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Kinder in der individualistischen Gesellschaft

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Biggi

Mitglied
Liebes Forum,
ich bin gespannt, was von euch zurückkommt. Es ist ein Alltagsbeispiel und ein Anlass mich wieder mal - wie so oft - zu fragen. Quo vadis, Gesellschaft?
Vorhin war ich noch schnell einkaufen und hatte meine kleine Maus (1 1 /2 und flink auf den Beinen) an der Hand. Sie hat sich losgerissen, während ich die Sachen aufs Band geräumt habe und ist zur Tür hinaus auf den Parkplatz gelaufen. Dabei hat sie einige Leute überholt, die mich mit Sicherheit laut nach ihr rufen hörten.
Warum hat eigentlich keiner von denen eingegriffen? Warum stellt sich ihr keiner so in den Weg, dass sie durch den dort schmalen Gang zur Tür nicht mehr durchkommt? Wieso schauen nur alle wie die Autos und schütteln den Kopf über mich Verantwortungslose?
Wieso habe ich das Gefühl, dass meiner Mutter das damals nicht passiert wäre, weil irgendwie alle noch mehr aufeinander aufgepasst haben?
Weil Kinder noch ein akzeptierter Bestandteil unserer Gesellschaft waren, für die sich jeder ein bisschen mit verantwortlich fühlte?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Rentenzahler der Zukunft als lästiges Übel und die Mütter, die sie selbst versorgen und nicht in die Krippen bringen als Sozialschmarotzer gesehen werden (sieht man mir ja nicht an, dass ich halbtags arbeite!). Am liebsten wäre es den Alten, die ihr Leben lang gearbeitet haben und sich den Ruhe(!!)stand verdient haben, und gestressten Berufstätigen doch, dass dieses ganze Kleinzeug auf irgendeinem Fleckchen Erde erzogen wird und wenn sie dann alt genug sind zum Geld verdienen, können sie wiederkommen.
Wohin geht das noch...
 
Einiges wird von euch wirklich sehr verallgemeinert. Ihr schaut euch "im Kreis um" entdeckt das Eine oder Andere und schließt nun daraus: SO ist es "allgemein"!!

Dazu kann ich nur sagen, Wo Licht ist, ist auch Schatten, wenn einem nur Negatives auffällt, kann man auch NUR darüber berichten....
aber ich muß sagen, da ich doch ziemlich "rumkomme" kann ich von beiden Seiten berichten.
Ich gebe euch Recht, wenn ihr sagt die Leute sind ja soo mit sich selbst beschäftigt.... DAS wundert uns ja auch nicht weiter, weil der Kampf um`s Tägliche (auch Überleben) wird mit immer härteren Bandagen geführt.
Man kämpft darum Arbeit zu finden, zu behalten und täglich "zuBestehen" im Arbeitsleben.
Wenn man dann auch noch mit den Finanzen und dem "täglichen Stess" Probleme hat, dazu auch noch die Gesundheit zu wünschen übrig lässt, IST man natürlich mit sich selbst beschäftigt!!!
Um so mehr fällt es dann ins Auge, wenn man einem Menschen begegnet, der sich für einen Augenblick mal von sich selbst losreißt und einem ein ganz liebes Lächeln schenkt. Ja, DAS reicht manchmal schon. Warum lächeln "die Deutschen" nur so ungern??? In anderen Ländern haben die Menschen doch auch ihre Probleme und trotzdem sehr häufig ein Lächeln übrig???
Woran kann das nur liegen?? Beobachte das schon seit Jahrzehnten....
Liebe Grüße an EUCH alle da draußen und ein aufmunterndes LÄCHELN!!!!! "die Lebenserfahrene"😀😀
 
Einiges wird von euch wirklich sehr verallgemeinert. Ihr schaut euch "im Kreis um" entdeckt das Eine oder Andere und schließt nun daraus: SO ist es "allgemein"!!

