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Keine Moneten, keine Freunde?

  • Starter*in Starter*in Florian2108
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F

Florian2108

Gast
Hallo!
Ich bin Florian (24) und wie im Titel habe ich eigentlich nie Geld übrig. Es reicht so dass ich leben kann und dann bleiben vielleicht noch 15-20€ übrig am Monatsende.

Seit ich in diese Stadt gezogen bin, habe ich keinen Anschluss gefunden weil ich mich wegen meiner finanziellen Lage nicht traue auf Leute zuzugehen. Wenn ich jemanden kennenlerne und ich denke dass die Chemie stimmt, scheitert es spätestens wenn man ein Treffen vereinbart, weil mir einfach das Geld fehlt. Aber oft kommt es gar nicht dazu weil ich kein Selbstbewusstsein habe so ohne Geld.
Andere gehen jede Woche ins Cafe oder ins Kino, ich muss es mir immer gut überlegen ob ich meine 15€ spare oder mal was unternehme und für die meisten Unternehmungen reicht es nicht. Deswegen bin ich meist auch kalt und abweisend zu Leuten, die ich eigentlich sympathisch finde. Von Mädchen rede ich erst gar nicht. Also ist mein Leben im MOment so dass ich komplett ohne Freunde dastehe und unter den Kollegen auch Außenseiter bin, weil ich mir angewöhnt habe auf Distanz zu bleiben. Ich weiß einfach dass ich nicht mithalten kann, wenn man sich mal auf ein Bier trifft und es für mich eigentlich nicht wert ist, für einen Abend saufen so viel Geld hinzublättern. Aber andere Leute ohne Geld haben doch auch Kontakte?
Weil mein Job körperlich sehr anstrengend ist, ist es auch schwer mit Nebenjob. Ich habe überlegt aber ich glaube das schaffe ich nicht und außerdem wäre dann im Endeffekt auch gar keine Zeit mehr für freunde drin.

Aber so ist es ein einsames Leben. Nur denke ich dass mich niemand mögen kann, weil ich ein armer Schlucker bin und nix zu bieten habe und auch nirgends richtig mitmachen kann.
 
Nur denke ich dass mich niemand mögen kann, weil ich ein armer Schlucker bin und nix zu bieten habe und auch nirgends richtig mitmachen kann.
Lieber Florian,
ich kann nicht glauben, dass ich Dolly Parton zitiere, aber in einem ihrer Songs singt die Alte folgende Textzeilen:

Because even when I was flat broke
You made me feel like a million bucks

Viel mehr ist nicht zu sagen.
Wenn es zwischen dir und einem anderen Menschen passt und ihr euch mögt, spielt was du hast oder nicht hast keine Rolle. Ich romantisiere da auch nichts, ich glaube schon, dass es im Alltag mitunter Thema sein kann, wenn einer viel Geld und einer keines hat, aber wenn man einander gern hat, lässt sich das lösen und zwar so, dass sich beide gut damit fühlen. Das sage ich dir als jemand, der gut zwei Drittel seines Lebens entweder in Armut oder großer Armut zugebracht hat. Ich hatte glücklicherweise meistens jemanden um mich, der mir das Gefühl geben hat, dass ich trotzdem ne Million wert bin, wie Dolly singt. Sowohl in Freundschaften, aber auch später in Beziehungen.

Und jetzt wo es anders ist und ich das riesengroße Glück habe nicht mehr in finanzieller Not zu leben, sondern in der Hinsicht Freiheit, Sicherheit und Privilegien habe, hat sich für mich nichts daran geändert, dass ich jemanden den ich dolle mag auch das "Millionen"-Gefühl geben will und es mir dabei piepegal ist, ob der Geld hat oder nicht. Wenn man einigermaßen bei klarem Verstand ist und einen Teelöffel voll Empathie hat, ist es auch kein Problem, trotzdem Zeit miteinander zu verbringen. Es gibt einen Haufen Dinge die gar kein oder kaum Geld kosten, kein Mensch braucht ein Action-Entertainment-4D-Supreme-Programm.

