Aloha habe da ein ziemlich dickes Paket, welches ich mit mir herumtrage und muss es einfach irgendwo loswerden.
Zu mir ich habe eine wirklich dramatische Kindheit hinter mir. Mein Vater war gegenüber meiner Mutter ziemlich gewalttätig, so dass sie sich von ihm trennte als ich zwei Jahre alt war. Danach hatte meine Mutter allerdings auch diverse Partner die die selben Verhaltensmuster an den Tag legten. Das zog sich bis ich acht wurde und die Situation komplett eskalierte. Jedenfalls zog ich ab da zu meiner Großmutter, bei der ich regelrecht verwöhnt wurde. Ohne Regeln und mit zu viel Hass bereits im Kindesalter war ich eines der eher auffälligen Kinder. Ich ließ mir nichts sagen und wollte ausschließlich mein Dickkopf durchsetzen. Freunde hatte ich wenige und die meisten Schüler mieden mich bzw. für zwei Jahre auf dem Gymnasium erfuhr ich was Mobbing heißt. Um mich ruhig zu stellen bekam ich recht früh einen PC bzw. eine Playstation und versank davor stundenlang.
Später fand ich Freunde mit denen ich dieses Hobby gemeinsam ausgeübt habe. Da waren 12 Stunden Sessions keine Seltenheit. Ich ging vom Gymnasium ab, weil ich nur noch demotiviert in der Schule war und wiederholte freiwillig die sechste Klasse. Für ein Jahr lang ging es Berg auf. Meine Noten waren überdurchschnittlich und ich hatte es sehr leicht in der Schule. Bis zur siebten Klasse. Ab dort kamen Freunde in`s Spiel, welche ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich fing an mit 14 Alkohol zu probieren, dann folgte die Shisha, dann das Rauchen und zu guter Letzt diverse Drogen. Mit 17 war ich Dealer, schwänzte regelmäßig die Schule und kam nur um Arbeiten zu schreiben. Das ironische daran war das ich immer noch sehr gut damit durch die Schule kam und in meinen Noten teils deutlich besser war als der Rest der Klasse. Das fand meine Klasse allerdings gar nicht so lustig und somit hatte ich erst Recht den Außenseiterposten inne.
Mein Konsum stieg stetig, da ich leider nicht viel Glück mit meinen Menschen im Umfeld hatte. Meine erste Freundin wurde mir von meinem damaligen besten Freund ausgespannt, welchem ich schon seit ich 12 war in allem, vor allem in seinen Beziehungen, geholfen hatte. Zwei Freundinnen später betrog mich diese mit vier anderen Kerlen (wohl gemerkt das es das beliebteste und hübscheste Mädel in der ganzen Schule war. Dies führte dazu das ich, naiver Weise, ihr in einem ICQ Chat damals damit gedroht hatte, dass wenn ich rausfinde mit wem sie mich betrogen hatte, ihn kalt machen würde. Das war einfach nur ein dummer Spruch aus Wut daher gesagt und ohne Intention das wirklich zu tun. Dafür folgte eine Anzeige und sie behauptete zusätzlich das ich auch sie bedrohen würde. Ich bekam damals 15 Sozialstunden und flog von der Schule, zumal ich ein Jahr davor bereits mit Hasch in der Schule auffällig war. Seitdem war mir einfach alles egal und der innere Misanthrop kam an`s Tageslicht. Mein Geschäft wurde größer und ich holte den Hauptschulabschluss über ein BVB extern mit einem Schnitt von 2,0 nach. Auf Drängen meiner Großmutter hatte ich danach eine Ausbildung zum Baustellenelektroniker angefangen, was mir alles andere als Freude bereitet hatte. Darauf ging meine Motivation komplett bergab. Ich habe mich oft krank schreiben lassen und habe mich ausschließlich auf das Verkaufen fokussiert. Dadurch konnte ich mir eine immer höhere Position "erarbeiten" und war angesehen und beliebt, auch wenn es im Endeffekt nur um die Ware ging.
Mit 19 wurde ich verraten und bekam nach einer Hausdurchsuchung Bewährung. Der damalige Richter wollte mich mit der mit möglichst höchsten Bewährung abschrecken und verurteilte mich zu 10 Monate auf 2 Jahre Bewährung mit mehreren Urinkontrollen. Stur wie ich war fand ich einen Weg dabei zu betrügen, indem ich auf Amazon Cleanurin geordert hatte und mit einem "Fake-Penis" dieses abgab. Im Laborbefund ist dies nicht aufgefallen. Ich war so dumm und damals noch stolz darauf. Bei meinem Job hatte ich mich, so oft ich konnte, krank gemeldet und wurde dadurch auch entsprechend behandelt.
