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Keine Perspektive wegen Sozialphobie

NoNaNex

Neues Mitglied
Hallo,
ich wollte mich mal an dieses Forum wenden weil ich ein Problem habe welches mir meine Perspektive verhagelt.
Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit.

Ich hadere seit Jahren damit Chancen zu ergreifen bzw. überhaupt einen Ansatz zu nutzen um meine Situation zu verändern.
Primär sind es starke Depressionen die ich schon mein Leben lang habe aber auch eine soziale Phobie.
Letztere ist mittlerweile so ausgeprägt, dass ich schon Probleme habe meine Einkäufe zu bewältigen.
Es geht dabei nicht mal darum, dass ich mit Menschenmassen überfordert bin sondern dass ich ständig Gedanken habe Zielscheibe zu sein.
Grund dafür ist Mobbing zu Schulzeiten aber auch dass ich oft verspottet wurde und es teilweise auch noch werde.
Beispielsweise letztens beim Einkauf bei dem man mir verbal was an den Kopf geworfen hat.
Leider nehm' ich mir sowas sehr zu Herzen, habe daher auch schon Minderwertigkeitskomplexe und mich nimmt sowas sehr mit.
Auch habe ich große Probleme Nein zu sagen und bin dadurch leicht auszunutzen.

Ich bin krankheitsbedingt arbeitsunfähig, wodurch ich jetzt seit Jahren keine Perspektive habe und ich meine Situation gerne ändern wollen würde.
Einen Minijob dürfte ich annehmen, sofern ich nicht mehr als 215€ im Monat verdiene und sich die tägliche Arbeitszeit auf 3 Stunden beschränkt.
Coronabedingt sieht es auf dem Arbeitsmarkt schlecht für mich aus.
Aber ich möchte endlich was ändern.
Ich will nicht bis ins Alter noch in einer Sozialwohnung leben und ehrlich gesagt, fühle ich mich auch schlecht dabei, dass ich mich vom Staat aushalten lasse während andere ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren.
Klar, es ist krankheitsbedingt aber ich will endlich was ändern.

Nun habe ich seit Jahren das Thema Youtube im Kopf.
Konkret geht es darum, dass ich gern im Bereich Youtube tätig sein wollen würde.
Ich weiß, dass das als Beruf nicht sonderlich angesehen ist und man es vielleicht auch gar nicht als Beruf bezeichnen würde.
Allerdings bin ich da auch realistisch und weiß dass das eher 'n Hobby sein sollte.
Aber mittlerweile kann man auch davon leben wenn man es richtig anstellt und mit dem Verdienst nicht über seinen Verhältnissen lebt.
Ein Konzept, Talent für den auserkorenen Bereich und eine Marktlücke habe ich dabei auch.
Also würde es in der Expertise in dem Metier nicht mangeln und das Thema ist noch nicht ausgelutscht.
Ich würde mich da einfach mal langsam rantasten wollen und schauen wohin es führt.

Problem dabei ist natürlich die Sozialphobie und meine Sensibilität.
Man kriegt ja schon mit wie viele Youtuber geleakt werden, sie kein Privatleben mehr haben, öffentlich beleidigt werden, zu hause beschattet werden.
Das ist eben meine größte Sorge.
Wieder zum Gespött zu werden oder im schlimmsten Fall zu hause beschattet zu werden.
Die Menschen die mir nahe stehen kennen mich gut und können meine Bedenken nachvollziehen aber sind auch der Meinung dass ich mein Talent verschwende weil ich vor allem Angst habe.
Einige von denen waren schon überrascht als ich davon mal ein paar Kostproben vorgeführt habe und meinten dass da auf jeden Fall Potential ist, was man mir nicht unbedingt zugetraut hätte.
Nur ist da eben das Problem, dass mich meine Angst beherrscht.

In normalen Berufen sehe ich da kaum Chancen für mich.
Handwerklich total unbegabt, mit zu vielen Kollegen in einem Raum komme ich nicht klar und meine Lehre habe ich nicht abschließen können weil ich der Routine nicht gewachsen war.
Bin halt eher der kreative Typ.
Darum habe ich großen Respekt vor Leuten die ihren Beruf so ausüben können während ich dauernd versagt habe.

Ich weiß nicht ob jemand bisschen Erfahrung damit hat oder vielleicht ein paar Tips.
Würde mich aber über Anregungen freuen.

