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Kann man wirklich noch über Vereine Leute kennenlernen?

Jemand der reserviert und distanziert wirkt, wird eher nicht angesprochen.
Oder andersrum, wer nicht einladend auftritt, den lässt man in Ruhe.

Man müsste etwas ausdenken, zb eine Schleife, ein Armband, irgendwelche Kleber auf der Stirn, mir wär nach Kontakte... suche nach lieben Leuten....
Wir haben doch ein Gesicht und eine Mimik, einen Haufen Ausdrücke kann man damit zaubern, normal übt man das bereits mit Babies. Wie drückt man "ich mag, was ich sehe" aus?

Am Nachmittag kam unser Riesenbaby vorbei, der überdimensional große Nachbarbub, der sah uns zu wie wir uns plagten, eine Garagentorführung war aus den Angeln- jedenfalls kam er, ohne Worte, nahm das riesige Tor, hob es mit einer kurzen Bewegung an und das Problem war beseitigt, dann lachte er mich an schmiss ein Bussi her, also spitzte die Lippen, schnalzte strahlend und ging wieder rüber zu seinem Haus. Wir können so viel sagen, ohne dass wir reden.
 
Wir haben doch ein Gesicht und eine Mimik, einen Haufen Ausdrücke kann man damit zaubern, normal übt man das bereits mit Babies. Wie drückt man "ich mag, was ich sehe" aus?
Jep. Die Augen, der Blick, finde ich, signalisieren oft so einiges.
Interesse, Wohlwollen aber genauso auch Furcht, Unsicherheit oder Angst. Das lässt sich auch gar nicht so leicht verbergen.
Die Körpersprache kommt dann noch dazu.
 
Mich würde interessieren, wie jene, die behaupten, nie wirkliche Freundschaften geknüpft zu haben, wie jene als Kind gehabt haben.
Wer zb schon in der Kindheit immer klein gehalten wurde und sich aus Schutz in sich zurück zieht, könnte als Erwachsener daraus schlussfolgern er sei ein introvertierter Typ.

Was ist "klein halten"?

Was versteht ihr darunter?
 
Oder andersrum, wer nicht einladend auftritt, den lässt man in Ruhe.

Man müsste etwas ausdenken, zb eine Schleife, ein Armband, irgendwelche Kleber auf der Stirn, mir wär nach Kontakte... suche nach lieben Leuten....
Wir haben doch ein Gesicht und eine Mimik, einen Haufen Ausdrücke kann man damit zaubern, normal übt man das bereits mit Babies.

Das kann man sehr bewusst nutzen, wenn ich in Ruhe gelassen werden möchte, tue ich das. Von anderer Haltung des Oberkörpers, angespannter, über verkürzte, festgehaltene Bewegungsabläufe bis zu abweisenderem Gesichtsausdruck entsteht so ein ganz anderer Eindruck. Und das kleine (!) Veränderungen, z. B. Augenbrauen, angespanntere Augenpartie. Augenbrauen 'quasseln' ja eh viel.

Mich würde interessieren, wie jene, die behaupten, nie wirkliche Freundschaften geknüpft zu haben, wie jene als Kind gehabt haben.



Was ist "klein halten"?

Was versteht ihr darunter?

Es reicht die Kombi sehr sensibles Kind und sehr präsente, dominanter wirkende, laute (das muss noch nicht mal schreiende bedeuten) Eltern. Da will ein Kind gefallen, lernt, Erwachsene nicht zu stören, Wohlverhalten wird positiver gewertet, bei Abweichungen ist die Reaktion für dieses sensible Wesen zu krass, und schon läuft da was in eine blöde Richtung.
Ein liebes Kind, ein lächelndes Kind, das man noch häufiger loben könnte, als man eh schon tut. Aber ein im Grunde eingeschüchtertes Kind.

Bei Eltern, die laut werden im Sinne von Schreien passiert das noch schneller. Lässt sich natürlich weiter steigern.

