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Keine Energie für Bachelorarbeit, Depressionen, Aufschieberitis

Hast du schon einmal von Prokrastination gehört?
Es handelt sich dabei simpel gesagt um Aufschieberei. Mittlerweile weiß man, dass diese Problematik meist tiefer liegende Ursachen hat und dass es sich dabei nicht um Faulheit handelt.

Bei den abgebrochenen Studiengängen und der langen Studienzeit, solltest du dir dringend psychologische Hilfe suchen.
Wenn der Zusammenbruch jetzt nicht da ist, kommt er spätestens wenn du das BA Zeugnis in den Händen hältst.
Für viele Studenten stellt das noch einmal eine Art Lebenskrise dar, weil sie danach quasi ins Nichts fallen und gar keine Aufgabe mehr haben.

Deine Uni hat sicher eine psychosoziale Beratungsstelle. Sprich mit denen. Vertrau dich auch deinem Dozenten an.

Bei so vielen Studiengängen und Semestern halte ich das nicht mehr für eine kurze Lebenskrise oder eine einfache Fehlentscheidung. Ich bin mir sicher, dass du das schaffst die Sache durchzuziehen, wenn du dir Hilfe holst.
 
Mir ist bewusst, dass es sich dabei um Prokrastination handelt. Seit Jahren schwirrt mir ja nichts anderes mehr im Kopf herum, wenn ich mal wieder nichts mache. Dass das nichts mit Faulheit zu tun haben soll, beruhigt natürlich, aber so ganz glauben kann ich es nicht. Das Ergebnis ist das selbe, auch wenn der Weg dorthin alles andere als bequem ist...

Ich war schon bei vielen Psychologen (nicht nur deswegen, aber es hat meiner Meinung nach alles damit zu tun), aber wirklich helfen konnte mir keiner. Man muss diese Leistung, die schlechte Gewohnheit zu ändern, eben selbst erbringen und für xy Tage durchhalten. - Da gehen die Meinungen ja auseinander, ob man Gewohnheiten nach 30 oder doch erst nach 60 Tagen verinnerlicht hat. Jedenfalls dauert es verdammt lange, wenn man sich jeden Tag, jede einzelne Minute, selbst bekämpfen und immer wieder überwinden muss. Vielleicht kann ich diese Energie überhaupt nicht aufbringen, weil ich mehr oder weniger depressiv bin. Deshalb auch die Frage, ob da vielleicht Medikamente helfen könnten. Es muss ja schnell gehen...
 
Klingt skuril, aber hast du dir mal überlegt, ob nicht eine Ausbildung etwas für dich wäre?

Gerade für Menschen, die psychische Probleme haben, kann das Studium eine schwere Zeit sein, weil es eben wenig Struktur bietet und viel Eigeninitiative benötigt.

Eigeninitiative, die man unter den Umständen vielleicht nicht hat und deshalb lässt man sich eher treiben.

Nun bist du anscheinend kurz vor Abgabe und es fehlt nur noch die Bachelorarbeit. Ist das der 1. Versuch?
 
Ja, das ist mein erster Versuch. Ich bin seit Jahren scheinfrei, aber die Abschlussarbeit fehlt noch.

Natürlich habe ich über Ausbildungen nachgedacht. Immer wieder, wenn ich total gestresst und verzweifelt vor irgendwelchen Prüfungen war, weil ich mal wieder nichts gemacht hatte, habe ich mich mit der Suche nach einer Ausbildung abgelenkt. Online versteht sich, ohne großen Aufwand zu betreiben. Nur geschaut, was es noch so gibt.
Aber das habe ich dann auch wieder gelassen, weil man dafür ja auch etwas hätte tun müssen (Entscheidungen treffen + Energie aufwenden) und ich diesen "Schritt zurück" auch nicht gehen wollte. Im Studium kann man sich so schön treiben lassen und wenn man nicht über negative Konsequenzen nachdenkt, geht das jahrelang irgendwie gut.

Ich muss mich jetzt 3 Monate zusammenreißen, dann könnte alles gut werden. Aber dieses "du musst dich einfach zusammenreißen" funktioniert nicht so einfach...
 
Aber dieses "du musst dich einfach zusammenreißen" funktioniert nicht so einfach...

Dann versuche es über die Belohnungsschiene.

Was für Gedanken kommen Dir in den Kopf, wenn Du anfangen willst?

Ich muß 10 Stunden jetzt nonstop durchpowern
Ich muß perfekt sein

Oder?

Du mußt weder perfekt sein noch mußt Du ohne Freude zu haben an die Arbeit.

Nehme Dir vor 3 Stunden konzentriert zu arbeiten und mach für Dich wieder etwas Schönes. Du mußt nicht das ganze WE alleine zuhause zu sitzten. Gehe doch für 2 Stunden in die Kniepe mit Freunde und genieße die Zeit und werde wieder Mensch.

