AW: wie bringe ich mich um - kein weg mehr in sicht
So, Du Selbstmordkandidat unter Vielen, wieder mal einer, dem die Feigheit aus dem Hirn trieft.
Weißt Du, Du schreibst von all dem Scheiss, den Du bisher verzapft hast, und dass Dir das alles furchtbar leid tut, und gleichzeitig fragst Du uns, wie Du am schnellsten und sichersten den nächsten, noch größeren Scheiß verzapfen kannst?
Tickst Du eigentlich noch richtig.
Um Deinem Wunsch nachzukommen, ich denke, eine recht schnelle Art ist der Föhn im Badewasser. Kann zwar sein, dass Du eine ganze Weile ordentlich zuckst, vielleicht hängt Dir dann die Zunge raus und die Augen sind verdreht. Bestimmt ein toller Anblick für Deine Familie, die dann wenigstens voller Verachtung auf Dich herabsehen kann. Anderen pausenlos weh tun mit all dem Scheiß, aber selbst nicht den geringsten Schmerz aushalten können.
Und was wird Deine Freundin sagen?
Gott sei dank, ist dieser Kelch an mir vorübergegangen. Wenn ich mit dem zusammengeblieben wäre, wer weiß was der in seiner Rückgratlosigkeit noch alles verzapft hätte. Segen seiner Asche.
Gefallen Dir diese Gedanken und Vorstellungen?
Glaubst Du wirklich, man kann dauernd Scheiß verzapfen, ohne dass man irgendwann die Rechnung vom Schicksal, das Dein Lehrmeister ist, präsentiert bekommt? Micky hat völlig recht, wenn Du überhaupt eine Berechtigung hattest hier auf Erden zu leben, dann kannst Du jetzt anfangen, Dich dessen würdig zu erweisen. Nimm den Schmerz von mir aus als Strafe für Deine vielen schrägen Dinge. Beiss die Zähne zusammen und verwandel Dich spätestens jetzt vom Bubi an Mamas Rockzipfel zu einem Mann, der sich vielleicht selber einmal dafür achten kann, dass er nicht gekniffen hat und davongelaufen ist.
Ob Dein Mädel irgendwann Deine Liebe erwiedern kann, oder aber durch Deine Veränderung voll Achtung über Dich spricht und stolz ist, mal Deine Freundin gewesen zu sein, das alles hast Du ganz alleine in der Hand.
Glaub mir, ich schreibe sonst keine so bösen und sarkastischen Antworten, aber wenn ich mal gegenüberstelle, wieviel junge Menschen sich wegen Liebeskummer in letzter Zeit das Leben nehmen wollten, und wieviele Menschen hier die Hölle auf Erden, ja soviel Graunehaftes durchmachen müssen, dass sich einem wirklich die Haare sträuben, und trotzdem den Mut besitzen, all das auf sich zu nehmen, weil Sie wirklich enorm stark sind. Viele unter Ihnen haben ganz sicher schon oft mit dem Gedanken gespielt, ihrer Qual ein Ende zu setzen, einer Qual, wie Du sie Dir in Deiner blühendsten Fatasie noch nicht mal vorstellen kannst, und brachten es dennoch immer wieder fertig, an den Schmerz zu denken, den sie anderen zufügen würden.
Bevor Du Dich jetzt mit Fön in die Badewanne zurückziehst, lies hier ein paar dieser Schicksale und dann denk nochmal über Dich nach. Solltest Du in meinem persönlichen Tagebuch lesen, so wirst Du feststellen, dass man die Entscheidung für oder gegen das Leben immer nur ganz alleine fällen kann, aber dass die Korrespondenz hier im Forum mit all denen, die einem inzwischen ans Herz gewachsen sind, auch Klarheit in die eigene Scheuklappensicht bringen kann.
Lies auch mal unsere Diskussionen zum Thema Selbstmord. Vielleicht fängst Du dann auch allmählich an, erstmal darüber nachzudenken, was Selbstmord in letzter Konsequenz zu bedeuten hat.
Du hast Dich zwar 2 Tage nicht mehr hier gemeldet, aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass Du als Lesender noch hier bist.
Wenn diese Standpauke für Dich zu spät kommt, hilft sie vielleicht jemand anderem beim Nachdenken.
Was machst Du denn, wenn es schief geht, und Du Dir noch eine Behinderung zusätzlich eingehandelt hast?
Davor hätte ich eine Scheißangst.
Nun wünsch ich Dir gute, kraftvolle Gedanken, die Dir die richtige Entscheidung zeigen sollen.
Servus, grüazi, babà
Luiserl