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"Kannkind" Frühe Einschulung ja oder nein ?!

  • Starter*in Starter*in Sonnenwind71
  • Datum Start Datum Start
Hallo

Ich bin zwar aus Österreich und bei uns läuft das mit dem Einschulen ganz anders ab, und ich habe auch noch keine Kinder, aber ich mache die Ausbildung für Kindergartenpädagogin.
Meiner Meinung nach gibt es da keine generellen Vorteile oder Nachteile. Was uns immer sehr stark ans Herz gelegt wird, in der Ausbildung als auch in der Praxis ist die Individualität. Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse, das heißt, dass es für dein Kind keinerlei Rolle spielt, ob es später einmal ein Auslandsjahr macht und jetzt schon eingeschult wird, wenn es aber noch gerne im Kindergarten ist und er sich dort nicht langweilt. Blöd ist es aber, wenn du ihn noch ein Jahr dort lässt und er eigentlich nicht gefordert wird .
Falls du das Gefühl hast, du kannst mir der Kindergartenpädagogin reden, dann würde ich sie fragen, was sie dazu sagt. Immerhin sieht sie ihn bei Angeboten und im Umgang mit anderen, wie lange er sich konzentrieren kann und wie schnell er Dinge aufnimmt. Ich weiß ja nicht, wie das bei euch in Deutschland so abläuft mit Angeboten und soweiter, aber wir in Österreich sind dazu verpflichtet Angebote zu setzten und diese zu reflektieren. Ebenso muss über jedes Kind eine schriftliche Beobachtung vorhanden sein. Vielleicht kannst diese mal einsehen.
Rede auch mit deinem Sohn. Man unterschätzt Kinder gerne mal doch ich denke er kann dir sagen, ob er bei der Schulvorbereitung mitmacht, ob er noch gerne im Kindergarten bleiben will, ob ihm manchmal langweilig ist, oder ob er noch bei seinen Freunden bleiben will, die nächstes Jahr noch im Kindergarten sind.
Also das wichtigste ist dein Kind. Es sollte auf jeden Fall egal sein, ob er ein Jahr früher oder später zu arbeiten anfängt.
Frag wirklich die Erzieherin, was sie meint, das sag ich nicht nur weil ich meinen Beruf hochspielen will, sondern weil sie wirklich eine Anlaufstelle sein sollte, denn sie arbeitet mit deinem Kind und kann dir Dinge sagen, die dir vielleicht gar nicht möglich sind zu beobachten.

Ciao Steph
 
Ich stand auch vor der Entscheidung und habe mich nicht für die Einschulung entschieden.
Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich, und hängt auch davon ab ob es in dem Kindergarten wo die Kids sind noch interessante Angebote gibt die dem Wissensdrang der Kids gerecht werden.
Oder ob es ein langweiliger "Spielkindergarten" ist.
Und natürlich wie weit das Kind selbst schon ist nicht das es schon zu viel weiß und es dann in der ersten Klasse langweilig wird.

Ich war der Meinung das er noch lange genug in der Schule ist, und hab auch auf die Ratschläge der Erzieherinnen gehört denn die schätzen die Kids meist auch richtig ein. Doch viele Eltern hören nicht darauf, was ich auch sehr bedauere.

Das war jetzt z.B auch bei meinem Großen in der Schule so ein Problem. Da schicken die Eltern ihre Kinder mit Hauptschulempfehlung zur Realschule. Bei meinem Sohn sind 3 in der Klasse. Ich glaube die Eltern wissen gar nicht was sie den Kids damit antun. Die kommen nicht mit und werden höchstwahrscheinlich wieder abgestuft. Die Kids werden dann total gehänselt mit so Sprüchen wie na wolltest schlau sein und hast es nicht geschafft was ????
 
Hallo !!!

Ja das ist ein sehr interessantes Thema 🙂! Ich stehe gerade vor dem gleichen Problem! Allerdings haben wir uns jetzt entschieden, dass unser Sohn dieses Jahr im September eingeschult wird (Sohn wird am 02.10.06 6 Jahre!). Wir habe ihm an einem Test von der Caritas teilnehmen lassen, er hat sehr gut abgeschlossen (Testdauer 3 Stunden). Wenn unser Kleiner beim Schultest auch so fit ist und gut abschließt, werden wir ihn einschulen lassen.

