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Kann Verhaltenstherapie überhaupt helfen?

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Von mir ein ganz klares Nein !

Ich denke aber, dass sich Menschen - auch ohne Therapie - durchaus ändern können , und das sogar,ohne dass es sie explizit wollen.
Wenn man dann nach 3 Jahren Therapie einen Erfolg sieht, muss der nicht mehr von der Therapie kommen.

Oder anders gefragt : Wie oft und wie schnell darf jemand, der schwimmen kann, ertrinken ?

Wenn etwas hilft, dann hilft es. Schnell ( und nicht erst nach 2-3 Jahren) und zuverlässig ( > 99 % ) . Und man bedenke : In der Psychotherapie gibt es kein Versagen der Therapie. Im Zweifel ist immer der Patient schuld, weil er entweder therapieunfähig ist , oder nicht "mitgearbeitet" hat. Frei nach Frontal 21 : Noch Fragen TE ? 🙂


[...]

Zum Thema: lieber TE, ich habe kognitive Verhaltenstherapie gemacht. Bei mir ging es um Panikattacken und eine generalisierte Angststörung. Ich habe mich fast ein Jahrzehnt damit gequält. Die Therapie hat zwei Jahre gedauert, es war sehr schwer für mich, die Angst loszulassen und es braucht Zeit, alte und gewohnte Gedanken durch neue zu ersetzen. Mir hat es geholfen, das der Therapeut so objektiv war, in der Rolle des Beobachters, ohne Emotion in meiner Situation. Da hat er mich immer so super "auf den Boden geholt". Und da hört das "Wollen" auf und die wirkliche Arbeit fängt an.und dabei ist ein guter Therapeut eine super Unterstützung. Ich kann es empfehlen, mir hat es gut geholfen.
 
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Zum Thema: lieber TE, ich habe kognitive Verhaltenstherapie gemacht. Bei mir ging es um Panikattacken und eine generalisierte Angststörung. Ich habe mich fast ein Jahrzehnt damit gequält. Die Therapie hat zwei Jahre gedauert, es war sehr schwer für mich, die Angst loszulassen und es braucht Zeit, alte und gewohnte Gedanken durch neue zu ersetzen. Mir hat es geholfen, das der Therapeut so objektiv war, in der Rolle des Beobachters, ohne Emotion in meiner Situation. Da hat er mich immer so super "auf den Boden geholt". Und da hört das "Wollen" auf und die wirkliche Arbeit fängt an.und dabei ist ein guter Therapeut eine super Unterstützung. Ich kann es empfehlen, mir hat es gut geholfen.
Ist eine ernste Sache: Ängste, wenn sie übers Natürliche hinausgehen. Kommt drauf, was für Ängste, Ursache usw.

Mir würde es nicht helfen, Verhaltensthera, dir ja, kann man nicht verallgemeinern. War übrigens auch mein Fehler hier.

Und ausgehend vom TE: na ja, ob das "therapiewürdig ist"?
 
Hallo,

hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Dingen, und kann mir sagen ob solch eine VT überhaupt helfen könnte?

Mein Problem ist, daß ich wenn ich nach persönliches und privates gefragt werde ich leider immer wieder darauf eingehe und darauf antworte (im lügen bin ich leider auch schlecht) und ich es aber erst später nach dem Gespräch sehr darunter leide, ähnlich wie sexuelle Belästigung.

Leider mache ich es immer wieder, und will das eigentlich nicht. In den Momenten wo ich nach persönlichen/privaten Fragen gestellt bekomme denke ich nicht drüber nach, sondern bin wie üblich freundlich und beantworte alles schön brav.

Glaube aber auch nicht so richtig daß eine VT da helfen könnte, denn was anerzogen ist, kann man doch nie raus bekommen, so wie VT es oft schildern: Ein Verhalten kann wieder verlernt werden. Erst mal glaube ich in bin zu alt dafür, das hätte ich dann in jungen Jahren machen müssen, und Übungen ersetzen keine Realen Situationen (die meistens unerwartet kommen).

Würde mich über Erfahrungsberichte oder Tips freuen wenn, jemand ähnliches kennt.

