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"Kinder" bleiben immer Kinder

Beate

Sehr aktives Mitglied
Ich schwankte zwischen den Foren "Familie" - "Leben" - "Liebe/Partnerschaft" um mein Anliegen hier reinzustellen.

OK jetzt bin ich im "Leben"

Irgendwie hat alles seinen Bereich - der fließt und in viele Forenbereiche passen würde.

Wahrscheinlich sind hier viele Mütter und Väter. Eure Kinder sind vielleicht noch klein - vielleicht sind sie aber auch schon "fast" erwachsen, so wie meine Kinder (fast 29 und 18 Jahre).

Mich würde es sehr interessieren wie Ihr damit umgeht, wenn Euer Kind großen Kummer hat. Mich beschäftigt es sehr wenn ich sehe wie mein "Kind" leidet, wenn es z.B. Liebeskummer hat. Ich habe Respekt vor dem Leben meines Kindes und mische mich nicht ein, ich will mein Kind aber auch nicht alleine lassen. Wie geht Ihr damit um wenn Euer Kind emotionale Krisen durchlebt?

Wichtig finde ich es, dem eigenen Kind zu vermitteln, dass ich jederzeit ansprechbar bin; andererseits ist es für das Kind wichtig die persönlichen Angelegenheiten alleine zu regeln.

Es ist fast so, als müsste ein Kind lernen zu erfahren wie heiß Feuer sein kann.
Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr "eingreifen" / "helfen" wollt, obwohl Ihr genau wisst dass es nicht mehr Euer Part ist?

Mir geht es zur Zeit so; mein Kind lernt die Zügel des Lebens in die eigenen Hände zu nehmen und leidet im Moment sehr. Ich kann nur zusehen und zeigen das ich im Notfall da bin. Wenn Ihr ähnliches erlebt oder erfahren habt, würde es mich interessieren wie Ihr damit umgeht.

Es tut so weh wenn das eigene Kind leidet - es zerfetzt mich innerlich. Einfach nur zusehen wie sich das eigene Kind "freischwimmt" kostet viel Kraft.
 
Liebe Beate,

ich habe keine Kinder, möchte aber trotzdem antworten.

Ich bin selbst ein Kind, bzw. war, meine Eltern sind tot.
Meine Mutter war für mich der beste Mensch der Welt.

Sie mußte sehr viel mit mir durch- und mitmachen. Ich denke, sie hatte es nicht leicht mit mir.
Am schlimmsten war es wohl für sie, als ich einen drogenabhängigen Mann geheiratet hatte. Alle haben mich gewarnt. Was ja klar ist.
Naja, ich war der Meinung ich kann ihm helfen. Jetzt weiß ich es natürlich besser.

Meine Mutter hat trotz allem immer zu mir gehalten, sie sagte zu mir...Kind, ich weiß, Du willst das jetzt und niemand kann Dich davon abhalten. Aber Du wirst daraus lernen und wachsen, auch wenn Du erstmal hinfällst.

So ist es geschehen....bin hingefallen....., habe mir die Finger verbrand.
Ich war ein Jahr mit ihm verheiratet, bis ich die Scheidung eingereicht hatte. In diesem einen Jahr ist sehr viel geschehen. Alle meine Freunde haben mich verlassen, haben mich fallenlassen. Ich war blind.
Meine Mutter stand immer zu mir. Sie hat mir das Gefühl gegeben, daß ich immer zu ihr kommen kann. Aber den ersten Schritt muß ich alleine gehen.

Das habe ich getan. Aber sie war an meiner Seite und hat mir Mut gemacht, den richtigen Weg einzuschlagen. Dafür und für alles andere bin ich ihr unendlich dankbar.
Ich weiß, daß es meiner Mutter sehr weh getan hat, daß ich mir die Finger verbrennen mußte, aber dieses Feuer scheue ich nun auf jeden Fall.
Es ist nun vierzehn Jahre her. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen, wenn sie auch extrem und schlimm war. Ich habe gelernt.


Beate, ich weiß, Du bist eine wunderbare Mutter.

