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Kirche?? geht das Gut??

  • Starter*in Starter*in Ulysess
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U

Ulysess

Gast
Hey alle zusammen

Ich brauche einen rat... vielleicht kennt der (die) eine oder andere meine Situation. Seit fast 2 Monaten bin ich mit meiner Freundin zusamen. Wir kennen uns seit fast 2 Jahren und bislang gab es wirklich nichts, das mich an ihr in irgendeinen art und weise gestört hätte! Vor kurzem hat sie mir jedoch gesagt, dass sie 2mal die Woche in die Kirche geht, an Gott glaubt und der Neuapostolischen Kirche angehört.... anfangs hatte ich mir keinen Kopf darüber gemacht, aber mitlerweile habe ich mich auch etwas umgehört und informiert darüber denn irgendwie habe ich ein problem damit... denn egal wie ich mit ihr darüber rede, Sie will meine Argumente nicht hören! Zitat:"Es gibt Gott, und fertig. Auf Zweifler sollen wir nicht hören"

Dazu muss ich sagen... ich bin nicht Gläubig, glaube nicht an Gott das Ganze ist mir irgendwie Suspekt... Die Bibel sehe ich als Märchenbuch an mehr auch nicht.
Kirchen sind meiner ansicht nach Grossunternehmen die auf das Geld der Leute aus sind... ich habe nichts gegen Menschen die an Gott Glauben, mein Problem ist der Kirchenapperat an sich.

Jedenfalls liebe ich diese Frau über alles Sie wird nicht eingeschränkt und so, aber dennoch habe ich Bedenken, teilweise auch Ängste was diese Kirche angeht! Kann mir jemand helfen? Direkthilfen oder Informationen zu der Neuapstolischen Kirche? Ich freue mich über jede Antwort.

Ps: Ich weiss nicht, aber irgendwie habe ich das blöde gefühl ich bin auf die Kirche eifersüchtig.... das verstehe ich nicht! Das ist auch das einzige Problem dass ich habe.... es nervt mich wirklich an... ich will es so hinnehmen wie es ist, aber es beschäftigt mich immerzu.


Lieber Gruss

Ulysess
 
Hallo Ulysses

ich habe deinen Post gelesen. Ich frage dich als erstes: Warum lässt du nicht Ihr Ihren glauben? Ich möchte sagen, dass es Gott gibt steht auch für mich ausser Frage, warum kann ich dass sagen weil ich eben Unumstößliche erfahrungen mit Ihm machte. Das hat jetzt aber nichts mit einer Kirchlichen Gemeinde zu tun es ist vollig egal was wir vorher waren wenn wir erfahrungen (und ich spreche Hier wirklich von Begegnungen) gemacht haben ziehst du das nie wieder in Zweifel.

Was ich natürlich nicht verstehe, ist dass deine Freundin so wehement ist. Zweiflern soll man nicht glauben, Gott macht aber keinerlei Unterschiede zwischen Menschen er liebt alle Menschen so auch die Zweifler, anfangs ist zweifel auch begründet, bis Sie - die Zweifler Ihre erfahrungen machen konnten.

Habe keine Angst davor dass Sie Gott gefunden hat und Ihn Liebt sei so wie Du möchtest niemand zwingt dich aber ich bitte dich wenn du es nicht annehmen kannst dann rede nicht abfällig oder gar zerstörerisch über diese Dinge. Was ich Ihr sagen würde wüsste ich auch schon....

Aber dazu vielleicht mehr später

Seeker
 
Hallo Ulysses,

liegt Dein Problem darin, dass sie ihren Glauben aktiv lebt oder dass Du zu wenig über diese Kirche weißt? Im letzteren Fall könnte ich Dir ziemlich objektiv (bilde ich mir zumindest ein) helfen, da ich selber in einer neuapostolischen Familie aufgewachsen bin, die Strukturen, Hintergründe, Sichtweisen kenne, der Vater und der Großvater meiner Tochter dort sogar kirchliche Ämter bekleiden - ich aber heute einfach nicht mehr weiter an Gott glaube und mich somit vom Kirchenleben abgenabelt habe und mit Sicherheit nicht versuchen werde hier jemanden vom Glauben zu überzeugen.
Wenn Du konkrete Fragen hast, frag also. (Hab grad nicht so viel Zeit, bin am kochen, sonst hätte ich schon mal allgemein losgelabert, sorry)