Gruß
 

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G

Gelöscht 118313

Gast
Hallo NoNaNex,

erst einmal finde ich es super, dass du nach Lösungen suchst bzw. dir überhaupt "öffentlich" alles von der Seele redest.
Was You Tube angeht, gingen bei mir allerdings sofort alle Alarmglocken an.
Wie du weißt, kann man in den Social Media zwar sehr schnell aufsteigen, aber leider genauso schnell wieder im Nichts verschwinden. Denn die Leute wollen ständig Nachschub an Material. Da kann man nicht sagen: Oh, ich fühle mich schlecht, ich poste in den nächsten 3 Tagen nichts. Das geht leider nicht. Dafür sind die Menschen, die sich davon berieseln lassen, viel zu flatterhaft und sensationsgeil geworden. Wer da nicht ständig aktiv ist und die Leute bei Laune hält, ist schnell wieder vergessen. Da wäre dann der Frust, die Enttäuschung, die Versagensangst vorprogrammiert.
Wir brauchen Routine, Beständigkeit, Wertschätzung. Die bekommst du definitiv nicht im WWW. Denn der Druck, liefern zu müssen, ist dort immens. Und negative Kommentare können absolut vernichtend wirken.
Jetzt hast du ja nicht geschrieben, über welches Talent du verfügst.
Du kannst es durchaus versuchen, aber ich würde empfehlen, keine Erwartungen ala "über Nacht berühmt" zu haben. Wenn es aber so ist, dass es dir nicht mehr aus dem Kopf geht, dann versuche es. Akzeptiere aber alle Konsequenzen. Gute wie schlechte. Leider ist alles möglich.
Das ist nur meine Meinung, ich wünsche dir jedenfalls alles alles Gute 🍀 💗
 

primechecker

Aktives Mitglied
Und in welchen Bereich willst du in etwa einsteigen? Man kann ja wahnsinnig viel auf Youtube machen.

Ich selbst würde wahrscheinlich auch nicht Youtube machen, zumindest mich nicht so zeigen, da ich mich schlecht fühle wenn ich anderen Leuten ausgesetzt bin und mir dann irgendwas anhören müsste wie schlimm ich wäre oder sowas. Man kann aber neuerdings auch solche Avatare erstellen, damit ist man dann etwas anonymer und stellt sich nicht so zur Schau. Ich denke aber bei Youtube ist trotzdem das Problem, dass es immer mal Trolls und Hater gibt. Ich weiß nicht inwieweit man das überhaupt umgehen kann.

Ansonsten bietet sich vielleicht auch noch eine Streamingplattform wie Twitch an, da gibt es ja glaube auch eine Kreativ-Ecke.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöscht 118178

Gast
Hey NoNaNex,

wie alt bist du? Wie lange steht deine Arbeitsunfähigkeit schon fest?

Ich habe/hatte teilweise die selben Probleme mit Depression und Sozialphobie. Schlechte Phasen gibt's immer mal aber die Phobie ist bei mir soweit weniger geworden, dass ich nur eine kleine Abneigung gegen das Rausgehen habe aber keine Panik mehr schiebe.
Mir hat betreutes Wohnen mit Anbindung an eine Werkstatt/Café für psychisch Kranke Menschen und Übung Übung Übung mich über meine Angst hinfortzusetzen geholfen.
Und DBT hatte mich gelehrt mit Ängsten und meinem Selbstwert besser umzugehen.

Wichtig ist natürlich, dass man sich Hilfe sucht.
 

NoNaNex

Neues Mitglied
Hallo.
Danke für die Antworten.
Fühlt sich schon irgendwie gut an sich mal was von der Seele zu reden.

Um ein paar Sachen zu beantworten:
Ja, ich bin realistisch und erwarte mir auch kein Vermögen oder sowas.
Wäre ja schon mit bisschen Zuverdienst zufrieden.
Vom Format wäre ich bei Unterhaltung.
Also keine Tutorials, Reactions, Let's plays, Politik, Gesellschaftkritik oder sowas.
Ich habe mir da über die Jahre auch einige Kenntnisse ansammeln können und bin in meinem Gebiet kein Anfänger.

Was die Kontinuität angeht habe ich das so angelegt, dass ich schon mal 6 Sachen in der Hinterhand hätte bevor ich überhaupt einen Account erstelle.
Jede Woche 2 mal was hochladen und während dessen schon neue Sachen vorproduzieren.
Falls ich dann doch mal wieder in so einer apathischen Phase bin, käme ich da nicht gleich in Bedrängnis.

Das wäre soweit der Plan aber wie ihr auch schon sagt, die Leute können sehr gehässig sein und da bin ich ziemlich sensibel.
Darum wäre es mir anonym schon am liebsten aber das beißt sich natürlich wenn man Videos machen und diese der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen will.

Das mit den Avataren finde ich interessant. Da recherchiere ich mal.
Danke für den Tipp.