Das ganze eskalierte mit 23, also vor 4 Jahren. Meine Großmutter wurde bekam 2 Schlaganfälle und wurde dement. Ich lebte mit meinem Onkel und ihr zusammen in einem Haus. Wir waren beide maßlos mit der Situation überfordert. Mein Onkel wurde mit der Zeit cholerisch und fing an jede Nacht meine Oma anzuschreien, weil sie ihn immer mit meinem Namen angesprochen hatte. Das ging ein halbes Jahr bis ich flüchten musste. Darauf hin bin ich zu meiner damaligen Freundin gezogen, mit der ich wirklich dachte, das ich endlich die Beziehung fürs Leben gefunden hätte. Tja ich wurde erneut verraten und landete diesmal in Haft. Ich war gegen Ende im Darknet aktiv und einer der Händler hob seine Quittungen auf um sich zu entlasten. Somit konnte das zu mir über Ecken zurückverfolgt werden. Das Urteil: 3 Jahre und 9 Monate. Davon sollte ich für 2 Jahre in die Therapie nach §64 solle und könnte nach absolvieren dieser nach 2 Jahren und 9 Monaten wieder frei sein. Dies war jedoch gelogen. In der Therapie hatte ich erst einmal gesagt bekommen, das die Aussagen der Richter immer ganz schön klingen aber das wäre nicht mit dem Konzept vereinbar. Ich müsste im Bestfall mit 3 Jahren rechnen. Da ich es ernst meinte und mir dachte das viele im Gegensatz zu mir versuchen die Therapie lediglich als Türöffner zu benutzen, war ich der Meinung, dass ich entsprechend schnell wäre. Ich konnte schon nach kurzer Zeit absehen das es nicht möglich sein würde, weil durch sogenannte "Quarantänezeiten" die Station durch den verbotenen Konsum von Patienten förmlich abgeriegelt wird und jeder in seinem Fortschritt eingefroren wird.
Nach ca, 9 Monaten bekam ich gewaltige Zukunftsängste. Ich wäre im Bestfall mit 27 freigekommen und hätte noch immer keine Ausbildung abgeschlossen. Die Elektrikerausbildung hätte nur in den Prüfungen wiederholt werden müssen, allerdings wusste ich zu wenig und hätte das ganze letzte Jahr wiederholen müssen. Ich entschied mich also für ein etwas riskanteren Weg. Im Einverständnis mit der Therapieleitung brach ich diese ab um eine Ausbildung in Haft zu absolvieren. Das hatte zum Glück geklappt und ich hatte mit 90% die Prüfung absolviert und sogar dabei ein Beruf gefunden der mir Spaß macht.
Mir wurde versprochen das ich ohne Probleme nach der Prüfung entlassen werden kann. Also habe ich mein Antrag auf Reststrafe so gestellt, wie es mir vom Sozialdienst gesagt wurde. Das war jedoch eine schlechte Idee, da mir vorenthalten wurde, dass ich noch begutachtet werden sollte. Da ich schon ungewöhnlich lange gewartet hatte, wurde ich in den offenen Vollzug verlegt, so dass ich eine Weiterbildung finden konnte, die mich in diesem Beruf aufsteigen lässt, so das ich Fachkraft anstatt nur den Helfersstatus habe. Mir wurde von allen Seiten gesagt wie gut ich wäre, wie herausragend meine Führung im Gegensatz zu den Restlichen war aber dennoch wurden mir ständig weiter Steine in den Weg gelegt. Als ich erfuhr das ich begutachtet werden sollte, ist in mir eine Welt zusammengebrochen.
