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Kämpfen oder abbrechen?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 58773
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G

Gelöscht 58773

Gast
Ich brauche mal eine Sicht von außen, da es ziemlich schwer ist den gesunden Punkt zwischen kämpfen und aufgeben zu finden.

Meine Situation ist derzeit folgende: Ich studiere im 5. Semester einen recht schweren Ingenieurstudiengang mit Zukunft. Intelligenzmässig schaffe ich den Studiengang auf jeden Fall. Letztes Semester habe ich eine schwere Klausur von 18 Leuten als einziger bestanden, in Mathe hatte ich die Bestnote, usw. Es macht mir Spaß, ich will in dem Bereich arbeiten und möchte später Industrieunternehmen dabei beraten wie sie Energie einsparen können und dies dann planen.

Das Problem sind derzeit meine Rahmenbedingungen. Ich hänge etwas zurück, weil ich den Studiengang komplett ohne Mathekenntnisse angefangen habe und zum Eintrittszeitpunkt eine sehr schwere Sozialphobie und schwere Depressionen hatte. Ich bin dran gewachsen und habe erhebliche Erfolge erzielt. Dummerweise habe ich natürlich aufgrund der Vorerkrankung und vieler anderen Sachen den Leistungsnachweis nicht erbracht und ein Härtefallantrag wurde trotz der Vorgeschichte, der extremen Besserung und eines gesellschaftlich wichtigen Studiengangs überraschend abgelehnt.

Sieht jetzt im Moment recht S**** aus. Ich habe jetzt seit 18 Tagen kein Einkommen mehr, bin natürlich auf Jobsuche. Durch die Zukunftsangst kommen natürlich meine psychischen Krankheiten wieder raus und lähmen mich, ich kann nicht so auf Jobsuche gehen, wie es sein müsste. Studieren ist sowieso zurzeit fast unmöglich, ich bin nur noch am rumrennen von Behörde zu Behörde, Jobs suchen und weiß der Geier. Um Zeit zu sparen musste ich mich jetzt sogar bei Testaten absichtlich durchfallen lassen und diverse Vorlesungen sausen lassen.

Wohngeldstelle sagte schon nein, weil kein Einkommen. Die Uni selbst würde, wenn überhaupt, nur einmalig die Miete bezahlen, aber der Papierkram ist die Katastrophe. ARGE hat mich gleich wieder raus geschickt. Für Überbrückungskredite von der Uni brauche ich einen Bürgen, für Kredite von einer Bank habe ich nicht die nötige Bonität, für KFW-Kredit habe ich nicht die nötigen Punkte. Freunde und Familie habe ich keine.

Ich habe noch einen Bildungskredit beantragt mit einmaliger Auszahlung um jetzt die Zeit ohne Einkommen zu überbrücken, aber ob und wann der bewilligt wird steht in den Sternen.

Mein Plan ist eigentlich, noch bis Ende des Monats zu warten, vllt meldet sich mal irgendeiner mit einem Job und wenn sich nichts ergibt, mich dann zu exmatrikulieren und zur ARGE zu gehen, bevor ich in den zweiten Monat ohne Miete komme und obdachlos werde und komplett alles verliere.

Eine weitere Sicht von außen?
 
Oh jeh das liest sich sehr danach an dass Du gerade sehr am kämpfen bist . In einer sehr schwerenSituation bist . Meinen Respekt 1. dass wenn es stimmt, Du ohne Mathekenntnisse ( Kann man ohne Mathekenntnisse wirklich studieren oder wie meintest Du es ????) in so einem Studiengang so gut bist 2. Dass Du ohne Freunde und Familie durch gezogen hast bis jetzt das Studium. 3. Respekt wie sehr Du grad kämpfst in dieser finanziellen Not. Und so unhysterisch Deine Lage erzählst. Ich würde es auch so machen wie Du schriebst, dass Du bis Ende des Monats wartest. Also das ist schon gut durchdacht. Und ich hoffe, dass Du wenn es nicht wird mit einem Job , irgendwann weiter studieren kannst.

Drücke Dir die Daumen, vielleicht könnten Mantras Dir helfen durch diese Krise zu gehen. Danach wieder dort weiter zu machen wo Du aufgehalten wurdest. Respekt vor Dir und wünsche Dir jetzt viel Kraft und dass Dir jemand hilft und tröstet jetzt.

Und siehe da, ich sehe gerade ,Dass Du sehr wertvolle Antworten bekommen hast , als ich Dir schrieb. Also das würde ich versuchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, ein Widerspruch hätte nichts gebracht, da mir Atteste gefehlt haben. Wäre ich zum Arzt gegangen und hätte rum gejammert, obwohl er mir hätte nicht helfen können, weil das halt nicht mehr weg geht, wäre alles gut gewesen. Gesunder Menschenverstand fällt bei Behördenangelegenheit leider weg 🙄

Danke für die Info mit dem Kredit. Ich habe den jetzt ausgefüllt und hoffe auf das Beste, werde mich da jetzt drum kümmern und es wird mir dann hoffentlich etwas Zeit verschaffen, bis ich mich über einen gescheiten Job wieder stabilisieren kann.

Und das "keine Mathekenntnisse" war einfach so gemeint, dass ich keine Grundkenntnisse mehr hatte und mir alles erst nochmal aneignen musste.

Danke für eure Worte 🙂
 
Ich war in einer ähnlichen Situation wie du es geschildert hast. Werde dir aber aufgrund dessen was du geschildert hast etwas anderes Raten, als das was ich schlussendlich gemacht habe.

Studium solltest du auf keinen Fall abbrechen, gerade weil du so weit bist. Du kannst versuchen für dieses Semester, wird aber wahrscheinlich zu spät sein, aber für das nächste Semester eine Beurlaubung vom Studium zu beantragen, um deine Angelegenheiten Job etc. zu regeln. So bleibst du Student hast aber keine Prüfungspflichten etc.
 
Ich würde in dieser Situation den Studienkredit der KfW in Anspruch nehmen. Vor einiger Zeit habe ich das selber so gemacht und kann nur Gutes berichten, die Konditionen sind wirklich nicht schlecht wenn man sie mal mit einem Bankdarlehen vergleicht und die Rückzahlungsbedingungen sind sehr flexibel.Bei einem ingenieurswissenschaftlichen Studium kann auch auch mit einem akzeptablen Job später rechnen, die Rückzahlung sollte also kein Problem sein. Dagegen wirkt sich ein Nebenjob meiner Erfahrung nach fast immer negativ auf das Studienergebnis aus.
 
Beruhige dich erstmal. Ich rate dir dich erstmal um einen Job zu kümmern und nicht um einen Kredit oder so. Bewirbt dich doch als Werkstudent irgendwo, wo du auch schon Berufserfahrung sammeln kannst oder auf irgendeinen Teilzeitjob, der dir die Miete sichert. Das mit dem Kredit würde ich lassen. Wenn du einen Job hast, kannst du dich auch wieder auf dein Studium konzentrieren. Du bist doch schon relativ weit. Was ist deine Alternative? Studium anbrechen und irgendwo als Verkäufer arbeiten, damit du deine Miete zahlen kannst? Klar, Miete zahlen können ist wichtig, aber denk doch an deine Zukunft. Glaub mir, in paar Jahren wirst du zurückblicken und stolz auf dich sein, dass du die Situation so gut bewältigt, dir einen Job gesucht und das Studium beendet hast. Also, beruhige dich und geh deine Probleme an. Das wird deinem Selbstwert auch gut tun.

Das schaffst du!
 

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