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ich könnte wirklich ein roman über meine probleme und gedanken schreiben, aber das würde eh keiner hier oder sonst wo lesen.
ich besuche die 12. klasse eines gymnasiums und habe das ziel nach meinem abitur zu studieren. seit jahren, besser gesagt seit der 5. klasse habe ich in der schule wegen meiner schlechten noten sehr viel gelitten. ich musste immer wirklich immer viel kritik einstecken, nicht nur von den lehrern sondern auch von den schülern. ich habe trotz der vielen demütigungen nicht aufgegeben und es bis zur 12. klasse geschafft. aber vorallem in letzter zeit hab ich gar keine motivation mehr was zu leisten, weil ich mich einfach so extremst schwach und nutzlos fühle. zusätzlich finde ich dass ich etwas zu dick ,hässlich und einsam bin , weil ich noch nie ein freund hatte. ja ich habe freunde und verstehe mich mit ihnen sehr gut aber mir fehlt einfach der spaß und die motivation. letzte woche haben wir in der schule darüber geredet dass ein mensch erfolgserlebnisse braucht um sich besser und stärker zu fühlen. tja solche erlebnisse sind bei mir nunmal sehr selten. mir gehts so beschissen, ich penn schon in der schule fast ein und wenn jemand mich auf noten anspricht bin ich kurz davor zu heulen.
ich bin so schwach und unglücklich. ich befürchte dass ich zum psychologen gehen muss. könnt ihr mir sagen was ich tun soll? ich selber sehe kein grund mehr weiterzuleben, weil ich nichts auf die reihe bekomme. mich braucht eh keiner...
 
Hi,

zu Deinem Aussehen kann ich mir zwar kein Urteil bilden, aber fast alle Menschen (und besonders weibliche) sehen sich selbst sehr kritisch, zudem würde ich sagen, 90% fühlen sich zu "dick". Also denke ich, viele sehen Dich bestimmt mit ganz anderen Augen. Die Sichtweise daran zu messen, dass Du noch keinen Freund hattest, ist der falsche Weg. Vielleicht bist Du einfach noch nicht dem "passenden" begegnet. Irgendwo gibt es ganz sicher jemanden, für den Du wichtig bist...oder mal werden wirst.

Aber zu Deiner Antriebslosigkeit möchte ich Dir raten, geh mal zum Onkel Doktor, damit meine ich nu keinen Psychlogen, sondern einen Allgemeinmediziner. Lass Dich mal durchchecken, nur zur Sicherheit. Das kann nämlich auch medizinische Ursachen haben, wie Hormonschwankungen, Blutdruck, Zucker...irgendeine Über- oder Unterfunktion vielleicht. Gerade auch, weil Du schreibst, dass Du fast einpennst.

Und- schau auch mal auf die "kleinen schönen Dinge" im Leben ;o)
LG
 
Eine Untersuchung beim Arzt kann nicht schaden. Vielleicht hast du einen zu niedrigen Blutdruck, zu wenig Eisen im Blut oder eine Schilddrüsenunterfunktin und fühlst dich deshalb schlapp und depressiv.

Übrigens fände ich es gar nicht "schlimm", wenn du wegen deiner depressiven Gedanken einen Psychologen aufsuchen würdest. Kläre aber mit dem Hausarzt und der Krankenkasse ab, ob dir eine Psychotherapie finanziert würde. Es gibt da auch nichts zu "befürchten". Ein Psychologe ist dazu da, Menschen mit psychischen Problemen zu helfen. Man muss sich nicht schämen, eine Therapie "nötig" zu haben. Wer geht nicht alles zum Psychologen? Bei körperlichen Problemen sucht man sich ja auch professionelle Hilfe, wenn man verantwortungsbewusst sich selbst gegenüber ist. Eine kostenlose Alternative, bei der die Hemmschwelle für dich vielleicht auch geringer wäre, ist der Besuch bei einer Beratungsstelle für Ehe-, Familien-, Erziehungs- und Lebensfragen, die es mittlerweile sogar in Kleinstädten in kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft gibt. Dort steht ein Team aus Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Psychologen Ratsuchenden jeden Alters zur Verfügung. Ziel ist hier keine Therapie im eigentlichen Sinne, sondern eine Krisenintervention, die dir ja vielleicht schon genügen würde.

Wenn du studieren willst, solltest du ein gutes, zumindest aber durchschnittliches Abitur anstreben. Ein Studium ist noch um ein Vielfaches schwieriger als das Abitur und erfordert neben den hohen intellektuellen Anforderungen eine überdurchschnittliche psychische Belastbarkeit, insbesondere in der Examensphase, wie ich (Juristin) aus eigener Erfahrung weiß. Auch ist die Gefahr der Vereinsamung an einer anonymen Uni weitaus größer als in der Schule. Allzu Zartbesaitete bekommen da leicht Probleme. Auch wenn du es dir jetzt noch nicht vorstellen kannst: Während der Schulzeit ist man im Vergleich zur Studienzeit noch viel behüteter.

Eine Alternative wäre, nach dem Abitur zunächst eine Berufsausbildung abzuschließen (dann hast du in jedem Fall eine Sicherheit!) und anschließend ein Studium zu beginnen. Dann stehst du nicht ganz so sehr unter Druck, dass es mit dem Studium unbedingt klappen muss. :blume: So würde ich es heute machen, wenn ich noch mal vor der Wahl stünde. Es gibt auch Ausbildungen, die einem gute berufliche Perspektiven durch Weiterqualifizierung eröffnen; es muss nicht immer ein Studium sein. Wenn es dir eh wichtiger ist, auf jeden Fall zu heiraten und eine Familie zu gründen, erst recht nicht. Dann reicht es doch, seinen Lebensunterhalt durch einen soliden Beruf notfalls (sollte es eines Tages zur Scheidung kommen) allein bestreiten zu können, statt sich in einem anspruchsvollen Universitätsstudium aufzureiben und den entsprechenden Beruf früher oder später eh nur noch in Teilzeit mit langen Unterbrechungen durch Elternzeit oder sonstige Beurlaubungen aus familiären Gründen auszuüben. Das muss aber letztlich jede Frau für sich selbst entscheiden. Oder geht es dir eher darum, an der Uni deinen zukünftigen Ehemann kennen zu lernen? 😉 Einen gut verdienenden Ehemann kann man auch finden, ohne selbst studiert zu haben. Ich kenne jede Menge solcher Fälle. Und allzu berufsorientierte Frauen sind den Männern und den Schwiegermüttern auch heute noch eher suspekt.😉 Frag dich also selber kritisch, ob du wirklich der Typ dafür bist. Es muss auch nicht unbedingt ein Universitätsstudium sein; vielleicht wäre ein kürzeres und "verschulteres" Fachhochschulstudium ja auch eine Alternative?

Kannst du dich eigentlich deinen Eltern anvertrauen, was deine Probleme und dein Gefühl der mangelnden Lebensfreude betrifft?
 
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