Vielen vielen Dank schon mal.

ich kenne das problem und ich habe es in einer therapie schon etwas lockern können.
es wird halt näher geschaut,warum man sich so verhält,was da in einen steckt, das einen immer wieder zu solch vertrauen bringt..
erlerntes verhalten kannst du ändern, indem man eben tiefer schaut, wozu war das verhalten bisher nützlich und brauche ich das noch? und welches verhalten wäre angemessen und so weiter.
also ich kann therapie nur empfehlen,weil sie vieles klar machen kann und einen zeigt, wie man sich verändern kann.

ich rede heutzutage nicht mehr mit jedem alles ...und schaue genau hin, was ich erzählen möchte.
ich bin auch schon älter und trotzdem hat die therapie etwas gebracht. man geht nicht als neue person aus therapie....eventuell hat sich etwas verändert am verhalten, vieles kommt auch erst nach der tehrapie. weil sich erst auch im gehirn vom neuen denken und fühlen, gewisse bahnen neu strukturieren müssen,dauert seine zeit,aber ich weiss für mich, mir hat therapie ganz viel gebracht. 🙂
 
Hallo lieber Gast oder Gästin,

ich glaube nicht, daß es Sinn macht, eine Verhaltenstherapie aufzunehmen, um ein bestimmtes Verhalten - hier offenes Beantworten privater Fragen - zu verlernen. Das ist nicht Sinn einer Therapie.

Eine Therapie setzt eine Diagnose, ein Störungs- oder Krankheitsbild mit entsprechendem Leidensdruck voraus. Es geht nicht allgemein darum, ein Problem aus der Welt zu schaffen und sich ein bestimmtes Verhalten abzutrainieren.


Das heißt aber nicht, daß eine Therapie - egal ob Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische - nicht angezeigt und heilsam sein könnte. Beurteilen kann das z.B. ein Arzt, Psychologe oder Psychotherapeut


Ich würde Dir empfehlen, Deinen Blick auf Dich und Deine Themen zu erweitern:


Es ist ja erstmal gar nicht schlimm, Fragen Deiner Mitmenschen nach Persönlichem oder Deinem Privatleben zu beantworten. Ich z.B. frage andere nach Privatem und ich antworte auch freimütig auf entsprechende Fragen. Ohne Sorgen und ohne anschließendes Leid. Ohne mich in der Rolle des Fragenden oder Anwortenden schlecht zu fühlen.

Interessant ist ja, daß Du
  • die Fragen offenbar als übergriffig empfindest
  • vielleicht das Gefühl hast, Dich, Deine Persönlichkeit oder Dein Privatleben schützen zu müssen und Du Dich evtl. durch offene Antworten schutzlos ausgeliefert fühlst
  • vielleicht Befürchtungen hast, welche Folgen Deine Antworten haben können
  • Deine eigenen Bedürfnisse nach Schweigen oder Zurückweisung der Fragen nicht durchsetzen kannst
  • Dich vielleicht aufgrund des Beantwortens der Fragen sogar Dir selbst ausgeliefert fühlst
  • immer freundlich und lieb bist (auch wenn Du vielleicht ganz anders reagieren möchtest)
  • Forderungen, die an dich gestellt werden, kindlich brav erfüllst
  • Dich nciht abgrenzen kannst
  • dich selbst abwertest, weil Du Fragen nach Privatem beantwortet hast, obwohl Du das nicht willst
  • das Beantworten als Fehler oder Versagen einordnest, anstatt es gelassen hinzunehmen
  • einen sehr hohen Leidensdruck spürst, der sogar so weit geht, daß Du Fragen nach Deinem Privatleben mit sexueller Belästigung vergleichst
  • Dir ein Verhalten, das ja auch Teil Deiner Persönlichkeit ist, abtrainieren möchtest, anstatt Dich so anzunehmen wie Du bist

Schau mal, was hinter all den Themen steckt. Ob es Dir wirklich helfen würde, nur das Nichtbeantworten von Fragen zu üben oder ob Du tiefer schauen magst, was hinter Deinem Leid steckt.
 
Ach so - kleine Ergänzung zum Thema Therapie und Alter:

Ich bin 46 Jahre alt und seit 3 Jahren in Therapie. Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen und zutiefst dankbar für die Entwicklung, die ich so machen durfte.
 

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