Oft ist es gar nicht wichtig, daß man viel sagt, viel wichtiger ist es, wenn das Kind das Gefühl vermittelt bekommt geliebt zu werden, komme was wolle.
Ich weiß, Du fängst Deine Kinder auf, in jeder Lage.

Du bist eine Löwin.

Sorry, daß ich mich hier einmische...als kinderlose

Liebe Grüße, Omana
 
Zuletzt bearbeitet:
......nochwas,

meine Mutter hatte damals das Gespräch mit anderen Eltern gesucht, die in ähnlicher Lage waren. Sie konnte es nicht mehr alleine verarbeiten, es tat ihr zu sehr weh.

Ich denke, das ist es....Beate.

Gedankenaustausch.... genauso wie Du es hier machst.

Man sagt nicht umsonst: geteiltes Leid ist halbes Leid!
 
Hallo Beate,

ich bin auch mal so dreist und mische mich ein - obwohl ich auch noch keine Kinder habe.

Ich habe Respekt vor dem Leben meines Kindes und mische mich nicht ein, ich will mein Kind aber auch nicht alleine lassen.
(...)
Wichtig finde ich es, dem eigenen Kind zu vermitteln, dass ich jederzeit ansprechbar bin; andererseits ist es für das Kind wichtig die persönlichen Angelegenheiten alleine zu regeln.
Du respektierst deine Kinder als Erwachsene. Du zeigst ihnen, dass du Vertrauen in sie hast, und dass sie dir Vertrauen können. Du weisst ja, wieviel Gutes du deinen Kindern dadurch mit auf den Weg gibst.
Vieleicht macht es das Zusehen leichter, wenn du das weisst. Ich würde es dir jedenfalls wünschen!
 
Beate, ich glaube, ich habe Dir alles schon gesagt.🙂

Es ist eine Gratwanderung, fast erwachsenen Kindern zur Seite zu stehen ohne sie zu erdrücken.

Warten, ob sie auf einen zugehen wollen, oder nicht. Einfach nur da sein. Das glaube ich, ist das Wichtigste.

Es ist das schönste was es gibt, egal wie alt die Kinder sind, auch wenn sie längst erwachsen sind, zu wissen, da ist mein Rückhalt, da ist meine Mutter oder meine Eltern.

Das allein ist das Beste, was man seinen Kinder signalisieren kann und mitgeben kann.
 
Liebe Beate,

so ist es, die Kinder bleiben immer Deine Kinder, egal, wie alt sie auch sind und (meistens) egal, was auch geschieht. Bei uns ist es jedenfalls so, meine Kinder sind knapp 31, 29 und 21, die meines Mannes 31, 29 und 25. Keines wohnt mehr bei uns, der Letzte ging im April vorigen Jahres.
Mir ging es auch wie Dir, ich habe sehr gelitten, als sie gingen, aber sie gingen ja nicht wirklich und jetzt, da wird die Familie immer größer, es kommen Schwiegerkinder und Enkel (aktuell 4, bald kommt Nr. 5) dazu.
Es gab immer wieder Zeiten, wo es bergab ging und es Schwierigkeiten bei ihnen gab, ich habe mich nie vordergründig eingemischt, ich habe aber immer und immer wieder signalisiert, egal, wie spät es ist, egal, wo ich gerade bin, wenn ihr mit mir reden wollt, dann bin ich für Euch da. Und wenn ihr mich um Hilfe fragt, ich werde sehen, was sich machen lässt ... Also nicht einmischen, aber vielleicht ganz behutsam Denkanstöße geben, aus dem eigenen Leben erzählen, Hilfe anbieten oder aufzeigen, wo man noch Hilfe finden kann ...
Ich weiß noch, als mein Großer vor Liebeskummer Rotzblasen geheult hat, meine Güte, ich wusste nicht, was ich machen sollte ... Ich hab ihn heulen lassen, habe ihm einen Kakao gekocht und ihm gesagt, es stimmt, Verlassen werden ist Sch.... und tut weh ... Als er sich dann langsam beruhigte, dann haben wir geredet und ich habe das Mädel nicht schlechtgemacht ... Später haben wir dann wieder zusammen gelacht und er konnte langsam seinen Liebeskummer verarbeiten. Er sagt mir das heute noch, dass es ihm geholfen hat, dass ich ihn verstanden habe und einfach da war.

