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Keine Lust mehr!

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Gast

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Hallo,

ich bin männlich und 35 Jahre alt. Ich habe keine Lust mehr, in unserer Gesellschaft zu leben.
Ich hatte schon 10 Jahre keine Freundin mehr, muss Tabletten wie Solian nehmen, und bin somit dadurch zum größten Teil inpotent.
Die Arbeit im Büro macht auch keinen Spass, bin Betriebswirt und total unzufrieden im Job. Die Kollegen sind alle falsch, versuchen sich nur gegenseitig auszuspielen und zu mobben. Im Freundeskreis geht es nur noch darum, wer bis jetzt beruflich am meisten erreicht hat. Es geht in der deutschen Gesellschaft nur noch um Leistung, besser wie der andere zu sein, um Neid und Missgunst, Ellebogendenken, Schubladendenken, die Menschen werden immer kälter. Überhaupt komme ich als deutscher mit der deutschen Mentalität immer weniger zurecht. Das arrogante Getue, die Besserwisserei, schrecklich. Immer mehr Hackfressen oder Spieser, die einem nichts gönnen wollen, sich überall einmischen, schlecht über andere Leute reden.
Ich habe schon öfters an Selbstmord gedacht, habe aber noch Eltern, denen ich das nicht antun will. Das ist aber auch der einzigste Grund, der mich noch am Leben erhält. Das Suchen nach einer Frau hier in Deutschland habe ich schon längst aufgegeben, da die Frauen hier immer unerträglicher werden. An Arroganz, Kälte und Zickigkeit auf der Welt kaum zu überbieten. Ich trinke immer mehr Alkohol und habe keinen Lebenswillen mehr, sehe keinen Sinn mehr im Leben, keine Lebensfreude. Ich liebe aber meine Eltern, die für diese Welt eigentlich viel zu gut sind. Kann mich deswegen nicht umbringen, da ich ihr restliches Leben nicht zerstören will. Ich weiss, dass sie meinen Selbsmord nicht verkraften würden. Das haben sie nicht verdient aber was soll ich machen ?
 
Zunächst einmal kann ich deine Gedanken über die heutige Leistungs- und Ellenbogengesellschaft sehr gut nachvollziehen. Du scheinst dich leider in einem Umfeld zu befinden, in dem dieses Denken sehr stark ausgeprägt ist. Wichtig ist aber, dir bewusst zu machen, dass nicht jeder so ist!! Nicht alle Menschen sind arrogant, besserwisserisch und falsch. Somit denke ich, vor allem dein jetziger Freundes- und Bekanntenkreis tut dir nicht gut, weil diesen Menschen anscheinend andere Werte am Herzen liegen als dir. Und ja, es ist sicher nicht leicht, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen, aber es ist nicht umöglich.

Genauso sieht es mit Frauen aus, ich glaube wirklich nicht, dass alle deutschen Frauen kalt, zickig und arrogant sind. Da bist du wohl einfach an die Falschen geraten bisher. Auch hier wäre vielleicht ein Wechsel des privaten Umfeldes hilfreich.

Was den Job betrifft, so solltest du dir überlegen, ob dich nicht vielleicht ein Arbeitsplatzwechsel erleichtern würde. Vielleicht ist die Arbeitsatmosphäre in einem anderen Büro angenehmer und die Menschen dort versuchen nicht ständig, sich gegenseitig auszuspielen. So was ist zweifelsohne ein großer Schritt, aber besser als permanente Unzufriedenheit doch allemal.

Ich denke, wenn du die "Baustellen" in deinem Leben anpackst, wirst du erkennen, dass es noch vieles gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn es anders nicht geht, vertrau dich deinem Hausarzt an, er kann dich z.B. an einen Psychologen weiterüberweisen.
 
Hallo Gast,

Du beschreibst die Welt so, wie Du sie siehst. So ist sie aber nicht. Überhaupt nicht.

Aus Deinem Text spricht ein massiver Tunnelblick. Ein Problem mit Deinem Bewältigungsinventar. Das ist ein deutliches Signal für eine mögliche Therapiebedürftigkeit - vor allem, falls dieser Zustand schon länger anhält.

Wenn das der Fall ist, hilft Dir keine Supervision, kein Coaching, erst recht keine Tipps in einem Forum.
Außer vielleicht dieser eine: Schau nach therapeutischer Hilfe. Der Gang zum Arzt ist jetzt dran.
 