Lächerlich machen. Je nach Sensibilität wird das stärker empfunden.
Gefühle, Emotionen, Wahrnehmung entwerten: Stell dich nicht so an. Das tut doch nicht weh. Deshalb brauchst du gar nicht wütend zu werden.

Vernachlässigte Kinder, die um Aufmerksamkeit und Zuwendung, Liebe buhlen, tun dies ebenfalls oft über Überanpassung.

Es gibt viele Varianten.
 
Hallo Lukram,
ich habe in den vergangenen Jahren in meinem Leben mehrere große Veränderungen erlebt und mich -unter anderem- auf die Suche nach neuen Bekanntschaften gemacht. Es gibt ja in allen Altersgruppen Menschen, die (angeblich) neue Kontakte suchen. Aber: es muss ja auch passen.
Ich bin freundlich und aufgeschlossen, aber ganz sicher auch kein Typ, der maximal extrovertiert auftritt und das muss ja auch nicht sein.
Aus meiner Sicht ist es gut, sich einer Gruppe anzuschließen, die sich "direkt" mit neuen Bekanntschaften befasst, also Freizeitgruppe xy, Freizeit-Apps, Stammtische. Auch Singlereisen oder Reisen mit Seminarcharakter sind gut, um Menschen kennenzulernen, die "Platz" in ihrem Leben haben. Im Alltag (wie bei der Arbeit oder auch bei der VHS) begegne ich auch sympathischen Menschen, viele haben aber ein "volles" Leben und man passt einfach nicht mehr rein.
Parallel dazu ist es auch gut, sich mit sich selbst und der eigenen Ausstrahlung zu befassen, dazu gibt es genug Bücher oder auch Online- oder Echtzeit-Kurse.
Wichtig ist, nicht zu verkrampft zu sein und auch nicht zu resignieren.
Alles Gute
S.
 
Was ist "klein halten"?

Was versteht ihr darunter?
Das kann schon bei zuviel Kritik passieren. "Das hast du schon wieder falsch gemacht, das hast du falsch gesagt, was du willst ist nicht richtig, das sagt man doch nicht" usw.
Wenn ein Kind dann denkt, alles was es sagt, tut, will usw ist eh nur falsch, dann wird es sich eher nicht mehr vor anderen durch eine Äußerung o.ä. angreifbar machen und ruhig und verschlossen sein.



Dieses "mit anderen erst warm werden wollen" könnte darauf hin deuten, dass da kein allzu großes Vertrauen in andere besteht.

Nur so eine Vermutung.

Mich würde interessieren, wie jene, die behaupten, nie wirkliche Freundschaften geknüpft zu haben, wie jene als Kind gehabt haben.
Interessante Frage.
 
Hallo alle zusammen,

will hier etwas Frust von der Seele schreiben und vielleicht weitere Ratschläge holen.

Ich habe kürzlich eine Kündigung für einen Sportverein eingereicht, weil ich keinen wirklichen Sinn mehr sah da weiterzumachen, obwohl mir die Tätigkeit gefiel.

Wie manche Leser wissen, tue ich mir ja schwer damit neue Freunde kennenzulernen oder meine Clique zu finden, versuche aber schon seit Jahren mehr unter Leute zu kommen.

Insgesamt war ich die letzten Jahre in drei verschiedenen Sportvereinen, fand aber nirgendwo richtig Anschluss. Zum einen war die Demografie. Meistens waren die anderen Mitglieder noch Schüler oder Rentner. Kaum jemand war in meiner Altersstufe von 25 bis 35. Sowohl während des Trainings oder bei den verschiedenen Vereinsfeiern konnte ich keine Kontakte knüpfen, da es sich gerade bei Letzterem immer um die Kinder drehte. Ich als Single-Mann fühlte mich da immer etwas fehl am Platz.