Meine Arbeitsunfähigkeit besteht schon seit einigen Jahren.
Ich bin auch in therapeutischer Behandlung aber durch einen Umzug habe ich nur alle 6 Monate einen Termin bei meinem Therapeuten in der Heimat.
Der Plan war ja der, dass ich mit dem Umzug ein neues Leben anfange.
Job finden, meiner Kreativität nachgehen und was daraus machen.
Dann kam halt Corona und jetzt steh ich doof da.
Aber ich will den Kopf auch nicht in den Sand stecken.
Wenn da nur nicht diese Selbstzweifel wären.

DBT sagt mir jetzt leider nichts, @Fettgans .

Danke für alle Antworten.
Hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
 
G

Gelöscht 118178

Gast
Job finden, meiner Kreativität nachgehen und was daraus machen.
Dann kam halt Corona und jetzt steh ich doof da.
Aber ich will den Kopf auch nicht in den Sand stecken.
Wenn da nur nicht diese Selbstzweifel wären.
Wäre für dich eine Werkstatt etwas? Ich hatte bei uns eine Zeit lang in der Küche gearbeitet, später in einer "Malstation", in denen wir die Holzwerksachen, die von der Werkstatt hergestellt wurden, bemalt haben. An manchen Tagen waren viele Leute um mich herum und an manchen eher wenige. Wenn es mir nicht gut ging oder ich Abstand brauchte konnte ich mich in einen Ruheraum zurückziehen. Das Pensum konnte man variieren je nach Bedarf.
Es wurde direkt nicht vergütet aber es gab Mittagessen umsonst und am Wochenende wurden begleitete Freizeitangebote mit Ermäßigungen angeboten.

Anderer Vorschlag: Hast du mal über eine ehrenamtliche Tätigkeit nachgedacht?
Dinge die ich für mich in Betracht gezogen hatte:
-Zum einen kann man in einem Archiv arbeiten. Da hast du Ruhe für dich und wenn mal etwas liegen bleibt, ist es nicht so schlimm. Es gibt dort immer etwas zu tun. (Erfahrungsbericht einer Mitrehabilitandin)
-Dann gibt es bei uns zumindest mehrere Erlebnisbauernhöfe für Kinder bei denen man ehrenamtlich mithelfen kann. Das geht von den Hofarbeiten über bis zu der Bespaßung der Kinder (zusammen Malen, Ziegen streicheln, Spazieren gehen, ect.)
-Klingt zwar blöde aber für die Routine und das Gefühl etwas zu tun: Mit einer Gruppe im Park oder Wald Müll aufsammeln

DBT sagt mir jetzt leider nichts, @Fettgans .
DBT= Dialektisch Behaviorale Therapie
ist ein Therapiekonzept, welches die Themen der Inneren Achtsamkeit, Zwischenmenschlichen Fertigkeiten, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz und
Selbstwert bzw. Selbstakzeptanz beinhalten.

Das findet vor allem Verwendung in der Therapie von Borderline-Patienten aber ich finde, ganz ehrlich, dass so ziemlich jeder etwas DBT vertragen könnte. Der Durchschnitssbürger hat nämlich auch wenig soziale Kompetenzen und Emotionsregulation...
Ich konnte mich mit der Diagnose nicht direkt anfreunden, weil ich den Klischees nicht entspreche aber mich haben alle Themen sehr angesprochen, da sie auch alle mit meinen Ängsten und meinen Selbstwertproblemen zu tun hatten. Vor allem die psychoedukativen Inhalte fand ich spannend.
Man kann die Therapie sowohl stationär als auch ambulant machen oder man informiert sich selbst mit den dazugehörigen Büchern. Bei uns in den Kliniken werden auf jeder Station in der Psychoedukation Materialien aus den Büchern benutzt.
Die Bücher nennen sich "Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten" Von Martin Bohus und Martina Wolf-Arehult. Es gibt verschiedene Ausgaben. Und ich schätze mal, dass sie neben dem Skillstraining auch die psychoedukativen Inhalte beinhalten.
Wenn du gewillt bist alleine etwas Initiative zu ergreifen ist es vielleicht einen Blick für dich wert!
 

Qendi

Mitglied
Nur alle 6 Monate einen Therapietermin? Na das kann ja nichts werden! Suche dir einen neuen Therapieplatz vor Ort und gehe vorher noch in stationäre Therapie in eine Klinik.
Du kannst nebenher auch im Internet nach Selbsthilfegruppen suchen (vielleicht geht das ja trotz Corona mit Maske und nicht zu vielen Teilnehmern in einem Raum).
Ich hatte früher auch Soizalphobie und habe sie mit Psychotherapie und Selbsthilfegruppe überwunden.
 

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