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Keine berufliche Perspektive

A

Ahnungslose

Gast
Hallo zusammen!

Ich stecke etwas in der Zwickmühle. Kurz mal meinen Lebenslauf umrissen: Mittlere Reife, Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, danach eine Zeit lang arbeitslos und Gelegenheitsjobs, habe dann 1,5 Jahre eine Wirtschaftsschule besucht um das Abi nachzuholen, diese aber abgebrochen. Dann habe ich geheiratet, durch Glück einen Zeitvertrag als Sachbearbeiterin bekommen und danach über Kontakte durch meinen Mann einen Job in Festanstellung als Assistentin der Geschäftsleitung. Bin also irgendwie mit viel Glück "hochgestolpert". 7 Jahre lang hab ich dort gearbeitet, dann drohte dem Unternehmen die Insolvenz. Gleichzeitig meldete sich bei mir der Kinderwunsch.

Mit Unterstützung meines Mannes habe ich mich damals selbständig gemacht, hab' Förderung vom Arbeitsamt bekommen, zwei Jahre später kam meine Tochter zur Welt. Damit änderten sich meine Prioritäten grundlegend. Ich habe meine Arbeitszeiten auf ein Minimum reduziert, war hauptberuflich Mutter, meine Selbständigkeit eher nur noch ein Alibi. Trotzdem bin ich inzwischen seit 9 Jahren selbständig - in einem Beruf (Marketing), den ich nie gelernt oder studiert habe (habe bis heute kein Abi oder sonstige Qualifikationen vorzuweisen). Aufträge bekomme ich über Empfehlungen und ich habe auch ein paar Stammkunden. Ich könnte zwar nicht davon leben (den Löwenanteil an unserem Lebensunterhalt bestreitet mein Mann), aber als Zuverdienst reicht es. Die Sache hat nur einen Haken: Ich habe die letzten Jahre fast ausschließlich alleine und von zuhause aus gearbeitet. Es fällt mir zunehmend schwer, mich selbst zu motivieren und diszipliniert zu arbeiten und mir fehlen auch die Sozialkontakte, ein Team, Kollegen, mit denen man sich austauschen und Aufgaben und Verantwortung teilen kann. Da ich zunehmend depressiv geworden bin, habe ich mich schweren Herzens entschieden, mein Gewerbe nun aufzugeben. Und stehe damit vor dem beruflichen Nichts ...

Ein Vollzeitjob kommt für mich nach wie vor nicht in Frage, weil für mich immer noch meine Tochter im Vordergrund steht und ich für sie da sein will. Mein Mann kann mich bei der Kinderbetreuung leider nur wenig entlasten, er ist beruflich stark eingespannt, oft über Nacht unterwegs und wenig flexibel. Also muss wenigstens einer von uns beiden zuverlässig auch für Kind und Haushalt zur Verfügung stehen. Und in einen Hort oder eine anderweitige Ganztagsbetreuung will ich meine Tochter nicht stecken. Nur: wo findet man einen Job, der darauf Rücksicht nimmt? Bisher konnte ich über meine Arbeitszeiten selbst bestimmen (auch wenn oft der Job darunter gelitten hat). Im Anstellungsverhältnis geht das nicht mehr so ohne weiteres. Da werden Leistung und Zuverlässigkeit von mir erwartet - und dass ich die Betreuung meines Kindes selbständig organisiere. Und davor habe ich ein wenig Schiss.

Außerdem weiß ich nicht, in welchem Job ich arbeiten soll. Einzelhandel habe ich zwar mal gelernt, aber ich arbeite schon seit fast 20 Jahren nicht mehr in diesem Beruf. Außerdem sind die Arbeitszeiten extrem unattraktiv. Ein nachträgliches Studium wird ohne Abi auch schwer, zumal ich durch meine Ausbildung auf ein kaufmännisches Studium festgelegt wäre, und das kommt für mich nicht in Frage. Für einen Job im Marketingbereich fehlen mir die notwendigen Qualifikationen und Zeugnisse, auch wenn ich die letzten 9 Jahre in diesem Bereich selbständig war. Ich kann Arbeitsproben vorweisen und ggf. Empfehlungen von früheren Kunden. Aber will ich das? Die Arbeit in einer Werbeagentur ist etwas ganz anderes als das, was ich bisher zuhause im stillen Kämmerlein gemacht habe. Ich schreibe gerne - und gut (wie man mir oft bescheinigt hat). Ich wäre auch gerne Kolumnistin, Redakteurin oder Schriftstellerin. Ich könnte meine Artikel und Beiträge an verschiedene Verlage schicken und hoffen, dass ich so ein Engagement bekomme. Und auch für ein eigenes Buch müsste ich natürlich erst mal in Vorleistung gehen, um dann einen Verleger dafür zu finden. Aber dann würde ich im Endeffekt doch wieder nur zuhause am eigenen PC sitze und hätte wieder kein Team, mit dem ich zusammenarbeiten kann. Das ist das, was mich an dieser Berufswahl wieder abschreckt.

Ich fürchte, die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht: Ein Job in Teilzeit mit flexiblen, familienfreundlichen Arbeitszeiten, bei dem ich meine Talente und Fähigkeiten einbringen kann, ohne dass jemand nach meinen Qualifikationen oder meiner Ausbildung fragt, der Spaß macht und mir sinnvoll erscheint und wo ich in einem netten, kleinen Team arbeiten kann. Kurz: Ich habe keinen Plan, was ich jetzt machen soll! Ich bin Anfang 40 und stecke beruflich in einer Sackgasse ... :-(((

Any ideas?
 

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