Ich hatte das erste Mal in meinem Leben eine Panikattacke, weil ich dachte das meine sämtlichen Pläne um meine Zukunft gerade zu rücken nun aus seien. Im offenen Vollzug hatte ich zum Glück ein altes Nokiahandy, da es coronabedingt nicht erlaubt war die Telefonzelle zu teilen. Ich wählte instinktiv die Nummer meiner Mutter und legte nach dem zweiten Klingeln auf als ich realisierte das sie am arbeiten war. Zum Glück rief sie sofort zurück und mein Kreislauf normalisierte sich wieder. Seit dem hat meine Psyche ihre Stabilität verloren. Ich habe 1 Jahr lang die Therapie ernsthaft absolviert und für ein weiteres Jahr dazu noch therapeutische Gespräche in Haft geführt. Weiterhin habe ich seit Beginn meiner U-Haft permanent Kontakt zur Drogenberatung gehalten und Kurse wie den Umgang mit dem Stressmanagement absolviert. Andere Häftlinge die sich auf deutsch gesagt wie sau verhalten haben sind einfacher und schneller entlassen geworden. Also warum? Zumal das Gutachten weitere 3500 Euro Schulden einbrachte. Ich war schon weit über meinem 2/3 Zeitpunkt und hatte nur noch 6 Monate, obwohl ich alles getan habe, was ich konnte. Trotz all dieser Hürden habe ich, obwohl das die Anstaltsleitung nicht wollte, Kontakt zum Gericht aufgenommen. Diese hatten mir mitgeteilt wer für das Gutachten zuständig ist. Darauf hin kontaktierte ich die Gutachterin. Sie ließ zum Glück mit sich reden und zog mich vor. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt alles in der Tasche. Eine neue Wohnung 150 Km entfernt von meiner Heimat und zusätzlich eine verkürzte Umschulung (bitte nicht von dem Begriff irreführen lassen) mit der ich direkt eine Stufe höher in meinem Beruf aufsteigen kann, so dass ich keine Helferskraft, sondern direkt die vollwertige Qualifikation zur Fachkraft besitze. Ich habe mittlerweile meine gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 mit 94% absolviert und bin seit 6 Monaten ein freier Mensch, nach 3 Jahren und 4 Monaten Haft am Stück. Ich habe alles getan um ein neues Leben zu beginnen und das mit Erfolg aber jetzt zu meinem Problem. Ich schaffe es einfach nicht mehr neue Freunde zu finden. Ich hatte am Anfang Angst davor mit meiner Vergangenheit mich auf neue Leute einzulassen, weil ich dachte sie würden mich verurteilen. Jedoch habe ich es inzwischen geschafft bei der DEKRA, wo ich die Umschulung absolviere, als auch in dem Betrieb, in dem ich für die Umschulung 6 Monate ein Praktikum absolvieren muss, offen damit umzugehen und zu zeigen das ich nicht wieder meinen alten Mustern verfalle.
Zu mir ich habe eine wirklich dramatische Kindheit hinter mir. Mein Vater war gegenüber meiner Mutter ziemlich gewalttätig, so dass sie sich von ihm trennte als ich zwei Jahre alt war. Danach hatte meine Mutter allerdings auch diverse Partner die die selben Verhaltensmuster an den Tag legten. Das zog sich bis ich acht wurde und die Situation komplett eskalierte. Jedenfalls zog ich ab da zu meiner Großmutter, bei der ich regelrecht verwöhnt wurde. Ohne Regeln und mit zu viel Hass bereits im Kindesalter war ich eines der eher auffälligen Kinder. Ich ließ mir nichts sagen und wollte ausschließlich mein Dickkopf durchsetzen. Freunde hatte ich wenige und die meisten Schüler mieden mich bzw. für zwei Jahre auf dem Gymnasium erfuhr ich was Mobbing heißt. Um mich ruhig zu stellen bekam ich recht früh einen PC bzw. eine Playstation und versank davor stundenlang.
Später fand ich Freunde mit denen ich dieses Hobby gemeinsam ausgeübt habe. Da waren 12 Stunden Sessions keine Seltenheit. Ich ging vom Gymnasium ab, weil ich nur noch demotiviert in der Schule war und wiederholte freiwillig die sechste Klasse. Für ein Jahr lang ging es Berg auf. Meine Noten waren überdurchschnittlich und ich hatte es sehr leicht in der Schule. Bis zur siebten Klasse. Ab dort kamen Freunde in`s Spiel, welche ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich fing an mit 14 Alkohol zu probieren, dann folgte die Shisha, dann das Rauchen und zu guter Letzt diverse Drogen. Mit 17 war ich Dealer, schwänzte regelmäßig die Schule und kam nur um Arbeiten zu schreiben. Das ironische daran war das ich immer noch sehr gut damit durch die Schule kam und in meinen Noten teils deutlich besser war als der Rest der Klasse. Das fand meine Klasse allerdings gar nicht so lustig und somit hatte ich erst Recht den Außenseiterposten inne.