Liebe Ratte, Du machst es schon richtig, aber eigentlich wollen unsere Kinder auch nur immer das, was wir auch wollten: das Glück im Leben, in der Liebe, in der Familie, im Beruf usw. finden. Und das Leben hat leider keine Generalprobe, es geht für uns alle gleich in die Vollen. Und wenn man, so wie Du sagst, schon oft ins "Klo" gegriffen hat, na und, das habe ich auch, aber es ist doch wichtig, dass man daraus was gelernt hat.

In diesem Sinne liebe Grüße an Euch
von Eisherz
 
Ich danke Euch allen für Eure Beiträge. Es tut mir gut das ich nicht alleine mit allem dastehe.

Das Herz ist schon etwas schwer wenn "Kinder" leiden, ...selbst wenn sie schon groß sind und man ihnen Kakao kocht und ihnen zuhört - es bleiben Kinder ....die ihren eigenen Weg finden müssen und gehen sollen. Wir können sie eben nur begleiten und da sein wenn sie die Balance verlieren.

Beate
 
liebe beate,

auch bin eine mama,mein sohn ist 25 und hat seine eigene wohnung.
er ist mit 22 jahren ausgezogen und das er "von mir ging" hat mir nicht groß weh getan.er zog nur paar häuser weiter.

weh tat mir,was er mit seiner damaligen freundin erlebte.wie sie mit ihm umging,wie sie ihn immer wieder beschimpfte und vor seinen kumpels bloß stellte.
ich habe mich nicht eingemischt nur zu meinem sohn gesagt,daß er sich nicht immer alles so gefallen lassen soll.
letzten sommer war nach 5 jahren schluß und er hatte nach kurzer zeit eine neue freundin.
in diese war er so richtig verliebt.er sagte mir auch,daß er noch nie solche gefühle für ein mädchen hatte wie bei ihr.
leider ging das nach kurzer zeit in die brüche und da habe ich mein kind das erste mal so richtig leiden gesehen.
als ich bei ihm war und er kam mir entgegen,da hat es mir das herz zerrissen als ich sah,wie verquollen er vom vielen weinen und nicht schlafen können war.
er konnte und wollte auch noch nicht mit mir darüber sprechen,aber das brauchte er auch nicht.
ich habe ihn anderweitig abgelenkt.wir sind jeden tag zusammen gewesen,haben lange spaziergänge,viel rumgeblödelt und andere sachen gemacht.einfach damit der tag schnell verging.
abends haben wir dann über icq geschrieben und geredet,bis tief in die nacht teilweise.
nach knapp 2 wochen war er zum größten teil über seinen liebeskummer hinweg.
jetzt ist er wieder mit seiner ex zusammen,die die ganze zeit um ihn gekämpft hatte.
ich kann dagegen nix machen,daß muß er selbst wissen.
er weiß aber auch,daß ich immer für ihn da bin und er jeder zeit zu mir kommen kann,wenn er probleme hat.

ich liebe meinen sohn über alles und wenn es ihm schlecht geht,dann bin auch ich krank.
aber zum glück kommt das sehr sehr selten vor.

mütterliche löwengrüße
waldfee 🙂
 
Danke Waldfee für Deinen Beitrag.🙂 Du hast die Gefühle einer Mutter und des Kindes auf den Punkt gebracht.

---auch ich stehe für meine Tochter "zur Verfügung", unternehme, wenn "Nachfrage" besteht, mit ihr alles Mögliche.

Ich bin froh das Ihr ähnlich wie ich empfinde und fast gleich handelt.

Das ist so ein Moment wo ich sagen kann, dieses Forum erfüllt seinen Sinn🙂

Wünsche allen Kindern (das sind wir ja alle) eine schmerzfreie Zukunft.🙂
 

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