Bis vor dem Test war ich auch der Meinung mein Sohn sollte noch 1 Jahr unbeschwerte Kindheit geniessen, man muss an später denken, wenn man immer der Jüngste ist usw. Allerdings ist mein Sohn auch nicht gerade klein, also wird er zwar der Jüngste sein, aber nicht der Kleinste!

Die Entscheidung ist immer ein Risiko, niemand kann uns vorher sagen, ob es die richtige Entscheidung ist, immer einfach wird es mit Sicherheit auch nicht, aber wir wagen das Abenteuer!

Für unseren Sohn wäre es nicht gut noch ein Jahr länger im Kindergarten zu sein, wir würden ihn bremsen und er würde sich langweilen!

Alles Gute Germy32 🙂
 
Ich wurde mit 6 eingeschult. Mir hat es in meiner jetzigen Position etwas gebracht. Ich bin noch Schüler einer Regelschule und stehe jetzt vor der Entscheidung Gymnasium oder berufliches Gymnasium. Selbst wenn ich ein Jahr Gym. mache, habe ich das Jahr nicht verloren.
Ich meine das so, wenn dein Sohn mit 6 eingeschult wird, dann hat er irgendwann ein Jahr für eine "Exttrarunde".

Blöd an dem einen Extrajahr wäre nur, dass er später dann wohl noch zu jung ist und er schwer eine Lehre bekommen könnte.
Manche Kinder sind auch mit 6 noch nicht reif genug für die richtige Schule. Bei meinen kleineren Geschwistern wurde da so ein "Eignungstest" vorher gemacht. Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihrem Kindergarten ist.
Blöd ist dann auch meistens der Größenunterschied zu den anderen, alle anderen sind dann größer als er und sehen dann wortwörtlich zu ihm runter. Je nach dem wie der Charakter des Kleinen ist könnte sich das dann dementsprechend auswirken. Kann, muss nicht.

Meiner Meinung nach ist das eine Sache des Charakters Ihres Sohnes. Wenn er an eine Sache ernst rangehen kann und so, dann wäre es sich zu überlegen, ihn vielleicht doch schon mit 6 einzuschulen. Wenn nicht. würde es ihm nichts bringen.

Gut an der frühen Einschulung wäre auch, dass die Jüngeren meistens mit mehr Elan an am Unterricht teilnehmen. Das habe ich zumindest beobachtet.

Sie müssten sich nur auch wirklich mit dahinterklemmen! Ihrem Sohnemann auch bei den Hausaufgaben und Problemen helfen. Und das gilt für 6 sowie 7 -Jährige, die in die Schule kommen. Das muss ich zu meinem Leidwesen bei meinen jüngeren Geschwistern sehen, sie beschäftigen sich dann gaaanz schnell mit anderen Dingen, wenn man sich nicht mit hinsetzt und die nervenzerrupfenden Minuten... Stunden durchhält und schön Aufgabe für Aufgabe durchgeht. Und solange man nichts vorsagt und die Aufgaben auch denen überlässt, denen sie aufgegeben wurden und man nur etwas hilft, kann das eine durchaus positive Auswirkung für den schulischen Durchschnitt, aber auch für das familiäre und eigene Befinden haben.

Wären jetzt meine Gedankenanstöße zu dem Thema. Ich wünsche Ihrem Kind viel Spaß in der Schule.


PS: Vor allem Schulen, wo Bewegung an oberster Stelle steht sind super für Kinder
 
Hallo!
Ich kann diesen Konflikt ganz gut verstehen, aber man muss es teilweise wirklich recht nüchtern sehen. Ich kann Dir nur etwas aus meiner Erfahrung sagen: Ich wurde auch früher eingeschult. Damals sind meine Kindergartenbetreuer an mir verzweifelt. Sie wollten mich nicht mehr haben, also wurde ich mit 5 eingeschult. Zum Glück ist trotz heftiger Scheidung meiner Eltern und finanziellem Niedergang alles glatt gelaufen und ich hatte mein Abi mit 18 in der Tasche. Das einzige Problem, das ich in dieser Zeit hatte war, dass alle schon in der 11 ihren Führerschein hatten und ich noch nicht mal einen Roller. Jetzt bin ich 23 und habe gerade mein Studium abgeschlossen. Ich bin fertiger Ingenieur und bin schon Abteilungsleiter in einer mittelgroßen Gießerei. Ist das nichts? Ich habe noch Zeit genug, mir zu überlegen, ob es das richtige für mich ist, weil ich noch so jung bin. Alle meine Studienkollegen sind kurz vor dreißig, da habe ich einen immensen Vorteil. Und denk mal so: Wenn es in der Schule nicht so klappt, wie Du es Dir wünschst, dann kann er ruhig mal sitzenbleiben und hat keinen Zeitdruck dadurch. Das Jahr ist geschenkt. Vergeude es lieber nicht! Ich bin mehr als dankbar, dass es so bei mir gelaufen ist!
 