ABER:
setzte Dich dran...DAS ist wichtig.

Sonst bist Du verloren. Wenn ich ganz ehrlich bin, haben mir Ursachen nie geholfen sondern immer, mich selbst auszutricksen.

Die ganzen tollen psychologischen Gespräche und Ursachenforschungen nützen Dir nur in sofern etwas, daß Du Dir sagen kannst, was für eine arme Sau Du bist. Im Grunde genommen bist Du es auch, weil nur durch Reden ohne Handeln schwindet das Selbstwertgefühl (und ganz ehrlich, nicht zu unrecht).

Willst du Dich wieder gut fühlen und keine Panik mehr schieben und mit guten Gewissen Deine Arbeit zu Ende bringen, muß du etwas dafür tun.

Stelle Dir vor ein Raucher geht zum Seelenklemptner und bespricht seine Rauchsucht und sowie er draußen ist, steckt er sich erstmal eine an. Witzlos, oder?

Nehme Dir immer was schönes vor. Gehe Schwimmen. Hole Dir Dein Rad und mach ne kleine Tour. Lad mal einen Freund zum Mittagessen ein ABER setzte Dich ANSCHLIESSEND wieder dran.

"gehe gut mit Deinem inneren Kind um. Nehme es an die Hand und führe es durch die Abschlußphase" - so könnte man es viell. auch bezeichnen....

Oder scheiter an Deiner eigenen Antriebslosigkeit...die wirst Du aber mit Hilfe einer Psychotherapie nicht überwinden, wenn Du Dich nicht überwindest. Psychotherapie ist Arbeit. Ich kann da ein Lied von Singen. Nichts für Leute, die sich gehen lassen wollen.

Letzten Endes mußt Du für Dich entscheiden, was Du willst. Mit Mitte 30 bist Du erwachsen.


Alles Gute

Kolya

Nachtrag:
Bei den abgebrochenen Studiengängen und der langen Studienzeit, solltest du dir dringend psychologische Hilfe suchen.

Wozu? Der Drops ist gelutscht und wie gesagt, sich da hin setzen und über sein allgemeines Versagen zu reden, bringt m.E. nix. Was soll das bringen? Die Zeit kann er sowieso nicht ändern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gestern hab ichs abends tatsächlich geschafft, mich nach einem vertrödelten Tag für 2 Stunden an die Arbeit zu setzen. Heute fängt es schon wieder so an. Der Tag ist schon wieder zur Hälfte rum, aber ich habe noch nichts Sinnvolles getan. - Mit viel Glück schaffe ich heute noch 4 produktive Stunden, was damit aber definitiv ein riesen Schritt wäre.

Aber reichen denn 4 Stunden produktive Arbeit, in die man viel Hirn stecken muss? Ich werde ja theoretisch für 8 Stunden "Bachelorarbeit" pro Tag bezahlt. Wie viele Stunden arbeitet man denn effektiv mit dem Kopf, wenn man im Büro sitzt? Es gibt ja Leute, die meinen, mehr als 6 Stunden kann man sich sowieso nicht konzentrieren. Dann gibts aber doch auch Ingenieure, die bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen und ihre 12-14 Stunden runterreißen.
Wären 4 Stunden für heute ein guter Anfang, auch wenn ich schon wieder viel zu spät dran bin? Werd ichs jemals schaffen, ein normales Arbeitspensum zu erbringen? 😕
 
Gestern hab ichs abends tatsächlich geschafft, mich nach einem vertrödelten Tag für 2 Stunden an die Arbeit zu setzen. Heute fängt es schon wieder so an. Der Tag ist schon wieder zur Hälfte rum, aber ich habe noch nichts Sinnvolles getan. - Mit viel Glück schaffe ich heute noch 4 produktive Stunden, was damit aber definitiv ein riesen Schritt wäre.

Aber reichen denn 4 Stunden produktive Arbeit, in die man viel Hirn stecken muss? Ich werde ja theoretisch für 8 Stunden "Bachelorarbeit" pro Tag bezahlt. Wie viele Stunden arbeitet man denn effektiv mit dem Kopf, wenn man im Büro sitzt? Es gibt ja Leute, die meinen, mehr als 6 Stunden kann man sich sowieso nicht konzentrieren. Dann gibts aber doch auch Ingenieure, die bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen und ihre 12-14 Stunden runterreißen.
Wären 4 Stunden für heute ein guter Anfang, auch wenn ich schon wieder viel zu spät dran bin? Werd ichs jemals schaffen, ein normales Arbeitspensum zu erbringen? 😕


