Hallo Widdi,
das ist eine sehr schwierige Frage und hängt denke ich entscheidend von den Umständen und den jeweiligen Personen bzw. deren Veranlagung ab. Ich habe dazu schonmal was in einem anderen Forum geschrieben, das kopiere ich hier einfach mal rein und hoffe es hilft Dir ein wenig:
"Ich denke mit der These “Einmal Betrüger, immer Betrüger” oder auch “Einmal treu, immer treu” macht man es sich zu einfach.
Ich glaube allerdings auch, dass manche Menschen “anfälliger” sind, sich auf eine Affäre einzulassen und andere weniger. Das hat sicher mit Faktoren zu tun wie dem Maß an Verantwortungsbewusstsein, der mehr oder weniger starken Verbundenheit zu moralischen Werten, der Empfänglichkeit für Abenteuer und Kitzel, Naivität, Erfahrungen aus der Vergangenheit… die Liste ist sicher nicht abschliessend und liesse sich noch um einiges erweitern. Das sind gewisse Dispositionen, die bei jedem Menschen unterschiedlich verteilt sind und an denen man grundsätzlich wohl auch nichts ändern kann.
Aber man kann erkennen, welche dieser Faktoren man selber in sich trägt und wenn man sich der Gefahren dann bewusst ist, kann man bewusst gegensteuern. Wenn ich z.B. weiss, dass gewisse Situationen kritisch für mich sein könnten, dann darf ich mich eben nicht mehr in solche Situationen begeben. Wenn man seine “Defizite” erkannt hat, kann man sich entsprechend verhalten.
Unter Umständen kann man so jemanden dann vielleicht zukünftig sogar mehr trauen als jemanden, der bislang immer treu war. Denn vielleicht hat dieser treue jemand genau solche “Defizite”, hat sie aber noch nicht erkannt, weil er bislang vielleicht noch gar nicht in einer Situation war, in der sie hätten gefährlich werden können (Stichwort: Mangel an Gelegenheit). Nur aus der bisherigen Treue kann man dann meiner Meinung nach nicht auf die Zukunft schliessen.
Ein weiterer Faktor ist denke ich aber auch die persönliche Lebensgeschichte. Ist der Partner der erste Freund oder habe ich mich schon “ausgetobt”, läuft meine Beziehung gut, habe ich überhaupt Gelegenheit zum Seitensprung usw. ? Diese Faktoren treffen dann wiederum auf die persönliche Disposition und können so in verschiedenen Lebensabschnitten eine mehr oder weniger fatale Kombination ergeben. Woher will der jetzt Treue wissen, ob er nicht auch mal in eine Lebenssituation gerät, wo er für sowas anfälliger ist (Stichwort: Midlife-Crisis).
Also lange rede kurzer Sinn: ich denke manche Menschen sind “anfälliger” als andere, aber daraus diese Pauschalisierungen abzuleiten halte ich für unzutreffend."
Entscheidend ist damit für mich eigentlich die Frage, wie sehr der Betrüger zukünftig treu sein will. Wenn man bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen und das auch wirklich will, dann schafft man das auch.
Die Frage, inwieweit dass bei Deiner Partnerin der Fall ist, kannst aber wohl nur Du beantworten.
LG Hope