Auch entwickelte sich nie wirklich eine Leidenschaft. Ich mache Sport, um fit zu bleiben, habe aber null Interesse an Wettkämpfen… was ja in Vereinen erwartet wird. Ich brachte halt nie die Begeisterung mit oder wollte mir Titel holen im Gegensatz zu vielen der langjährigen Mitglieder. Dadurch war ich immer etwas der Außenseiter und das Interesse verpuffte dann irgendwann. Jede der drei Sportarten mache ich nun alleine in der Freizeit ohne Wettkampfdruck (habe natürlich versucht Gleichgesinnte über Nebenan.de oder Spontacts zu finden, aber da immer keinerlei Reaktion).

Meine wahren Leidenschaften sind eher im künstlerischen und kulturellen Bereich. Bin auch in einem entsprechenden Verein eingetreten, wo allerdings auch der Altersdurchschnitt 50+ ist.

Doch schließlich fand sich jemand mit dem ich einen Club aufbauen konnte für mein künstlerisches Feld innerhalb des Vereinshauses. Wir bekamen einen Raum und machten uns daran Mitglieder zu finden.

Zuerst schien alles ganz hoffnungsvoll. Wir hatten bis zu 9 Leute am Anfang und machten schon größere Pläne. Doch wir konnten die Menschen nicht halten.

Wir schafften es nicht dauerhaftes Engagement zu erreichen. Die Leute kamen immer unregelmäßiger und schrieben dann immer Begründungen wie »zu viel Arbeit«, »muss für Uni lernen«, »will einfach nur im Bett liegen, bin so fertig« etc. Irgendwann schrieben sie dann gar nichts mehr. Auf Bitte um Feedback keine Antworten.

Verzweifelt versuchten ich und der andere Begründer neue Personen zu finden. Anzeigen im Internet (keine Reaktion), Plakate in der Bibliothek und an anderen öffentlichen Plätzen (keine Reaktion) und sogar Flyer verteilen in der Innstadt (keine Reaktion). All diese Mühen und am Ende saßen wir trotzdem an den wöchentlichen Treffen alleine da und mussten viele der geplanten Veranstaltungen streichen.

Kürzlich dann hat das Kulturhaus das Projekt beendet. Es machte laut ihnen kein Sinn, wenn niemand kommt und man könnte eine weiter Kindergruppe in den Raum unterbringen. Der Mitbegründer hat das Handtuch jetzt geworfen und zieht permanent aus Deutschland fort (war ein Student aus dem asiatischen Raum). Auch ich fühle mich gerade geschlagen.

Man hört ja immer gerne gebetsmühlenartig, dass man über Vereine neue Menschen kennenlernt, aber ich kann dies einfach nicht bestätigen bisher.

Was soll ich tun? Weiter Sportarten ausprobieren, in der Hoffnung, dass ich da eine neue Leidenschaft finde und mit den Leuten dort klicke? Weiter in dem Kulturverein bleiben, wo ich nach dem Scheitern des Clubs gefühlt misstrauischer betrachtet wurde (es kam einmal sogar die Bemerkung, dass ich viel zu jung sei, um eigene Ideen einzubringen).

Ich weiß tatsächlich nicht, was meine nächsten Schritte sein sollen.

Hallo zusammen,

wie von einigen hier erwähnt ist es über Vereine nicht einfach, Leute im mittleren Alter näher kennenzulernen. Zum einen fokussieren sich eben viele auf die Vereinstätigkeit und die Altersgruppe zwischen 25 und 45 ist eher wenig vertreten.

Nun schreibe ich hier meine Erfahrung zu Spontacts aus dem Eingangspost: Ja, es gibt dort einige vielfältige Freizeitangebote und die Anmeldung ist kostenlos. Schreiben ohne Abo ist leider nur sehr begrenzt möglich. Von der Altersklasse ist in meiner Stadt unter 45 nur wenig angemeldet.

Die 3,5 Sterne auf Trustpilot sind zwiespältig, einige berichten dort von Ausgrenzung bei anderer Meinung oder geben an, bedrängt worden zu sein. Ich habs ausprobiert, werde mich dort wie bei meinem Finya-Intermezzo wieder löschen.
 

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