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Kann das gut gehen?

Hallo Pollys,

eine Patchworkfamilie erfordert zu manchen Gelegenheiten noch mehr an Gelassenheit, innerer Distanz, Aufrichtigkeit zu sich selbst und anderen, Willensstärke, Toleranz und Liebe, als es eine "normale" Familienkonstellation einem ohnehin abverlangt. Die eigenen Vorstellungen und Wünsche werden fast pausenlos einer Nagelprobe unterzogen. Solche "hübschen" Sätze wie: "Das ist nicht meine Mutter, meine Mutter ist zuhause" treffen einen auf verschiedenen Ebenen. Oder "Meine Mutter hat gesagt, ich darf das!". Die "unsichtbare Dritte" regiert irgendwie immer mit, und sei es auch nur in der eigenen Phantasie. Und manchmal ist es wichtig, sich selbst zurück zu nehmen, damit das Kind nicht weiter in Bedrängnis gerät. Wenn der Junge aus Versehen "Mama" zu Dir sagt und sich abgrundtief schämt, weil er sich wie ein Verräter vorkommt, dann fehlen einem die richtigen Worte zur richtigen Zeit.

Vieles lässt sich im Alltag "regeln", aber die verschiedenen "Gefühlsschichten" (vor allem die eigenen) machen einem eine Entscheidung immer wieder nicht leicht. Dies gilt es auf eine lange Distanz auszuhalten, ohne einen inneren Rückzug anzutreten und ohne dass der eigene Groll überhand nimmt.

Ja, vielleicht ist es für Dich heute noch ein Zeichen von Größe, dass er so zu seinem Sohn hält, aber auch mit der eigenen Eifersucht (die man ja nicht haben und leben will!) muss man womöglich immer wieder umgehen und eine neue Seite davon erkennen, annehmen und auflösen, so gut es eben geht. So manches irrationale Verhalten kommt dann noch dazu. Bis auch dessen Ursachen besprochen und geklärt sind, ist der Tag schon lange um.

Ja, es ehrt Deinen Partner, dass er zu seinem Sohn hält. Aber es ehrt auch Dich, dass Du die seelische Belastung für Dich wahrnehmen kannst und bewusst damit umgehen willst. Und trotzdem kannst Du womöglich nicht ganz locker und unbelastet bleiben, weil Dein "Platz" in der Familie immer wieder Abstriche erfährt, weil gerade für Dich weniger Raum vorhanden ist. Er kann sich nicht zweiteilen und so mancher "Eiertanz" offenbart nur um so mehr die Notwendigkeit von Kompromissen, die kaum einer wirklich will.

Mir scheint, dass Du die Problematik richtig erfasst, die Dimension aber noch nicht in ihrem ganzen Umfang überschaust. Vielleicht ist das ganz gut so, denn bekanntlich wächst man mit seinen Aufgaben.
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Redet miteinander über eure Ängste und Befürchtungen und schafft Vertrauen durch Offenheit. Der Alltag sorgt dann schon für die entsprechende Dynamik.

Alles Gute




Dieser Text ist einfach bombastisch! Ich würde den komplett so unterschreiben, da ich diese Erfahrungen und Gefühlsverwirrungen selber erlebt habe. Wirklich super formuliert.


Ich denke auch, dass man die Dimension erst wirklich erfassen kann, wenn man diese Erfahrungen wirklich lebt. Manchmal auch erst „danach“....


@Pollys:


Die Partnerin eines Vaters zu sein, ist nicht leicht. Es soll ja Patchworkfamilien geben, die aus dem Bilderbuch entsprungen sind und wo alles 1A funktionieren soll. Ich selber habe so etwas allerdings noch nie live erlebt. Ich bin selber Scheidungskind, hatte mehrere Stiefmütter und Stiefväter und war selber auch Stiefmutter. Kann also aus verschiedenen Perspektiven berichten. Man muss sich von vorneherein darüber klar sein, dass man nicht nur mit einer Person eine Beziehung führt. Das Kind wird immer dazu gehören. Leider auch die Kindesmutter und wer da nicht noch so alles zum „Clan“ gehört. Jeder hat seine Bedürfnisse und seine Vorstellung. Es gibt immer Konflikte und jeder fühlt sich auf die eine oder andere Weise „zurück gestellt“ oder „benachteiligt“. Wichtig ist eine Balance zu finden, Kompromisse zu schließen und vor allem Kommunikation. Der Wille muss allerdings bei allen Beteiligen vorhanden sein. Ich kann Dir aus schmerzlicher Erfahrung sagen, dass einer alleine das nicht stemmen kann!


