LonelyStudent
Mitglied
Hallo,
ich brauche mal wieder Euren Rat, denn so langsam weiß ich nicht mehr weiter.
Keine Ahnung, ob ich hier im Studiumsforum überhaupt richtig bin, denn theoretisch würde das in viele Kategorien passen.
Ich studiere jetzt im dritten Studiengang (zwei abgebrochen), den ich hoffentlich bald auch endlich mal mit einem Bachelor of Science in einer immerhin nicht brotlosen Kunst mit immerhin guten bis sehr guten Noten abschließe. Scheinfrei bin ich seit 4-5 Semestern, also fast schon eine Regelstudienzeit lang, habe für diesen Studiengang dann deutlich mehr als die doppelte Regelstudienzeit gebraucht.
Jetzt habe ich eigentlich das große Glück, einen Dozenten gefunden zu haben, der meine Bachelorarbeit betreuen will, und dazu ein Unternehmen, bei dem ich danach auch angestellt werde, wenn ichs nicht verbocke.
Seit einem halben Jahr versuche ich, mich in den doch etwas exotischen Themenbereich einzuarbeiten, was bisher nicht besonders erfolgreich war. Klar habe ich etwas gelernt, aber es hätte deutlich mehr sein können.
Mein Betreuer hat schon gemerkt, dass ich ein schwieriger Fall bin und versucht mir, wo es nur geht, in den Hintern zu treten. Dabei wird er aber zunehmends ungeduldiger und auch lustloser, was ich natürlich nachvollziehen kann, da ich ihn bei gemeinsamen "Teamarbeiten" (Aufarbeitung des Themas für Präsentationen, Vorlesungen oder Übungen etc.) oft hängengelassen habe und er dann die Arbeit, für die ich auch noch als HiWi bezahlt werde, kurzfristig selbst übernehmen musste.
Beim Unternehmen kann ich mich jetzt einen Monat lang einarbeiten und habe dann drei Monate Zeit, die Thesis zu schreiben. Das ist schon wenig Zeit, vor allem da ich die Materie noch nicht so gut beherrsche. Die übliche Praxisphase, in der man sich optimalerweise auf die Abschlussarbeit vorbereitet, habe ich bereits vor genannten 4-5 Semestern in einem gänzlich anderen Bereich abgeleistet, was zumindest lauf Prüfungsordnung kein Problem darstellt. Theoretisch könnten dieser eine Monat Einarbeitung plus die bereits gesammelte (wenige) Erfahrung im letzten halben Jahr ausreichen, wenn ich nur endlich etwas dafür tun würde. Denke/hoffe ich zumindest.
Ich machs aber einfach nicht und ich weiß nicht genau warum oder wie ich es ändern könnte. Im Internet findet man so viele verschiedene Ansätze, zutreffende Krankheitsbilder, aber ich weiß nicht, was genau davon auf mich zutrifft, oder ob das alles nur die Suche nach einer Ausrede für meine Faulheit und den Unwillen ist, die Komfortzone zu verlassen und endlich etwas zu tun.
Mein Betreuer/Dozent ist gerade verärgert. Ich geh nur noch selten ans Telefon, wenn er anruft, und schiebe das Beantworten der E-Mails lange vor mir her. Teilweise kommen 5 Mails pro Tag mit Arbeitsanweisungen und Tipps, aber eben auch solche, die sein Unverständnis und seine Enttäuschung über meine arbeitsverweigernde Haltung ausdrücken. Ich versteh es selbst nicht: ich finde seine Vorschläge schon sinnvoll und sage dann auch zu, das zu bearbeiten, weils mir eigentlich machbar erscheint und ich in dem Moment dann auch Lust darauf habe. Aber ich schaff es dann nicht, mich wirklich an die Arbeit zu machen und es durchzuziehen und dann bin ich wieder mitten drin in der altbekannten Prokrastinationsspirale mit lähmenden Schuldgefühlen und Versagensangst, das Handeln fällt noch schwieriger und ich stecke meinen Kopf in den Sand und lasse alles an mir vorüberziehen.
Letzte Woche (meine erste dort) habe ichs geschafft, gerade mal 2 Tage im betreuenden Unternehmen zu erscheinen, die übrigen zwei Tage und heute habe ich angegeben, zuhause zu arbeiten, was theoretisch kein Problem wäre, wenn ich denn auch was machen würde, was ich natürlich nicht getan habe. Mir ist schon klar, dass es für einen Aufschieber sinnvoller wäre, hinzugehen und dort zu arbeiten, aber ich habe selbst das heute nicht geschafft, obwohl ichs mir vorgenommen hatte. Der für mich zuständige Kollege hatte schon Angst, dass es mir dort nicht gefällt und ich aufhöre, weil ich nicht mehr gekommen bin (ich habe ihm erst heute am Telefon gesagt, dass ich im Home-Office arbeite, da ich ja eigentlich kommen wollte...).