Gel06
 
Also

Es ist für mich völlig klar, dass ich ihr ihren Glauben lasse und ihr das auch nicht Madig machen möchte und werde Klar suche ich manchmal das Gespräch aber weder rede ich schlecht darüber noch mache ich ihr vorschriften. Wie bereits erwähnt habe ich nichts gegen Glauben oder Gläubige Menschen, mein Problem liegt bei den Kirchen im allgemeinen... aber das ist ja nicht das Thema... ich weiss einfach nicht wie ich mit der Situation umgehen soll... es ist schwer zu sagen, aber ich weiss dass Sie dort "angelogen" wird und ich kann den Gedanken einfach nicht ertragen. Ich habe irgendwie Angst vor dieser Kirche/Sekte/Glaubensgemeinschaft. Ich habe mitlerweile sehr viel darüber gelesen, auch die Hefte von ihnen "Unsere Familie"... aber es hört sich alles so verdreht an. und dauernd ist die Rede von Gottes Wort und Gott will es so... und vorallem die Aussage "Unser Gott ist der einzige, der Wahre Gott" Woher wollen die das denn wissen???? Warum gibt es dann so viele Religionen? es macht einfach keinen Sinn! Über informationen wäre ich wirklich dankbar! Ich will wirklich nicht alles negativ sehen, daher suche ich auch das Gespräch. Ich danke euch im vorraus.

Gruss
 
So, jetzt hab ich was mehr Zeit. Wenn Dein Problem eher mit Kirche allgemein verbunden ist, werdet ihr es schwer haben, da die "Mitglieder" der neuapostolischen Kirche wirklich etwas anders sind. Vom "normalen" Christentum kennt man es in etwa so: Weihnachten und vielleicht noch Ostern geht man in die Kirche, die Kinder müssen getauft werden und die Hochzeit muss auch vor dem Pfarrer bzw. Gott besiegelt werden, aber ansonsten hat man mit dem Glauben recht wenig am Hut und bescheißt den Sitznachbarn der letzten Messe bei nächstbester Gelegenheit ohne rot zu werden.

Die Nauapostolischen gehen das etwas, ich will fast sagen ernsthafter an. Die Leute aus den Gemeinden kennen sich alle untereinander und meistens auch so gut, dass sie reichhaltigen privaten Kontakt pflegen - wer in solch einer Gemeinde ist hat stets jemanden, der ihm zur Hilfe steht, zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal ob es um Herzschmerz, Kinder aufpassen, Bewerbungen Korrekturlesen oder Umzugshilfe geht, jeder steuert der Gemeinschaft bei, womit er den anderen helfen kann. Diese Gemeinschaft ist sehr intensiv und war auch in meinem Leben das verlässlichste soziale Gefüge, das ich je erlebt habe. Kein Wunder also, dass ihr Euch dann mal in die Haare kriegen werdet, wenn ihr was gemeinsam machen wolltet und sie dann kurzfristig wegen der "Kirche" oder einem Mitglied der Kirche absagt. Diesen hohen Stellenwert im Leben eines Neuapostolen nimmt letztlich nicht Gott ein (sage ich jetzt im Nachhinein, sie selbst sehen es anders), sondern ein täglich gelebtes Christentum mit Werten, die man "außerhalb" stets gepredigt, aber selten gelebt findet.
Die Gefahren allerdings liegen darin, dass die Neuapostolen, so enorm wie sie versuchen die christlichen Werte zu leben, dann natürlich auch genauso enorm an Gott kleben, oft ist es nicht nur mit Gottesdienst getan, da steht noch die Chorprobe an, die Leitung des Konfirmationsunterrichtes oder Kindergottesdienstes, Jugendarbeit, Kirchenfeste, Missionarsarbeit für arme Länder, Altenhilfe, gegenseitige Unterstützung etc (hier tun sowas alle, nicht nur die Priester)... naja und alle Menschen, die nicht so leben wie sie, sind "verlorene Schafe", die tun ihnen leid und deswegen müssen sie jedem erzählen, wie toll Gott und die Kirche ist und jeden immer wieder einladen in den Gottesdienst zu kommen - Ruhe geben die eigentlich nie (oder sie würden sagen: sie geben die Hoffnung nicht auf jemanden zu bekehren). Ich will es mal so formulieren: ich würde mir tatsächlich auch eine Welt Wünschen, in der alle Menschen so miteinander umgehen, wie in dieser Kirche... aber ich möchte dafür nicht die Voraussetzung erfüllen müssen an einen Gott zu glauben und diesen frohlockend zu besingen.
Was ich Dir also letztlich sagen kann ist, dass es sich nicht um eine Sekte handelt, durch die sich irgendwelche Obergurus bereichern, dass dort nichts direkt verboten oder verpflichtet wird, aber die Mitglieder in ihr Gemeinschaftsleben sehr sehr involviert sind, so dass dieses immer die höchste Priorität haben wird. Da ziehst Du jederzeit und in jeder Hinsicht den Kürzeren.
Und da sie nun so dankbar für das alles sind, verzichten sie auch gerne aufs Zweifeln oder Hinterfragen und wagen es nicht etwas zu tun, das gegen den Glauben oder dessen Vorstellungen geht - zu groß ist die Angst davor diese Gemeinschaft oder anders gesagt "Gottes Segen" aufs Spiel zu setzen.

