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Klassen- oder Generationenkonflikt?

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Gast

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Wollte mal fragen wie Ihr das so seht.

Ich komm selber zu keinem Ergebnis, einerseits denke ich schon das es für die 2 Generationen die jetzt alt oder im mittleren Alter sind, in der BRD sehr viel Umverteilung gab und man sich damals KEINE Gedanken gemacht hat Rücklagen zu bilden. Norwegen hat zum Beispiel irrwitzige StaatsERSPARNISSE, warum hat da zu besten Zeiten hier niemand dran gedacht? Aus dieser Zeit stammen auch dauerhaft vergebene Ansprüche von zum Beispiel höheren und hohen Beamten, stapelweise Steuerschlupflöcher für Firmen und Vermögende usw. Jede Mark die reinkam wurde gleich in einen Anspruch bis zum Nimmerleinstag umgemünzt, also x-fach ausgegeben. Finde auch das diese Generationen irgendwie die solideren Besitztümer haben, also ein richtig GROSSES Aktienpaket, Immobilien die noch rasch abzahlbar waren statt einen mit Nebenkosten zu ruinieren usw.

Andererseits sehe ich da auch Altersarmut, ich sehe na klar dass nach dem Krieg alles aufgebaut werden musste, dass heute viel teurere Geschenke gemacht werden, junge Leute unheimlich viel teures Zeugs besitzen (aber wenig dauerhaftes!).

Was meint Ihr ist es ein Generationending oder kommt es eher drauf an welche Sozialschicht man sich anguckt.
 
ich denke es ist beides, inklusive mentalitäts- und gesellschaftsproblem.
wieso hier keine intelligente "vorratswirtschaft" betrieben worden ist, kann ich dir auch nicht sagen. ich halte es jedoch für naheliegend, dass hier der aufschwung nach 45 sehr viel stärker war, als in anderen gegenden west-, mittel- und nordeuropas, es wurde vom "wirtschaftswunder" gesprochen. wie bei allen wundern, und wenn es einem zu gut geht, verliert man jedoch vielleicht teilweise etwas den bezug zur realität und denkt sich, es würde ewig so weitergehen. das selbe denken führte auch schon zur wirtschaftskrise in den späten 20ern und frühen 30ern.
sprich: niemand hielt es für nötig, und als es evtl jemand machen wollte, war nichts mehr da.
was steuerschlupflöcher angeht: ich kann mir diese nicht anders, als gewollt erklären, wobei parallel dazu beim nutzen dieser immer wieder entsetzen und empörung vorgeheuchelt wird, um so anstand und moral zu wahren und zumindest die kleinen leute zum zahlen zu bewegen. 0, nochwas % mehrwertsteuer bringen auch mehr als irgendeine reichensteuer, bei der die potenziellen zahler nur lachen, den mittelfinger zeigen und den wohnort ins ausland verlegen. an jeden, der denkt, es wäre nicht gewollt: glaubt ihr ernsthaft, dass solche hintertüren nicht in paar tagen dicht wären, wenn es die verantwortlichen wollen würden? es dient nur dazu, große firmen und betriebe herzubringen, was schließlich auch nicht immer schlecht ist. nur offen sagen kann man sowas schließlich nicht, am ende käme das tatsächliche steuervieh auf dumme gedanken.

ein mentalitätsproblem ist es für mich auch, aufgrund der von dir angesprochenen prassereinstellung. es werden sich für ein vermögen dinge angeschafft, die zwar teuer, aber ohne wert sind, teilweise noch auf pump und kredit und das von leuten, die das nie werden zurückzahlen können. ebenso handeln die banken auch nicht mehr mit geld für angemessenen zins, sondern mit imaginären zahlen, die es in der realität überhaupt nicht gibt. die ganze welt 10x ist nicht soviel wert, wie das, was es an digitalem geld gibt.
als sozialschichtenproblem ist es vielleicht durch den verantwortungslosen umgang mit besitz, sowie der überschätzung tatsächlich vorhandener möglichkeiten zu betrachten. sowohl in sehr reichen, als auch in eher ärmlichen verhältnissen werden kinder teilweise in richtung geld und billige ablenkung geschoben, um sich nicht mit ihnen beschäftigen zu müssen. dementsprechend setzen diese kinder dann auch ihre prioritäten in klamotten, blech wo ein motor drin ist, oder bedrucktes geld, sowie oben erwähntes nicht real existierendes geld.
für mich sind diese ganzen pleitebanker alle bildungsunterschicht. mit der einfachsten möglichkeit geld zu machen, nämlich mit geld, haben sie nicht nur versagt, sondern noch schulden gemacht. wie geht das?
als gesamtfazit zu deiner frage:
ich denke, es ist beides, und noch weitere faktoren, teilweise auch globale einflüsse, denen sich nur schwer zu widersetzen ist, in einigen fällen auch einfach glück oder pech, sowie die richtigen oder falschen leute zur richtigen oder falschen zeit in den richtigen oder falschen ämtern.
vor allem aber raffgier, und was altersarmut angeht: teilweise sorglosigkeit, einige tragische geschichten mit krankheiten und schlechten versicherungen, bis hin zu unmöglichkeiten, wo sich die brd nach der wiedervereinigung weigerte, die ddr-renten zu zahlen und alte leute, die ihr leben lang gearbeitet haben mit hartzIV und leeren versprechungen abspeist, sie de facto jedoch einfach aussitzen will. was auch wieder geld spart, siehe raffgier.
 
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