Dazu kann ich nur sagen, Wo Licht ist, ist auch Schatten, wenn einem nur Negatives auffällt, kann man auch NUR darüber berichten....
aber ich muß sagen, da ich doch ziemlich "rumkomme" kann ich von beiden Seiten berichten.
Ich gebe euch Recht, wenn ihr sagt die Leute sind ja soo mit sich selbst beschäftigt.... DAS wundert uns ja auch nicht weiter, weil der Kampf um`s Tägliche (auch Überleben) wird mit immer härteren Bandagen geführt.
Man kämpft darum Arbeit zu finden, zu behalten und täglich "zuBestehen" im Arbeitsleben.
Wenn man dann auch noch mit den Finanzen und dem "täglichen Stess" Probleme hat, dazu auch noch die Gesundheit zu wünschen übrig lässt, IST man natürlich mit sich selbst beschäftigt!!!
Um so mehr fällt es dann ins Auge, wenn man einem Menschen begegnet, der sich für einen Augenblick mal von sich selbst losreißt und einem ein ganz liebes Lächeln schenkt. Ja, DAS reicht manchmal schon. Warum lächeln "die Deutschen" nur so ungern??? In anderen Ländern haben die Menschen doch auch ihre Probleme und trotzdem sehr häufig ein Lächeln übrig???
Woran kann das nur liegen?? Beobachte das schon seit Jahrzehnten....
Liebe Grüße an EUCH alle da draußen und ein aufmunterndes LÄCHELN!!!!! "die Lebenserfahrene"😀😀

Ich schaue mich nicht nur im Kreis um, nein ich blicke auch über den Tellerrand.
Du wirst nicht anzweifeln wollen, das der Mensch immer oberflächlicher wird, oder?
Ich komme zwar mangels Masse nicht so rum wie Du, behaupte aber von mir das, ich das was ich erlebe und sehe, aufzunehme und mir meine Gedanken darüber mache.
Es sind halt meine Lebenserfahrungen.

Ps....mein Lp ist der Beste aller Männer!!!

Du behauptest ja auch das Dein LP, der beste aller Männer ist, Du kennst doch nicht alle Männer dieser Welt?! Für Dich mag das stimmen, aber für andere eben nicht!

der Che.G😎
 
Hi Biggi,

erstmal eines vorneweg: Hast du denn den Leuten gesagt, dass sie die Kleine aufhalten sollen? Ich weiß nicht, ob ich was gemacht hätte, denn mir ist mal Folgendes passiert:

Ein kleiner Junge von etwa 1 Jahr stand vor mir auf der Rolltreppe, die Mutter hinter mir (der Kleine hatte sich während der "Fahrt" vor mich gedrängt).
Als die Rolltreppe endet habe ich aus Reflex den Kleinen hochgehoben, weil ich Angst hatte, dass er stolpert.

Mit dem Kleinen hab ich das so spaßig gemacht (a la: Wir fliegen...) und er hat gelacht. Die Mutter hat mich böse angeschaut, als ob ich das Kind stehlen wollte...

Ich an deiner Stelle hätte die Sachen auf dem Band sein lassen und wäre meinem Kind hinterhergerannt. Das ist nicht der Fehler der Gesellschaft.

Was ich viel Schlimmer finde, sind Menschen, die genervt reagieren, wenn Kinder mal schreien, laut spielen oder sonstwas. Die vergessen immer, dass sie auch mal so waren..
 
Hallo Biggi!

Vielleicht überschätzt Du die Auffassungsgabe und Schnelligkeit von uns Deutschen. Wir sind einfach nicht so schnell im Reagieren und die meisten sind nicht darauf trainiert, Kinder zu schützen und einzufangen. Die meisten machen das nur sehr selten. Sie sind mit einem solchen Fall einfach überfordert.
 
Ich schaue mich nicht nur im Kreis um, nein ich blicke auch über den Tellerrand.
Du wirst nicht anzweifeln wollen, das der Mensch immer oberflächlicher wird, oder?
Ich komme zwar mangels Masse nicht so rum wie Du, behaupte aber von mir das, ich das was ich erlebe und sehe, aufzunehme und mir meine Gedanken darüber mache.
Es sind halt meine Lebenserfahrungen.



Du behauptest ja auch das Dein LP, der beste aller Männer ist, Du kennst doch nicht alle Männer dieser Welt?! Für Dich mag das stimmen, aber für andere eben nicht!

der Che.G😎

😉Mein Lp ist doch "nur" für mich der Beste aller Männer. Nicht für andere!!!!
Aber ich habe so viel Menschen- (Männer)kenntnis, das ich das für mich schon entscheiden kann. Außerdem, keiner kann sich 10 Jahre verstellen....
Liebe Grüße die Le😀
 
Vielen Dank für eure Antworten,
tja, natürlich bin ich meiner Kleinen hinterher. Wenn sie unter einem Auto landet, nur weil ich gerade einkaufe, das wäre doch die traurigste Variante. Die Kassiererin hat es auch sehr gelassen genommen... Und natürlich habe ich nur den Namen meiner Tochter laut gerufen und nicht "haltet sie!". Schließlich bin ich kein Kaufhausdetetkiv, der eine Diebin stellen wollte ;-)...
Aus Fehlern lernt man und beim nächsten Mal gucke ich vorher, ob ich die Münze habe, die ich für den Einkaufswagen gebraucht hätte und hole nicht nur schnell noch ein paar Sachen im Laden.