Mein Konsum stieg stetig, da ich leider nicht viel Glück mit meinen Menschen im Umfeld hatte. Meine erste Freundin wurde mir von meinem damaligen besten Freund ausgespannt, welchem ich schon seit ich 12 war in allem, vor allem in seinen Beziehungen, geholfen hatte. Zwei Freundinnen später betrog mich diese mit vier anderen Kerlen (wohl gemerkt das es das beliebteste und hübscheste Mädel in der ganzen Schule war. Dies führte dazu das ich, naiver Weise, ihr in einem ICQ Chat damals damit gedroht hatte, dass wenn ich rausfinde mit wem sie mich betrogen hatte, ihn kalt machen würde. Das war einfach nur ein dummer Spruch aus Wut daher gesagt und ohne Intention das wirklich zu tun. Dafür folgte eine Anzeige und sie behauptete zusätzlich das ich auch sie bedrohen würde. Ich bekam damals 15 Sozialstunden und flog von der Schule, zumal ich ein Jahr davor bereits mit Hasch in der Schule auffällig war. Seitdem war mir einfach alles egal und der innere Misanthrop kam an`s Tageslicht. Mein Geschäft wurde größer und ich holte den Hauptschulabschluss über ein BVB extern mit einem Schnitt von 2,0 nach. Auf Drängen meiner Großmutter hatte ich danach eine Ausbildung zum Baustellenelektroniker angefangen, was mir alles andere als Freude bereitet hatte. Darauf ging meine Motivation komplett bergab. Ich habe mich oft krank schreiben lassen und habe mich ausschließlich auf das Verkaufen fokussiert. Dadurch konnte ich mir eine immer höhere Position "erarbeiten" und war angesehen und beliebt, auch wenn es im Endeffekt nur um die Ware ging.
Mit 19 wurde ich verraten und bekam nach einer Hausdurchsuchung Bewährung. Der damalige Richter wollte mich mit der mit möglichst höchsten Bewährung abschrecken und verurteilte mich zu 10 Monate auf 2 Jahre Bewährung mit mehreren Urinkontrollen. Stur wie ich war fand ich einen Weg dabei zu betrügen, indem ich auf Amazon Cleanurin geordert hatte und mit einem "Fake-Penis" dieses abgab. Im Laborbefund ist dies nicht aufgefallen. Ich war so dumm und damals noch stolz darauf. Bei meinem Job hatte ich mich, so oft ich konnte, krank gemeldet und wurde dadurch auch entsprechend behandelt.
Das ganze eskalierte mit 23, also vor 4 Jahren. Meine Großmutter wurde bekam 2 Schlaganfälle und wurde dement. Ich lebte mit meinem Onkel und ihr zusammen in einem Haus. Wir waren beide maßlos mit der Situation überfordert. Mein Onkel wurde mit der Zeit cholerisch und fing an jede Nacht meine Oma anzuschreien, weil sie ihn immer mit meinem Namen angesprochen hatte. Das ging ein halbes Jahr bis ich flüchten musste. Darauf hin bin ich zu meiner damaligen Freundin gezogen, mit der ich wirklich dachte, das ich endlich die Beziehung fürs Leben gefunden hätte. Tja ich wurde erneut verraten und landete diesmal in Haft. Ich war gegen Ende im Darknet aktiv und einer der Händler hob seine Quittungen auf um sich zu entlasten. Somit konnte das zu mir über Ecken zurückverfolgt werden. Das Urteil: 3 Jahre und 9 Monate. Davon sollte ich für 2 Jahre in die Therapie nach §64 solle und könnte nach absolvieren dieser nach 2 Jahren und 9 Monaten wieder frei sein. Dies war jedoch gelogen. In der Therapie hatte ich erst einmal gesagt bekommen, das die Aussagen der Richter immer ganz schön klingen aber das wäre nicht mit dem Konzept vereinbar. Ich müsste im Bestfall mit 3 Jahren rechnen. Da ich es ernst meinte und mir dachte das viele im Gegensatz zu mir versuchen die Therapie lediglich als Türöffner zu benutzen, war ich der Meinung, dass ich entsprechend schnell wäre. Ich konnte schon nach kurzer Zeit absehen das es nicht möglich sein würde, weil durch sogenannte "Quarantänezeiten" die Station durch den verbotenen Konsum von Patienten förmlich abgeriegelt wird und jeder in seinem Fortschritt eingefroren wird.
