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Keine Kraft mehr, wie komme ich wieder auf die Beine?

donjuan

Neues Mitglied
Guten Tag zusammen,

ich bin normalerweise kein Mensch der mit seinen Problemen an die Öffentlichkeit geht, doch grade die Anonymität hier hat mich doch dazu gerbacht mal meinen ganzen Sch.. hier abzuladen. 🙁😉

Ich stecke zur Zeit in einer schlimmen Phase meines Lebens. Nicht dass es diese nicht schon früher gab, doch bin ich dabei mir alles kaputt zu machen was mir noch bleibt.
Ich habe seit ca. einem halben jahr kleine Arbeit mehr, bin mit meiner Familie im Streit. Mein Bruder muste jetzt nach Afghanistan in eine Infanterie Einheit, die jede Woche in Gefechte verwickelt ist. Ich war zu feige und stolz mich vor seiner Abreise mit ihm zu versöhnen...das letzte mal sah ich ihn Weinachten...jetzt habe ich natürlich Angst, "was wäre wenn"...was wenn ihm was passiert usw und mache mir riesige Vorwürfe.

Ich bin kurz davor aus meiner Wohnung zu fliegen, was dann aus mir wird weiß ich nicht, wohin ich gehen soll. Ich habe mit meiner Familie seit über einem halben Jahr keinen Kontakt mehr. Die Vorstellung ich sitze auf der Straße und muss zu ihnen "gekrochen" kommen macht mich wahnsinnig, auch wenn ich sie liebe und sie mich. Mein Stolz würde es nicht zulassen.
Jetzt mache ich noch die Beziehung zu der letzen mir verbliebenden Person kaputt, meiner Freundin. Ich liebe sie so sehr, und zu sehen wie sie wegen mir leidet macht mich fertig. Ich durchlebe eine sehr selbszerstörerische Phase in der ich mich aufgegeben habe. Alles was ich angepackt habe ging daneben, größten teils durch selbst verschulden. Mein selbstvertrauen auf auf einem Tiefpunkt, so tief dass ich nicht mehr rausgehen mag.

Erschroken bin ich von meiner Aggresivität. Ich fühle mich wie ein Tank unter hochdruck der jeden Moment explodieren kann. Gewalt gegen andere ist noch nie vorgekommen. Meistens leidet das Möbiliar oder ich selber darunter. Auch der Gedanke einen ewigen Frieden zu suchen kam schonmal auf. Den Menschen um mich, denen ich über so viele Jahre hinweg Kummer und Sorge bereitet habe durch einen schmerzhaften Schlussstrich endlich die Ruhe vor mir zu geben.
Wirklich präsent ist dieser Gedanke aber nicht.

Mir ging es mal sehr gut. Ich hatte alles was sich ein Mann wünschen kann. Ich war 2 Jahre in einer Elite Einheit. Und nun versage ich am ganz gewöhnlichen Alltag.
Ich habe viel Kraft in mir wenn ich möchte. Ich bin Intelligent, Liebevoll, sehe gut aus, bin immer für meine Mitmenschen da. Ich weiß das alles, doch habe ich zur Zeit einfach keine Kraft mehr, ich will auch nicht mehr! Ich fühle mich Wertlos und ausgegrenzt.
Und es gibt einfach keine Perspektiven für mich dass sich daran mit Arbeit was ändern könnte.
Wie schaffe ich es aus diesem loch nur herraus? Ich weiß es nicht. Ich sehe mich in einem Halben Jahr entweder in der Gosse, im Gefängniss oder Tod.
 
Ich finde es mutig, dass du dich hier öffnest und einen großen schritt hast du schon getan, du bist dir bewußt geworden. Niemand von uns kann dir eine pauschal allgemeingültige antwort geben, wie du wieder kraft bekommst. Was denkst du könnte ein erster kleiner schritt sein, das es dir besser geht? Vielleicht ein klärendes gespräch mit deinen eltern zb? Regeln das du die wohnung behalten kannst, ämtergänge ect, wäre in meinen augen am wichtigsten, was denkst du?

lg always
 
Hallo donjuan

always hat Recht, wir können dir hier keine Patentlösung bieten - leider. Nur Kraft und Besserung wünschen, zumindest in den meisten Fällen.

