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Katze - Feind im eigenen Haus?

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Hi liebes Forum,

ich habe seit fast 2 Wochen einen jungen Kater adoptiert.
Anfangs hat er sich nicht aus dem Transportkorb getraut und kam nur nachts, bei geschlossener Tür (er residierte in der Küche) heraus. Ich habe ihm Abstand und Ruhe gegeben, und mittlerweile streift er schon tags durch die Wohnung, wenn ich anwesend bin.

Eins finde ich allerdings merkwürdig: Sobald sich unsere Blicke treffen, erstarrt er & flieht kurz darauf.
Und wenn ich ihm zu nahe komme, d.h. das Wohnzimmer betrete, während er in der Küche sitzt, faucht er sofort.
Hinzu kommt, dass sich der Verschluss seines Halsbandes gelöst hat & ständig am Boden schleift, was ihn total wahnsinnig macht. Aber wenn ich ihm wie gesagt zu nahe kommen, geschweige denn berühre, faucht er sofort. Und ich überlege bereits seit Tagen, wie ich ihm trotzdem helfen kann.

Nun fällt es mir schwer in Anwesenheit einer fauchenden Katze ruhig zu schlafen.
Ich habe nicht vor ihn wieder abzugeben (noch nicht), aber hat jemand vl Erfahrungen mit diesem Verhalten gemacht und hat einen Tipp?

Über seine Vorgeschichte war nichts bekannt.
Ich habe ihn von einer Tierärztin übernommen.
Aber es ist ziemlich offensichtlich, dass er entweder zuvor nie bei Menschen gelebt hat, oder nicht gut behandelt wurde.
Äußerliche Verletzungen hatte er keine.

Danke, wenn jemand bis hierher gelesen hat.
 
eindeutig traumatisiert, die kleine miez. probiers mal damit: blinzel ihm langsam zu und wende IMMER deinen kopf ab. sieh ihm auf KEINEN FALL direkt in die augen und gehe direkt auf ihn zu, sondern immer nur seitlich und so als wäre es zufällig. sollte das doch passieren, dann blinzeln nicht vergessen, aber nicht hektisch, sondern langsam. das heißt in katzensprache "ich komme in frieden und lass dich in ruhe". "ignorier" ansonsten die miez so weit es geht, zeig ihr nur aufmerksamkeiten in form von leckerlis und futter. das verhalten des jungen katers zeigt eine typische angstaggression.
informiere dich darüber, wie katzen körpersprache wahrnehmen. zb. hier: Katzen Körpersprache

und ganz wichtig: lass ihm zeit, dem kleinen mann, er wird sich schon an dich gewöhnen, sei auch nicht streng mit ihm, wenn er mal was kaputtmacht, oder markiert, das passiert 🙂
 
Ich nehme mal an, dass der Kater nicht grade die besten Erfahrungen mit Menschen gemacht hat.

Richte ihm einen Schlafplatz in der Küche ein.. Ein kleines "Nest" aus Tüchern wird sollte reichen. Dann schläfst du jedenfalls mal nicht in Gegenwart einer fauchenden Katze.

Erkundige dich vielleicht bei der Tierärztin, wo er früher gelebt hat, vielleicht bringt das etwas Aufschluss über sein Verhalten.

Katzen sind Individualisten, insofern entscheiden sie, wann sie auf dich zu gehen, und nicht umgekehrt.
Bei dem scheuen Kater einer Bekannten war es so, dass ich mich einfach aufs Bett gelegt habe, weil ich müde war... und irgendwann kam der Kater, und hat sich zu mir gelegt.
Reden hilft auch. Auch wenn die Tiere zunächst keine Worte verstehen, so raffen sie vom Tonfall her meist, ob jemand gut oder schlecht gesinnt ist. Ne ruhige und tiefe Stimme hilft oft.
Sonst kannst du dem armen Kater nur Zeit geben, aufzutauen. Sowas braucht einfach seine Zeit.