Nach ca, 9 Monaten bekam ich gewaltige Zukunftsängste. Ich wäre im Bestfall mit 27 freigekommen und hätte noch immer keine Ausbildung abgeschlossen. Die Elektrikerausbildung hätte nur in den Prüfungen wiederholt werden müssen, allerdings wusste ich zu wenig und hätte das ganze letzte Jahr wiederholen müssen. Ich entschied mich also für ein etwas riskanteren Weg. Im Einverständnis mit der Therapieleitung brach ich diese ab um eine Ausbildung in Haft zu absolvieren. Das hatte zum Glück geklappt und ich hatte mit 90% die Prüfung absolviert und sogar dabei ein Beruf gefunden der mir Spaß macht.
Mir wurde versprochen das ich ohne Probleme nach der Prüfung entlassen werden kann. Also habe ich mein Antrag auf Reststrafe so gestellt, wie es mir vom Sozialdienst gesagt wurde. Das war jedoch eine schlechte Idee, da mir vorenthalten wurde, dass ich noch begutachtet werden sollte. Da ich schon ungewöhnlich lange gewartet hatte, wurde ich in den offenen Vollzug verlegt, so dass ich eine Weiterbildung finden konnte, die mich in diesem Beruf aufsteigen lässt, so das ich Fachkraft anstatt nur den Helfersstatus habe. Mir wurde von allen Seiten gesagt wie gut ich wäre, wie herausragend meine Führung im Gegensatz zu den Restlichen war aber dennoch wurden mir ständig weiter Steine in den Weg gelegt. Als ich erfuhr das ich begutachtet werden sollte, ist in mir eine Welt zusammengebrochen.
Ich hatte das erste Mal in meinem Leben eine Panikattacke, weil ich dachte das meine sämtlichen Pläne um meine Zukunft gerade zu rücken nun aus seien. Im offenen Vollzug hatte ich zum Glück ein altes Nokiahandy, da es coronabedingt nicht erlaubt war die Telefonzelle zu teilen. Ich wählte instinktiv die Nummer meiner Mutter und legte nach dem zweiten Klingeln auf als ich realisierte das sie am arbeiten war. Zum Glück rief sie sofort zurück und mein Kreislauf normalisierte sich wieder. Seit dem hat meine Psyche ihre Stabilität verloren. Ich habe 1 Jahr lang die Therapie ernsthaft absolviert und für ein weiteres Jahr dazu noch therapeutische Gespräche in Haft geführt. Weiterhin habe ich seit Beginn meiner U-Haft permanent Kontakt zur Drogenberatung gehalten und Kurse wie den Umgang mit dem Stressmanagement absolviert. Andere Häftlinge die sich auf deutsch gesagt wie sau verhalten haben sind einfacher und schneller entlassen geworden. Also warum? Zumal das Gutachten weitere 3500 Euro Schulden einbrachte. Ich war schon weit über meinem 2/3 Zeitpunkt und hatte nur noch 6 Monate, obwohl ich alles getan habe, was ich konnte. Trotz all dieser Hürden habe ich, obwohl das die Anstaltsleitung nicht wollte, Kontakt zum Gericht aufgenommen. Diese hatten mir mitgeteilt wer für das Gutachten zuständig ist. Darauf hin kontaktierte ich die Gutachterin. Sie ließ zum Glück mit sich reden und zog mich vor. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt alles in der Tasche. Eine neue Wohnung 150 Km entfernt von meiner Heimat und zusätzlich eine verkürzte Umschulung (bitte nicht von dem Begriff irreführen lassen) mit der ich direkt eine Stufe höher in meinem Beruf aufsteigen kann, so dass ich keine Helferskraft, sondern direkt die vollwertige Qualifikation zur Fachkraft besitze. Ich habe mittlerweile meine gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 mit 94% absolviert und bin seit 6 Monaten ein freier Mensch, nach 3 Jahren und 4 Monaten Haft am Stück. Ich habe alles getan um ein neues Leben zu beginnen und das mit Erfolg aber jetzt zu meinem Problem. Ich schaffe es einfach nicht mehr neue Freunde zu finden. Ich hatte am Anfang Angst davor mit meiner Vergangenheit mich auf neue Leute einzulassen, weil ich dachte sie würden mich verurteilen. Jedoch habe ich es inzwischen geschafft bei der DEKRA, wo ich die Umschulung absolviere, als auch in dem Betrieb, in dem ich für die Umschulung 6 Monate ein Praktikum absolvieren muss, offen damit umzugehen und zu zeigen das ich nicht wieder meinen alten Mustern verfalle.
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