Ich habe Babyjahre/Kinderjahre von Remo H. Largo geliebt.
Hat viel erklärt und mich durch die unterschiedlichsten Phasen begleitet.
Jep, sehe ich - wie gesagt - ganz genauso. Gute Bücher ohne viel Schnickschnack und eitle Erziehungspositionen drumrum.
👍
@Geistform
Was ich auch noch wichtig finde, ist, dass du mit deiner Freundin ehrlich und klar besprichst, wie sie deine Rolle sieht und welche Erwartungen sie an dich hat.
Es mag nett sein, dass hier Tipps zu Liederbüchern und Küchengeräten kommen, aber an Ideen zur Freizeitgestaltung und Aktivitäten, die dem Kind Freude machen und es in der Entwicklung fördern, wird es euch wahrscheinlich nicht mangeln.
In so einer Konstellation ist es, meiner Meinung und auch persönlichen Erfahrung nach, früher oder später unverzichtbar, dass besprochen wird, welche Art von Umgang zwischen dem Kind und dir gewünscht wird und welcher nicht. Auch, inwieweit und bis zu welchem Punkt du überhaupt bereit bist, dich einzubringen.
Ich spreche insofern aus Erfahrung, weil ich selbst ganz jung einen Mann kennengelernt habe, der alleinerziehender Vater eines Kleinkindes und eines Babys war. Anfangs gingen wir da ganz unbedarft und sorglos heran, weil es erstmal auch keine Relevanz hatte, da konkreter zu reden und Abmachungen zu treffen. Wir zwei hatten uns gern und irgendwann trafen wir uns auch mit den Kindern. Für die war ich einfach die lustige "Tante", die sie beim Schaukeln wilder anschupste, als ihr Vater und ihnen im Café Tiere nach Wunsch auf die Serviette kritzelte. Wir mochten uns, hatten eine gute Zeit zusammen, war okay so.
Aber als die Beziehung ernster wurde und es sich schleichend so entwickelte, dass ich auch alleine auf die Kinder aufpasste, im Alltag regelmäßig einsprang, um sie abzuholen und mich um sie zu kümmern, stieg das Konfliktpotential zwischen ihrem Vater und mir.
Ich selbst hatte ursprünglich überhaupt nicht die Absicht, Erziehungsarbeit in irgendeiner Form zu leisten, aber je mehr Zeit man zusammen verbrachte und je mehr es weg von spaßigen Freizeitnachmittagen hin zu gemeinsamen Alltag und gemeinsamen Routinen kam, umso weniger lässt sich das ausklammern. Ist einfach so. Man definiert automatisch und unbewusst Strukturen und Regeln für das gemeinsame Miteinander, man hat keine andere Wahl als auf die Kinder einzugehen und zu reagieren.
Da mein heutiger Mann und ich zwar ähnliche Ansichten und Werte haben, was das zwischenmenschliche Miteinander betrifft, aber vom Wesen her grundverschieden sind, gab es viele Reibungspunkte. Weil es einerseits wichtig ist, authentisch und natürlich agieren zu dürfen, aber im frühen Stadium einer Beziehung auch klar ist, dass der Elternteil vorgibt, was im Bezug auf seine Kinder okay ist und was nicht. Mit der Zeit kann sich das so entwickeln, dass man soweit da rein und zusammenwächst, dass konkrete Absprachen immer seltener notwendig sein werden und irgendwann kommt vielleicht sogar der Punkt, an dem du ganz autark vorgehen wirst. Aber das ist Zukunftsmusik.
Wir hatten jedenfalls oft Krach wegen Pillepalle. Das hätte man sich teilweise ersparen können, wäre vorher besser kommuniziert worden.
Aber wir sind da einfach total unverhofft reingerutscht und später tatsächlich zu einer Familie geworden. Seine Kinder sind heute unsere Kinder und wir sind gleichberechtigte Eltern.