Meine Tochter gehörte auch zu den Kann-Kindern - aus heutiger Sicht würde ich sagen, ich hätte mit ihrer Einschulung noch ein Jahr warten sollen - denn noch zu sehr verspielt und mangelnde Konzentration - das Ergebnis spiegelte sich in ihrer Beurteilung wieder und später in den Noten.
Sie war noch nicht "reif" genug für die Schule.
 
Ich würde noch länger warten, auf jeden Fall. Einen Gefallen tust Du Deinem Kind damit nicht.
Falls er später ein Gymnasium besuchen sollte erst recht nicht.

Gruß
Frank
 
Hallo Sonnenwind71,

mein Kind war auch ein Kannkind (wegen ein paar Tagen) und alle haben mich bedrängt, sie Einschulen zu lassen. Ich habe mich entschieden es nicht zu tun, weil ich der Meinung war, sie wäre nicht so weit. Ich habe recht behalten... auch ein Jahr später war früh genug.
Aber das gilt nicht für alle Kinder.
Du kennst Dein Kind am Besten, deswegen solltest Du nach seinen Können und Reife entscheiden. Lass Dich nicht Verunsichern, sondern schau Dir Dein Kind an und dann weißt Du ganz genau, was Deinem Kind gut tut.
 
Nur ganz kurz...aus meiner beruflichen Erfahrung heraus(arbeite mit Kindern) - laß es, außer dein Kind ist super super super intelligent, und VÖLLIG unterfordert - aber sonst, laß ihm die Zeit, die unbeschwerte Zeit, laß es spielen und sich noch in Ruhe entwickeln und reifen, dann ist der Schulstart viel besser, dann sind alle sozialen Fähigkeiten entwickelt und eine gewisse Stabilität erreicht! Wen interessiert es später ob dein Kind 1 Jahr früher oder später eingeschult wurde????? Vertrau auf dein Gefühl!
LG Nevada
 
Ich wurde selbst ein Jahr später eingeschult, weil meine Eltern genauso dachten wie du. Ich (und ein paar andere) konnten erst mit (ca) 4 1/2 in den Kindergarten, weil damals keine Plätze freiwaren.
Da ich mich noch dazu nicht so gut integrieren konnte, wollten mich meine Eltern auch nicht gleich der Schule überlassen.

Aber im Nachhinein haben wir oder ich es bereut.
Wenn man älter ist als die anderen, hat man meistens Probleme mit seinen Mitschülern. Man macht sich andere Gedanken und fühlt sich oft ausgeschlossen oder unverstanden.
Auch kommt man sich (wie du so schön gesagt hast) "zurückgestellt" vor.
Es ist kein schönes Gefühl, mit jüngeren auf eine Stufe gestellt zu sein und manchmal ist man vielleicht sogar unter ihnen ist, weil sie einen ärgern.

Dazu ist es (vor allem im Jugend/Erwachsenenalter) irgendwann peinlich, wenn man zugeben muss, dass man später eingeschult worden ist. Das sollte man wirklich nur tun, wenn das Kind geistig nicht auf der selben Wellenlänge ist, wie die anderen. Denn genau so wird man dann in der Regel auch betrachtet oder man fühlt sich so betrachtet (besonders von fremden, die da nicht weiter nachfragen). Man kommt sich dumm vor.

Ich weiß noch, wie Klassenkameraden in der 10. über mich geredet haben, als sie davon erfuhren (der Lehrer wollte wissen, in welchem Jahr jeder sitzen geblieben ist, da hab ich das mit erwähnt, weil ich dachte, ich muss es erwähnen)
"Da kommen Kinder hin, die noch son bischen zurückgeblieben sind" oder so in der Art...

Du bzw ihr scheint euren Kinder nur "was gutes " tun zu wollen (wie meine Mutter). Aber ihr müsst weiter denken.
Das Kind kann es sich nichteinmal leisten, sitzen zu bleiben, weil es dann NOCH älter ist. Auch wenn es einem vielleicht schwer fällt, es ist am Ende besser für das Kind, es mit 6 einzuschulen.
 
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