Mein Vorschlag: wenn du jemanden sympathisch findest, versuch über deinen Schatten zu springen und die Person anzuquatschen. Recherchiere doch mal im Internet, was man in deiner Stadt für lau machen kann. Online gibt es oft ganze Sammlungen an Ideen, manche Museen haben einen Wochentag an dem man keinen Eintritt bezahlen muss, es gibt Straßenfeste, kostenlose Konzerte, man kann mit dem Rad ins Grüne fahren und sowas. Dann bist du derjenige, der mit einem Vorschlag für eine Unternehmung ankommen kann. "Am Wochenende ist in meinem Viertel so n Musikfestival, hast du Lust hinzugehen?" oder "Morgen will ich an den See zum Schwimmen, wollen wir zusammen los?"
Bring ne Kleinigkeit mit, zwei Bier oder ein Überraschungsei für das Mädchen, das du gut findest. Muss nicht teuer sein, einfach als nette oder lustige Geste. Und wenn die Kohle für sowas nicht reicht, ist es auch nicht schlimm.
Wenn man sich ein bisschen kennt, würde ich recht bald sagen, was Sache ist. Damit habe ich persönlich langfristig bessere Erfahrungen gemacht, als mit der Strategie zu verstecken, dass man kaum Geld hat, und sich so durchzumogeln. Ich verstehe, wenn man sich schämt (obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gibt) und man das unangenehm findet, aber aus eigener Erfahrung fand ich es unterm Strich immer besser, klarzustellen, dass man liebend gern Zeit miteinander verbringt, aber das Geld für die meisten Aktivitäten fehlt. Wer kein A******* ist, wird kein Ding draus machen. Wann immer ich versucht habe, das zu verbergen, endete es doof. Man muss lügen, um Situationen, in denen man Geld braucht, zu vermeiden. Früher oder später werden Fragen auftauchen. Warum man sich nie zum Essen in einem Restaurant treffen will, warum man keine Lust auf Kino hat oder auf Kuchen oder Eis oder das Schwimmbad oder ein Wochenende in Hamburg. Warum man die Musik von XY ständig hört, aber trotzdem keinen Bock auf's Konzert hat. Warum man schon seit drei Wochen mit kaputtem linken Schuh rumläuft und es eine kleine Katastrophe ist, wenn man sein letztes Haargummi verliert. Warum einem abends meist der Magen knurrt und warum es einem fast das Herz bricht, an ner rumliegenden Pfandflasche vorbeizulaufen. Wenn man schlecht lügen kann, manövriert man sich noch dazu oft in echte Schlamassel. Zumindest ist das mir das ein oder andere Mal passiert. Das kostet so viel Nerven, verletzt Menschen und vergiftet die eigentlich schöne Zeit, mit jemandem, den man mag.

Das ist es nicht wert. Aber du bist es wert, Menschen die Chance zu geben, dich kennen und mögen zu lernen, Florian. Probier's aus. Vielleicht wirst du auch ein paar schlechte Erfahrungen einstecken müssen, weil es auf der Welt auch Idioten gibt. Aber bestimmt auch einige gute. Ich bin mir sehr, sehr sicher.
 
Hallo Florian2108,

dein Beitrag klingt sympathisch und ist selbstreflektierend, was schon einmal eine gute Voraussetzung ist. Du beschreibst schließlich auch, dass es durchaus potenzielle Kontakte geben könnte, auf die du dann aufgrund deiner Lage abweisend reagierst. Mich würde an der Stelle interessieren, ob deine Kollegen alle viel mehr verdienen oder eine Entspannung der finanziellen Lage absehbar ist?

