Anzeige(1)

Keine Freunde

G

Gast

Gast
Erstmal hi
Ich hab lange überlegt, ob ich mein Problem hier schildern soll. Eigentlich kenne ich alle Antworten darauf, wie ich die Situation ändern kann, aber vielleicht tuts gut, mir alles mal von der Seele zu schreiben.
Wie man in der Überschrift schon lesen kann, bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich wirklich sagen muss, dass ich absolut keinen einzigen richtigen Freund mehr hab.
Das war nicht immer so. Ich hatte in der Schule viele soziale Kontakte und seit der Grundschule einen allerbesten Freund, mit dem ich wirklich durch dick und dünn gegangen bin. Ne bessere Freundschaft kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Das ganze hat über 10 Jahre angedauert, in denen wir alles miteinander gemacht und erlebt haben. Die Freundschaft war mir wirklich sehr wichtig. Wir gingen nach der Grundschule auf verschiedene weiterführende Schulen, aber das hat nichts geändert. Als ich letztes Jahr Abitur gemacht hab, verlief sich das mit den Leuten aus meiner Klasse. Da merkt man mal, dass man mit manchen Leuten nur "befreundet" ist, weil man sich 5x die Woche sieht. Das wusste ich vorher schon, aber es ist ja trotzdem schön, ab und zu mal zusammen wegzugehen. Ich hab danach ein Jahr freiwillig in nem Altenheim gearbeitet, mein bester Freund hat ne Ausbildung angefangen. Ich war teilweise 12 Tage am Stück am arbeiten, mein Kumpel hatte viel Stress auf der Arbeit, und so wurde der Kontakt immer sporadischer, bis er letzten Endes irgendwie komplett abbrach. Ich hab ihm oft geschrieben, die Antworten waren aber immer sehr knapp und irgendwie lieblos. Hinzu kommt noch, dass ich seit mehreren Jahren eine Beziehung führe, in die ich wirklich viel Liebe investiert hab. Die Beziehung läuft auch perfekt. Vielleicht hab ich meinen Freundeskreis deswegen auch ab und zu vernachlässigt. Aber das ist doch normal? Vor ein paar Tagen haben wir uns zufällig wieder getroffen und es war überhaupt nicht mehr wie vorher. Bis zu dem Punkt hat mich das ganze auch garnicht so beschäftigt. Ich hab viel gearbeitet, in meiner Freizeit viel mit meiner Freundin unternommen, treibe sehr viel Sport. Aber als wir dann wieder geredet haben und ich gemerkt hab, dass er eigentlich ein komplett fremder Mensch ist, einen neuen Freundeskreis hat (von dem ich vorher auch wusste. Alles Leute mit denen ich nicht klarkomme) hat mich das schon sehr getroffen. Ich weiß, Menschen leben sich auseinander, das ist normal. Jetzt wird mir seit ein paar Tagen bewusst, dass ich überhaupt niemanden mehr hab. Wenn meine Freundin am Wochenende mal weggeht, sitz ich allein daheim, weil ich niemanden hab, mit dem ich mich einfach mal so treffen könnte, um zu reden, ein Bier zu trinken. Nix. In 2 Wochen fang ich an zu studieren, dort lern ich bestimmt auch wieder Leute kennen. Aber ich glaub, sowas wie eine richtig innige, beste Freundschaft kommt nicht mehr. Und das macht mich schon traurig. Bin zu großen Teilen wahrscheinlich auch selbst dran schuld. Bin alles andere als extrovertiert, hab keine Lust mich jedes Wochenende zu besaufen. Da haben wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt. Und das was mich am meisten beschäftigt, ist dass ich das Gefühl hab, dass ihm das komplett egal ist. Aber so ist das halt..
Ich dachte immer, eine Beziehung ist das wichtigste. Wenn einem aber mal bewusst wird, dass man keinen einzigen Freund mehr hat, sieht die Welt doch wieder anders aus. Freundschaft braucht ein Mensch auch
Naja, wollte mir meinen Frust einfach mal von der Seele schreiben. Danke fürs lesen
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben