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Kann man seinen Todeszeitpunkt selber wählen?

  • Starter*in Starter*in missbi
  • Datum Start Datum Start
M

missbi

Gast
Hi Leute,

heute ist ein alter Bekannter von meinem Vater gestorben. Er hatte Krebs und war schon seit einem Jahr im Hospiz und hat auf den Tod gewartet.

Hab dann so mit meinem Vater darüber geredet, weil er ihn letzten Sa. noch besucht hat. Da hat er mir erzählt, dass er sich erkundigt hat über eine Sache, die mein Vater für ihn noch erledigen sollte. Er hat es erledigt und es ihm mitgeteilt. Daraufhin meinte er, so jetzt kann ich sterben, und heute war er tot.

Außerdem sterben die meisten Menschen allein (ich sprech jetzt nicht von suizid). Bei ihm war es auch so. Kurzdavor war noch eine Schwester bei ihm und fünf min. später, als sie zurückkam, war er tot. Bei meiner Oma war es auch so. Sie hat regelrecht darauf gewartet, dass sie endlich allein sein konnte und hat den Moment auch genutzt. In der Zeit, als sie allein war, ist sie gestorben.

Ich kenn eigentlich niemanden, der in Anwesenheit von jemandem gestorben ist. Darum frage ich mich, kann man seinen Todeszeitpunkt auf irgendeine Art und Weise selber wählen (wenn man jetzt nicht gerade durch Gewalt zu Tode kommt natürlich)?

lg missbi
 
Hallo!
Mein Opa ist im Krankenhaus gestorben - als wir alle bei ihm waren, seine Kinder, Enkel usw. Aber vielleicht spricht das auch dafür, vielleicht dachte er sich "jetzt sind alle bei mir, jetzt kann ich beruhigt gehen"?! Wer weiß das schon.....ist aber echt mal eine interessante Frage, bin gespannt, was die anderen Leute hier dazu zu sagen haben!
LG!
 
Doch ja. Mir hat mal ein sehr alter Mann gesagt, daß ein Mensch wie eine Uhr ist. Einmal aufgezogen und sie läuft. Am Schluß geht es immer langsamer und ich denke, daß alte Leute sehr gut wissen, wann es zu Ende geht. Vielleicht wird manchmal noch ein wenig Kraft aufgespart um nochmal zu Enkel zu sehen o.ä. Und ich denke auch, daß die Menschen die wissen das es zu Ende geht, keine Angst vor dem Tod haben.
 
Ich hab das auch erlebt, mit dem warten...............

Mein Opa hatte im Krieg eine Gelbsucht die nie behandelt wurde.....er wurde sehr krank hatte Leberkrebs......

Ich hab ziemlich viel durchgemacht in meiner Beziehung und habe sehr gelitten. Da ich immer eine sehr enge Verbindung zu meinen Großeltern hatte, waren sie sehr unglücklich, als ich aus meiner Heimatstadt weggehen mußte.
Doch sie waren sehr froh, das ich jetzt in Sicherheit war.....

Als ich von meinem neuen Freund schwanger wurde, haben sie sich sehr gefreut, aber Opa machte sich Gedanken ob er das Kind noch sehen würde denn es ging ihm immer schlechter.

Als dann mein Sohn geboren wurde, habe ich mir vorgenommen , egal wie anstrengend es sein wird und egal wie gefährlich es für mich wird, ich werde hinfahren, und ihm seinen "letzten" Wunsch erfüllen, den Kleinen zu sehen......

Wir sind hingefahren und er hat die Kinder sooo fixiert, hat sie richtig mit den Augen aufgesogen......Er war total abwesend.
Er fragte mich ob ich ihm die Haare schneide , was ich dann auch tat.
Danach war er sehr müde, er legte sich ins Bett und ich hab mich verabschiedet ,denn wir mußten wieder fahren.......ich hab gewußt es wird das letzte mal sein das ich ihn sehe es war furchtbar für mich......

Ab diesem Tag ging es nur bergab mit ihm , ab diesem Tag ist er nicht mehr aufgestanden, er hat auf seinen Tod gewartet....wir waren am 15 September dort und am 25 Oktober ist mein Opa gestorben.

Meine Oma und meine Mum waren in der Wohnung, er lag im Schlafzimmer sie haben sich abgewechselt einer saß immer am Bett.
Als meine Mutter raus ging und meine Oma holte um sie abzulösen, genau in diesem Moment starb er.........

Shalimar
 
Ich denke so genau kann man das nicht sagen wenn ein Todkranker aber noch das Bedürfniss hat etwas vor seinem Tod zu tun denke ich das dabei die Willenskraft eine besondere Rolle spielt und unter umständen den Tod noch um einige Zeit herauszögert.
Meine Oma zum Beispiel wollte mich noch einmal vor ihrem tod sehen (sie hatte krebs und die Chancen standen schlecht, ich habe sie bewundert da sie sagte sie will sich die Chemotherapie ersparen d.h. sie wollte lieber früher sterben dafür aber ohne diese Qualen ) als ich dann ins Krankenhaus kam um sie zu besuchen redeten wir noch einige zeit und sie schlief langsam in meinen Armen ein.
Insofern denke ich mann kann (in einem bestimmten Rahmen) sein Todeszeitpunkt bei so langwierigen und tödlichen Krankheiten selber bestimmen
Gruß ...
 
Hallo,


als mein Opa vor seinem Tod das letzte mal mit uns Weihnachten feierte sagte er zu uns, dass dies sein letztes Fest mit uns wäre, obwohl er eigentlich da noch gesund war. Danach ging es wirklich sehr schnell mit ihm bergab. Als er ins Krankenhaus kam wusste er, dass er dort sterben würde.
Er bekam vorher plötzlich einen Schwächeanfall ohne Vorzeichen. In seiner letzten Stunde im Krankenhaus hatte er nocheinmal gefrühstückt, die Krankenschwester sagte wie ein König. Danach verlangte er noch einmal ein Glas Bier, trank es und machte seine Augen zu. Er wachte nicht wieder auf...


LG, Andreas
 
Mein Opa war sein Leben lang nie krank. Eines Tages hatte er Atemprobleme.
Sein Hausarzt sagte ihm nach diversen Untersuchungen,
er könne ambulant nichts mehr für ihn tun, er müsste ins Krankenhaus.
Als wir mit ihm das Haus verlassen haben um ihn ins Krankenhaus zu bringen
hat er sich aufeinmal umgedreht, auf sein Haus geschaut und gesagt
"Ich komme nicht mehr zurück" - das ist jetzt 15 Jahre her
und ich sehe ihn dort stehen, als wäre es gestern.
Im Krankenhaus und es ging ihm täglich schlechter.
Diagnostiziert wurde Lungen- und Bronchialkrebs.
Ich habe ihn jeden Tag besucht. Zum Schluss konnte er kaum mehr ohne Geräte atmen.
Nach drei Wochen Krankenhausaufenthalt bat er mich,
ihm die Nägel und die Haare zu schneiden und ihn zu rasieren.
Da wusste ich, dass das unser letzter gemeinsamer Nachmittag sein würde.
An diesem Tag bat er auch meine Mutter, die Nacht im Krankenhaus zu verbringen.
Ich bin ich mir sicher, dass er wusste, dass er mich an diesem Abend
für immer verabschiedet und in den nächsten Stunden in Würde und genauso geflegt,
wie er es immer war sterben würde wollen.

Er starb in der Nacht im Alter von 87 Jahren in den Armen meiner Mutter :-(
 
Hallo!
Also nachdem ich die Geschichten hier gelesen habe, würde ich sagen, dass man "weiß" wann der Todeszeitpunkt kommen wird...oder es zumindest ahnt...aber ob man es sich wirklich "aussuchen" kann???
 
Gast meinte:
Hallo!
Also nachdem ich die Geschichten hier gelesen habe, würde ich sagen, dass man "weiß" wann der Todeszeitpunkt kommen wird...oder es zumindest ahnt...aber ob man es sich wirklich "aussuchen" kann???

Naja ich würde sagen wenn man die Geschichten so liest, vielleicht nicht direkt aussuchen, aber wenn man was will die Kräfte sammeln und es nicht wollen bzw. verhindern....
wenn man das dann erreicht hat, worauf man gewartet hat , hört man auf zu kämpfen, weil man weiß bzw. spürt das es zu Ende geht......Man liegt da und kann sich dann "fallen" lassen.....

Oder?
 
HAllo zusammen,

das ist l´ja mal wirklih ein ernstes und ´doch sehr interessantes Thema. Also nachdem ich alle eure Geschichten gelesen habe steht für mic eines fest: Man kann den eigenen - natürlichen - Tod nicht beeinflussen, aber man kann erahnen, wann es zu Ende geht.
Viele Menschen wollen auch einfach nciht gehen, weil sie für sich wichtige Dinge noch nciht erledigt haben, da spielt für mcih auch die Willenskrqft eine große Rolle. Aber ichd enke das ist nciht in allen fällen so..
Meine Oma starb vor ca. 4 Jahren, nach zwei jähriger Krankheit, allein im Krankenhaus. Sie hatte drei Schlaganfälle, konnte zum schluss nciht mehr sprechen, sehen und nur einen Arm und vereinzelte Muskeln bewegen. Aber das schlimmste war für sie, dass sie vom Kopf her alles mitbekommen hat, was mit ihr passierte und sie sehnte sich mehrere Jahre nach dem Tod. Selbst als sie nciht mehr sprechen und sehen konnte, machte sice und regelmäßig begreifbar, dass sie in den Himmel will, weil sie immer in die richtung zeigte und ihr dabei tränen aus den Augen liefen.
Die ganze Familie hatte sich bemüht sie keinen augenblcik allein zulassen in dieser Zeit, aber wenn sie ins Krqnkenhaus musste, konnte nciht immer einer da sein.
Als sie dann zum letzen mal ins krankenhaus muste, habe ich sie vor her nciht mehr gesehen, weil ich in der arbeit war. und zwei tage später ist sie dort gestorben, ohne dass ich sie noch einmnal sehen komnnte. Allerdings sagten meine Eltern, die an dem Tag als sie starb gerade eine halbe stunde vorher ihren Besuch bei ihr abgebrochen hatten, das sie sehr zufrieden wirkte und nicht geweinte hat. die Schwestern sagten uns später, dass sie sie mit einem Lächeln auf den Lippen vorgefunden hatten. das war für micht traurig und ich fand es ungereht, dass ein mensch so lange leiden muss!
Aber dass sie lächtelte als sie starb ist für mcih ein Zeichen, dass man zumindest kurz bevor es soweit ist, genau weiß, jetzt geht es zu ende.
LG antsche
 

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