Hallo alle zusammen,
will hier etwas Frust von der Seele schreiben und vielleicht weitere Ratschläge holen.
Ich habe kürzlich eine Kündigung für einen Sportverein eingereicht, weil ich keinen wirklichen Sinn mehr sah da weiterzumachen, obwohl mir die Tätigkeit gefiel.
Wie manche Leser wissen, tue ich mir ja schwer damit neue Freunde kennenzulernen oder meine Clique zu finden, versuche aber schon seit Jahren mehr unter Leute zu kommen.
Insgesamt war ich die letzten Jahre in drei verschiedenen Sportvereinen, fand aber nirgendwo richtig Anschluss. Zum einen war die Demografie. Meistens waren die anderen Mitglieder noch Schüler oder Rentner. Kaum jemand war in meiner Altersstufe von 25 bis 35. Sowohl während des Trainings oder bei den verschiedenen Vereinsfeiern konnte ich keine Kontakte knüpfen, da es sich gerade bei Letzterem immer um die Kinder drehte. Ich als Single-Mann fühlte mich da immer etwas fehl am Platz.
Auch entwickelte sich nie wirklich eine Leidenschaft. Ich mache Sport, um fit zu bleiben, habe aber null Interesse an Wettkämpfen… was ja in Vereinen erwartet wird. Ich brachte halt nie die Begeisterung mit oder wollte mir Titel holen im Gegensatz zu vielen der langjährigen Mitglieder. Dadurch war ich immer etwas der Außenseiter und das Interesse verpuffte dann irgendwann. Jede der drei Sportarten mache ich nun alleine in der Freizeit ohne Wettkampfdruck (habe natürlich versucht Gleichgesinnte über Nebenan.de oder Spontacts zu finden, aber da immer keinerlei Reaktion).
Meine wahren Leidenschaften sind eher im künstlerischen und kulturellen Bereich. Bin auch in einem entsprechenden Verein eingetreten, wo allerdings auch der Altersdurchschnitt 50+ ist.
Doch schließlich fand sich jemand mit dem ich einen Club aufbauen konnte für mein künstlerisches Feld innerhalb des Vereinshauses. Wir bekamen einen Raum und machten uns daran Mitglieder zu finden.
Zuerst schien alles ganz hoffnungsvoll. Wir hatten bis zu 9 Leute am Anfang und machten schon größere Pläne. Doch wir konnten die Menschen nicht halten.
Wir schafften es nicht dauerhaftes Engagement zu erreichen. Die Leute kamen immer unregelmäßiger und schrieben dann immer Begründungen wie »zu viel Arbeit«, »muss für Uni lernen«, »will einfach nur im Bett liegen, bin so fertig« etc. Irgendwann schrieben sie dann gar nichts mehr. Auf Bitte um Feedback keine Antworten.
Verzweifelt versuchten ich und der andere Begründer neue Personen zu finden. Anzeigen im Internet (keine Reaktion), Plakate in der Bibliothek und an anderen öffentlichen Plätzen (keine Reaktion) und sogar Flyer verteilen in der Innstadt (keine Reaktion). All diese Mühen und am Ende saßen wir trotzdem an den wöchentlichen Treffen alleine da und mussten viele der geplanten Veranstaltungen streichen.
Kürzlich dann hat das Kulturhaus das Projekt beendet. Es machte laut ihnen kein Sinn, wenn niemand kommt und man könnte eine weiter Kindergruppe in den Raum unterbringen. Der Mitbegründer hat das Handtuch jetzt geworfen und zieht permanent aus Deutschland fort (war ein Student aus dem asiatischen Raum). Auch ich fühle mich gerade geschlagen.
Man hört ja immer gerne gebetsmühlenartig, dass man über Vereine neue Menschen kennenlernt, aber ich kann dies einfach nicht bestätigen bisher.
Was soll ich tun? Weiter Sportarten ausprobieren, in der Hoffnung, dass ich da eine neue Leidenschaft finde und mit den Leuten dort klicke? Weiter in dem Kulturverein bleiben, wo ich nach dem Scheitern des Clubs gefühlt misstrauischer betrachtet wurde (es kam einmal sogar die Bemerkung, dass ich viel zu jung sei, um eigene Ideen einzubringen).
Ich weiß tatsächlich nicht, was meine nächsten Schritte sein sollen.