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Keine trauer um den Tod der Oma?

T

Trauerfall

Gast
Hey,

vielleicht hab ihr eine Erklären für mich.

Wenn jemand stirbt besonders von der Famile dann trauert man, auch ich.
Ich bin zwar kein besonders emontionaler Mesch, aber habe ich die schlechte Nachricht erfahren, kam in der Regel immer ein leichter Schauer übern Rücken und das Gefühl von Trauer und Mitgefühl.

Aber nun ist, für mich das aller liebste Familienmitglied gestorben, meine Oma. Und Emotional gesehen ist es mir egal. Oder nicht egal, es fühlt sich so an als wäre sie nicht Tot als hätte ich die Nachrricht von ihrem tot garnicht bekommen. Als wäre sie noch da und alles ist gut.

Warum ist das so?

Das einzigste was mich traurig macht ist die Tatsache,dass ich drüber nachkrübel warum ich nicht traurig bin. und dabei keine antwort finde.
Ich liebe meine Oma aber warum ist es mir so "egal" das sie nicht mehr da ist? :(


Die einzige Erklärung für mich, (die mir selbst aber nicht reicht) ist das ich unbewusst vielleicht vor einigen Wochen schon abschied genommen habe. Wir haben sie Besucht, und sie sah nicht besonders gut aus, ich habe für sie gehofft das es nicht mehr lange dauern würde.
Ein paar Tage darauf habe ich den gedanken abends im bett nochmal revue passieren lassen, da war ich sehr traurig und musste auch ein paar Tränen vergiesen.



Danke liebe grüße

Kathi
 

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Nordrheiner

Urgestein
Hallo, liebe Kathi,

Liebe verbindet man meistens mit entsprechenden Gefühlen. Und so verbindet man auch Trauer mit entsprechenden Gefühlen. Aber das ist von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation verschieden. Es gibt verschiedene Erklärungen, warum Du aktuell so wenig Trauer fühlst.

a) Du hast bereits Abschied genommen

b) Dein Gehirn hat so eine Art Selbstschutz aufgebaut. Immer wenn eine Situation geeignet ist, Dich gefühlsmässig stark in Anspruch zu nehmen, baut Dein Gehirn eine Schranke auf. Diese Schranke könnte in Form von gespeicherten Handlungsanweisungen so aussehen: "Nein, jetzt werden keine Gefühle produziert und abgerufen. Dies würden "mich" überfordern können. Ich habe für die Situation "starke Gefühle" keine Handlungsanweisung, wie ich damit umgehen soll."

Das Gehirn speichert im Laufe unseres Lebens Handlungsanweisungen ab. Daher tun wir oft Dinge "wie automatisch".
Das ist nicht schlecht sondern hilfreich. Jedoch sollte man seine Handlungsanweisungen durchaus mal hinterfragen. Es ist durchaus möglich, dass die eine oder andere gespeicherte Handlungsanweisung zur Situation nicht passt, unangemenssen ist.

Die Frage, die sich bei Dir stellt, lautet: Wie gut ist Dein Zugang zu Deinen eigenen Gefühlen? Lässt Du gerne Deine Gefühle am täglichen Leben teilnehmen oder hältst Du sie gerne verschlossen? Sich nicht (ständig) von seinen Gefühlen leiten lassen ist gut, weil diese sogenannten Kopfmenschen meist sehr überlegt und vernünftig handeln. Jedoch ist das auch nicht immer gut. Unsere Gefühle gehören zu uns und man sollte sie auch angemessen zeigen.
Wenn wir unsere Gefühle ständig verschlossen halten, wird der Zugang zu diesen Gefühlen immer schlechter. Und je schlechter unser Zugang zu unseren Gefühle ist, je weniger können wir die Menschen und ihre Gefühle verstehen, die eben nicht immer verstandesmässig handeln. Die Qualität des Zugangs zu eigenen Gefühlen bestimmt den Grad unserer Empathie.

LG; Nordrheiner
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Möglich, dass die Konsequenzen des Todes Deiner Oma noch gar nicht zu Dir durchgedrungen sind. Dass Dich das später noch einholt.

Jeder geht anders damit um.

Der Eine vergeht vor Kummer und kriegt sich gar nicht mehr ein, der Nächste stürzt sich in Aktivität und regelt und putzt, räumt auf und delegiert, wieder der Nächste verstummt. Ganz oft ist es so, dass die Wahrheit erst sehr viel später über einen hereinbricht und dann auch die große Traurigkeit kommt.

Jetzt nicht abgrundtief traurig zu sein, bedeutet ja nicht, dass Du sie nicht geliebt hast. Denkst Du, Du müsstest das jetzt aber? Die anderen erwarten das von Dir?

Die Erwartungen Dritter können ganz schön schwer sein. Aber meist haben sie mit dem, was man selber braucht, nicht viel zu tun.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Das ist so eine Art Schockstarre. Das wahrnehmen des Todes kommt noch. Das ist normal.

Trauerphasen | Trauerphasen.de Vierphasenmodell der Trauer nach Yorick Spiegel

Auch die anderen Beschreibungen der Trauer gehen immer von einem Schockzustand aus. Das ist so, als wäre derjenige noch gar nicht tot. Man hat es im wahrsten Sinne des Wortes nicht begriffen. Meistens wird sich das in den nächsten Tagen ändern. Vielleicht bei der Beerdigung, vielleicht wenn Ihr Omas Sachen abholt. Oder wenn sie irgendwo fehlt im Alltag.

Bei mir war es so, als ich in der Wohnung meiner Oma Sachen abgeholt habe. Und es war ein komisches Gefühl in ihren Sachen zu wühlen. So intim. Aber sie war ja nicht mehr da um es auszuräumen, wir mussten es ja machen. Und da habe ich ihren Tod ersteinmal richtig "begriffen".
 
V

Vogelfrei

Gast
Hallo Gast,

Erst mal mein herzliches Beileid. Oft ist es so das man die Situation anfangs wenn jemand der einen so nahe stand stribt nicht wirklich realisiert. Sowas kann auch ein schutzreaktion deiner Seele sein. Mache dich nicht selbst fertig.
 
G

Gast

Gast
Es wurde ja bereits erwähnt, daß es vielleicht noch nicht wirklich bei Dir angekommen ist. Wenn du aber gerne Trauern möchtest und es nicht irgendwann über dich jerein bricht, gibt es auch die Möglichkeit deine Oma noch mal sehen zu können. Vielleicht realisierst du es dann.
 

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