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Kann ich meine Bekannte dadurch verloren haben?

Guten Abend, liebe Community,

ich danke euch für die Antworten.

Ich bin froh, dass die Mehrheit von euch geschrieben hat, dass ich meiner Bekannten damit sicherlich nicht vor den Kopf gestoßen habe. Vielleicht sind meine Bedenken auch völlig unbegründet, da sie ein eher lockerer Mensch ist.

Ich habe ihr auch geschrieben, dass ich sie beim nächsten Mal einladen werde. Über eine Pizza oder Kaffee und Kuchen in einem Café würde sie sich bestimmt freuen und das "Problem" wäre damit aus der Welt geschaffen.

@weidebirke

Ich habe nur die 10 Euro zum Treffen mitgenommen, weil ich davon ausgegangen bin, dass jeder für sich selbst bezahlt. So wird es immer gehandhabt, wenn ich mich mit einer Freundin oder Bekannten treffe. Auch wenn einige wesentlich mehr Geld zur Verfügung haben als ich. Das wäre in diesem Fall auch okay gewesen, wenn sie mir nicht das Geschenk mitgebracht hätte. Damit hatte ich wiederum nicht gerechnet, weil mein Geburtstag jetzt schon sechs Wochen zurückliegt.

Letztes Jahr hat sie mich zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ich war bei ihr zuhause und sie hat für uns Essen bei einer Art Imbissstube bestellt. Da war es selbstverständlich, dass ich nicht mit leeren Händen kam. Trotzdem hat sie jetzt aber gemeint, mir auch etwas mitbringen zu müssen.

Ich hätte die beiden Eisbecher zur Not mit Karte bezahlen können, doch leider hatte ich die Karte nicht dabei. Das liegt daran, dass ich bis heute fast alles in bar zahle. Mir hilft es, einen besseren Überblick über meine Finanzen zu haben.

Meinst du, ich könnte meine Bekannte fragen, ob sie sich über solche Dinge ärgert?

Ich hatte jedenfalls ein ganz mieses Gefühl nach dem Treffen, eben weil sie mir ihre momentanen finanziellen Probleme anvertraut hat. Außerdem war sie vor kurzem so nett und hat versucht mit zu helfen, was die drohende Kündigung meiner Wohnung betrifft. Sie hat ihren Vermieter kontaktiert und angefragt, ob er gerade eine freie Wohnung zu vermieten hat. Er hatte tatsächlich etwas frei, aber aus diversen Gründen kam es für meine Tochter und mich nicht infrage.

Ich möchte meiner Bekannten nicht das Gefühl geben sie auszunutzen.

@Die Steppenwölfin

Ich finde deinen Vorschlag, sie zu mir nach Hause zum Essen einzuladen und sie liebevoll zu bekochen nicht schlecht. Nur habe ich ein gewaltiges Problem. Wir wohnen seit fast 11 Jahren in der Wohnung und es hätte dringend mal renoviert werden müssen. Von meinen Eltern höre ich schon mal den Vorwurf, dass ich das versäumt habe, wenn sie uns besuchen. Jetzt sehe ich eh keinen Sinn mehr darin, da uns seit einem halben Jahr die Kündigung droht und ich bei Auszug eh komplett streichen lassen muss. Das bedeutet, dass uns nur noch Leute besuchen, die den Zustand der Wohnung (Tapeten) kennen. Nur möchte ich Bekannte, die hier noch nie waren, nicht einladen. Ich schäme mich ein bisschen dafür, auch wenn sonst alles sauber und ordentlich ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, du machst dir oft viel zu viele Gedanken, dass andere schlecht von dir denken könnten und blockierst dich damit selber.
Sicherlich hängen bei euch die Tapeten nicht in Fetzen von den Wänden, die Schranktüren nicht schief in den Scharnieren oder es stinkt nach Abfällen oder Urin?! Ich vermute eine ganz normale Wohnung, bei der nicht an die Wände geschrieben steht, wann diese das letzte Mal gestrichen wurden. Du sagst selber es sei ordentlich und sauber, also nichts, wofür du dich schämen müsstest.
Deine Bekannte käme auch nicht zu dir für eine Besichtigung wie bei Schöner Wohnen, sondern wegen der netten Geste, dass du sie mal zum Essen einlädtst. Ich behaupte übrigens mal, dass es unzählige Wohnungen gibt, die mal wieder einen Anstrich gebrauchen könnten (unsere übrigens auch, hab im Moment aber weder Zeit dafür, geschweige denn Lust - so what?!). Darüber macht sich nur ein Bruchteil der Bewohner überhaupt einen Kopf. Überleg doch mal, wie oft du bei anderen zu Gast warst und deren Wände akribisch inspiziert hast mit dem Gedanken, sie könnten wohl auch mal wieder streichen oder tapezieren.