Ansonsten würde ich mich auf die Kontakte einlassen, denn empathische, vernünftige Menschen werden dir sicher nicht deshalb die Freundschaft verwehren. Für einen Abend im Biergarten, zum Beispiel, könntest du vielleicht auch etwas Geld ansparen. Das muss nicht ständig sein, aber hin und wieder ist es eine nette Angelegenheit. Generell kann das Umziehen in eine neue Stadt bezüglich der Kontakte wirklich schwierig sein, das geht leider vielen so. Selbst mit einer Tätigkeit, die finanziell mehr Spielräume lässt. Kann mich ansonsten den Ratschlägen meines Vorredners anschließen und wünsche dir viel Kraft und alles Gute!
 
Also es ist eine schwierige Lage, gar keine Frage. Aber normalerweise hat man keine großen Probleme jemanden zu finden, mit dem man dann gemeinsam kein Geld hat.

Ich weiss nicht, wie deine Finanzen aussehen und ob man etwas sparen könnte für Freizeitaktivitäten (ich gehe nicht davon aus, dass Du jeden Tag Luxusklamotten einkaufst und deswegen kein Geld für ein Bier übrig hast).

Nur:
Es heißt doch, dass sich die junge Generation immer weiter vom Materialismus entfernt. Also sollte man schon Anschluss finden. Das müssen jetzt keine neuen "Hippies" wie die Anhänger der letzten Generation oder Ähnliches sein. Da findet man bestimmt etwas.

Nebenbei würde ich aber auch in mich hineinhorchen: Geld scheint sehr wichtig für dich zu sein. Wärest du gerne mit jemandem befreundet der kein Geld hat, oder wäre das für dich ein Problem?

Manchmal projiziert man seine eigenen Problematiken auf die Welt da draußen.

Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute!
 
Also auf mich wirkst du auch ehrlich und sympathisch. Was ich mich frage, warum bleibt am Ende des Monats so wenig übrig? Bist du noch in der Ausbildung? Normalerweise müsste doch mehr übrig bleiben, zumal du ja auch schreibst, dass es körperlich anstrengend ist.
 
Also da ich zwei alleinerziehende Muttis im Freundeskreis hatte die plötzlich (Erzeuger nicht zahlen wollen usw) finanzielle Probleme hatten und nicht mehr so flüssig wie früher waren kann ich dir sage das es wahren Freunden sowas von egal ist 🙂

Dann ist man halt anstatt in ein Schwimmbad im Sommer an einen See gefahren.
War spazieren oder hat Sightseeing betrieben.
War halt dann ein Besuch in einer Imbissbude eher drin mit denen als ein tolles Restaurant aber das war alles egal 🙂

Trotzdem würde ich an deiner Stelle mal überdenken wie es dazukommt das du so wenig übrig hast
 
Lieber TE,

es gibt Menschen wie z.B. der ehemalige Schauspieler Robin Williams, die finanziell mehr als ausgesorgt sind, dennoch tief unglücklich waren. Mit unserer Sichtbrille interpretieren wir die Welt. Du siehst dich als armer Schlucker, aber andere würde dich als sehr privilegiert bezeichnen. Du konntest das Bett verlassen (viele Menschen hatten nicht das Glück), du hast ein Dach über den Kopf und lebst in einem Land, dass dich nicht verhungern lässt.

Darüber hinaus gibt es tolle Unternehmungen, die kaum bis gar nichts kosten. Zum Beispiel gibt es Wandergruppen oder Tandempartner. Solche Aktivitäten kosten 0€. Des Weiteren gibt es durchaus Möglichkeiten sein Einkommen zu erhöhen. Wäre eine Weiterbildung möglich?

Das wichtigste ist jedoch dein Selbstbild. Wenn du dich weiterhin als unangenehme Person siehst, weil du finanziell nicht mit allen Leuten mithalten kannst, wirst du (un)bewusst auch so handeln. D.h. du wirst so handeln, dass deine Annahme sich immer bestätigen wird/soll. Du musst zunächst für dich eine Person werden, die du als angenehm empfindest. Dann kümmerst du dich um den Rest.