Was studierst du denn genau? Ich lese nur was vom B.sc. vielleicht hast du es ja schon erwähnt, aber ich finde es einfach nicht 🙂
 
Aber reichen denn 4 Stunden produktive Arbeit, in die man viel Hirn stecken muss? Ich werde ja theoretisch für 8 Stunden "Bachelorarbeit" pro Tag bezahlt. Wie viele Stunden arbeitet man denn effektiv mit dem Kopf, wenn man im Büro sitzt? Es gibt ja Leute, die meinen, mehr als 6 Stunden kann man sich sowieso nicht konzentrieren. Dann gibts aber doch auch Ingenieure, die bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen und ihre 12-14 Stunden runterreißen.
Wären 4 Stunden für heute ein guter Anfang, auch wenn ich schon wieder viel zu spät dran bin? Werd ichs jemals schaffen, ein normales Arbeitspensum zu erbringen? 😕

Mach dir um das Leben nach dem Studium keinen Kopf. Es ist überhaupt nicht vergleichbar mit der Studienzeit. Die wenigsten Ingenieure sitzen einfach nur vor dem Bildschirm und tippen irgendwas. Meistens geht es darum ganz konkrete Sachen zu bearbeiten, die gerade jemand von dir benötigt der neben dir sitzt. Du hast ja auch keine Angst, dass du keine Antwort geben könntest, wenn dich jemand auf der Straße nach dem Weg fragt. Und du zählst auch nicht die Minuten, die du für das beantworten dieser Frage benötigst und überlegst, was du nach dem beantworten der Frage alles mit deiner Freizeit anstellst.

Aber nur um deine Frage zu beantworten 🙂D): Als Ingenieur arbeitet man von 8 Studen produktiv ca 5-7 Stunden, 1-3 Stunden gehen für die Verteilzeit drauf (von A nach B laufen, für Wartezeiten, Fahrzeiten, Fragen an Kollegen, beantworten, Gruppenrunden, von Fragen von Kollegen beantworten usw...). Im Vergleich zu anderen Dienstleistungsberufen ist das geradezu gigantisch viel Verteilzeit.
 
Ist das ("das" := die letzte Antwort, meine letzte lesende Aktivität) echt schon wieder über 2 Wochen her? 😕

Woche 2 meiner Bachelorarbeit läuft und ich habe bisher nichts getan. Letzte Woche eine Präsentation und ein Besuch beim Hausarzt, der mir Sertralin verschrieben hat, was wohl antriebssteigernd wirken und die schlechten Gefühle ("lähmende Schuldgefühle") vertreiben soll. Die ersten Tage haben aber die Nebenwirkungen richtig reingehauen und ich bin vor Depressionen kaum aus dem Bett gekommen (eher so um diese Uhrzeit jetzt - und dann haben die Schuldgefühle noch viel härter zugeschlagen und ich hab sie mit Ablenkung durch Filme und Serien überspielt, was natürlich nur teilweise geglückt ist). - Ich weiß gar nicht, wie man so doof sein kann, dieses noch durchs Medikament verstärkte, beinahe unerträgliche Gefühl in der Magengegend nicht durch "einfach mit der Arbeit anfangen" zu besänftigen, sondern das hinzunehmen...

Auch heute bin ich eben erst aus dem Bett gekommen. Nachdem ich gestern schon wieder viel zu spät dran war, meinen Zwischenstand zu berichten (was ich bis heute nicht getan habe), hat mich diese miese Situation förmlich ans Bett gefesselt. "Wozu aufstehen? - Alles doof. Lieber schlafen und die Welt vergessen...". Ich weiß natürlich, dass das nicht zielführend ist und alles nur schlimmer macht. Ich habe einige Versuche unternommen, aufzustehen, aber erst jetzt hat es geklappt. Und jetzt sitze ich hier und... prokrastiniere(?) im Forum, weils mir so dreckig geht.

Vielleicht hilft mir ja die positive Erfahrung, das gute Gefühl, das sich einstellt, wenn/falls ich heute etwas fertigstelle, morgen gleich/früher mit der Arbeit loszulegen.
 
Oh, shit...Das ist übel.

Mann ey, wie kann man Dir nur helfen?

Bist Du eigentlich einsam? Hast Du keinen Kontakt an der Uni, um z.B. in der Bibo sich zum Lernen bzw. Schreiben zu verabreden?

Hast Du es mit einem Plan versucht?

Morgens um 8 Uhr aufstehen und um 9 Uhr aus dem Haus -> Uni Bibo

Gute Gefühle kann ich Dir nicht vermitteln.

Ich hatte eben die Idee, ehrlich mit dem Prof zu reden und Kllinikaufenthalt an zu streben. Eine ganz radikale Methode
die aber auf langer Sicht was bringen kann.

Kolya
 

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