Ich fänd es wertvoll für dich, dir vor Augen zu führen, dass Menschen dich um deinetselbst willen mögen, und nicht wegen der dich umgebenden Umstände oder deiner "Leistung", die du ihnen entgegenbringst. Das mangelnde Selbstbewusstsein zieht sich wie ein roter Faden durch dein Leben. Daran lohnt es sich zu arbeiten. Warum bist du stets so unsicher?!
Jetzt sehe ich eh keinen Sinn mehr darin, da uns seit einem halben Jahr die Kündigung droht und ich bei Auszug eh komplett streichen lassen muss.
Wenn du ohnehin streichen lassen musst, könntest du das übrigens auch zeitnah machen und dann beim Auszug eben nicht mehr. Und ob du überhaupt ausziehen musst ist doch auch noch nicht gesagt. Du lässt dich da viel zu schnell ins Bockshorn jagen. Hast du die Kündigung ethalten und warst mal zur Beratung beim Mieterbund?
 
@Pfefferminzdrops

Danke für deine ausführliche Antwort.

Vielleicht hast du recht und der Zustand meiner Wohnung würde meiner Bekannten nicht so negativ ins Auge fallen, wie ich es empfinde. Ich sehe die Tapeten auf jeden Fall als großen Makel an. Es ist ja nicht nur das Problem, dass sie im Laufe der Jahre dunkel geworden sind, sondern es bilden sich auch immer mehr Setzrisse (wir wohnen im Dachgeschoss und da ist so etwas nicht ungewöhnlich). Gerade im Wohnzimmer gibt es einen besonders großen und sehr unschönen Riss in einer Ecke. Man guckt auch genau darauf, wenn man am Esstisch sitzt. Ein Bekannter sagte mir mal, dass Setzrisse Sache des Vermieters seien. Ich habe diesen auch vor zwei Jahren auf dieses Problem sowie auf den Zustand des Balkons hingewiesen, aber es hat ihn gar nicht interessiert. Vor ein paar Jahren hat mein Vermieter jeden Bewohner im Haus gefragt, ob er den Balkonboden erneuert haben möchte. Es war beim Bau des Hauses Murks mit mangelhafter Verfugung gemacht worden. Bis auf eine sehr alte Dame haben alle zugestimmt und sie haben jetzt einen qualitativ besseren Boden als wir.

Ich war schon zweimal bei meiner Bekannten zuhause und ich habe ihre frisch renovierte Wohnung bewundert. Deshalb tue ich mich so schwer, sie auch mal zu mir einzuladen.

Es fällt mir schwer, zu meinen Defiziten zu stehen. Im Elternhaus wurde ich immer gemäß meiner Leistungen oder meines Wohlverhaltens gemocht oder eben nicht gemocht. Andere wurden mir oft als leuchtendes Vorbild vorgehalten. In der Schule wurde ich wegen schlechter Leistungen verspottet. Mit das Schlimmste, das ich mal erlebt habe, war das Gespräch mit einem Dozenten in einer Fortbildung. Als er meine Bewerbungsunterlagen durchsah, meinte er, es sei ratsam, mein Abschlusszeugnis vom Gymnasium wegzulassen. Das Zeugnis müsse ja eine große Demütigung für mich gewesen sein!

In meinen Ex-Beziehungen musste ich mir oft anhören, dass ich eine miserable Hausfrau sei. Ich gebe zu, ich kann bis heute nicht fantastisch kochen, bin aber sauber und ordentlich. Auch wenn ich die Ordnung schon mal etwas schleifen lasse, wenn es mir psychisch nicht gut geht.