„Die unsichtbare Dritte“, wie GrayBear es so passend formuliert hat, kann in schlimmen Fällen schon erheblichen Einfluss auf das Leben haben, besonders wenn das Kind noch durch Manipulation mit eingespannt wird. Aber das nur so nebenbei. Nach Deinem Anfangs-Posting zu urteilen, geht es ja erst einmal um eine andere Problematik.


Aus Deinen Postings ist zu lesen, dass Du selber nicht so der große Kinderfan bist bzw. nicht so gut mit Kindern zurecht kommst. Anderseits scheint für Deinen Partner sein Kind über alles zu gehen. Diese Kombination ist schon mal eine ganz schlechte Voraussetzung. Ich hatte eine ähnliche Konstellation und es ist nicht gut gegangen.


Ich bin kein Fan davon, zu sagen, dass ein Kind über alles geht. Natürlich muss man ein Kind schützen und behüten und ihm ein stabiles Umfeld schaffen. Aber dennoch muss sich nicht alles und jeder einem Kind unter ordnen. Wenn hier Stiefmutter und Vater schon so eine eklatant abweichende Auffassung haben, wird das irgendwann wirklich zu einem massiven Problem.


Wie mir scheint, bist Du jetzt schon recht nebensächlich für Deinen Partner, wenn es um sein Kind geht. Wenn Dir das jetzt schon nicht gefällt, ist die Frage: Kannst Du Dich damit auf lange Sicht arrangieren? Entscheide für Dich selber, was für Erwartungen Du an Euer gemeinsames Leben hast und auch, was Du bereit bist zu geben. Sprich Deinen Partner direkt darauf an und höre Dir auch an, welche Vorstellungen er hat. Wenn Du nicht an seinem Kind interessiert bist und am besten mit der Erziehung oder was auch immer nichts zu tun haben willst, Dein Partner aber möchte, dass Du voll integriert bist und Dich einbringst, wird das nicht funktionieren. Genauso wenig würde es funktionieren, wenn Dein Partner es auch gar nicht für nötig hält, dass Du was mit dem Kind groß zu tun hast. Eure Partnerschaft besteht nun mal aus 3 Leuten. Daran gibt es nichts zu rütteln.Zumindest, wenn Ihr irgendwann mal zusammen ziehen wollt. Zu einem gemeinsamen Leben gehört auch sein Kind. Wenn Du, wie Du sagst, sein Kind lieber erst in ein paar Jahren kennen lernen möchtest, dann kann es nur so bleiben, wie es jetzt ist: Getrennte Wohnungen, getrennte Leben und alle paar Tage trefft Ihr Euch. Mehr kann es dann nun mal nicht geben.


Wenn Du wirklich eine gemeinsame Wohnung und ein gemeinsames Leben mit Deinem Partner anstrebst, müsst Ihr Euch beide im Klaren darüber sein, was jeder einzelne will oder nicht will und was jeder bereit ist zu geben. Besprecht Euch und macht klare Abgrenzungen. Sei Dir bewusst, dass Du immer mal wieder dem Kind zu liebe zurückstecken musst. Mach Deinem Partner aber auch klar, dass auch Du wichtig bist und auch mal seine ungeteilte Aufmerksamkeit einforderst.


Und dann geht es langsam an. Lerne das Kind erst mal kennen. Ein nicht allzu langes Treffen, an einem neutralen Ort, wie einer Eisdiele. Sei unvoreingenommen und beschnuppert Euch erst einmal vorsichtig. Dann irgendwann mal ein gemeinsames WE. Daraus kann man schon ganz viel Erkenntnis ziehen und die Situation noch mal neu bewerten.


Alles Gute
 
Ganz lieben Dank für eure Antworten!
Ich werde auf jeden Fall noch einmal mit ihm über das Thema genauer reden. Er weiß bereits, dass ich nie wirklich Kontakt mit Kindern hatte und ich auch nicht weiß wie ich mit denen umgehen soll. Er ist aber sehr geduldig und versteht das :herz:

Wann hast du denn vor, seinen Sohn kennenzulernen? Wenn er erwachsen ist?.

Da ich erst in zwei oder drei Jahren mit ihm zusammen wohnen möchte, könnte ich es mir schon vorstellen, ihn davor kennenzulernen, dann ist er auch in dem Alter, mit dem ich besser umgehen kann.
 

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