Ich habe das Gefühl, dass mir der innere Antrieb fehlt, die intrinsische Motivation. Da ist einfach nichts da. Ich hab einfach keine Energie mehr, auch nur einfachste Dinge zu erledigen. Ich trau mich nicht ans Telefon, wenn der Dozent anruft, ich schaffs nicht, die ständigen E-Mails von ihm zu beantworten, etwas für ihn/mich/das Thema zu arbeiten, komme morgens kaum noch aus dem Bett, weil ich genau weiß, dass wieder nur so ein bescheidener Tag auf mich wartet. Ich brings nicht mal fertig, mir Bescheinigungen vom ehemaligen Arbeitgeber und der Krankenversicherung für den neuen Arbeitgeber zu besorgen oder mich darum zu kümmern, wie es jetzt durch den Jobwechsel mit der Versicherung überhaupt weiter geht. Meine Zeit verplemper ich damit, im Bett zu liegen, Filme und Serien zu schauen und mich damit vielleicht in eine schönere Welt zu flüchten, oder ich beschäftige mich mit einfachen Tätigkeiten, wie Putzen, Aufräumen oder Einkaufen. Ich denke schon, dass ich Depressionen habe oder Dysthymie und extreme Aufschieberitis. Keine Ahnung, was da jetzt was begründet, ob ich aufschiebe, weil ich depressiv und energielos bin, oder ob ich depressiv bin, weil ich aufschiebe. So richtig happy war ich vermutlich auch noch nie, vielleicht mal in früher Kindheit, aber vielleicht bin ich auch ein Fall von chronischer Dysthymie, die schon in frühen Jahren begonnen hat. Durch die Schule bin ich halt irgendwie durchgekommen (hatte da aber auch schon große Motivationsprobleme, das frühe Aufstehen war der Horror und ich hatte so meine Probleme, mich in die Klassengemeinschaft einzufügen, da ich mich immer irgendwie minderwertig gefühlt habe) und durchs Studium jetzt auch halbwegs, aber der Abschluss scheint so unerreichbar fern.
Ich verliere gerade total den Faden, also hör ich mal auf, den langen Text noch länger werden zu lassen, obwohl es da sicher noch das eine oder andere zu erwähnen gäbe.
Wäre super, wenn Ihr die ultimative Lösung für mich hättet. Das ist natürlich unrealistisch...
Die Prokrastinationsambulanz der Uni Münster schreibt, dass man zunächst die Depression behandeln müsste, bevor man das Aufschiebeproblem lösen kann, falls die sich gegenseitig begründen, aber wie soll ich das denn zeitlich anstellen?
ich brauche mal wieder Euren Rat, denn so langsam weiß ich nicht mehr weiter.
Keine Ahnung, ob ich hier im Studiumsforum überhaupt richtig bin, denn theoretisch würde das in viele Kategorien passen.
Ich studiere jetzt im dritten Studiengang (zwei abgebrochen), den ich hoffentlich bald auch endlich mal mit einem Bachelor of Science in einer immerhin nicht brotlosen Kunst mit immerhin guten bis sehr guten Noten abschließe. Scheinfrei bin ich seit 4-5 Semestern, also fast schon eine Regelstudienzeit lang, habe für diesen Studiengang dann deutlich mehr als die doppelte Regelstudienzeit gebraucht.
Jetzt habe ich eigentlich das große Glück, einen Dozenten gefunden zu haben, der meine Bachelorarbeit betreuen will, und dazu ein Unternehmen, bei dem ich danach auch angestellt werde, wenn ichs nicht verbocke.
Seit einem halben Jahr versuche ich, mich in den doch etwas exotischen Themenbereich einzuarbeiten, was bisher nicht besonders erfolgreich war. Klar habe ich etwas gelernt, aber es hätte deutlich mehr sein können.
Mein Betreuer hat schon gemerkt, dass ich ein schwieriger Fall bin und versucht mir, wo es nur geht, in den Hintern zu treten. Dabei wird er aber zunehmends ungeduldiger und auch lustloser, was ich natürlich nachvollziehen kann, da ich ihn bei gemeinsamen "Teamarbeiten" (Aufarbeitung des Themas für Präsentationen, Vorlesungen oder Übungen etc.) oft hängengelassen habe und er dann die Arbeit, für die ich auch noch als HiWi bezahlt werde, kurzfristig selbst übernehmen musste.
Beim Unternehmen kann ich mich jetzt einen Monat lang einarbeiten und habe dann drei Monate Zeit, die Thesis zu schreiben. Das ist schon wenig Zeit, vor allem da ich die Materie noch nicht so gut beherrsche. Die übliche Praxisphase, in der man sich optimalerweise auf die Abschlussarbeit vorbereitet, habe ich bereits vor genannten 4-5 Semestern in einem gänzlich anderen Bereich abgeleistet, was zumindest lauf Prüfungsordnung kein Problem darstellt. Theoretisch könnten dieser eine Monat Einarbeitung plus die bereits gesammelte (wenige) Erfahrung im letzten halben Jahr ausreichen, wenn ich nur endlich etwas dafür tun würde. Denke/hoffe ich zumindest.
