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Kind mit ADHS sprengt regelmäßig den Unterricht - was tun?

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Hallo an alle!

Vielen Dank für die vielen Meinungen und Antworten.
Ich versuche mal so gut ich kann darauf einzugehen. Also zunächst mal werde ich das Thema nicht auf dem kommenden Elternabend ansprechen, sondern in einem gesonderten Gespräch mit den 2 Klassenlehrern. Ich hatte auch kein gutes Gefühl dabei und die meisten von euch wohl auch nicht.

Gewisse Dinge sind mir so noch gar nicht durch den Kopf gegangen, wie z.B. die Sache mit der Haftung, falls der Junge mal auf einen seiner Klassenkameraden losgehen sollte. Die Klasse in der Form existiert ja erst seit Beginn des Schuljahres, was bei uns in NDS seit 03.09. der Fall ist - also knappe 3 Wochen und so viel kann ich also noch gar nicht sagen, außer das diese Ausraster bisher mind. 1x wöchtentlich der Fall waren.
Meine Tochter hatte bereits in der Grundschule einen ähnlichen Jungen in der Klasse, dazu zwei Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Ich weiß, was da alles los war! Konzentriertes arbeiten war oftmals unmöglich und sogar während Klassenarbeiten wurde gequatscht, durch den Klassenraum gelaufen und so weiter. Ich war so froh, dass die Wege sich im Sommer trennten und nun so´n Mist 😉

Naja, ich sagte ja - klar, der Junge muss auch zur Schule und prinzipiell habe ich ja nichts dagegen, wenn er in einer Regelschule unterrichtet wird, aber das kann eben nicht dauerhaft zu Lasten der anderen Schüler gehen. Die Stunde ist bei solchen Vorfällen jedes Mal futsch - da kann man nicht lernen. Dazu kommt noch der ganze Stundenausfall wegen kranker Lehrer, Klassenfahrten etc. - aber das ist ein anderes Thema. Jemand von euch hatte Erfahrung mit ADHS durch den Partner - mir ist klar, dass man dann eine ganz andere Sichtweise hat. Die Beschulung dieses Jungen liegt aber nicht in meinen Händen. Ich muss also darauf vertrauen, dass die Lehrer meiner Tochter sich dem Problem annehmen, was sie meines Erachtens im Moment scheinbar nicht ausreichend tun. Aber ich darf (hoffentlich) erwarten, dass die Mitschüler solcher "Problemschüler" nicht darunter leiden müssen. Wie man am besten mit solchen Kindern umgeht kann ich nicht beantworten, weil mir schlicht und ergreifend die Erfahrung fehlt.

Ob da "nur" ADHS hintersteckt kann ich ja nun nicht sagen. Den Kindern in der Klasse wurde zu Beginn des Schuljahres erzählt, dass besagter Klassenkamerad an ADHS leidet - ich muss das dann so hinnehmen und glauben, dass diese Diagnose richtig ist. Was den Schulbegleiter angeht und wie es damit in anderen Bundesländern aussieht, weiß ich auch nicht. Der Junge in der GS mit ADHS hatte jedenfalls auch eine Schulbegleiterin - die gesamten 4 Jahre lang. Ob das die Regel ist - keine Ahnung. Jedenfalls scheinen sowohl Schulbegleiter, wie auch Lehrer mit den Aggressionen des Kindes überfordert zu sein. Heute habe ich erfahren, dass darauf zu achten sei, dem Schüler keine Schere zu überlassen, da er in der GS mit solcher auf seine Klassenlehrerin losging. Schöne Aussichten...
Insgesamt sind derzeit 3 verhaltensauffällige Kinder in der Klasse meiner Tochter und ich frage mich auch langsam, ob das nun Standard wird in deutschen Klassenräumen. Die anderen zwei sind allerdings etwas "harmloser" in ihren Aktionen.

Ich warte nun mal das Gespräch ab, befürchte aber das sich an der Gesamtsituation nicht wirklich was ändern wird.
Aber auch ich bin gespannt.

LG Alex
 
Hallo Melliplex,



falls du (auch) mich damit gemeint haben solltest, ich meinte nicht, man sollte den Jungen ausgrenzen. Gar nicht. Nur die Eltern und Schüler können das nicht leisten. Also, Aufsicht führen, das Kind beruhigen, auf Unterricht verzichten, mit der Mutter reden... .

Das Alles hilft auch dem betroffenen Jungen nicht weiter. Gar nicht weiter. Er braucht professionelle Hilfe. Und die können entweder die Eltern oder die Schule einleiten, niemand sonst.

Es ist auch für die Gruppendynamik - und auch für den betroffenen Jungen - nicht gut, wenn diese 'gesunden' Kinder das 'kranke' Kind beaufsichtigen dürfen/müssen. Das schafft eine kranke Struktur.

Schulen funktionieren nicht immer so, wie man meinen könnte. Wenn die Threaderstellerin in die Schule geht und sagt, wir müssen dem Jungen helfen und den Kindern einen Unterricht ermöglichen, wird ihr wahrscheinlich erst Mal gesagt, dass sie doch gar nicht weiß, wie der Junge und ob... . Die Eltern und Schüler könnten ja auch mal helfen und auch Abstriche machen... .

Dann entsteht eben so eine Situation, wie sie Gast beschrieben hat. Es entstehen die absurdesten Konstrukte, um der Situation Herr zu werden. Aber die helfen im Allgemeinen niemanden.

Meine Erfahrung ist, dass es besser ist, das einzufordern, was man fürs eigene Kind einfordern kann. Weil sich dann die Schule bewegen muss. Und zwar nicht, indem sie Kinder zu Aufsichtspersonal ernennen ( und damit auch den betroffenen Jungen bloßstellen) oder Unterricht deshalb ausfällt. Auch dieser Junge braucht den Unterricht. Auch er hat sonst mal keine Bildung, was er jetzt natürlich noch nicht absehen kann.

Lieben Gruß
Fragende


Das habe ich noch vergessen: Der Junge wird (bisher zumindest) nicht ausgegrenzt! Ob das nach mehrmaliger solcher Bewachungsaktionen allerdings mal so kommen wird, muss die Zeit zeigen.

Ich frage mich auch, wie der Junge die Fehlstunden aufholen will - denn im Gegensatz zu den anderen Schülern, wird er ja für den Rest des Schultages befreit und nach Hause geholt. Aber das ist Aufgabe der Schule und Eltern, das zu regeln.
Falls ich noch was vergessen habe zu beantworten tut es mir leid. Ich hole das dann nach, wenn noch Fragen sind 🙂

Alex
 
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