@EuFrank
Was mich nur wundert, für Reaktionen wie Kopfschütteln über mich (im Vorbeilaufen von mir sehr wohl wahrgenommen, aber wahrscheinlich bin ich die große Ausnahme im Aufnehmen und Verarbeiten ;-)) reichte es schon. Das bedeutet, der Vorgang wurde sehr wohl von den Umstehenden registriert... Schlussfolgerung daraus: Wir urteilen statt zu handeln? Geht das also schneller... mag stimmen, ja.

@chimaira
Das ist mir mit meinem Sohn auch schon passiert, dass ihn jemand von der Rolltreppe gepflückt hat, weil er noch so klein aussah als ob er das nicht selbst könnte. Ich fand das aber ok. Nur, wenn jemand mich an der gleichen Stelle anpflaumt, ich soll meinen Sohn das nicht machen lassen, das wäre zu gefährlich, dann widerspreche ich doch mal.

Ansonsten ist das, was wir als "gleichgültig" oder "mit sich selbst beschäftigt" bezeichnen in meinen Augen doch nur mangelnde Zivilcourage. Früher hätte man reagiert und hätte keine Angst zu haben brauchen, dass jemand gleich ausflippt deswegen. Immerhin fahren "wir" ja auch nachweislich an Unfallstellen vorbei aus Furcht davor etwas falsch zu machen als Ersthelfer.
Wir sind doch in der Mehrheit Angsthasen geworden in meinen Augen. Oder ist sich jemand sicher, dass unsere Vorgängergenerationen, die sich noch weniger gleichgültig verhalten haben, eventuell nicht auch große Sorgen hatten? Um Arbeitsplatz, ob es reinregnet ins Häuschen, vor dem Krieg? Trotzdem waren sie anders. Nicht so egozentrisch wie wir. Meins, alles meins, ja nichts hergeben oder auf irgendetwas verzichten. Nicht, dass der andere plötzlich schneller, höher und weiter ist als ich.
Ich finde es nur konsequent, dass sich immer weniger für Kinder entscheiden. Die Ehen halten sowieso nicht, die Kinder sind dem eigenen Lebensstil im Weg und man kann sich jahrzehntelang nicht entfalten. Also doch lieber ohne...
diese angebliche Lebensbereicherung...
Und ich finde es super, dass es noch überzeugte Mamas gibt, die es gerne sind! Herzlichen Glückwunsch zu dieser Einstellung. Lasst euch nichts anderes einreden, denn die Zeit mit Kindern ist kostbar und unbezahlbar, auch wenn es viele nicht wahrhaben möchten.
Es gab eine Zeit, da machten sich die Medien Sorgen, dass bald kein Vögelchen mehr pfeifen könnte. Dass irgendwann vielleicht kein Kind mehr lachen könnte, das kümmert (noch) keinen.
Mal sehen...
 
Wieso habe ich das Gefühl, dass meiner Mutter das damals nicht passiert wäre, weil irgendwie alle noch mehr aufeinander aufgepasst haben?
Der Eindruck ist sicher richtig; als ich Kind war, haben sich auch eher ALLE für Kinder verantwortlich gefühlt, heute kann man sich böse Blicke fangen, wenn man ein fremdes Kind anfaßt und zB daran hindert, vom Spielplatz abzuhauen oder auf die Straße zu rennen.
Die Leute sind nicht nur stoiisch und gleichgültig - manche sind auch einfach verunsichert. Dadurch, dass es nur noch so wenig Kinder gibt, wissen viele nicht einmal,wie man die anfaßt oder anspricht, haben Angst, wenn es weint, können nicht trösten...
Ich mache das alles natürlich trotzdem, weil ich Fürsorgegefühle für Kinder eben habe. und weil Kinder meine Sicherheit bemerken, reagieren sie auch okay.
Das ist ja auch die einzige Möglichkeit: was man anders haben will, muß man selber machen. Das tu ich.

Übrigens: allein dieses Forum beweist, dass die Menschen sich nach wie vor umeinander kümmern!
Was man hier an Solidarität und MItgefühl zu lesen bekommt - na ja, Leute, die selbst bereits einen Streifen mitgenacht haben, sind vielleicht weniger egoistisch und gleichgültig.
 
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