Ich hoffe, dass du eines Tages einsiehst, dass du als Mensch bereits jetzt wertvoll bist!
 
Ich kann auch nur sagen: wenn die Sympathie stimmt, ist das Geld egal. Meine beste Freundin ist schon seit ich sie kenne chronisch pleite. Sie steht einen Vollzeitjob psychisch nicht durch, verdient also nur wenig und hat obendrein nicht den Vorteil eines Partners, der die halbe Miete zahlt. Jedenfalls war es schon immer so, dass sie wenig bis kein Geld für Aktivitäten hat.

Ich mag sie aber trotzdem furchtbar gerne. Egal wie depressiv meine Stimmung ist, eine Stunde mit ihr hilft besser als 10 Stunden bei einem Therapeuten. Ich kann einfach über alles mit ihr reden und ihr alles anvertrauen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie es anschließend weitersagt.

Wenn ich irgendwas mit ihr machen will, das sie sich nicht leisten kann, gibt es ja eine einfache Lösung - ich lade sie kurzerhand ein und zahle den Kaffee bzw. den Eintritt für uns beide. Die tolle Zeit ist mir das Extrageld wert. In dem Punkt ist es natürlich gut, dass sie mir offen gesagt hat, dass sie nur wenig Geld hat. Denn sonst müsste ich die ganze Zeit grübeln, warum sie nie mit mir ins Kino will, ob es etwa an mir selber liegt, dass ich irgendwas an mir habe, das ihr den Kinobesuch unangenehm macht. Da ich aber um ihre finanzielle Situation weiß, muss ich gar nicht lange darüber grübeln, was an mir nicht stimmt, sondern kann sie gleich mit "darf ich dich zum Kinofilm xy einladen?" ins Kino schleppen. Ist mir lieber, als dass ich 10 Leute anbetteln muss, ehe sich endlich einer erbarmt, wovon 5 dann nur wegen dem Geld ne Ausrede erfunden haben. Oder man geht eben gratis zum See, wenn im Kino eh nix ordentliches läuft. Den Kaffee nimmt man dann eben von zu Hause in der Thermoskanne mit (da werde ich dann wieder eingeladen - sie füllt einfach Kaffee für 2 Personen in ne riesige Thermoskanne).

Weißt du, mir ist eine ehrlich Freundin die immer zu mir steht - die ich im Zweifel aber einladen, bzw. mit der ich mich auf kostenlose Aktivitäten beschränken muss - viel lieber als Freunde, die zwar alles finanzieren können, die aber nie da sind, wenn ich sie wirklich brauche.
 
Moin!

Also zur Aufklärung, ich arbeite ungelernt am Bau und lebe eigentlich bescheiden. Rauche nicht, trinke kein Alk, habe kein Netflix, kein Mäcces. Luxus ist, dass ich gerne zocke, aber habe schon ewig keine neuen Games geholt und spare dann auch immer lange drauf. Ich esse viel, weil ich auch hohen Verbrauch habe, aber eigentlich sehr günstig. Ein kleinen Betrag ist für ein Familienmitglied bestimmt und so bleiben eben nur 15-20€ am Ende des Monats was ich auch lieber zurücklege.

Noch ein Job habe ich überlegt, sowas wie Lieferando, aber irgendwann streikt auch der Körper.

Andere haben einfach mehr übrig weil gelernte Arbeiter oder wohnen noch zu Hause oder wohnen mit der Frau, dann hat man schnell mal nur halbe Miete.

Ich finde es einfach peinlich, was soll ich machen? Kann ich auch nicht ändern dass es so in mein Kopp drinne ist. Ich weiß schon dass man auch was machen kann, was nix kostet, aber irgendwann wird es ja doch Thema. Selbst wenn man nur spazieren geht, will man vielleicht dann noch in ein Cafe gehen oder mal ein Eis holen oder so. Für wen anderen ist es nix, ich denke dann immer super, so viel Zaster für 3 Minuten Eis schlecken.
 

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