Hallo Gast,

Du beschreibst die Welt so, wie Du sie siehst. So ist sie aber nicht. Überhaupt nicht.

Aus Deinem Text spricht ein massiver Tunnelblick. Ein Problem mit Deinem Bewältigungsinventar. Das ist ein deutliches Signal für eine mögliche Therapiebedürftigkeit - vor allem, falls dieser Zustand schon länger anhält.

Wenn das der Fall ist, hilft Dir keine Supervision, kein Coaching, erst recht keine Tipps in einem Forum.
Außer vielleicht dieser eine: Schau nach therapeutischer Hilfe. Der Gang zum Arzt ist jetzt dran.
Das kannst du doch nicht beurteilen welche Weltsicht die richtige ist. Ich habe auch schon Therapien und Medikamente hinter mir, hat es was gebracht? Nein.
 
Hallo, Gast!

Ich verstehe dich absolut. Ich hege auch eine riesige Wut auf die Gesellschaft. Sie treibt einen dazu, an sich selbst zu zweifeln. Aber es gibt viele Menschen, die sich in die andere Richtung bewegen. Alternativ denkende. Solche, bei denen du Mensch sein kannst.

Es kommt wirklich darauf an , mit wem du dich umgibst.

Mein Beispiel:
An meiner Uni sind größtenteils genau solche oberflächlichen Menschen, wie du sie beschreibst. Kinder reicher Eltern, die die Firma übernehmen möchten. Menschen, die glauben, sie seien etwas besseres und dass das wichtigste im Leben Geld und Ansehen ist. Glattgeleckte Menschen ohne eigene Meinung, die immer nur Fernsehen schauen und jeden Mist glauben. Die zu feige sind, ihren Mann zu stehen und meiner Meinung nach früher alles Nazis gewesen wären..ja, ich könnte mich jetzt stundenlang über die aufregen.

Ich habe lange versucht, mit diesen Menschen klarzukommen. Ich bin sogar auf sie zugegangen. Aber mehr als Abweisungen und Hinterm-Rücken-Geläster habe ich nicht erhalten.

Ich habe sogar versucht, in ihr Schema zu passen, damit ich gemocht werde. Ich wurde aber immer wieder abgestoßen und ich habe dadurch immer mehr an mir selbst gezweifelt. Ich dachte, dass ich nicht "liebenswert" bin. Aber es lag einfach daran, dass ich mich nicht verbiegen kann und damit niemals zu ihnen gehören werde.

Irgendwann war ich so wütend, dass ich gegen eine Wand geboxt und mir die Hand gebrochen habe. Sie musste mehrfach operiert werden und nun habe ich eine riesige Narbe auf meiner Hand, die ich einst so ästhetisch und schön fand.

Ich glaube, das war ein Schlüsselerlebnis. Diese Narbe zeigt mir, was passiert, wenn man der Gesellschaft zwanghaft gefallen möchte: Frust und Selbstverletzung und manchmal (wie in deinem Falle) sogar Selbstmord(gedanken).

Ich habe mir nun angewöhnt, authentisch zu sein. ICH zu sein. Das zu tun, was ich will. Egal, wo und wie. Ich sage, was ich denke. Ich treffe mich, mit wem ich mich treffen möchte. Ich schlafe sogar auch, mit wem ich möchte und habe auch kein Problem, das offen zuzugeben. Und das als Frau! Da sagt die Gesellschaft doch, das ist böse. Aber hey, ist mir egal, denn ich mag die Gesellschaft nicht. Ich treffe mich lieber mit "Außenseitern". Wer nicht in die Gesellschaft passt, hat meiner Erfahrung nach häufig eine interessante Persönlichkeit und damit kommt der Großteil der grauen Masse nicht klar. Ich setze mich in der Bahn neben den "Verrückten", der vor sich hin quatscht und den alle meiden. Weil er endlich mal die Wahrheit erzählt und nicht über die Fußballergebnisse oder das nächste Topmodel faselt.

Mich kann zwar der Großteil der Leute nicht ausstehen, aber ein kleiner Teil fühlt sich von mir magnetisch angezogen. Ich bekomme oft genug gesagt, dass ich eine Wahnsinns-Frau bin. "Du bist sooo anders als all die anderen Frauen". Das sagen mir die Männer, die sich in mich verlieben. Und mich bewundern die Leute für meine Ehrlichkeit. Ich habe mehrere gute Freunde und sie schätzen mich total. Und das sind alles "Verrückte". Solche, die in komischen Klamotten durch die Stadt rennen und Mist machen. Wie Kinder. Und ich liebe diese bekloppten Leute.