Eine Beziehung zwischen einem Neuapostolen und einem Atheisten (?) ist unheimlich schwierig - ich habe nur wenige kennengelernt, die funktioniert haben. Selbst ich als ja damals noch aktive in dieser Kirche, habe ihr den Rücken gekehrt als ich mit 17 ein Kind bekam, total am Rad drehte (versuchte gerade trotz allem mein Abi zu packen) und ich immer und immer wieder Verständnis dafür haben sollte, dass der Vater Sonntags in der Kirche ist, Montag Abend in der Chorprobe, Dienstags bei den Jugendlichen, Mittwochs abends im Gottesdienst, Freitags Ämterstunde (Treffen der Priester u.ä.) und Samstags auf Besuchen in den Familien der Gemeinde... wie gesagt, war ich selber neuapostolisch, ganz brav, aber DAS hab nichtmal ich ausgehalten. Er ist heute übrigens mit einer nicht-neuapostolischn verheiratet - wie die das aushält... keine Ahnung....

Angst musst Du um Deine Freundin also nur haben, weil sie einem Gott hinterherrennt, an den Du nicht glaubst und das zum wichtigsten Thema und Sinn ihres Lebens gemacht hat und gegen den Du niemals eine Schnitte haben wirst.

Gel06
 
Ahja... das ist endlich mal eine Antwort mit der ich wirklich was anfangen kann... Danke Dir! Und ja, Atheist trifft zu! Dann bin ich mal gespannt wie es weittergeht. Dennoch gebe ich die hoffnung nicht auf, denn mich hat es so richtig erwischt. Aber ich nehme es wie es kommt.

Gruss

Ulysess
 
Deine gestellte Frage zeigt mir dass du im Inneren eigentlich schon ahnst dass es nicht gutgehen kann. Wenn du sagst dass du an Gott zweifelst aber sie sich mit Zweifler nicht abgeben möchte dann sagt das mir dass sie diesen Teil von dir nie akzeptieren wird und schon gar nicht lieben kann. Auch bedenke wenn du meinst sie so sehr zu lieben dass du mit ihr auch mal Kinder möchtest. Ihr solltet euch da einig sein bei der Erziehung da für alle Beteiligten sonst nur unschöne Konfrontationen an der Tagesordnung stehen. Du siehst das Problem ist weitreichend und ich weiss nicht ob die Liebe dafür stark genug ist. Meißtens hält sie dem nicht Stand doch dann sind noch mehr Beteiligte betroffen. Daher vorher klären und nicht denken dass es nur ein kleines Problem nebenbei sei. Denn solltet ihr zusammensein wünscht sie sich natürlich jemand der mit ihr an einem Strang zieht was nachvollziehbar ist. Ihre Liebe zu dir wird abkühlen wenn sie merkt dass du eben nicht immer an ihrer Seite bist. Sie sich von Eltern anhören muss wo ist dein Mann weshalb begleitet er dich nicht. Und wenn sie die anderen Pärchen sieht wo der Mann fest zu seiner Frau hält und sie im "Glauben" unterstützt. Diese Pärchen vor ihr Händchenhalten beten und singen. Es werden all diese vielen kleinen Nebensächlichkeiten; die du jetzt nicht für möglich hälst, Ursache sein dass eure Liebe ganz schnell abkühlt.
 
