Naja, wenn mir jemand den Hals umdrehen möchte, ist es denke ich normal, dass ich das auf mich beziehe.
Bezüglich des Bräutigams schrieb ich, dass ich mich bedroht >fühlte<.
Ich saß, er beugte sich über mich, kam mir mit seinem Gesicht ganz nahe und sagte, dass das seine Hochzeit wäre und er darum bestimmen würde, wann jemand gehen darf und wann nicht. Ich sagte ihm, dass jeder selbst bestimmen darf, wann er gehen möchte und wann nicht. Daraufhin kam er mit seinem Gesicht noch näher an meines und wiederholte, dass wir bleiben müssten, weil es seine Hochzeit wäre und wir erst gehen dürften, wenn er das möchte.
Seine Augen funkelten dabei und ich bezweifle wirklich stark, dass das eine "nett gemeinte Aufforderung" war, zu bleiben. Zum weiteren Hintergrund: Die Person mit der ich gehen wollte, wurde kurz zuvor von einem anderen Hochzeitsgast geschlagen. Da muss man einfach akzeptieren, dass jemand keinen Bock mehr auf diese Veranstaltung hat und nach Hause gehen möchte. Ich wollte mich da auch nicht länger aufhalten. War richtig schockiert, dass ich dort gelandet bin.
Also ja, vielleicht bin ich zartbesaitet und beziehe Sachen schnell auf mich. Denn ich will nicht Teil einer solchen Veranstaltung sein.
Dass ich unsicher bin, kann ich zu 100 Prozent bestätigen. Ich versuche oft es anderen Personen recht zu machen. Gäbe es meinen Freund nicht, würde ich jedoch definitiv nicht zu der Hochzeit fahren, da mir die Braut nicht nahesteht.
Frage mich halt, ob die Personen sich bei der kirchlichen Hochzeit eventuell besser benehmen und möchte meinen Freund nicht im Stich lassen. Er muss auf jeden Fall bis zum Ende bleiben. Er ist fest eingeplant.
Da ich so unsicher bin und es mir schwer fällt unangenehme Entscheidungen zu treffen, habe ich mich mit dem Problem an das Forum gewendet.
Ihr habt mir auf jeden Fall geholfen. Beim Gedanken daran, abzusagen, kam ich mir unglaublich schlecht vor (hauptsächlich wegen meines Freundes). Jetzt weiß ich, dass zumindest andere Verständnis für diese Entscheidung hätten.
Momentan tendiere ich noch dazu, hinzufahren und gegebenenfalls früher wieder zu fahren. Muss mir nur fest vornehmen, dass dann auch wirklich durchzuziehen, wenn ich mich unwohl fühle. Weiß nur noch nicht ganz, ob ich mich dann vom Bräutigam verabschiede.
Eigentlich sagt mein Bauch: Tue dir das nicht an. Geh nicht hin.
Mein Kopf: Das was damals passiert ist, war nicht in Ordnung. Vielleicht kannst du den Personen ja aus dem Weg gehen und du kannst ja immer noch fahren.
Mein Herz: Denk an deinen Freund. Er wünscht sich, dass du kommst. Lass ihn nicht allein.
Das macht es für mich so kompliziert.