Ich machs aber einfach nicht und ich weiß nicht genau warum oder wie ich es ändern könnte. Im Internet findet man so viele verschiedene Ansätze, zutreffende Krankheitsbilder, aber ich weiß nicht, was genau davon auf mich zutrifft, oder ob das alles nur die Suche nach einer Ausrede für meine Faulheit und den Unwillen ist, die Komfortzone zu verlassen und endlich etwas zu tun.
Mein Betreuer/Dozent ist gerade verärgert. Ich geh nur noch selten ans Telefon, wenn er anruft, und schiebe das Beantworten der E-Mails lange vor mir her. Teilweise kommen 5 Mails pro Tag mit Arbeitsanweisungen und Tipps, aber eben auch solche, die sein Unverständnis und seine Enttäuschung über meine arbeitsverweigernde Haltung ausdrücken. Ich versteh es selbst nicht: ich finde seine Vorschläge schon sinnvoll und sage dann auch zu, das zu bearbeiten, weils mir eigentlich machbar erscheint und ich in dem Moment dann auch Lust darauf habe. Aber ich schaff es dann nicht, mich wirklich an die Arbeit zu machen und es durchzuziehen und dann bin ich wieder mitten drin in der altbekannten Prokrastinationsspirale mit lähmenden Schuldgefühlen und Versagensangst, das Handeln fällt noch schwieriger und ich stecke meinen Kopf in den Sand und lasse alles an mir vorüberziehen.
Letzte Woche (meine erste dort) habe ichs geschafft, gerade mal 2 Tage im betreuenden Unternehmen zu erscheinen, die übrigen zwei Tage und heute habe ich angegeben, zuhause zu arbeiten, was theoretisch kein Problem wäre, wenn ich denn auch was machen würde, was ich natürlich nicht getan habe. Mir ist schon klar, dass es für einen Aufschieber sinnvoller wäre, hinzugehen und dort zu arbeiten, aber ich habe selbst das heute nicht geschafft, obwohl ichs mir vorgenommen hatte. Der für mich zuständige Kollege hatte schon Angst, dass es mir dort nicht gefällt und ich aufhöre, weil ich nicht mehr gekommen bin (ich habe ihm erst heute am Telefon gesagt, dass ich im Home-Office arbeite, da ich ja eigentlich kommen wollte...).
Ich habe das Gefühl, dass mir der innere Antrieb fehlt, die intrinsische Motivation. Da ist einfach nichts da. Ich hab einfach keine Energie mehr, auch nur einfachste Dinge zu erledigen. Ich trau mich nicht ans Telefon, wenn der Dozent anruft, ich schaffs nicht, die ständigen E-Mails von ihm zu beantworten, etwas für ihn/mich/das Thema zu arbeiten, komme morgens kaum noch aus dem Bett, weil ich genau weiß, dass wieder nur so ein bescheidener Tag auf mich wartet. Ich brings nicht mal fertig, mir Bescheinigungen vom ehemaligen Arbeitgeber und der Krankenversicherung für den neuen Arbeitgeber zu besorgen oder mich darum zu kümmern, wie es jetzt durch den Jobwechsel mit der Versicherung überhaupt weiter geht. Meine Zeit verplemper ich damit, im Bett zu liegen, Filme und Serien zu schauen und mich damit vielleicht in eine schönere Welt zu flüchten, oder ich beschäftige mich mit einfachen Tätigkeiten, wie Putzen, Aufräumen oder Einkaufen. Ich denke schon, dass ich Depressionen habe oder Dysthymie und extreme Aufschieberitis. Keine Ahnung, was da jetzt was begründet, ob ich aufschiebe, weil ich depressiv und energielos bin, oder ob ich depressiv bin, weil ich aufschiebe. So richtig happy war ich vermutlich auch noch nie, vielleicht mal in früher Kindheit, aber vielleicht bin ich auch ein Fall von chronischer Dysthymie, die schon in frühen Jahren begonnen hat. Durch die Schule bin ich halt irgendwie durchgekommen (hatte da aber auch schon große Motivationsprobleme, das frühe Aufstehen war der Horror und ich hatte so meine Probleme, mich in die Klassengemeinschaft einzufügen, da ich mich immer irgendwie minderwertig gefühlt habe) und durchs Studium jetzt auch halbwegs, aber der Abschluss scheint so unerreichbar fern.
Ich verliere gerade total den Faden, also hör ich mal auf, den langen Text noch länger werden zu lassen, obwohl es da sicher noch das eine oder andere zu erwähnen gäbe.
Wäre super, wenn Ihr die ultimative Lösung für mich hättet. Das ist natürlich unrealistisch...
Die Prokrastinationsambulanz der Uni Münster schreibt, dass man zunächst die Depression behandeln müsste, bevor man das Aufschiebeproblem lösen kann, falls die sich gegenseitig begründen, aber wie soll ich das denn zeitlich anstellen?
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