Die Situation mit den Nachbarn hat sich etwas entspannt, aber auch nur, weil meine Tochter und ich uns absolut ruhig verhalten. Außerdem tolerieren wir jegliches Poltern und Getrampel des Pärchens auf unserer Etage. Trotzdem glaube ich, dass uns der Vermieter auf jeden Fall loswerden will. Im Winter war eine Bekannte der Ansicht, dass ich versuchen könne, Wohngeld zu beantragen, da ich mit 30 Stunden wöchentlich als Pflegehelferin ein relativ geringes Einkommen habe, unsere Wohnung aber mit über 800 Euro Warmmiete relativ teuer ist. Ich holte mir ein Wohngeldantragsformular. Für die Bewilligung der Leistung benötigte ich u.a. eine Vermieterbescheinigung . Im Februar rief ich meinen Vermieter an und bat ihn, die Bescheinigung auszufüllen. Er weigerte sich sofort und fragte, wie es denn aussehe mit der Wohnungssuche. Ich schilderte ihm meine intensive Suche und dass die Lage auf dem Wohnungsmarkt prekär sei. Ich sagte, dass meine Tochter und ich uns absolut ruhig und friedlich verhalten. Seine Antwort war: "Das ist mir egal". Etwas eingeschüchtert sagte ich, dass ich vielleicht mit anderen Unterlagen die Mietkosten nachweisen könne. Er beendete das Telefonat mit einem aggressiven "Auf Wiederhören".
Das hört sich nicht gut an, oder?

Vor einem Monat habe ich mich von einem Anwalt beraten lassen. Er schätzte die Situation so ein, dass der Vermieter uns nur bei einem gröberen Verstoß (schlimmer als das, was uns zur Last gelegt worden war), fristlos kündigen könne. Fristgerecht kündigen könne er jederzeit, allerdings könnte ich da immer noch Widerspruch einlegen. Da die Nachbarn auf meiner Etage sich rücksichtslos verhalten, sollte ich auf jeden Fall ein Lärmprotokoll führen und entsprechende Fotos machen, wenn mal wieder Müll vor der Wohnungstür platziert wird oder sie weiterhin ihren schmutzigen Teppich über das Treppenhausgeländer hängen.

Ich habe mich übrigens gestern Morgen noch mal in WhatsApp bei meiner Bekannten für das Geschenk bedankt und geschrieben, dass ich mich darauf freue, den Gutschein heute einzulösen. Ich wünschte ihr einen schönen Sonntag und fragte, was sie am Wochenende macht.
Bisher kam keine Antwort, aber das muss ja nichts Schlechtes bedeuten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hätte ihr einen netten Brief geschrieben und da sie in Geldnot ist hätte ich Geld in den Briefumschlag gelegt.

Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee gewesen wäre.
Ich hatte die Befürchtung, dass sie dann denken könnte, ich hätte ihre Erzählung von der finanziellen Misere als indirektes Betteln um Geld verstanden.

Ich habe mir heute von dem Gutschein Kosmetika geleistet, aber Freude hat mir der Einkauf nicht bereitet.
 
Du könntest sie um ihre Kontonummer bitten, da du sie ja einladen wolltest und ihr das Geld für das Eis und den Eistee einfach und flott überweisen oder du gibst es ihr bei der nächsten Gelegenheit bar. Du musst doch dabei ihre Geldnot gar nicht erwähnen oder wie unangenehm dir das ist. Ich gebe ständig Kollegen Geld zurück, weil mal dieser eine Pizza bezahlt hat oder jener das Mittagessen. Das ist völlig normal.
 
Ich gebe ständig Kollegen Geld zurück, weil mal dieser eine Pizza bezahlt hat oder jener das Mittagessen. Das ist völlig normal.
Das ist nicht (völlig) normal. Das ist schon auf freundschaftlicher Basis. Frage: Warum muss, soll oder wäre es gut, sich mit Kollegen anzufreunden? Was hat man davon? Das geht in den seltensten Fällen gut. Nur weil andere das erwarten? Wenn jemand das von mir erwarten würde, würde es Probleme geben. Man ist niemandem etwas schuldig.
 
Wenn ich jemanden zum Eis einlade, dann aber feststelle, dass ich das nicht bezahlen kann, da ich dummerweise kein Geld dabei habe, wäre es für mich selbstverständlich, den Betrag später noch zu erstatten.
 

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