Ich habe gemerkt,dass du das, was du bist, auch automatisch anziehst. Du musst nur dich selbst auch zeigen.
Einer der Männer, die sich unsterblich in mich verliebt haben, ist übrigens nun mein Freund. Ich liebe ihn. Er ist unglaublich. Er ist mein Traummann. Und warum will mein Traummann bei mir sein? Weil ich absolut ich selbst bin und er erkannt hat, dass wir perfekt zusammenpassen. Hätte ich ihn gefunden, wenn ich mich immernoch verbiegen würde? Wahrscheinlich nicht. Denn dann hätte er mich nicht als das wahrgenommen, was ich wirklich bin.

Mein Tipp an dich wäre, dass du rausfindest, wer du bist. Ich meine nicht auf Arbeit, sondern vor allem im Privatleben. Vielleicht weißt du schon, wer du bist und setzt es aber nicht um. Du bist wahrscheinlich auch unter den falschen Leuten in deiner Freizeit. Meine Freunde reden eher davon, wie man die Gleichberechtigung von Mann und Frau erreichen könnte oder den Kapitalismus aufhalten kann, statt sich an Geld und Statussymbolen zu messen. Und die Freunde habe ich kennengelernt, indem ich zu alternativen Bewegungen gegangen bin. Ich will dir jetzt um Himmels Willen keine politische Einstellung aufschwatzen. Aber du könntest dich mal in "linke" Kreise begeben und da schauen, wie die Menschen dein beschriebenes Bild von der Gesellschaft genauso verachten wie du. Geh zu Projekten wie "Volksküchen" deiner Stadt und sprich ein bisschen mit den Menschen. Du wirst dort außerdem merken, wie willkommen du bist als Mensch. Und wenn du denen sagst, dass du wegen dieser Gesellschaft schon an Selbstmord denkst, werden dir einige wahrscheinlich Dinge sagen wie "das hatte ich auch schon, aber dann habe ich folgendes gemacht..".


Ich gebe zu, es kostet Überwindung, sich nicht "konform" zu benehmen. Ich möchte auch nicht mich permanent Rockstar-mäßig daneben benehmen. Ich möchte aber ein Stück weit in der Öffentlichkeit provozieren und den Leuten die Augen öffnen. Du glaubst garnicht, was das für einen Spaß macht und was für wahnsinns-Leute man dabei kennenlernt.

Also. Geh mal zu ein paar Projekten, bei denen Menschlichkeit im Vordergrund steht. Wie schon genannt, Volksküchen. Oder Hilfe für Flüchtlinge, Wohnungslose usw.. ich glaube, das ist erstmal eine gute Adresse.

Und was die Arbeit angeht...ich glaube, wenn du privat in besseren Händen wärest, würdest du das viel besser wegstecken. Ich habe einen Kumpel, der am Fließband arbeitet. In Schichtarbeit. Schrecklich. Aber er hat eine wahnsinns-Persönlichkeit. Er ist ein richtiger Sonnenschein. Er bildet sich privat in Sachen Philosophie und Geschichte, Gegenwärtige Gesellschaft usw. Er kommt morgens um 5 von seiner doofen Nachtschicht und schreibt jedem in seiner Telefonliste eine Rund-SMS, dass sie ihren Tag genießen sollen. Und über seine Arbeit macht er Witze. Er parodiert sie richtig. Ich will damit sagen, dass eine starke Persönlichkeit mit ziemlich viel Mist zurechtkommt. Aber dafür muss sie sich auch entfalten können. Kannst du dich im Privatleben nicht entfalten, hältst du den schlechten Job auch nicht so gut aus.



Fühl dich gedrückt!
Elly
 
Hallo Gast,

Du beschreibst die Welt so, wie Du sie siehst. So ist sie aber nicht. Überhaupt nicht.

Aus Deinem Text spricht ein massiver Tunnelblick. Ein Problem mit Deinem Bewältigungsinventar. Das ist ein deutliches Signal für eine mögliche Therapiebedürftigkeit - vor allem, falls dieser Zustand schon länger anhält.