Alles Gute euch beiden 🙂
 
Unser Kater war am Anfang auch so. Zu mir sogar ziemlich lange. Da ich wegen der Arbeit tagsüber kaum zu Hause war lies er sich natürlich auch Abends nicht von mir anfassen. Sobald ich ihm zu nahe kam war er sofort weg. Gebessert hat sich die Situation erst, als ich Urlaub hatte und mich mehr mit ihm beschäftigen konnte.

Was gut zieht: Lecker Wurst aus der Hand füttern... ;D Wer kann da schon wiederstehen? ^^
 
Zuerst sollte man das Halsband entfernen,wenn das Hinterherschlurren das Tier
verständlicherweise verrückt macht.

Mir scheint schon das nicht möglich zu sein,....wenn man schon vor Angst vor dem Tier schlecht schläft.

Dieses Paar passt nicht zusammen und man sollte das Tier schnell wieder abgeben , bevor sich der Zustand
verschlimmert.
 
Ich habe mir vor Jahren einmal zwei Katzen aus dem Tierheim geholt. Die hatten anfangs auch nur Angst und haben sich in die hintersten Winkel verkrochen.

Ich habe die beiden die ersten Tage nur aus der Hand gefüttert und sie aber ansonsten völlig in Ruhe gelassen. Nach ein paar Wochen haben sie alle Scheu verloren und sind sehr zutraulich geworden.
 
Das Halsband sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Wenn Du das nicht selbst kannst, weil er sich nicht anfassen lässt - kannst Du ihn mit Leckerchen in die Box locken? Dann zu zweit - einer hält den Kater, der andere nimmt das Halsband ab. Wenn das gar nicht geht, zum TA und dort das Band entfernen lassen. Er braucht ohnehin kein Halsband, ist doch sicherlich gechippt?

Ansonsten ihm wirklich Zeit lassen. Er hat einfach Angst vor Dir und der neuen, unbekannten Umgebung. Augenkontakt ohne blinzeln empfinden Katzen als Provokation, also immer fein blinzeln. Leise mit ihm reden, ihn aber keinesfalls bedrängen oder versuchen, ihn zu streicheln. Er muss das Tempo der Annäherung bestimmen können.

Soll er Wohnungskatze bleiben? Bist Du berufstätig? Dann sollte eine Zweitkatze selbstverständlich sein. Am Besten ein Kater in seinem Alter mit ähnlichem Charakter, auch von ihm wird er Selbstsicherheit lernen können.
 
vielleicht kennt er dich auch einfach noch nich gut genug und is noch unsicher bei dir zuhause. würd mir da noch keine sorgen machen und ihn erst mal in ruhe sich eingewöhnen lassen.
 
Unser Tiger hatte auch schlechte Erfahrungen gemacht und niemanden an sich heran gelassen. Über Tag wenn niemand da war, hatten wir das Radio an um ihn an menschliche Stimmen zu gewöhnen. Abends holten wir Spielzeug hervor, auf welches Katzen nunmal neugierig sind. Natürlich alles ganz behutsam. Wir sprachen mit ihm und blinzelten ihm ständig zu. Dann schloss auch er so ganz langsam seine Augen. Bis sich einer bewegte! Wieder hellwach und fauchend! ^^

Heute liegt er nachts bei mir unter der Bettdecke oder am Hals! Ist morgens der erste der mich begrüsst und abends der letzte.
 
Vielen Dank für die konstruktiven Tipps.
Das Halsband ist längst wieder unten & die Katze schon viel zutraulicher.
War nur der Stress der Anfangszeit. Selbstverständlich habe ich ihn nicht wieder abgegeben.
Heute hüpft er quietschfidel durch die Wohnung, bei Tag wie auch bei Nacht (was zu neuerlicher Schlaflosigkeit führt, aber diesmal positiv konnotiert) und wir passen sehr gut zusammen. Eine Trennung wäre genau das falsche gewesen.
Ich bin halbtags berufstätig, weswegen ich immer Zeit für ihn habe & mir nehme.
Also danke noch einmal. Vor allem der Tipp mit dem Blinzeln war sehr gut.
 

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