Hallo Micha,

die Antwort auf deine Frage im Titel "Kirche?? geht das Gut??" ist einfach: Mit genügend Toleranz auf beiden Seiten sollte der unterschiedliche Glaube eurer Beziehung nicht im Wege stehen. Sie glaubt an Gott, du glaubst nicht an Gott = ihr glaubt beide.

Ulysess meinte:
Ps: Ich weiss nicht, aber irgendwie habe ich das blöde gefühl ich bin auf die Kirche eifersüchtig.... das verstehe ich nicht! Das ist auch das einzige Problem dass ich habe.... es nervt mich wirklich an... ich will es so hinnehmen wie es ist, aber es beschäftigt mich immerzu.
Eine Erklärung dafür könnte aus psychologischer Sicht sein, dass der Wille immer dem Glauben unterliegt. Also es kann dir demnach nicht gelingen, es hinnehmen zu wollen, solange du glaubst, dass (Zitat) "das Ganze [...] mir irgendwie Suspekt" ist.

Viele Grüße,
Jens (der aus Neugierde 1,5 Jahre regelmäßig in eine christliche Gemeinde ging, damit aber nie wirklich was anfangen konnte und sich schließlich kopfschüttelnd wieder weltlichen Dingen zugewandt hat)
 
Hallo Ulysses,

ich selbst glaube an Gott, aber ich würde nie versuchen, jemandem meinen Glauben aufzuzwingen. Und die kleinen Glaubensgemeinschaften neigen tatsächlich dazu, Ungläubige (die sich nicht 'bekehren' lassen) auf Abstand zu halten, damit die eigene Gemeinde nicht von den 'fremden' Gedanken verunreinigt wird.

Ja, wie Jens vor mir schreibt, gehört zum Miteinander viel Toleranz - auf beiden Seiten, sonst kann Beziehung nicht funktionieren.

Mein Erfolgsrezept für eine gute Partnerschaft ist unter vielem anderen:

Beide Seiten sollten sich anpassen, aber sich nicht gegen das eigene Naturell oder die eigene Überzeugung verbiegen lassen.

Eine Gefahr für eure Partnerschaft durch den unterschiedlichen Glauben sehe ich erst, wenn radikale Überzeugungsarbeit geleistet wird, wie z. B. wenn du nicht meinen Glauben annimmst, dann heirate ich dich nicht. Sind Kinder geplant, dann sollte man auch schon frühzeitig über die kirchliche Einmischung in der Erziehung diskutieren, damit es nachher keine unüberwindbaren Probleme gibt.

Jeder von euch muss seinen Glauben leben dürfen, aber nur so weit, dass er den anderen damit nicht einengt.

Ich würde z. B. nie in die Türkei auswandern, und im Garten einen Weihnachtsbaum aufstellen. Das könnte in der Öffentlichkeit zu unnötigem Ärger führen, obwohl das ja mein eigenes Grundstück wäre - dieses Verhalten gebietet aber die Toleranz (eben anderen nicht meinen eigenen Geschmack aufzwingen wollen).
In meiner Wohnung würde ich mir aber schon das Recht herausnehmen, meinen Glauben zu leben und den Tannebaum im Wohnzimmer schmücken. Und da müsste mein Besuch das auch tolerieren. Genau wie ich es in anderen Wohnungen tolerieren muss, wenn da andere Glaubenssymbole stehen.

Meine bescheidene Meinung zu dem Thema.

Ich wünsche euch eine glückliche Beziehung
 

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