Worüber ich mir Gedanken mache - Elite-Einheit? Militär, Polizei... aus welchem Gebiet? Warum bist du ausgeschieden/ entlassen/ wasauchimmer worden?

Die Tatsache, dass Militäreinsätze Soldaten so sehr traumatisieren können, dass sie danach nicht mehr in der Lage sind, sich ohne professionelle Hilfe wieder in die 'normale' Gesellschaft einzugliedern, ist ja bekannt. Könnte so etwas der Grund für deine Situation sein? Denn (für mich) offensichtlich scheint dein Problem von innen zu kommen bzw resultiert nicht aus akuten äußerlichen Umständen und Problemen.

Viel Kraft und innere Stabilität!
LG Straighta
 
Ihr habt da sicherlich recht, danke jedenfalls für die Antworten.

Eine Lösung werde ich hier auch nicht finden, denn das Problem bin ich selber. Ich muss es nur wieder auf die Beine schaffen. Wie weiß ich noch nicht, aber ihr wisst ja, was einen nicht umbringt macht einen stärker.

Ja es war eine Infanterieeinheit der BW. Wir waren als Eingreiftruppe bei ISAF eingesetzt, eine Zeit über die ich aber eigetnlich nicht viel rede da die Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren.

Sie hat mich positiv und negativ verändert, doch habe ich immer versucht meine Kraft aus dieser Zeit zu ziehen, getreu nach dem Motto "wenn ich das geschaft habe" werde ich das auch meistern.

Straighta, langsam komme ich auchauf den Gedanken, irgentwas stimmt da nicht ganz oder so..die Eingliederung war nicht so das Problem. Ich habe zwar ein paar Wochen gebraucht aber durch den wieder schnellen eintrit ins Arbeitsleben und meiner freundin ging es relativ gut. Es kommen natürlich immer mal wieder Bilder hoch, aber nicht so extrem dass ich meine sie würden mich belasten...denke ich. 😕

Ich werde als ersten Schritt versuchen mit meiner Familie darüber zu reden, und ihnen meine Lage schildern. Aber den Einsatz sehe ich nicht als Problem. Kenne viele Fälle bei denen es so war, dass die Menschen sich sehr stark verändert haben. Ich habe das erschreckend gut weggesteckt.

Danke euch ersmal.
 
oder einfach nur ignoriert?

Hm, das halte ich auch für möglich. Es muss wie gesagt nicht der Grund sein, aber teilweise werden starke psychische Belsatungen von unserem eigenen Bewusstsein ausgeblendet oder auch nicht als solche wahrgenommen.

Ich habe zum Beispiel lange nicht gewusst, was der Grund für meine Depressionen sein könnte - durch Selbsthypnose (soll heißen: bewusste Kontaktaufnahem mit dem eigenen Unterbewusstsein) sind mir zumindest einige Gründe klar geworden - ich habe sehr unter dem (vermeintlichen) Erwartungsdruck meines Umfelds gelitten, der zwar tatsächlich nicht vorhanden war, aber als solcher wahrgenommen und gleichzeitig unterdrückt wurde. Ich habe mir quasi ein Problem eingebildet, dieses verdrängt und mir dadurch selbst geschadet.

Das ist nur ein Beispiel. Vielleicht scheint dein Beruf spurlos (soll heißen: ohne Traumata etc zu verursachen) an dir vorbeigegangen zu sein, aber solange du dich nicht intensiv damit auseinandergesetzt hast, würde ich es nicht einmal ausschließen.

LG Straighta
 
DANKE für Deine Offenheit und Dein Dich zeigen. Ich verstehe Dich sehr gut.

Du schreibst, dass Du immer für andere da bist.
Was würdest Du Deiner Freundin als Ratschlag geben, wenn sie mit (d) einem Problem zu Dir käme?

Mein Tip: Fühle ALLES, darin liegt Deine Befreiung!
 

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