Wenn das der Fall ist, hilft Dir keine Supervision, kein Coaching, erst recht keine Tipps in einem Forum.
Außer vielleicht dieser eine: Schau nach therapeutischer Hilfe. Der Gang zum Arzt ist jetzt dran.

Hallo dukannstdas,
Was weißt du denn über die Mitmenschen, das Umfeld von ihm. Vielleicht lebst du in einer zufällig etwas heileren Ecke der Welt und kannst dir manches gar nicht vorstellen was aber durchaus Realität ist. Wäre ja schön und im Prinzip einfach wenn nur der Blick der falsche wäre...
 
Witzig, darüber hab ich heute auch schon einen Post verfasst 🙄

Klar wird Deutschland immer schlimmer. Ein ehemaliger Kollege sagte, dass das aus den USA kommt. Kann ich nicht bestätigen und auch nicht widerlegen.

Mir geht's jedenfalls auch ähnlich wie dir. Nur dass ich noch Lebensmut hab. Trinken solltest du deswegen nicht. Meld dich hier im Forum an, dann hast du schon den ein oder anderen Menschen um dich herum, der anders ist (und den ein oder anderen Menschen der genauso ist, wie du es beschreibst🙄)

Mal daran gedacht, ins Ausland zu gehen? Holland, Schweden, Norwegen, Kanada?

Es sind nicht alle Frauen so, wie du's beschreibst. Vielleicht suchst du nach den falschen Frauen? Meinen Partner hab ich bei ner Weiterbildung kennengelernt. Online-Suchmaschinen für Partner halte ich für unnütz. Ein Bekannter hat das ne Zeit lang gemacht: Hässlich, hässlich, hässlich, schön - aber nicht schlau genug, hässlich, zu eitel... na was sagen schon harte Zahlen und eine Momentaufnahme auf nem Foto über einen potenziellen Partner aus, wenn sich der Naturwissenschaften nach Menschen ihren Partner über die Nase aussuchen (dieser unbewusste Prozess, du weißt schon..) ?!?

Naja... deine Eltern haben dich gut erzogen, denk ich. Gib nicht auf und kämpfe dafür, dass es hier wieder besser wird. Sei anders 😎 und steh dazu, ich drück dir die Daumen!:daumen:
 
Hallo dukannstdas,
Was weißt du denn über die Mitmenschen, das Umfeld von ihm. Vielleicht lebst du in einer zufällig etwas heileren Ecke der Welt und kannst dir manches gar nicht vorstellen was aber durchaus Realität ist. Wäre ja schön und im Prinzip einfach wenn nur der Blick der falsche wäre...

Ich weiß nichts über ihn. Und ich neige nicht zu schnellen / kategorischen Urteilen. Warum also jetzt und hier? Die Frage ist sehr berechtigt. Und verdient eine Antwort:
1. Der mitgeteilte Blick auf die Welt ist kategorial. Es gibt praktisch keine "hellen Flecken" dabei.​

2. Die Massierung der Bewertungen und Schuldzuweisungen lässt mir eine Bewältigung aus eigener Kraft unwahrscheinlich erscheinen.

3. Sätze wie "Ich habe schon öfters an Selbstmord gedacht, habe aber noch Eltern, denen ich das nicht antun will.", kann man kaum diagnostisch unterbewerten

4. Es liegen meinerseits berufliche Erfahrungen mit ähnlichen Konstellationen vor.


Zusammengenommen ist das natürlich alles nicht zwingend. Vielleicht "k...tzt" sich auch tatsächlich jemand nur aus. Ich schließe diese Möglichkeit nicht aus.

Angesichts des anzunehmenden Risikos habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, dazu zu raten, hier professionelle Hilfe zu suchen. Und zwar nach reiflicher Überlegung und nicht "mal eben so". Und das in einer mehr als unmissverständlichen Diktion. Auch dafür gibt es einen Grund: "Diplomatischer" formulierte Appelle werden in solchen Lagen häufig überhaupt nicht mehr als solche wahrgenommen.

Nebenbei: Ich wollte das Forum im Übrigen in keiner Weise abwerten. Das hat schon seine Berechtigung. Aber eben auch seine Grenzen.

Und: Selbstverständlich darf jeder / jede eine andere Meinung dazu haben. Ich hoffe, ich habe meine einigermaßen nachvollziehbar begründen können.
 

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