen zum Reden.

Und das muß du auch tun. Denn es werden noch viele Lebenkrisen kommen und ich weiß das jede überstandende dich stärker macht für die nächste schwere Zeit.
 

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